Freitagsfüller

Weil heute definitiv kein Herbst ist, verzichte ich heute auf „Essen im Herbst“, bin aber nächste Woche gern wieder dabei. Heute dennoch ein paar Satzfetzen im Freitagsfüller:

1. Heute ist der letzte Arbeitstag vor einer wohlverdienten Woche Freizeit .

2. Pizzen, Kuchen, Quiches und Aufläufe koche ich momentan am liebsten .

3. Ich möchte mir gerne eine gebrauchte Nähmaschine kaufen. Finde aber noch nicht so recht, was ich suche oder bin vielleicht auch zu uninformiert-

4. Die Sonne scheint herrlich und ich bin froh dass ich es heute wohl früh nach Hause schaffen werde.

5. Wenn ich an Weihnachten denke, kommt es mir vor, als sei das Jahr wie im Flug vergangen .

6. Mir kam zu Ohren, auch die neue Staffel von Big Bang Theory sei total witzig. Das freut mich.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf ein leckeres Essen in der Abendsonne, und weniger auf Hausputz, Wäsche und Ordnung machen, morgen habe ich leider keine Zeit um diese Dinge zu erledigen, denn meine Großeltern haben einen Familienausflug geplant und Sonntag möchte ich nach einem ausgiebigen Auswärts-Frühstück vielleicht noch ein bisschen Fahrrad fahren !

 

Näherinnen unter meinen Leserinnen: Jemand Tipps für bewährte alte Schätzchen parat? Robust, gut zu handhaben und Freiarm wäre Mindestanforderung. Diese modernen mit Computerschnickschnack behagen mir nicht (und sitzen auch nicht so in meinem Geldbeutel drin).

Sockenspanner

Bereits unter den Urlaubsmitbringseln habe ich ja die ersten Patentsocken präsentiert. Das Problem an ihnen ist, dass sie „fersenlos“ gestrickt werden. Das mag manchem als Vorteil erscheinen, der Sitz und das Aussehen sind aber am Anfang noch nicht ganz optimal. Das Buch empfiehlt daher, die Socken zu dämpfen oder anzufeuchten und dann mit einem Sockenspanner in Form trocknen zu lassen.

Auf der Suche nach diesen besagten Dingern bin ich natürlich schnell im einschlägigen Handarbeits-Internet fündig geworden, der Preis hat mich allerdings ziemlich umgehauen. Für ein Paar dieser kleinen in Form gesägten Holzbrettchen, die jeder Drittklässler mit einer Laubsäge herstellen könnte, möchte eine bekannte Stricknadel-Firma (die ohnehin mit Buchverlag und Wollfirma gleichen Bekanntheitsgrads unter einer Decke steckt) 20,- (in Worten ZWANZIG) Euro haben! Und dann sind die nichtmal exakt eine oder zwei Größen sondern nur „klein“, „mittel“ oder „groß“. Auch die NoName-Sockenbrett-Produzenten wollen immernoch 10-15 Euro haben. Und man braucht ja doch zumindest welche in der eigenen Größe, der Größe vom Herzensmann, der von Mama-Papa-Bruder-Schwester-Oma-Hund und Nachbarin. Da kommt schnell mal ein hübsches Sümmchen zusammen. Zudem würde es bequem eins von den Dingern pro Größe tun, die Socken werden ja eh nacheinander fertig.

Der langen Rede kurzer Sinn: Ich bin nicht bereit, den Wert eines neuen Möbelstücks in zurechtgesägte Frühstücksbrettchen zu stecken, also hab ich mir überlegt, wie ich sowas selbst machen kann. Da ich allerdings keine Laubsäge habe, bin ich auf eine Pappvariante verfallen, die folgendermaßen gebastelt wird:

Man nehme ein großes dickes Stück Pappe, der Deckel einer Spiegelverpackung kam mir gerade recht, und zeichne zunächst die Länge des fraglichen Fußes an:

Nun lege man den Fuß quer aufs Pappstück und markiere die Höhe des Spanns und die Breite des Knöchels.

Aus diesen Punkten lässt sich auch ohne besonderes zeichnerisches Geschick eine Fußform konstruieren. Nun beherzt zum Teppichmesser gegriffen und ausgeschnippelt.

Voilà.

Da man die Socken ja feucht auf den Spanner zieht und auch nicht nach zwei Socken die Bastel-Action von vorn beginnen, habe ich den ganzen Pappfuß mit Gewebeklebeband umwickelt, das sollte den Dampf eine Zeit lang aushalten.

Socke passt drauf und wird tatsächlich schön Fuß-förmig.

Ätschi du Firma mit den überteuerten bunten Nadeln und du Blogger-Ausbeuter-Verlag! Fast für umsonst und maßgefertigt für MEINEN Fuß. (Ich glaube übrigens nicht, dass ich je zuvor so viele Fotos von meinem Füßen gemacht habe…)

Me Made Mittwoch: Schlichtes für den Spätsommer

Heute trage ich das allererste Kleidungsstück, das ich mir komplett selbst genäht habe. Einen weißen Rock.

Drüber gleich zwei T-Shirts, man muss ja derzeit beim aus dem Haus gehen für Frühling, Sommer und Herbst gleichermaßen gerüstet sein, sowie einen relativ neuen Loopschal, den ich im letzten Urlaub genäht habe. Und meine türkisen Lieblingsschuhe. Weil ich verfroren bin und es heute morgen schon ziemlich nach November aussah (inzwischen ist eher Juli, wer hätte gedacht, dass die Busse und Bahnen des VRR auch für Zeitreisen taugen?) hab ich auch ne Strumpfhose an…

Hier nochmal der Kern des Outfits aus etwas mehr Nähe, besser ausgeleuchtet und mit weniger Kontrast:

Ich habe erst relativ spät damit begonnen, mir Kleidung zu nähen. Lange Jahre habe ich ausschließlich gestrickt und die Nähmaschine nur für Taschen, Tischdecken, Adventskalender und anderen Dekokram genutzt. Als ich aber zum ersten Mal in Afrika war, habe ich einige Stoffe mitgebracht, die danach schrien ein Rock zu werden. Und somit hab ich mich an die Kleidungsproduktion gewagt. Der weiße Rock war dabei das erste Versuchsobjekt, ich wollte nun doch nicht gleich einen Unikat-Stoff verschneiden. Ich bin mit einem gekauften Vorbild und dem afrikanischen Stoff zu meiner Schwiegermutter gereist und dort entstand an einem sonnigen Nachmittag aus einem alten Bettlaken dieser weiße Rock, den ich seither (obwohl er etwas knittert und weil ungefüttert auch manchmal etwas verrutscht) in Ehren halte und im Sommer praktisch ständig trage. Und nachdem wir ja dieses Jahr statt Sommer eher Frübst hatten, gibt es nun doch im Hommer (neue Jahreszeit, heut morgen entdeckt – aufregend, Zeitreisen und Jahreszeit-Revolution an einem Tag) nochmal Gelegenheit, ihn auszuführen. Wie schön.

Deutlich anspruchsvollere Kreationen gibt es bei den anderen MeMade-Ladies zu sehen, initiert und heute wild gemustert angeführt von Cat.

Sonntagssüß: Apfel-Mohn-Schnitten

Es herrscht immernoch Apfel-Flut, gleichzeitig musste es aber, wegen geplantem Stoffmarktbesuch schnell gehen mit dem Backen. In meinem Kopf schwirrte der Begriff „Apfel-Mohn-Schnitten“ herum. Die hab ich vor gut einem halben Jahr von Helmut Gote im Radio serviert bekommen. Leider nimmt der WDR podcasts und Rezepte nach ca. 6 Wochen wieder aus dem Internet. Also improvisieren.

Ich habe ein Rezept für gleichnamiges Gebäck im Dr. Oetk*r Backbuch gefunden, das enthielt allerdings entschieden zu wenig Äpfel gegenüber deutlich zu vielen Produkten der gleichnamigen Firma für chemische Erzeugnisse. Somit hab ich dann aus Erinnerung, Backbuch und Gusto folgendes zusammengerührt:

  • 3 große Äpfel (~400g nach schälen und entkernen)
  • 4 Eier
  • 50g Butter
  • 100g Mohn gemahlen
  • 100g Mandelmehl
  • 100g Dinkelvollkornmehl
  • 120g Agavendicksaft (alternativ Honig)
  • 100g Zucker
  • 1/2 TL Vanille
  • 1/2 TL Backpulver
  • 1 Prise Salz

Das vorbereiten und backen geht recht flott:

  • Die Äpfel schälen und grob reiben
  • Die Eier trennen, das Eiweiß mit dem Salz steif schlagen.
  • Eigelb, Butter und Süßungsmittel (Zucker, Honig, Agavendicksaft) dick cremig aufschlagen, dabei die Vanile einrieseln lassen.
  • Mehl, Mandeln, Mohn, Backpulver und Äpfel unterziehen.

Jetzt kommt der Haken. Das Rezpt von Dr. O. war insg. rund 300g „kleiner“ und es war trotzdem angegeben, man möge den Teig auf ein Blech streichen. Als ich nun meinen, deutlich erweiterten Teig auf ein Blech strich, wurde ich schon stutzig, weil es mir deutlich wenig vorkam… und entsprechend habe ich nun sehr leckere aber ziemlich flache Mohnschnitten. Daher für die Zukunft:

  • Den Teig in einer Fettpfanne oder großen Auflaufform, die mit Backpapier ausgelegt ist, ca. daumendick bis 2cm dick ausstreichen.
  • 30 Minuten bei 180 Grad backen.
  • Ca. 5 Minuten im Blech auskühlen lassen und dann in Schnitten schneiden und auf ein Gitter zum abkühlen legen.
  • Schmeckt mit und ohne Sahne sehr lecker!

7 Sachen

Ein wunderschöner Spätsommer-Sonntag, der seinem Namen alle Ehre machte liegt hinter mir und war wieder angefüllt mit Dingen, für die ich wundervollerweise meine Händer benutzen konnte:

1. Haarkur in die Haare schmieren und während der Einwirkzeit, die Augenbrauen zupfen und die Zehnägel lackieren.

2. Einen Sockenspanner basteln und eine Socke spannen.

3. Endlich die drei Teile einer gefühlt seit 200 Jahren in Arbeit befindlichen Stricknacke zusammennähen. Bergfest. Jetzt „nur noch“ Kapuze, Ärmel und Beschläge. Ich bin der Welt langsamste Strickerin, fürchte ich.

4. Einen ziemlich platten Kuchen gebacken.

5. Ca. 2 00000000000000 Stoffe streicheln und einen großen Teil davon auch erwerben auf dem Stoff- und Tuchmarkt in Werden, zudem ein altes Buch, ein Knäuel Sockenwolle und einen neuen Korb auf dem Herbstmarkt dort und ein leckeres Eis. Gratis dazu ganz viel Sonne.

6. Erste entscheidende Schritte auf dem Weg zum lila Jerseykleid unternehmen. Ich befürchte allerdings, es wird zu weit…

7. Federweißen und Flammkuchen essen (Rezept am nächsten Freitag).

 

Die Idee zu den 7 Sachen stammt von Frau Liebe, die aber gerade im Südurlaub weilt.

Essen im Herbst: Pfifferling-Quiche

Ich bin ein bisschen spät dran, möchte aber trotzdem sehr gern mitmachen bei Paulines neuer Aktion „Essen im Herbst„. Jeden Freitag sammelt sie Herbstrezepte und hier kommt meins:

Man braucht für eine Quicheform (26cm, 4 Personen):

  • 1 Zwiebel
  • 350 g Pfifferlinge
  • 2 EL Butter
  • Salz
  • Pfeffer
  • 100 g Sahne
  • 2 Eier
  • 180 g Mehl
  • 1 TL Backpulver
  • 125 g Magerquark
  • 3 EL Öl
  • Fett für die Form oder Backpapier
  • Preiselbeerkonfitüre zum Servieren

Wenn man es sehr eilig hat, kann man auch Blätterteig nehmen, man kann auch gefrorene Pfifferlinge nehmen und sie ggf. mit ein paar Champignons strecken, falls man zu wenige hat. Schmeckt auch sehr lecker.

  • Den Ofen auf 200 Grad vorheizen.
  • Mehl, Backpulver, 1/2 TL Salz, Quark und Öl zu einem glatten Teig verkneten.
  • Die Pfifferlinge putzen und in mundgerechte Stücke schneiden.
  • Die Zwiebel fein hacken.
  • Die Butter in einer Pfanne zerlassen und darin die Zwiebel und die Pfifferlinge andünsten.
  • Gut salzen und pfeffern und mit der Sahne ablöschen. Warten bis die Sahne z.T. verkocht ist, dann von der Flamme nehmen und abkühlen lassen. Wenn das ganze nur noch lauwarm ist, die Eier verquirlen, salzen, pfeffern und dazu geben.
  • Den Teig ausrollen und in die Quicheform geben, die Füllung darauf verteilen und für ca. 35 Min backen.
  • Unbedingt am gleichen Tag und am besten warm servieren, mit Preiselbeeren schmeckt sie am besten.

Freitagsfüller

Ich habe mir gedacht, ich mach heute einfach mal beim Freitagsfüller mit. Die fett gedruckten Passagen sind meine „Füllungen“.

1. Ich glaube fest daran, dass ich nächste Woche mal wieder an meiner Diss arbeiten kann .

2. Was die Fertigstellung anbelangt, da bin ich allerdings weniger zuversichtlich, denn es geht immer abwechselnd vor und zurück.

3. Ich habe für den Rest des Jahres noch so viele Pläne, aber wenn nicht bald jemand dem Tag mehr Stunden gibt, dann wird wohl nichts aus allen.

4. Dass das Traumpaar der Volksmusik sich getrennt hat, ist mir sowas von egal.

5. Der Papst könnte sich durchaus einem Dialog gegenüber offener zeigen und sollte die Reformbewegung in der deutschen katholischen Kirche ernst nehmen .

6. Es duftet sehr schön an kühlen Herbstabenden.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf die Rückkehr meines Schatzes, morgen habe ich ausschlafen, putzen und einkaufen geplant und Sonntag möchte ich auf den Stoffmarkt in Werden und außerdem ein lang geplantes Kleid nähen !

Fortsetzung der unendlichen Brotgeschichte

Regelmäßige Leser haben ja schon meine diversen Versuche einer Vollkornvariante des No-Knead-Brots aka Krustenbrot aus dem Topf verfolgen können. Nun ist das passende Utensil endlich (nach einigen Wirrungen) bei mir eingetroffen. Ich präsentiere mit stolzgeschwellter Brust meinen Römertopf mitsamt seines ersten Produktes:

Das Ding ist riesig! Und wird enorm heiß im Ofen (autsch). Ansonsten ist es aber genau richtig. Unten komplett glasiert, der Deckel aber von innen roh, so dass man ihn, zwecks besserer Kruste wässern kann. Ich habe wiederum das Grundrezept von Cucina Casalinga genommen. Allerdings habe ich die doppelte Menge gemacht und wie bei den vorigen Versionen auch, die Wassermenge erhöht. Trotz eines ganzen Kilos Mehl ist das fertige Brot allerdings etwas -öhm- breit geworden. Meine Mutter sagte: „es hat eine merkwürdige Figur“. Ich drücke es etwas positiver aus: Es macht schon von sich aus halbe Schnitten 😉

Aber es ist sehr schön locker. Vom Geschmack ok, etwa wie das aus dem Metalltopf auch. Für den ersten Versuch bin ich ganz zufrieden. Ich habe aber inzwischen bei griselda von machwerk eine Variante des Brots gesehen, die kleiner als ihr Bräter und trotzdem toll geformt war. In Mehl anstatt Backpapier. Das hat meinen Ehrgeiz geweckt. Ich plane daher für das nächste Brot folgende Variationen des Rezepts:

1. 30% Weißmehl, nur 70% Vollkorn

2. Den Essig weglassen, ich finde die Säure störend

3. Weniger Wasser, festerer Teig

4. Mehl statt Backpapier probieren.

7 Sachen

Liebgewonnene Routine am Sonntag: Sieben Bilder von sieben Sachen, für die ich heute meine Hände gebraucht hab. Ob für sieben Minuten oder sieben Stunden ist dabei unwichtig.

Einen großen Berg neue Stoffe gesichtet und fotografiert.

Das Headset ins Laptop gesteckt und eine Stunde lange über den großen Teich geskypt.

Zwei Geschenkchen verpackt.

Im Auto fleißig am zweiten Socken gestrickt.

Gaaanz viel Gepäck und Wäsche in die Wohnung getragen.

Mit Freude einen Brief geöffnet

Ein Brot angesetzt.

 

Das Original gibt’s meistens am Sonntag, manchmal am Montag bei Frau Liebe.