Sonntagssüß: Apfel-Marmorkuchen mit heißer Kardamom-Schokolade

Eigentlich mag ich ja keinen Marmorkuchen. Zu trocken, zu bröselig. Aber manchmal hat man einfach Lust auf was Bodenständiges. Sowas wie Marmorkuchen und heiße Schokolade. Aber natürlich kann man den Marmorkuchen saftiger, schokoladiger und vollkorniger machen.

Und so gehts:

Zutaten für eine kleine Kranzform:

  • 125g Butter
  • 125g Zucker oder Agavendicksaft
  • 2 Eier
  • 3 gestr. TL Backpulver
  • 200g Vollkornmehl
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 1 Prise Salz
  • 1 großer Apfel
  • 2 EL echter Kakao
  • 1 EL Rum
  • 50g dunkle Schokolade

Einen Rührteig anfertigen, indem zunächst Butter und Zucker schaumig geschlagen werden. Dann abwechselnd Ei und Mehl-Backpulver-Salz Mischung dazugeben. Den Grundteig teilen. Unter die eine Hälfte Vanillezucker und den Apfel, fein gerieben (ruhig mit Schale) unterziehen. Unter die andere Hälfte den Kakao, den Rum und die Schokolade fein gehackt ziehen.

Nun  den Teig Esslöffelweise abwechselnd in die gefettete Form schichten. Bei zwei Teigen von unterschiedlicher Konsistenz funktioniert die Marmorierung nicht ganz so von selbst, wie bei normalem Marmorkuchen.

Im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad 40 Minuten backen. Köstlich saftig und schokoladig!

Für die Kardamom-Schokolade:

Für eine Tasse heiße Milch zunächst 1 TL echten Kakao mit je 1 MS Zimt und 1 MS Kardamompulver mischen. Dann 2 TL Zucker oder Agavendicksaft und 1 EL Milch unterrühren. In die heiße Milch rühren und mit geschlagener Sahne garnieren. Schmeckt köstlich orientalisch!

Nordpolexpedition meets Dinner-Einladung: Auftritt Kapuzenschal

Gestern im Fernsehen ein vorherrschendes Thema: Es ist verdammt kalt. Auch in vielen Blogs: Kälte, Kälte, Kälte. Ich dachte ich zeig mal, was ich heut so trage. Ich sah bisschen aus wie ein Brauereipferd auf Urlaub, wie ich ich heute morgen zur Bushaltestelle wankte. Zudem auch noch schwer bepackt. Warum? Ich muss heute erst büromäßig gekleidet sein (und das heißt in der Uni eigentlich: Alles ab Schlafanzug ist akzeptabel, schon Lederschuhe machen einen verdächtig und eine Bluse kann einen leicht fälschlich als Juristin ausweisen). Danach bin ich aber auf einem schicken Dinner zur Verabschiedung eines Professors eingeladen. Hinzu kommt natürlich, dass es so kalt ist, dass man eigentlich nur in Skiklamotten das Haus verlassen will (was im Büro stilmäßig völlig ok, aber zu warm wär).

Ich trage daher heute das Weihnachtskleid in der „casual am Nordpol“-Variante. Mit Thermoleggins und Stiefeln und einem dicken langen Cardigan drüber. Schlank ist anders… aber egal.

Damit keine Mütze meine Frisur ruinieren kann hab ich meinen Kopf heute in einem alten Schätzchen verhüllt, den ich euch schon lang mal vorstellen wollte. Der Kapuzenschal. Hier also Frau Siebenhundertsachen im the Dark-Lord-Look, inkognito inbegriffen.

Das Grundprinzip des Schals ist denkbar einfach. Es ist ein monsterlanger, breiter Schal (glatt rechts mit Bündchen an den Enden), der halb gefaltet und auf einer Länge von 30cm an einer Kante zusammengenäht oder gestrickt wird.

Ich habe den Schal vor einigen Jahren in einem einsamen Praktikum in Kiel gestrickt. Ich habe dabei die Kapuzennaht direkt mitgestrickt indem ich ab dem gewünschten Knick immer am Ende der Reihe in die Randmasche des schon gestrickten Stücks eingestochen und mitgestrickt und die überzählige Masche in der Rückreihe wieder abgenommen habe. Ist einfach und erspart das nähen, schönes wird’s außerdem.

Die Idee haben meine Schulfreundin L. und ich uns von einem uralten Schal abgeschaut. Ich kann das Konzept nur empfehlen. Es tut gute Dienste wenn man Jacken ohne Kapuze oder eine Mützenphobie hat.

Heute abend werde ich dann Cardigan und Stiefel von mir schmeißen und stattdessen Pumps und den zum Kleid gehörenden Loop anziehen und bin für’s schicke Restaurant gerüstet. Und jetzt: Vortrag üben.

Nähfragezeichen: Figurtyp

Als Belohnung, weil ich meinen Vortrag schon brav in 53 Minuten kann (45 darf ich, aber den Rest schafft ich mit vergessen) und während Jörg Pilawa einem Rentnerpaar die Antworten vorgesagt hat brav gebügelt habe, darf ich jetzt vom nähen träumen.

Und gerade angesichts meines heutigen mittelgut sitzenden Kleides kommt da Meikes Frage der Woche gerade recht:

Figurtypen
Schon mal was von Apfel-, Birne- und Sanduhr-Typen gehört? Hast du dir schon mal Gedanken darüber gemacht, welche Körperform du hast und dich beraten lassen/nachgelesen, welche Kleidungsstücke, welche Schnitte für Dich besonders vorteilhaft sind? Woher hast du die Informationen (Buchempfehlungen, Links bitte) und welche Erfahrungen hast du damit gemacht? Wie wäre es, wenn wir daraus ganz persönliche Stil-Regeln entwickeln?!

Welcher Figurtyp bin ich? Nach googlen und nachschlagen würde ich konstatieren: birnige Sanduhr. Hihi. Wie ich darauf komme: Ich habe auf jeden Fall einen eher großen Busen, eine ausgeprägte Taille und ein breites Becken. Das spricht für Sanduhr. Allerdings ist mein Hüftumfang etwas größer als mein Brustumfang. Das deutet auf  Birnentendenz.

Ich habe meine Hüfte immer prägender empfunden, als meinen Busen. Und gemeinhin wird dann schnell gesagt: Nee, du solltest auf keinen Fall A-linie tragen, das lässt dich breiter aussehen, Röcke und Kleider eher tulpig wählen, usw… Also habe ich meinen Mary-Poppins-Kopfkleiderschrank weit in den Hinterkopf verbannt. Doch  So einfach scheint es nicht zu sein.

Verschiedene Internetseiten nennen recht unterschiedliche Empfehlungen (und die meisten befassen sich leider vor allem mit der Hosenwahl. Mehr Kleider braucht das Land!). Schmale figurbetonte Schnitte, aber auch weich und fließend? Hä? Ja was denn jetzt?

In der Tat stehen mir Kleider mit ausgeprägter Taille nämlich wohl.  Also doch ein bisschen Mary Poppins. Einig sind die Ratgeber was folgende Aspekte anbelangt: Taille betonen und Rundhals, zu Wickelkleidern wird geraten. Ausschnitt nicht spitz. Finde ich gut.

Schmale Schnitte, zu denen geraten wird, hingegen habe ich immer vermieden. Einerseits kam ich mir in schmalen Röcken um die Hüfte rumnoch breiter vor (aber es stimmt eigentlich gar nicht) und andererseits sind schmale Kleider meist auch hochgeschlossen und da besteht schnell die Gefahr, dass mein Busen platt gedrückt aussieht, wie heute wieder gezeigt. Aber dank vieler lieber und hilfreicher Kommentare heute (Danke, danke, danke liebe Me-Made-Mädels!), werde ich mich, auch bei hochgeschlossenen Oberteilen jetzt mal an eine Full Bust alteration (FBA) wagen – und natürlich hier darüber berichten.

Ergo: Taillenbetonte, weibliche Schnitte mit weitem Rundhals. Beim selber schneidern dabei unbedingt genug Platz für die Brust schaffen. V-Kragen, voluminöse Säcke und kurze Oberteile meiden. Übrigens ist mir aufgefallen, dass eigentlich bei keinem Figurtyp jemals zu ausgestellten Röcken geraten wird  – auch Typberatung ist wohl modebeeinflusst, was? Schließlich kann man mit Betonung der Wespensilhouette ja auch was hermachen!

Danke Meike, für diesen Denkanstoß! Weitere Antworten auf das Nähfragezeichen versammeln sich bei Mr.Linky:

Nachtrag: Ich möchte die wertvollen Hinweise meiner Kommentatorinnen nicht unterschlagen. Folgende Links geben Anhaltspunkte zur Wahl der geeigneten Kleidung insbesondere bei großem Busen:

busenfreundinnen.net

quiero.de

Danke Mädels!

Me made Mittwoch: Zwei Minus

Die gute Nachricht: Mein mollig-warmes neues Wollkleid ist gestern abend doch noch fertig geworden. Und weil es heute kalt ist und ich trotzdem eher offiziell aussehen muss, hab ich’s auch gleich an. Drunter eine meiner beiden Blusen, die die zu schwarz, aber nicht an mich dran passt.

Ich habe mich auf dem Stoffmarkt sofort in diesen farblich wie materialtechnisch tollen Karostoff verliebt. Er ist zu 80% aus Wolle und echt schön warm. Und enthält meine beiden Lieblingsfarben türkis und lila auf einmal. Ich hab mich deshalb schon lange gefreut, mir daraus ein Etuikleid zu nähen. Nun, leider ist das fertige Kleid vom Zufriedenheitsfaktor her eher schlechtes Mittelmaß, trotz 1 mit * für den Stoff.

Der Schnitt ist Simplicity 7275 in Variante B – also ein Etuikleid. Weil ich ja Variante C schon als Weihnachtskleid genäht hatte, vermutete ich wenig Schwierigkeiten. Tja. Falsch gedacht. Ich habe zunächst das Oberteil in Größe 14 (verlängert) und den Rock in 12 zugeschnitten. Das war zu weit. Also hab ich dann den Rock auf 10 verkleinert – saß perfekt. Ich musste einzig den Rock an den Oberschenkeln etwas schmaler machen. Ansonsten 1+.

Tja. Das Oberteil hingegen ist zickig. In 14 saß es um den Busen herum irgendwie kastig und war ansonsten monströs zu weit. Die Armausschnitte und der Halsausschnitt standen ab, am Reißverschluss konnte ich 4cm (!) wegstecken. Hm. Also wieder zur Schere gegriffen und hinten 10 vorne 12 draus gemacht. Außerdem am Halsausschnitt, wie schon beim Weihnachtskleid, zwei Abnäher eingefügt. Zusammengenäht, gefüttert, anprobiert und … enttäuscht geguckt. Zwar sitzt jetzt der Halssauschnitt und hinten… aber die Brust. Sieht aus und fühlt sich an, als steckte ich in einem Neoprenanzug. Dabei ist am unteren Rand der Brust sogar eindeutig immernoch genug bis zu viel Stoff. Trotzdem drückt es meinen Busen platt und genau überlegt, tat es das selbst in 14. Die Größe allein ist es nicht. Von der Seite sieht man den platten Busen (die Falten am Rücken sind nicht immer da, echt! Hinten ist alles gut).

Eine heiße Diskussion im Bad heute morgen mit meine liebsten Mann hat eine erste Fehlereingrenzung ergeben: Der Schnitt passt einfach nicht zu meinem Oberkörperbau. Er drückt von oben auf den Busen, selbst wenn der Umfang an sich stimmt. Hier zeige ich auf das Problem.

Und hier kann man sehen, dass unterhalb genug Platz ist (und auch das schöne Muster des Stoffes).

Also insgesamt nur zwei minus für mein Etuikleid. Ich müsste eigentlich ein ganz neues Oberteil konstruieren, ich glaube, so wie bei meinem Afrikaoberteil, mit Raffung nicht nur unter der Brust sondern auch im Ausschnitt. Leider habe ich nicht mehr genug zusammenhängenden Stoff, es war nur ein Coupon.  Für’s nächste Mal was gelernt. Und falls irgendwer von euch diesen Stoff auf einem Markt erblickt: Bitte kauft ihn für mich (und am besten auch für euch, er ist toll!).  Erstmal wärmt es mich und das muss wohl für’s erste genügen.  Ich hatte noch ein Etuikleid in Planung. Das lass ich jetzt erstmal und nehme mir im Rahmen des dieswöchigen Nähfragezeichens mal Zeit, über passende Schnitte für meinen Figurtyp nachzudenken.

Ob die anderen auch in warmer Wolle oder wie Catherine im luftigen Kleidchen daherkommen, seht ihr in der mittwöchigen Modenschau! Liebe Catherine: Viel Erfolg für die neuen Herausforderungen und trotzdem genug Zeit und Muße zum nähen, das wünsch ich dir!

P.S. Im real life wurde mir angetragen, das Kleid zum Plan C -Dispuationsoutfit zu ernennen – muss ich noch drüber nachdenken, weil ich fürchte es bietet mir nicht genug Bewegungs- und Atemfreiheit.