Sockenspanner

Bereits unter den Urlaubsmitbringseln habe ich ja die ersten Patentsocken präsentiert. Das Problem an ihnen ist, dass sie „fersenlos“ gestrickt werden. Das mag manchem als Vorteil erscheinen, der Sitz und das Aussehen sind aber am Anfang noch nicht ganz optimal. Das Buch empfiehlt daher, die Socken zu dämpfen oder anzufeuchten und dann mit einem Sockenspanner in Form trocknen zu lassen.

Auf der Suche nach diesen besagten Dingern bin ich natürlich schnell im einschlägigen Handarbeits-Internet fündig geworden, der Preis hat mich allerdings ziemlich umgehauen. Für ein Paar dieser kleinen in Form gesägten Holzbrettchen, die jeder Drittklässler mit einer Laubsäge herstellen könnte, möchte eine bekannte Stricknadel-Firma (die ohnehin mit Buchverlag und Wollfirma gleichen Bekanntheitsgrads unter einer Decke steckt) 20,- (in Worten ZWANZIG) Euro haben! Und dann sind die nichtmal exakt eine oder zwei Größen sondern nur „klein“, „mittel“ oder „groß“. Auch die NoName-Sockenbrett-Produzenten wollen immernoch 10-15 Euro haben. Und man braucht ja doch zumindest welche in der eigenen Größe, der Größe vom Herzensmann, der von Mama-Papa-Bruder-Schwester-Oma-Hund und Nachbarin. Da kommt schnell mal ein hübsches Sümmchen zusammen. Zudem würde es bequem eins von den Dingern pro Größe tun, die Socken werden ja eh nacheinander fertig.

Der langen Rede kurzer Sinn: Ich bin nicht bereit, den Wert eines neuen Möbelstücks in zurechtgesägte Frühstücksbrettchen zu stecken, also hab ich mir überlegt, wie ich sowas selbst machen kann. Da ich allerdings keine Laubsäge habe, bin ich auf eine Pappvariante verfallen, die folgendermaßen gebastelt wird:

Man nehme ein großes dickes Stück Pappe, der Deckel einer Spiegelverpackung kam mir gerade recht, und zeichne zunächst die Länge des fraglichen Fußes an:

Nun lege man den Fuß quer aufs Pappstück und markiere die Höhe des Spanns und die Breite des Knöchels.

Aus diesen Punkten lässt sich auch ohne besonderes zeichnerisches Geschick eine Fußform konstruieren. Nun beherzt zum Teppichmesser gegriffen und ausgeschnippelt.

Voilà.

Da man die Socken ja feucht auf den Spanner zieht und auch nicht nach zwei Socken die Bastel-Action von vorn beginnen, habe ich den ganzen Pappfuß mit Gewebeklebeband umwickelt, das sollte den Dampf eine Zeit lang aushalten.

Socke passt drauf und wird tatsächlich schön Fuß-förmig.

Ätschi du Firma mit den überteuerten bunten Nadeln und du Blogger-Ausbeuter-Verlag! Fast für umsonst und maßgefertigt für MEINEN Fuß. (Ich glaube übrigens nicht, dass ich je zuvor so viele Fotos von meinem Füßen gemacht habe…)

3 Gedanken zu “Sockenspanner

  1. Carmen schreibt:

    Guten Morgen und ein dickes DANKE für deine Anleitung Sockenspanner !
    Das hast du super beschrieben und mir eine Menge Geld erspart…., so kann ich gut gelaunt in den Tag und das gesparte Geld lieber für Wolle ausgeben, grins !

    DANKE und lieben Gruß !!!

  2. Isabelle schreibt:

    Mein Freund hat mir welche aus diesen dünnen, biegsamen Brettern von Ikea („Drälla“, 2,50 Euro) gemacht. Die Sockenformen lassen sich mit Schere und Messer ausschneiden. Die überstehen auch Nässe 😉

Danke für deinen Kommentar! Ich freue mich sehr darüber!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s