Jubel! Freude!

Der zweite Post in zwei Tagen, das kann nur eines bedeuten: Fortschritte!

Da ich heute tatsächlich schon vor (!) acht zu Hause war, hatte ich offenbar viel überschüssige Energie. Und so kann ich Wohnungsfortschritt an mehreren Fronten vermelden. Nicht nur ist das IKEA-Regal, von dem ich bereits gestern sprach, fertig montiert und an Ort und Stelle. Es ist auch schon mit Foto- und Bastelkrams gefüllt. Und somit kann ich stolz und glücklich präsentieren: Unsere Kreativlounge mit Übernachtungsmöglichkeit!

Ja, ich weiß, es fehlt noch ein wenig an loungigen Dekoelementen, einer Verkleidung für das Regal und die Bretter. Auch die Kabelrolle habe ich schon gesehen. ABER man kann jetzt Musik machen, basteln und nähen. Jippie!

Das hat aber noch nicht meine ganze Energie verbraucht. Ich hatte noch locker genug übrig, um noch eine ganze Menge Bilder aufzuhängen:

UND eine sehr leckere Suppe zu kochen. Ideal für kalte Frübst-Tage wie diesen heute, herzhaft und trotzdem nicht schwer:

Ungarische Krautsuppe (frei erfunden)

1/2 Spitzkohl

2 Tomaten

2 Kartoffeln

2 Zwiebeln

1,5l Brühe

1 Chilischote

1EL Tomatenmark

Paprika edelsüß, Paprika scharf, Rauchsalz, Zucker

Zwiebeln würfeln und richtig gut in Öl anbraten. Kartoffeln würfeln, Kohl in grobe Würfel schneiden, Tomaten würfeln, Chili fein hacken. Alles in den Topf zu den schön braun werdenden Zwiebeln. Mit Brühe angießen, Tomatenmark und Gewürze dazu, aufkochen und dann 30 Min. köcheln lassen. Stampfen (mit dem Kartoffelbreistampfer), damit die Kartoffeln das ganze etwas binden und abschmecken. Wärmt, ist scharf und lecker.

Ich könnte mir als fleischhaltige Alternative vorstellen, mit den Zwiebeln auch Gehacktes anzubraten. Eine Testung der Fleischvariante muss aber bis zur nächsten Party warten, wir essen sowas ja nicht.

Luftschlösschen

Heute habe ich, in einem Anfall von PC-Aufräumwahn, meine zahlreichen offenen Browser-Tabs und Lesezeichen durchgesehen. Dabei hat sich, praktisch von allein, eine kreative To-Do-Liste erstellt, die ich nun einfach mal hier ablege, zur  späteren Wiederverwendung:

Nunja. Das sollte mich erstmal einige Monate beschäftigen…

Leider gibt es vorher noch einige wenig kreative aber sehr notwendige Wohnungsdinge: Einen Spiegel erwerben = staatsbesuchsmäßige Priorität. Zudem Lampen für Bade-, Schlaf-, Wohn- & Kreativzimmer.

Es gibt allerdings an der Wohnungsfront auch Fortschritte. Gestern war ich bei IKEA und habe das letzte fehlende Regal erworben (und bin dabei noch mit mehr als 100 Euro Plus wieder rausgegangen, das mache mir mal einer nach). Der Entpackung der letzten Kisten steht also praktisch nichts mehr im Wege. Auch ist das Kabel eingetroffen, dessen Fehlen uns bisher von gemütlicher Beleuchtung in der Küche trennte. Es ist also ein Silberstreif am Wohnungshorizont in Sicht.

Außerdem habe ich endlich endlich zumindest die Hälfte der neuen Stoffe im Dawanda-Shop eingestellt. Ein Etappensieg, gewissermaßen.

Edit 15.08.: Marmeladenvorrat wächst und gedeiht. Fotos erfolgreich gerahmt.

Venice für Eilige mit Muße

Letzte Woche war ich zu einer Konferenz in Venedig: Die Konferenz hat von den ziemlich genau 3 Tagen, die ich dort war, 2,5 eingenommen. Und zwar dann von morgen 8 bis abends 11. Also wenig Zeit für Sightseeing. Aber der Mittwoch nachmittag stand mir zu meiner völlig freien Verfügung. Ein bisschen was wollte ich ja nun auch von der Stadt sehen. Da die Konferenz nicht für jeden geneigten Leser genau so spannend sein wird wie für mich – hier nun also mein Bericht: Venedig in einem halben Tag.

Meine Erwartungen waren, sagen wir, unbestimmt. Ich hatte von anderen vorher so ziemlich jede Einschätzung zwischen „total toll“ und „ekelhaft hässlich“ gehört und ansonsten nur Donna Leon als Referenz… also hab ich mich, wie eigentlich immer am liebsten in fremden Städten, einfach mal reingestürzt. Ich bin kein Mensch für Turbo-Touri-Sightseeing und bin deshalb in vollkommener Ignoranz meines Zeitdrucks einfach mal drauflosgelaufen und hab mich treiben lassen. Auf dem Weg vom Busbahnhof zum Hotel in Dorsoduro (Wohnviertel am Rande) hatte ich ohnehin schon festgestellt, dass gezielte Fortbewegung in Venedig nur was für Profis ist. Google maps bemüht sich sehr, einem möglichst viele Sackgassen-Innenhöfe zu zeigen (kann auch schön sein) und ist so nicht wirklich hilfreich und der eigene Orientierungssinn („Jetzt gleich wieder rechts und dann links halten und dann…“ ) führt einen meistens in etwas diese Situation:

Weil diese Kanäle halt nicht überall „Bürgersteige“ haben und wenn, dann nur auf einer Seite. Also hab ich beschlossen: „Der Weg ist das Ziel“ und bin losmarschiert ohne feste Vorstellung wohin genau. Einmal quer durch Dorsoduro, an der Akademie rüber nach San Marco und dann da quer durchs Gassengewirr. Dabei habe ich ca. eine Million hübsche kleine Kanäle auf hübschen kleinen Brücken überquert. Also so:

Und in der Tat waren auch in den allermeisten Straßen und auf den allermeisten Brücken exakt so viele Touris unterwegs, wie hier zu sehen: KEINE … amazing. Aber dann… San Marco, „das“ Stadtviertel. Schwupps da waren sie auf einmal alle. Touristen überall. Im Viertel San Marco sieht es ziemlich genau so aus, wie im Rest von Venedig auch. Kleine Gasse, kleine Gasse, kleine Gasse, Kanal, kleine Gasse, kleine Gasse, usw. Die kleinen Gassen sind WIRKLICH klein. also meist 1m oder weniger breit. Und die meisten von ihnen sind dunkel, etwas verfallen.Venedig hat eben einen ziemlich morbiden Charme.

Nur gibt es halt in San Marco den Markusplatz und den Dogenpalast und die sind in jedem Reiseführer absolutes Pflichtprogramm. Wenn man sie findet… nicht so einfach in dem Gassengewirr. Es gibt da zwar  Schilder, die einen nach San Marco und Rialto weisen:

und dann läuft man denen so immer hinterher Richtung San Marco. Und irgendwann trifft man auf so eins:

und wird langsam bisschen misstrauisch. Denn es scheint doch so , als wären die Schilder eher dafür gedacht, einen an möglichst vielen Geschäften vorbeizuschleusen als dafür, einen auf direktem Wege zum Ziel zu bringen.

Und Geschäfte gibt es reichlich in Venedig. Für alles alles alles. Z.B. Hände:

Strumpfhosen aus den 60ern:

Strandzubehör für den eher größeren Geldbeutel:

und Hüte für den richtig dicken Geldbeutel (so ab 1000 Euro):

Und noch viel viel mehr. Brokatstoff ab 200 Euro der Meter, Muranoperlen, Handtaschen, Süßigkeiten und und und. Und weil ja alle den Schildern folgen sind da wirklich viele Leute.

Schließlich hab ich den Markusplatz doch noch gefunden. Puh, da war was los. Und das am Mittwoch. Ich möchte mir lieber den Samstag gar nicht vorstellen. Schon so kam man praktisch nicht mehr weiter. Hier die Basilica inkl. ca. 1/4 der Schlange um rein zu kommen:

und der Dogenpalast (zum Teil). Ich muss zugeben, beide sind von außen wirklich beeindruckend. Aber die Masse an Leuten drumrum und drin hat mir gar nicht behagt. Und mich bei 30 Grad in der Sonne in diese Schlange einreihen schien mir auch nicht erstrebenswert. Ich wollte lieber wieder in verfallene kleine Gässchen zurück. Vorher aber dann doch noch ein Blick auf die Lagune. Und dann lieber mit meinem Mittagessen auf einen kleinen beschaulichen Platz:

Lecker! Und gar nicht teuer!

Ich habe schließlich auch den Rialto-Markt noch gefunden. Aber der war vielleicht eine Enttäuschung. Jedes einzelne Geschäft da hatte genau dieses Sortiment:

Hässliche Masken, falsches Muranoglas, falsche Designertaschen, Kitsch, Kitsch, Kitsch. Und von der gleichen Sorte standen auch noch auf allen Plätzen in San Marco und am Canal Grande Stände rum. Apropos. Ich habe mich gefragt, ob irgendwo in China, wo all die Taschen mit Stadt-Namen hergestellt werden, Leute rumlaufen mit Taschen aus aller Herren Länder und einen Flair von Weltgewandtheit versprühen…

Insgesamt war es mir jedenfalls im Touri-Viertel entschieden zu voll. Und ständig kam ein Gondoliere an und wollte einen für sehr viel Geld rumfahren. Nicht mein Geschmack. Ich habe mich lieber an die Uferpromenade der Lagune zurückgezogen und bin danach noch durch Dorsoduro gestreift. Dort bin ich auf die letzte Gondel-Werft auf der Insel gestoßen.

Und ein zeitgenössisches chinesisches Installationskunstwerk:

Das waren übrigens die einzigen Bäume, die ich gesehen hab. Venedig ist die wohl park- und baumärmste Stadt, die ich kenne. Dagegen ist Bochum ziemlich grün.

Trotzdem hat es mir in den „normalen“ Gegenden von Venedig gut gefallen. Es ist beeindruckend eine Stadt zu erkunden, die eigentlich nur für Fußgänger gemacht ist. Nirgendwo kann man auch nur mit einer Kutsche durch. Das vermittelt einem ein Gefühl, wie anders Städte vor der Zeit der Prachtstraßen waren. Außerdem ist es relativ leise und beschaulich, sobald man erstmal die Touris durch ein-zwei Haken abgehängt hat. Die meisten Häuser sind dabei ziemlich verfallen, manche sogar gesperrt. Die Erhaltung dieser Stadt muss wirklich kostspielig sein. Wie gesagt – morbider Charme.

In Dorsoduro konnte man auch ganz gut Abendessen. Noch besser hat es mir allerdings im alten jüdischen Ghetto gefallen. Da ist wirklich wenig los, es ist alles sehr ursprünglich und ruhig. Kleine Restaurants und Cafés und sehr lustige Geschäfte.

Am Ende meines freien Tages konnte ich stolz sein. Ich hatte ausschließlich zu Fuß die Hälfte der Insel erkundet, relativ günstig gegessen und weder Sonnenbrand noch Blasen bekommen.

Fazit: Venedig ist schön, wenn man die Touri-Ströme meidet. Man ist bei weitem am besten mit Rucksack und zu Fuß unterwegs. Die Brücken machen es mit dem Trolley sehr mühsam und das Vaporetto ist voll und laut. Kaufen kann man dort nichts. Alles ist unglaublich teuer. Selbst in den Wohnvierteln.Aber  abends mit einem Vino frizzante auf einem der abgelegeneren Plätze oder an der Promenade ist es wirklich nett.

Und wer keine Lust hat von Gondoliere und Handtaschenverkäufern angelabert zu werden: Einfach bisschen zu schick und zu warm (also etwa wie für ne Konferenz 😉 ) anziehen. Schwupps hat man seine Ruhe, man wird nur manchmal von Touris nach dem Weg gefragt.

Es war übrigens sehr sehr warm, fast 30 Grad. Wieder zurück in Deutschland habe ich mich also prompt erkältet. Zum Glück habe ich aber den Ingwersirup von Frau Liebe (mitsamt des ganzen schönen Blogs) gefunden. Damit bemühe ich mich schlimmeres zu verhindern.

Projekt für den freien Tag: Sockenschublade montieren, Flohmarkt, endlich die neuen Stoffe für den dawanda-Shop fotografieren.

Omas Kartoffelsalat meets Hannahs Holzwerkstatt

Nachdem gestern das Schlafzimmer, dank neuer IKEA-Kommode, schon fast in den Zustand der Bewohnbarkeit übergegangen war, sollte der heutige Tag vor allem im Zeichen des Sperrmülls stehen. Unsere alte Wohnung wollte von ihrem kümmerlichen ungewollten Inhalt befreit und mit dem Großteil des elektromäßigen Kellerinhalts auf der Straße zu einem Sperrmüllhaufen vereinigt werden. Um danach nicht noch kochen zu müssen und weil’s sich so schön mit vielen fleißigen Entrümpelungshelfern teilt, wurde beschlossen: Heute gibt’s Kartoffelsalat.

So fand ich mich nach dem Frühstück Gurken, Zwiebeln und Kartoffeln schnippelnd wieder und sinnierte dabei über den Sinn des Lebens und des Kartoffelsalats. Meiner wird ja nach Omas Familienrezept gemacht. Und ich bin überzeugt es ist der beste der Welt.  Tatsächlich scheint er auch den meisten anderen zu schmecken. Sogar einen Schwaben habe ich mit Hilfe von Omas Rezept schon fast von der westfälischen Variante überzeugt. Trotzdem bin ich noch nie nie nie nach dem Rezept gefragt worden. Sonst wird man dauernd nach Rezepten gefragt. Alle Welt macht meine Taboulé, meine Fleischbällchen und meine weiße Schokocreme nach. Warum niemand meinen Kartoffelsalat?

Nach längerem Grübeln bin ich drauf gekommen: Der Kartoffelsalat ist ein deutsches Heiligtum. Egal wie gut er bei anderen schmecken mag, niemand würde auf die Idee kommen ein anderes Rezept zu nehmen als das von seiner Mama. Und deshalb interessiert sich keiner für das Rezept des weltbesten Kartoffelsalats, also meines. So ist das. Schade für die anderen. Aber ich kann’s verstehen, ich würd ja auch nie den komischen Kartoffelsalat von Fremden machen.

Es mag nun aber sein, dass irgendjemand in der weiten Welt des Internets, kein Familien-Kartoffelsalat-Rezept hat. Mit allen, die beklagenswerterweise keine Oma haben, die Kartoffelsalat macht, bin ich gern bereit, meine in diesem Punkt zu teilen:

Für 6 hungrige Entrümpelungshelfer nehme man:

2 kg Kartoffeln

1/2 Glas Gewürzgurken (von Kühne, entspricht ca. 1 Glas Spreelinge)

3/4 Glas Salatmayonnaise

2 Zwiebeln

4 Eier

Salz, Pfeffer

Wichtig ist:

1. unbedingt den Salat min. 6 Std. vor dem Verzehr anfertigen.

2. Auf KEINEN KEINEN KEINEN Fall ekelhafte Delikatessmayo nehmen. Iiih pfui bäh. Oma und Mama schwören auf Salat-Mayonnaise von Kraft. Die gibts aber kaum noch wo. Meine Tests haben gezeigt, es geht auch mit Miracel Whip, Salatmayonnaise von Netto und von Edeka-Eigenmarke.

3. Die Gurken sollten weder Cornichons noch Senfgurken sein.

4. Das ganze muss unbedingt schön matschig sein, was im Zweifel mit etwa heißem Wasser erreicht werden kann.

Ansonsten: Zwiebeln würfeln, Gurken würfeln, Kartoffeln kochen, pellen und in Scheiben schneiden. Mayo, Salz, Pfeffer und etwa die Hälfte des Gurkenessigs dran. Ja wirklich. Das Zeug aus dem Glas. Klingt ekelig, gehört aber so. Gut durchrühren und wenn nicht matschig genug: etwas heißes Wasser dazu. Abschmecken. Die Eier hart kochen, würfeln und auch noch drunter. Dann für einige Stunden in den Kühlschrank damit. Vor dem Verzehr unbedingt nochmal abschmecken, erfahrungsgemäß muss man dann nochmal nachwürzen.

Ansonsten waren heute, neben dem Sperrmüll, Holzarbeiten angesagt. Zuerst habe ich endlich die Badezimmerkommode zusammenbauen können:

Badezimmerkommode

Das war ein langer Weg bis dahin. Denn ursprünglich war die Kommode mal so kiefer-natur-farben. Das entsprach nicht ganz meiner Wunschfarbe. Außerdem sollte sie fürs Bad nach Möglichkeit nicht Naturholz sein, sondern irgendwie gegen die Feuchtigkeit geschützt. Also dachte ich mir: „nix Lack, schön natürlich, eine Bienenwachslasur kommt drauf.“ Hm, ja, brilliante Idee. Ich habe also Bienenwachslasur von Biopin bestellt. In der Farbe „Teak“. Die sah im Online-Shop super aus. Nach großzügigem Auftrag auf die Kommode zeigte sich aber dann: Teak ist ein schönes Wort für „krebsrot“ und Bienenwachslasur ist echt doof aufzutragen, weil sie dauernd Flecken machen, wo sie dicker ist. Pfui sah das fies aus. Also musste ich NOCH einmal mit anderer Lasur drüber, die vorher erst bestellt werden wollte. Diesmal „Nussbaum“. Da sah der Inhalt des Eimerchens nicht sehr ansprechend aus, aber die Mischung aus Teak und Nussbaum ist ein neuartiges aber sehr Badezimmer-kompatibles Holz. Von mir extra erfunden und endlich auch fertig. Voila, das Badezimmer ist auch auf gutem Wege.

Dann stand noch das ölen der Nähkommode sowie der Arbeitsplatte in der Küche an.

Nähkommode

Und während die nun vor sich hintrocknen, kann ich schlafen und morgen hoffentlich hoffentlich das Arbeitszimmer einräumen. Juchee.