Me made Mittwoch: Generationenkooperationspulli

Heute trage ich einen Refashion-Pulli mit dem ich ausgesprochen zufrieden bin. Hier ein erster Eindruck:

Gestrickt hat den Pulli meine Oma. Allerdings ursprünglich, glaube ich, für sich. Da meine Oma seit Jahrzehnten nicht mehr strickt, würde ich ihn auf die 70er datieren. Irgendwann hat er zusammen mit einigen Paketen Wolle und einer passenden Pudelmütze den weg zu mir gefunden. Ich habe ihn auch ab und zu getragen, aber so recht glücklich war ich damit nie. Denn ursprünglich hatte er eine stark quadratische Form:

Die Vorher-Fotos habe ich leider spät am Abend und mit dem Handy gemacht, deshalb sind sie farblich etwas  grünlich-dunkel… jedenfalls war der Pullover mir eindeutig zu weit, aber gleichzeitig zu kurz, um als gewollt oversize durchzugehen. Zudem hatte er einen höchst merkwürdigen halsfernen Mini-Rollkragen, durch den der Kopf schwer durchpasste und der das Tragen von Schals verhinderte. Und um dem ganzen die Krone aufzusetzen waren auch noch die Ärmelbündchen ziemlich eng. Trotzdem wollte ich ihn nicht wegwerfen, er hat irgendwie nostalgischen Wert und riecht selbst nach Jahren in meinem Schrank immernoch ein bisschen nach Omas Parfüm. Außerdem ist er mega warm. Also habe ich zur Schere gegriffen und ihm den Rollkragen sowie an beiden Seiten ca. 4 cm in der Breite genommen.

Praktischerweise habe ich vor kurzem bei Buttinette ein Restpaket Strickbündchen bestellt und es war tatsächlich eins in dicker Qualität und einem sehr schön passenden Lila dabei. Somit habe ich den Pulli nicht nur schmaler wieder zusammengenäht, sondern auch seinen Ausschnitt mit einem Bündchenstreifen gesäumt und den Pulli unten galant um eine Handbreit Strickbund verlängert (ohne den eh nicht mehr erkenntlichen Rippenbund abzuschneiden). Frohlockend habe ich danach festgestellt, dass der Rest des Bündchens noch genau für zwei lange Ärmelbündchen reicht, die find ich ja todesschick.

Das Endprodukt kann sich sehen lassen, finde ich. Die Ärmel und der Sitz in den Schultern sind jetzt natürlich im Verhältnis zum Rest sehr weit und ich hatte erst überlegt, hier auch noch was wegzunehmen. Aber eigentlich finde ich die bauschigen Ärmel jetzt zusammen mit den langen Bündchen sehr hübsch. Drunter trage ich meine Lieblingsjeans, die ich schon so oft geflickt habe, dass sie auch schon fast als Me-Made durchgehen kann 😉

Auch mit weitem Ausschnitt ist er immernoch so warm, dass ich heute nur eine Lederjacke drüberziehen musste. Das ist auch gut so, denn heute abend steht der erste Weihnachtsmarktbesuch an.

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Viele weitere selbstgemachte und schicke Kleidungsstücke versammeln sich heute wieder in Catherines Blog, ich freu mich schon aufs Stöbern dort!

Edit: Weil jetzt einige gefragt haben, wie ich es genau gemacht hab:

  • Man braucht keine Overlock. Ich habe eine Doppelnadel und relativ lange Stiche genommen. Falls das Gestrick schlecht transportiert wird, kann man einen schmalen Stoffstreifen unter die Naht legen.
  • Ich musste an der Seite nicht extra versäubern, quer zum Gestrick und etwas verfilzt, da ribbelt das nicht so schnell.
  • Am Kragen habe ich direkt nach dem Schneiden erst einmal gezickzackt, weil dort ja in „Ribbelrichtung“ geschnitten wird.

Sonst noch Fragen?