Omas Kartoffelsalat meets Hannahs Holzwerkstatt

Nachdem gestern das Schlafzimmer, dank neuer IKEA-Kommode, schon fast in den Zustand der Bewohnbarkeit übergegangen war, sollte der heutige Tag vor allem im Zeichen des Sperrmülls stehen. Unsere alte Wohnung wollte von ihrem kümmerlichen ungewollten Inhalt befreit und mit dem Großteil des elektromäßigen Kellerinhalts auf der Straße zu einem Sperrmüllhaufen vereinigt werden. Um danach nicht noch kochen zu müssen und weil’s sich so schön mit vielen fleißigen Entrümpelungshelfern teilt, wurde beschlossen: Heute gibt’s Kartoffelsalat.

So fand ich mich nach dem Frühstück Gurken, Zwiebeln und Kartoffeln schnippelnd wieder und sinnierte dabei über den Sinn des Lebens und des Kartoffelsalats. Meiner wird ja nach Omas Familienrezept gemacht. Und ich bin überzeugt es ist der beste der Welt.  Tatsächlich scheint er auch den meisten anderen zu schmecken. Sogar einen Schwaben habe ich mit Hilfe von Omas Rezept schon fast von der westfälischen Variante überzeugt. Trotzdem bin ich noch nie nie nie nach dem Rezept gefragt worden. Sonst wird man dauernd nach Rezepten gefragt. Alle Welt macht meine Taboulé, meine Fleischbällchen und meine weiße Schokocreme nach. Warum niemand meinen Kartoffelsalat?

Nach längerem Grübeln bin ich drauf gekommen: Der Kartoffelsalat ist ein deutsches Heiligtum. Egal wie gut er bei anderen schmecken mag, niemand würde auf die Idee kommen ein anderes Rezept zu nehmen als das von seiner Mama. Und deshalb interessiert sich keiner für das Rezept des weltbesten Kartoffelsalats, also meines. So ist das. Schade für die anderen. Aber ich kann’s verstehen, ich würd ja auch nie den komischen Kartoffelsalat von Fremden machen.

Es mag nun aber sein, dass irgendjemand in der weiten Welt des Internets, kein Familien-Kartoffelsalat-Rezept hat. Mit allen, die beklagenswerterweise keine Oma haben, die Kartoffelsalat macht, bin ich gern bereit, meine in diesem Punkt zu teilen:

Für 6 hungrige Entrümpelungshelfer nehme man:

2 kg Kartoffeln

1/2 Glas Gewürzgurken (von Kühne, entspricht ca. 1 Glas Spreelinge)

3/4 Glas Salatmayonnaise

2 Zwiebeln

4 Eier

Salz, Pfeffer

Wichtig ist:

1. unbedingt den Salat min. 6 Std. vor dem Verzehr anfertigen.

2. Auf KEINEN KEINEN KEINEN Fall ekelhafte Delikatessmayo nehmen. Iiih pfui bäh. Oma und Mama schwören auf Salat-Mayonnaise von Kraft. Die gibts aber kaum noch wo. Meine Tests haben gezeigt, es geht auch mit Miracel Whip, Salatmayonnaise von Netto und von Edeka-Eigenmarke.

3. Die Gurken sollten weder Cornichons noch Senfgurken sein.

4. Das ganze muss unbedingt schön matschig sein, was im Zweifel mit etwa heißem Wasser erreicht werden kann.

Ansonsten: Zwiebeln würfeln, Gurken würfeln, Kartoffeln kochen, pellen und in Scheiben schneiden. Mayo, Salz, Pfeffer und etwa die Hälfte des Gurkenessigs dran. Ja wirklich. Das Zeug aus dem Glas. Klingt ekelig, gehört aber so. Gut durchrühren und wenn nicht matschig genug: etwas heißes Wasser dazu. Abschmecken. Die Eier hart kochen, würfeln und auch noch drunter. Dann für einige Stunden in den Kühlschrank damit. Vor dem Verzehr unbedingt nochmal abschmecken, erfahrungsgemäß muss man dann nochmal nachwürzen.

Ansonsten waren heute, neben dem Sperrmüll, Holzarbeiten angesagt. Zuerst habe ich endlich die Badezimmerkommode zusammenbauen können:

Badezimmerkommode

Das war ein langer Weg bis dahin. Denn ursprünglich war die Kommode mal so kiefer-natur-farben. Das entsprach nicht ganz meiner Wunschfarbe. Außerdem sollte sie fürs Bad nach Möglichkeit nicht Naturholz sein, sondern irgendwie gegen die Feuchtigkeit geschützt. Also dachte ich mir: „nix Lack, schön natürlich, eine Bienenwachslasur kommt drauf.“ Hm, ja, brilliante Idee. Ich habe also Bienenwachslasur von Biopin bestellt. In der Farbe „Teak“. Die sah im Online-Shop super aus. Nach großzügigem Auftrag auf die Kommode zeigte sich aber dann: Teak ist ein schönes Wort für „krebsrot“ und Bienenwachslasur ist echt doof aufzutragen, weil sie dauernd Flecken machen, wo sie dicker ist. Pfui sah das fies aus. Also musste ich NOCH einmal mit anderer Lasur drüber, die vorher erst bestellt werden wollte. Diesmal „Nussbaum“. Da sah der Inhalt des Eimerchens nicht sehr ansprechend aus, aber die Mischung aus Teak und Nussbaum ist ein neuartiges aber sehr Badezimmer-kompatibles Holz. Von mir extra erfunden und endlich auch fertig. Voila, das Badezimmer ist auch auf gutem Wege.

Dann stand noch das ölen der Nähkommode sowie der Arbeitsplatte in der Küche an.

Nähkommode

Und während die nun vor sich hintrocknen, kann ich schlafen und morgen hoffentlich hoffentlich das Arbeitszimmer einräumen. Juchee.

2 Gedanken zu “Omas Kartoffelsalat meets Hannahs Holzwerkstatt

  1. mimperella schreibt:

    Also: 1.es gibt eine neue und sehr ansprechende Salatmayonnaise von Knorr.
    2. weniger Mayo und dafür auch Joghurt funktioniert auch ganz prima und das schlechte Gewissen ist kleiner.
    3. heißes Wasser muss unbedingt an den Salat sonst ist es nicht das Familienrezept!! Dafür vielleicht doch etwas weniger Essig, den köstlichen aus dem Glas mit all den prima Gewürzen ( von wegen ekelig!)
    4. für die, die im Großhandel ( Metro oder so) kaufen können, da gibt es Kraft Salatmayonnaise noch. Allerdings in Straßenfestzubehör- Portionen.
    5. Zwiebeln erscheinen mir mit zwei etwas unterrepräsentiert.
    Hört sich aber insgesamt nach Omas und meinem Rezept an und ist deshalb definitv der beste Kartoffelsalat nördlich des Äquators.
    Viel Spaß beim Nachkochen und verspeisen!!!!!!!
    Mimperella ; )

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