Bücher 2011/12

Ich lese gern und viel. Sehr gemischt was Anspruch und Genre anbelangt mit leichter Präferenz für Krimis und historische Romane. Bei der Durchsicht meiner Blogposts für den Jahresrückblick ist mir aufgefallen, dass sehr viele 7-Sachen-Posts ein aufgeschlagenes Buch enthalten. Frau 101Dinge fragte letzten Sonntag, was ich gerade lese. Und da hab ich mir gedacht, das interessiert ja vielleicht noch andere. Deshalb gibt’s ab heute hier eine Bücherrubrik (oben neben „Home“ und „Wer Was Warum?“).

Heute erstmal meine Favoriten aus dem letzten Jahr und meinen Ferien über den Jahreswechsel. Ich verlinke die Bilder zu libri.de, so dass man mehr lesen kann, wenn man mag.

1. Der Gesandte des Papstes und Die Bruderschaft des Schwertes von Christoph Lode

 

Ich habe „Der Gesandte des Papstes“ im September aus der Wühlkiste der Bahnhofsbuchhandlung gezogen. Auf diesem Weg kommen viele gute Bücher zu mir, die ich mir sonst vermutlich nie gekauft hätte.  Ich war von dem  Buch total begeistert. Es ist ein historischer Roman, der an der Jahrhundertwende des 13. und 14. Jahrhunderts spielt. Zwei Dinge, finde ich, unterscheiden ihn vom Gros der Mittelalter-Romane: 1. Der Großteil der Handlung spielt im Orient, insb. in Jerusalem, Konstantinopel sowie Persien. Über die dortige Geschichte wusste ich bisher sehr viel weniger, als über die der allgemein üblichen Schauplätze Deutschland, Frankreich, England. 2. Der Roman hat „Fantasy-Elemente“ oder sagen wir „Übernatürliches“, was die Geschichte deutlich spannender und vielseitiger macht. Nachdem ich von diesem Roman so begeistert war, habe ich mich gefreut zu sehen, dass es noch zwei weitere historische Romane des Autors gibt.

„Die Bruderschaft des Schwertes“ ist die Fortsetzung von „Der Gesandte des Papstes“. Allerdings ist es auch die Fortsetzung von „Das Vermächtnis der Seherin“, welches ich jetzt lese. Ich habe also, aus Neugier wie die Geschichte weitergeht, meine beiden zu Weihnachten bekommenen Bücher falschrum gelesen. Ist aber nicht so schlimm, weil die Handlung von „Das Vermächtnis der Seherin“ eigentlich sowieso VOR „Der Gesandte des Papstes“ spielt und nur in eine einzige Episode von „Die Bruderschaft des Schwertes“ hineinspielt. Dieser Roman hat mir sogar NOCH besser gefallen. Wiederum spielt er in für mich recht unbekannten Regionen (Konstantinopel, Ungarn, Polen und Litauen) und ist dabei enorm spannend, so dass ich ihn kaum weglegen konnte. Eine 100% Empfehlung.

2. Die „Detective Decker-Reihe“ von Faye Kellerman

Im Verlauf des Jahres habe ich insg. ca. 8 Bücher dieser Reihe gelesen. Zuletzt „Weder Tag noch Stunde“.

Es ist das achte Buch der Reihe, wobei ich den 3. Band nicht habe und auch schon einige zeitlich später angesiedelte gelesen hab. Auch zu dieser Reihe bin ich via Wühlkiste gekommen. Dort habe ich „Die Schwingen des Todes“, Band 16, rausgezogen und obwohl dieser keinesfalls der beste Band ist, habe ich es sehr gern gelesen und danach systematisch angefangen die Reihe durchzulesen. Auch hier hat mich gefesselt, dass die Bücher aus dem typische amerikanische Krimischema rausfallen, hier vor allem auf Grund der Hauptcharaktere Detective Decker und Rina Lazarus. Detective Decker arbeitet beim LA PD, ist geschieden, hat eine pubertierende Tochter und eine zänkische Ex-Frau, lebt auf einer Ranch und lernt im ersten Band im Zusammenhang mit einem Fall die streng orthodoxe Jüdin Rina Lazarus kennen. Im Verlaufe des Buches entwickelt sich zwischen beiden eine Beziehung, dies sich naturgemäß als eher schwierig herausstellt. In den folgenden Bänden entwickelt sich diese Beziehung und mit Detective Decker lernt der Leser sehr viel über das Judentum, insb. in den verschiedenen orthodoxen Ausprägungen. Darüberhinaus sind die Fälle an sich spannend, meist bis zur letzten Seite, und auch die sympathische Kollegin Marge Dunn wächst einem sehr ans Herz. Ich habe Band 1-8, 16 und 21-23 gelesen. Ich glaube, die Mittelbände so ab Band 6 bis 16 gefallen mir insgesamt am Besten. Komisch finde ich die deutschen Titel, die alle recht alttestamentarisch anmuten und, wie üblich, so gar nichts mit den englischen zu tun haben.

 

3. „Der dunkle Thron“ von Rebecca Gablé

Dazu muss ich vermutlich nicht viel sagen, denn Rebecca Gablé gehört inzwischen wirklich zur absoluten Topriege der historischen Romane in Deutschland. Trotzdem kann ich nicht anders als das Buch zu empfehlen.

Ich habe alle Waringham-Romane und auch „Hiobs Brüder“ mit größter Begeisterung und meist an einem Stück unter Schlafentzug gelesen. Sie sind einfach gut. Hervorragend recherchiert mit äußerst sympathischen Charakteren und einem interessanten Blickwinkel auf die jeweilige Epoche. Nicht dominiert von der obligatorischen Liebesgeschichte, die sonst meist das Gerüst von historischen Romanen darstellt (und an die allzu oft auch die Fakten angepasst werden). Insbesondere schätze ich an den Büchern von Rebecca Gablé, dass sie sich sehr viel Mühe gibt, am Ende aufzuklären welche Teile der Handlung belegt sind und welche erfunden. Ich finde es wichtig, dass Dichtung und belegte „Wirklichkeit“ soweit es möglich ist auseinandergedröselt werden können. „Der dunkle Thron“ erzählt die Lebensgeschichte von Heinrich dem Achten aus der Sicht von Mary Tudor, seiner ältesten Tochter, die als Königin Mary I., genannt „Bloody Mary“, berühmt-berüchtigt wurde.  Ich muss sagen, das Buch ist insgesamt unglaublich düster, dennoch aber natürlich spannend und interessant. Im Gegensatz zu den im Mittelalter angesiedelten sonstigen Waringham-Büchern gibt es in dem Roman so gut wie keinen Krieg, deshalb liest er sich irgendwie anders. Dennoch ist er spannend und die Epoche an sich mit ihren vielen Politikwechseln einfach interessant.  Ich war wie immer etwas wehmütig, als ich ihn ausgelesen hatte.

 

Bildquelle alle Bilder: libri.de

 

2 Gedanken zu “Bücher 2011/12

  1. 101dingein1001tagen schreibt:

    Oh toll, ich freu mich! Auch wenn Historisches offen gesagt nicht ganz mein Genre ist. Und jetzt geh ich erst mal deine Bücher-Seite anschauen.

  2. schnipseltippse schreibt:

    „Der dunkle Thron“ hat mich wieder mit R.Gablé versöhnt. Ich fand den letzten Waringham-Teil nämlich nicht so toll, zumindest auf den ersten paarhundert Seiten. Ehrlich, ich dachte, die Frau hat einen Groschenheft-Schreiberling angeheuert, um für sie weiter zu schreiben. Ich bin da auch nicht mit dem Hauptprotagonisten warm geworden… irgendwie war es nicht so ein tolles Kopfkino wie bei den anderen Teilen.
    „Hiobs Brüder“ fand ich leider auch nicht so prickelnd.
    Was mir sehr gefallen hat ist die Verspinnung der verschiedenen Familien aus anderen Romanen. In diesem Fall die Verbindung Waringham/Durham.
    Und was ich auch sehr schätze ist der Anhang, in dem sie immer erklärt, welche historischen Fakten sie etwas anpassen musste.
    Ich finde alle ihre Bücher lesenswert bis auf besagtes „Spiel der Könige“.
    LG
    Schnipseltippse

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