Diese Woche gekocht

Viele Dinge, die man nur mit einer Hand essen kann, gab’s diese Woche.

Samstag: Caesar’s Wraps

Man braucht: Weizentortillas, Tofu-Bratstreifen (gibts im Bioladen und inzwischen auch bei den meisten normalen Supermärkten), Knoblauch, Zwiebeln, grünen Salat, Saure Sahne, Mayonnaise, Zitronensaft, Parmesan. Zunächst die Bratstreifen kross anbraten und zur Seite stellen. Dann das Dressing machen. Saure Sahne mit 1 EL Mayo verrühren und 1 Zehe Knoblauch reinquetschen. Mit Zitronensaft, Salz, Pfeffer und 1 Prise Zucker abschmecken. Nun jeweils einen Tortilla mit Creme bestreichen, dann mit grünem Salat (gewaschen  und in Streifen) belegen, nun einige Bratstreifen drauf verteilen sowie ein paar Zwiebelringe, ordentlich Parmesanspäne drüberhobeln und zusammenrollen. Am besten noch etwas kalt stellen, dann lassen sie sich nachher besser händeln. Ich rechne 2 Wraps pro Person, dann reicht eine Packung Bratstreifen für 2.

Sonntag: Gemischter Salat mit Tofu-Bratwürstchen

Wir haben viele Jahre lang um Tofu-Würstchen einen Bogen gemacht. Es gibt auch wirklich viele, die nicht so besonders schmecken. Und samt und sonders schmecken sie nicht besonders wie Fleisch-Würstchen. Aber wir haben uns durch alle Varianten durchprobiert, die es in unserem Biosupermarkt gibt und für uns zwei Sorten Bratwürstchen und eine Sorte Brühwürstchen gefunden, die ganz lecker sind. Die Bratwürstchen sollte man einölen und am besten werden sie aus der Grillpfanne. Wir essen sie gern zu Salat und auch als Currywurst.

Montag: War ich auf einem Promotions-Umtrunk und der Mann löffelte einhändig aufgetaute Suppe.

Dienstag: Rote Linsen mit Gemüse in Curry-Sahne-Sauce.

Ich liebe Linsen. Ich könnte ständig Linsensuppe, Linsencurry und Linsensalat essen. Hier mal als Beilage: Beliebiges Gemüse in mundgerechte Stücke schneiden und mit 1 Zwiebel und 1 Chilischote (gewürfelt) in einer Pfanne anbraten. Mit Curry und Paprikapulver würzen und mit Wasser ablöschen, köcheln lassen. Nun die Linsen (pro Person 50-70 g) im Verhältnis 1:2 mit Salzwasser aufsetzen, das Wasser sofort mit Curry und Paprikapulver würzen. Aufkochen und 8 Minuten auf kleiner Flamme gar kochen lassen. Noch einen dicken Schuss Sahne unter das Gemüse ziehen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.  Wenn die Linsen fertig sind einen Stich Butter dran geben. Suchtverdächtig!

Mittwoch: Abends auswärts. Mittags Kichererbsen-Salat. Ich werfe da immer rein, was gerade da ist. Aber ein gutes Rezept ist zum Beispiel dieses.

Donnerstag: Chili-Tortilla-Röllchen aus dem Ofen

Es waren noch Wraps von den Caesar-Wraps am Samstag da. Gefüllt habe ich sie mit Chili sin Carne. Ich verwende als Fleischersatz meist Soja-Granulat oder gebröselten Tofu. Rauf auf den Wrap, etwas Käse dazu, zusammenrollen und die Rolle in vier Stücke schneiden und aufrecht in eine Auflaufform stellen. Bei sowas (Pfannkuchenröllchen, Mini-Wraps) fehlt mir immer völlig die Einschätzung dafür, wieviel Platz die in aufgeschnittenem und aufgestelltem Zustand verbrauchen, weswegen ich meist überflüssig Gefäße dreckig mache. Das ganze mit Käse bestreuen und bei 220 Grad 15 Min. überbacken. Die Zeit reicht aus, um noch eine leckere Selbstgemachte Salsa dazu zu kochen.

Freitag: Farfalle mit Ofentomaten.

Sehr spät zu Hause nach langer Arbeit und Einkaufen. Da muss was schnelles mit hohem Lecker-Faktor her. Ofentomaten sind da ideal. Gehen megaschnell und schmecken nach Urlaub und Sonne.

Ich freue mich sehr, dass meine kulinarischen Wochenrückblicke auf positive Resonanz gestoßen sind. Wer mitmachen möchte, kann gern einen Link hinterlassen. Ich schau gern bei anderen leckeren Speisen vorbei!

Lagebericht #2

Viel Schatten wenig Licht in der Planumsetzung diese Woche. Aber wir hatten ja auch Störungen im Betriebsablauf. Also fangen wir mal mit dem Licht an:
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Der Kübelgartenunterbau ist fertig und fasst auch alle bisher noch unbepflanzten Töpfe sowie die schon bepflanzten:

Wir haben zwei Bänke gebaut, aus sägerauem Holz, und dann miteinander verschraubt. Die untere Etage ist 40cm hoch und etwas über 1m breit. Die obere Etage ist 80cm hoch. Das ganze habe ich dann noch mit Gartenmöbellasur in „nussbaum“ wasserfest gemacht.

Das Speißfass unten drunter soll eine Kartoffeltonne werden. Die darf auf dem Boden bleiben.

Oben drauf finden sich meine zahlreichen Erdbeerpflanzen, die sogar zum Teil schon blühen. Anstatt so einen Erdbeertopf teuer zu erstehen, habe ich mehrere „Erdbeertürmchen“ gebaut. Das Wasser sickert von oben nach unten durch und es scheint ihnen bisher gut zu bekommen.

Auch schon draußen: Die Radieschen. Also dieser Punkt auch erledigt. Chacka. Zusätzlich noch der Rosmarin, der hält ja was aus.

Ich plane außerdem noch Tomaten, Zucchini und einige Kräuter. Salat soll in einen Blumenkasten auf die Fensterbank. Nur muss ich mir langsam mal einen Plan machen, wann ich was pflanzen muss.

So. Garten läuft.

Und der Rest? Also was hatten wir noch? Nähzimmer aufräumen und Stoffvorrat sortieren? Hab ich gemacht! erfolgreich und zu meiner vollsten Zufriedenheit. Ich war sogar so zufrieden, dass ich schnell bei Alfatex noch 5 neue Stoffe kaufen musste. Kam mir alles so steril vor, da oben…

Dann hatten wir noch ein Jerseykleid. Tja… hm… also zugeschnitten hab ich es. Aber dann war ich irgendwie unmotiviert, mich mit der holländischen Anleitung auseinanderzusetzen. Also hab ich einen Jerseyrock angefangen. Klassische Prokrastinationsstrategie. Mit bekanntem Nicht-Erfolg. Also Jerseykleid still due.

Fotos bestellen war erst gar nicht drin. Da kam dann irgendwie der partielle Ausfall von Herrn Siebenhundertsachen dazwischen. Muss auf die länger-aufgeschoben-Liste. Denn jetzt wo der Liebste nicht so richtig einsatzfähig ist, merkt man schon, was im Haus so alles liegen bleibt. Deshalb sind die Pläne für die nächste Woche eher bescheiden: Pflanzplan schreiben. Neue Erde besorgen. Das blöde Jerseykleid fertig nähen. Die verdammte Wohnung aufräumen (bäh), staubsaugen (bäh), putzen  und waschen. Hm. Und vielleicht wär ein wenig Osterdeko nicht völlig unangebracht, was?

Me made Mittwoch mit Umwegen

Theoretisch habe ich mir gestern Abend mal flott in nem Stündchen easy-peasy einen hübschen frühlungshaften Jerseyrock genäht. Diesen hier.

In einem hübschen bunten Streifenjersey, der mich letzte Woche bei alfatex um den Finger gewickelt und abgeschleppt hat.

Praktisch ist der Rock nach etwa 2,5 Stunden gestern viel zu spät zwar fertig geworden, sitzt aber nicht. Der Jersey ist schon während des nähens auf etwa seine doppelte Größe ausgeleiert, die unkonventionelle Nähreihenfolge in dem Tutorial (erst Passe an Rockteile, dann umnähen, zuletzt die Seitennaht schließen), die ich umnachteter Weise befolgt habe, führt dazu, dass man das Ding nicht mit Anstand enger machen kann, sondern nur verschlimmbessern. Und jetzt ist er schief und doof. Abgesehen davon, dass die Falten hinten eher unvorteilhaft sind, aber das ist wohl mein Hintern und nicht der Rock schuld – Figurtyp und so…

Naja, ein Blick aus dem Fenster hat aber heute morgen sowieso von allzu frühlingshafter Bekleidung abgeraten, mir scheint, es ist bald vorbei mit der Sonne, schon etwas bedeckt und ziemlich kalt heute morgen. Also den Jerseyrock zum nachsitzen in die Ecke gepfeffert (ich hab da schon so eine Idee, wie er mit Hilfe einer Schere und einer neuen Passe noch eine Zukunft haben könnte)

und stattdessen das hier angezogen:

Ich hatte sowieso schon lang gute Fotos vom Disputationsrock versprochen. Voila. Heute in „casual“ – steht ihm auch.

Was soll ich sagen, er ist toll. Der Schnitt steht noch mindestens einmal auf der Nähliste, Stoff ist auch schon da. Was halte ich mich eigentlich mit husch-husch Jerseyprojekten auf

Hier nochmal ein Detailfoto von Falte, Tasche (warum gibt es eigentlich Röcke ohne Taschen?) und dem tollen Stoff. Graue Gabardine, sehr edel, Reststück – wie für diesen Rock gemacht.

Catherine führt heute sehr frühlingshaft in Baumwolle die Parade der luftigen Kleidchen an.

Edit: Link zur ursprünglichen „Schnittbesprechung“ hinzugefügt.

7 Sachen

Immer wieder sonntags, bei Frau Liebe und bei mir: 7 Sachen für die ich meine Hände benutzt hab.

1. Kresse aus eigener Zucht geerntet. Das „Garten“jahr kann losgehen!

2. Das Samstag gebaute Kübelregal lasiert.

3. Sonnengetrocknete Wäsche eingeholt.

4. Die Tulpen neu angeschnitten und mit neuem Wasser versehen.

5. Ein Programmheft aufgeschlagen und dann andächtig still gehalten.

6. Zarte kleine Jung-Radieschen in die große weite Welt/den großen Topf umgepflanzt.

7. Oliven genascht.

Störungsmeldung

Also ich bin jetzt auf jeden Fall über alles informiert, was gerade so in dem diversen Königshäusern und bei den Beckers, Jolie-Pitts, Cruises und Silbereisens los ist. Ich habe nämlich zuerst eine halbe Stunde in der Notfallambulanz darauf gewartet, dass Herr Siebenhundertsachen fertig verarztet war und dann nochmal eine halbe Stunde beim Optiker auf meine neue Brille. Da kann man schonmal das Goldene Blatt, Frau im Spiegel und die Gala leer lesen. Glaubt eigentlich jemand den Mist der da drin steht und interessiert das tatsächlich wen? Alle Blogs waren leider schon nach der ungeplanten Bahnfahrt leer. Und so konnte ich mich auf der ebenfalls ungeplanten Rückfahrt ganz den soziologischen Studien widmen. So durfte ich dann in der Sbahn die reizende und laute Bekanntschaft von Angelo und Jeremy (samt Eltern) machen. Die mir beide irgendwie zu alt (locker 2) vorkamen, um sich nur mit unwilligen Kreischlauten zu verständigen. Aber ich bin ja keine Fachfrau. Ich würde auch sagen, dass sie andererseits noch zu jung waren, um sich ausschließlich von Joghurt Gums zu ernähren, denn damit fängt man doch gemeinhin erst an, wenn man schon ein Model ist, und selbst die konsumieren zwischendurch auch noch einen geschmacks- und inhaltsleeren Salat beim Fast-Food-Laden ihres Vertrauens. Mit sehr großer Sicherheit kann ich außerdem sagen, dass kein Kind jemals in das richtige Alter für einen VoKuHiLa kommt. Meine Meinung. Wie auch immer. Durch diese vielfältigen Aktivitäten konnte ich zumindest sicherstellen, dass der Liebste nun wohlbehalten mit Kühlpack, genug Nahrung und Flüssigkeit auf der heimischen Couch sitzt, es wurde mir auch versichert, sämtliche Extremitäten werden wieder gesund. Die Welt sieht auch irgendwie schärfer aus, als noch heute morgen. Wenn jetzt noch diese Delle im Boden, gegen die ich dauernd mit den Füßen renne weggeht, ist schon fast alles wieder in Butter. Auf Grund dieser Störungen im Betriebsablauf verspäteten sich die 7 Sachen allerdings etwas. Ich muss jetzt erstmal eine frisch gebackene Doktorin hochleben lassen.

P.S. Bzgl. Angelo und Jeremy sei am Rande noch auf den wirklich großartigen Tumble-Blog „Chantalism“ verwiesen – draufklicken und wegschmeißen!

Diese Woche gekocht #2

Es wurde nicht viel gekocht bei uns diese Woche. Herr und Frau Siebenhundertsachen nur auf Achse und dauernd auswärts gegessen. Aber die gekocht-Tage sollen euch natürlich nicht vorenthalten werden:

Samstag: Hirse-Gemüseauflauf

Hirse ist für den Mann im Hause ein Kindheitstrauma. Aber diese mag er auch. Für 4 Personen braucht man: 150g Hirse, 1Fenchel, 1 Zwiebel, 1 kleine Zucchini, 1 Karotte, 1 Paprika, 1 Knoblauchzehe, 1 Dose Pizzatomaten, 1 Stück Feta, 100g geriebener Käse.

Die Hirse mit der doppelten Menge Wasser aufsetzen, gut salzen, aufkochen lassen. Flamme runterstellen und 15 Min. quellen lassen. Dabei NICHT den Deckel heben und AUF KEINEN FALL rühren. Um stattdessen die überflüssige Energie zu verbrauchen, das Gemüse in feine Würfel schneiden. Die Knoblauchzehe fein hacken. Alles in Olivenöl anbraten. Wer mag mit Chili und auf jeden Fall mit reichlich Provence-Kräutern und Salz würzen. Die Kräuter machen hier die Musik. Nun die Tomaten dazu geben, 1 Tl Zucker dazu und auf kleiner Flamme köcheln lassen, bis das Gemüse fast gar ist. Dabei immer wieder Wasser zugeben, damit es eine sämige Sauce bleibt. Am Ende der Garzeit die Hirse unterrühren und das ganze in eine Auflaufform verfrachten. Den Feta drüberbröseln und den Käse drüberstreuen. Für 10 Min. bei 220 Grad überbacken.

Sonntag: Asia-Nudeln mit süß-scharfen Gemüse und Räuchertofu

Von Andreas japanischen Nudeln inspiriert und mit dem zubereitet, was halt gerade im Hause war.

Montag: Blumenkohl in Käse-Sauce mit Buchweizen

Sieht nicht so lecker aus. Blumenkohl ist irgendwie nicht so attraktiv und dass er sich farblich kaum von seiner Soße unterscheidet macht’s auch nicht besser. Aber es schmeckt super! Echt!

Den Buchweizen mit der doppelten Menge Brühe und einer gewürfelten Zwiebel aufsetzen. Aufkochen und auf kleiner Flamme quellen lassen. Dabei regelmäßig rühren. Den Blumenkohl in Röschen schneiden und in Brühe kochen. Für die Soße 1 Zwiebel und 1 Knoblauchzehe würfeln und in Butter andünsten. Mit einer halben Tasse Sahne und einer halben Tasse Weißwein (oder Brühe) ablöschen. Mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver würzen. 10 Min köcheln lassen. Jetzt müsste der Blumenkohl schon gar sein und etwas vom Kochwasser darf auch noch mit in die Soße. Dann zwei großzügige Handvoll geriebenem kräftigem Käse und 1 EL Speisestärke unterrühren. Großzügig mit gehackter Petersilie würzen und den Blumenkohl noch etwas drin ziehen lassen. Dann auf dem Buchweizen, der auch nochmal mit Petersilie gewürzt wird, anrichten.

Dienstag: abends auswärts, aber morgens Frischkornmüsli mit Sahne „gekocht“

Mittwoch: Spaghetti mit der weltbesten vegetarischen Bolognese und gaaaanz viel Käse drauf.

Donnerstag: auswärts im Unperfekthaus. Lecker, aber nicht selbst gekocht …

Freitag: auf einer Party gewesen – Und schwupps Woche vorbei.

Lagebericht

So, Zeit für den Ergebnisbericht von letzter Woche. Wir erinnern uns, im Soll hatte ich:
1 Kellerfaltenrock
1 Kübelgartenerlaubnis
1 Kräuterkasten
Blumen umtopfen.

Jetzt die Habenseite: zunächst war ich gleich am Freitag im Gartencenter und habe 5 verschiedene Sorten Erde, Samen, Pflanzen und noch ein paar weitere Sachen gekauft. Am Samstag wurde zuerst erfolgreich die Kübelgartenerlaubnis eingeholt (check!), dann die bedürftigen Pflanzen umgetopft (check!) Und der Kräuterkasten bepflanzt. (check!)
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On top of this einige Töpfe mit Erdbeerpflanzen bestückt und Tomaten und Radieschen in Anzuchtschälchen gepflanzt. Haha! Und es geht ihnen sichtlich gut:
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Der Kübelgarten steht derzeit noch provisorisch auf einem umgedrehten Fass. Er muss hoch stehen, weil der Garten auch von Hunden genutzt wird.
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Tja und dann der Kellerfaltenrock… Ich habe einen Rockbasisschnitt mit Hilfe eines ukrainischen Schneiderbuchs für den Schulunterricht konstruiert. Nicht dass ich ukrainischen könnte. Ich habe die Notizen meiner Nähfreundin Z. zu Hilfe genommen, die sich einen bezaubernden Faltenrock nach dem Schnitt genährt hat. Dann habe ich die Kellerfalte ergänzt und das ganze aus einer alten Jeans und einem Quiltstoff für den Einsatz zugeschnitten. Dabei musste ich ziemlich stückeln, denn die Teile waren breiter als die Jeansstücke. Hm. Irgendwo auf diesem Weg ist mir ein Fehler unterlaufen. Der Rock passte nicht. Eindeutig zu eng. Mist. Also in die Tonne damit und auf die Suche nach neuen Probestoffen gegangen. Das war schwierig, denn alle waren entweder zu klein oder hatten nicht genug Stand oder oder. Der einzige, der ging war ein alter Vorhang von meinen Eltern. Dunkelgrün – nicht so meine Farbe. Und der einzige, der dazu passte war ein wilder Blumenstoff vom Schweden. Puh, bunt! Aber ich hatte ja Bringschuld. Also nochmal zugeschnitten, genährt – zu weit. Wieder aufgetrennt, enger gemacht. Passt! Die bunte Stoff- und Farbkombi war zwar so nicht geplant und ich hatte auch Mühe ein Oberteil dazu zu finden. Er hat auch noch ein paar Kinderkrankheiten. Aber er ist sehr frühlingshaft und ich habe jetzt einen 100% nach meinen Vorstellungen gemachten Kellerfaltenrock-Schnitt. Endgegner bezwungen. Check!
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Jetzt sieht das Nähzimmer allerdings aus, als wäre jemand eingebrochen… Deshalb hier die Zielvorgaben für die kommende Woche:
Stoffvorrat aufräumen und sortieren. Aus zu kleinen Stücken sofort Herzkissen zuschneiden oder weg damit. Topf für die Radieschen besorgen. Einen Tisch und Hocker für den Kübelgarten bauen. Das schon abgepauste Jerseykleid nähen. Fotos für’s Wohnzimmer bestellen. Die Wette gilt.

Henna

Extra für Mrs. Columbo und für meine Mutter ein Post über das Ergebnis der Hennaschlacht am Sonntag. Und für alle anderen etwas Hintergrundwissen zum Thema ich+Henna, denn das ist vielleicht nützlich.

Erstmal ein Bild:
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Das Ergebnis entspricht -glücklicherweise- sowohl meinen Erwartungen als auch meiner zuletzt chemisch hergestellten Haarfarbe: mahagonirot. Denn das war das Ziel der Übung.

Ich habe in meiner hippie-angewandelten Jugend schonmal eine Zeit lang meine damals auch langen Haare mit Henna gefärbt. Gehörte irgendwie dazu. Nun war ich zu dieser Zeit auch noch nicht so sehr empfindlich, was missglückte Farbexperimente anbelangt. Denn man kann mit Henna halt eigentlich alles zwischen Orange und dunkelstbraun fabrizieren aber nur unter Mühe ein kaltes Dunkelrot. Mir war dann irgendwann die Farbauswahl zu natürlich und ich hab meine Haare kurz geschnitten. Es folgten viele Phasen von rot und Braunschattierungen, Strähnen und Dauerwellen. Inzwischen sind meine Haare wieder lang und von viel Färben etwas trocken. Außerdem ohnehin schon eher dünn. Und Locken brechen auch schnell. Weil ich nun nach vielen Jahren eh wieder zu mahagonirot zurückgekehrt war, habe ich beschlossen wieder mit Henna zu färben. Denn Henna pflegt die Haare und macht sie dicker.

Ich habe die Farbe von Sante mahagonirot verwendet, die dem Geruch nach zu sehr hohem Teil aus roter und schwarzer Henna besteht. Angerührt mit Rotwein und zwei Stunden einwirken lassen, ist nun mein Farbton rausgekommen. Und die Haare glänzen und fühlen sich toll an. Ein Erfolg auf der ganzen Linie.

Mode ist übrigens echt bescheuert. Also selbst bei Haaren. Als letztes Jahr alle Stars rot trugen, gab es mindestens 5 Sorten Shampoo für rotes Haar. Insbesondere von Guhl und Alverde welches mit Henna. Das ist super um das rot leuchtend zu halten. Aber leider tragen die Stars jetzt was anderes auf dem Kopf und prompt sind alle Hennashampoos aus dem Drogerieregal verschwunden. Penner, diese Trends, also echt.

Me made Mittwoch: Pullover

Was für ein herrlicher Sonnentag. Ich bin heute zum ersten Mal mit dem Fahrrad im Büro. Ich spüre zwar jetzt schon den Muskelkater, dafür kann mir aber der ÖPNV-Streik egal sein. Und nun zum Outfit:


Ich trage einen Pullover aus sehr dickem Romanit-Jersey, den ich vor einigen Wochen nach meinem eigenen Oberteilschnitt genährt hab. Das Petrol ist sehr hübsch. Dazu endlich ein Sommerloop, natürlich auch me made und soooo schön leicht – Wolle ade!

Hier nochmal Details.

Und die anderen selbst benähten? Seht selbst! Danke an die eiserne und wild entschlossene Catherine, die trotz Kommentarflut der letzten Tage den Me made Mittwoch organisiert.

Edit: Die anderen Ladies scheinen auch wild entschlossen – 72 Einträge vor 10. Puh, das wird ein langer Rundgang heut abend!

Neue Häuslichkeit vs. Komsumboykott: Die Frau im Blog

Wie der Zufall es will, habe ich heute meinen Laptop mit im Zug und sehe mich so technisch in der Lage meine Gedanken zu Catherines Post „Gender  matters“ zusammenzufassen. Die Diskussion dort in den Kommentaren, die Repliken von Meike und Melleni umfassen schon so viele Aspekte des Themas, dass ich erstmal etwas für mich sortieren musste und jetzt aber doch auch noch etwas schreiben möchte. Das wird ein langer Post werden, und etwas aus dem Rahmen fallend vielleicht.

Ich habe aus Cat’s Post für mich vor allem drei Fragen mitgenommen:

1 ) Empfinde ich das Frauenbild in der medialen Öffentlichkeit als perfektionistische Übersteigerung einer Frau die alles gleichzeitig und alles gut kann? 1a ) Finde ich in der medialen Darstellung einen Hang zu neuer Häuslichkeit und ist diese vor allem weiblich? 2) Tragen DIY-Blogs in meinem Ausschnitt der Netzwelt dazu bei a) ein perfektionistisches Frauenbild noch zu untermauern und b) stellen sie „neue Häuslichkeit“ dar? 3) Was blogge ich? Was nicht? Warum beschränke ich mich, falls ich das tue, auf häusliche Themen?

In der Tat habe ich in letzter Zeit vor allem bei Betrachtung der Zeitschriftenauslage im Bahnhofskiosk des Öfteren ein merkwürdiges Gefühl gehabt. Die Anzahl der Land…-Zeitschriften lässt mich zwangsläufig am Zustand unserer Gesellschaft zweifeln. Ohne Zweifel wird in deutschen Medien deutlich mehr gebacken, gekocht, gestrickt und gegärtnert als noch vor ein paar Jahren. Und ich würde dies schon als Ausdruck, zumindest des Wunsches nach Häuslichkeit interpretieren. Ich glaube nicht, dass sich dieser Wunsch nach Häuslichkeit auf Frauen beschränkt oder an Frauen richtet. Gerade beim Kochen wird auch da Bild des ökologisch-dynamisch kochenden kulinarisch versierten Mannes transportiert. Dieser Hang zur Häuslichkeit hat für mich etwas vom „Rückzug ins Private“ im Biedermeier, also eine Abkehr von der politisch-gesellschaftlichen Öffentlichkeit, sei es aus Politikverdrossenheit oder einem apokalyptischen Grundgefühl heraus. Ich denke aber, dass oftmals genau das passiert, was sich auch z.T. in den Kommentaren bei Cat wiederfindet: Frauen fühlen sich von dem (forcierten?) Trend zur Häuslichkeit mehr unter Druck gesetzt und Frauenzeitschriften stoßen vielfach noch ins gleiche Horn.  Die deutschen Frauen- und Dekozeitschriften folgen hier stark dem amerikanischen Trend und werden immer Martha-Stewart-esquer. Sie machen damit nun mit dem selbermachen, kochen, backen, stricken das gleiche, was sie vorher auch mit den Themen Kleidung, Ernährung, Sex und Kosmetik gemacht haben: sie stellen ein stark geschöntes Zerrbild dar („ohne Verzicht und Anstrengung 15kg abnehmen“, „mit kleinen Tricks 20 Jahre jünger und 10kg schlanker aussehen“). Und Frauen fühlen sich da offenbar schnell dazu gedrängt, sich zu verteidigen, weil sie dieses Bild nicht erfüllen. Es stimmt sicher, dass Männer sich nicht in gleichem Maße in Verteidigungsdrang sehen.

Wie sieht es nun in der DIY-Blogging-Szene aus? Hier fallen mir zwei Dinge auf:

1. Es gibt in der Tat sehr viele durchgestylte Deko- und DIY-Blogs, die mich persönlich stark an die amerikanische DIY-Blogszene erinnern, die voll von Vollzeit-DIY-Mutti-Blogs ist (zumindest meinem Empfinden nach). In den Kommentaren, und auch bei Meike in der Replik, tauchen viele Gründe auf, warum jemand monothematisch und durchgestylt bloggen für sich wählt. Und ich denke, es gibt da gute Gründe. Wenn ich mich recht erinnere, thematisiert Susanne Klingner das auch in „Hab ich selbst gemacht“ und zitiert Frau Liebe zu dieser Frage, die, frei paraphrasiert, hierzu sagt: Wenn meine Leser abends, nach der Arbeit, zur Entspannung mein Blog lesen, dann möchte ich ihnen schönes und gelungenes und nicht frustriertes und misslungenes zeigen. Ich teile diese Auffassung nicht, kann sie aber nachvollziehen. Meine eigene Reader-Welt umfasst in der Mehrheit Blogs, die auch die Ecken und Kanten, das unvollkommene und auch mal den Frust zeigen. Ich fühle mich dann eher verstanden und in guter virtueller Gesellschaft. Zum Beispiel habe ich mit Verständnis und gern den jüngsten Blogpost von Frau 101Dinge gelesen, der genau die Widrigkeiten der letzten Wochen thematisiert.

2. In der medialen (Zeitschrifts-)Öffentlichkeit spielt nähen insb. von Kleidung, nach wie vor keine besonders große Rolle. Mein Ausschnitt, der Bahnhofskiosk in Essen, enthält ca. 15 Land…-Publikationen, mindestens 50 Koch- und Backzeitschriften, immerhin ca. 10 Strick- und Häkelzeitschriften, ca. 20 Einrichtungs- und Dekozeitschriften außerdem Handmade Kultur und Mollie makes, aber nur an guten Tagen mehr als 3 Nähzeitschriften (Trachtenmode ausgenommen), von denen min. 1 nur für Kinder. (Irritierend und gesellschaftlich höchst bedenklich, wenn auch hier nicht so von Belang: Das Angebot an Hochzeitsmagazinen. Gruselig.) In meinem Ausschnitt der Blogwelt gibt es hingegen sehr viele Kleidungs-Nähblogs. Und auch wenn viele davon monothematisch sind, was nicht meiner persönlichen Schreibart entspricht, finden sich doch etliche darunter, die mir durch die Kleider sehr selbstbewusste, individuelle, emanzipierte und authentische Frauen vorstellen. Und hier stimme ich Meike zu: Das finde ich gut. Ich könnte an den letzten MMMs nicht einen Post nennen, der mir vermittelt: „Ich nähe mir Kleider um meinem Idealbild von der perfekten gleichzeitig häuslichen und berufstätigen Frau möglichst nah zu kommen.“ Aber viele, die Kleider nähen, um sich von einem rein wirtschaftlich getriebenen Einheitsfrauentyp abzusetzen.

Und damit komme ich nun zu meiner Auslegung des Ganzen. Was blogge ich, warum und was transportiere ich damit? Intentional habe ich mein Blog eröffnet, um Sachen zu zeigen, die ich selbst mache. Das umfasst nähen, stricken, basteln, dekorieren, kochen, backen und (demnächst) gärtnern. Die Themenauswahl entspricht damit einem großen Teil meiner Hobbies, aber längst nicht allen. Es sind aber die Hobbies, die ich z.T. wiederentdeckt habe. Ich mache Sachen selbst, weil es ein guter Ausgleich zu meinem sehr verkopften Beruf ist, weil es ein gutes Gefühl ist, etwas in der Hand zu haben und weil es immerschon meinem Naturell entsprach, mich kreativ zu betätigen. Zunehmend auch aus dem Bedürfnis heraus, „gute Dinge“ zu konsumieren. Also gutes Essen, nachhaltig produziert. Dinge, die nicht durch Ausbeutung von Menschen und Ressourcen entstanden sind. Ich blogge darüber, einerseits, weil ich so für mich selbst eine „Erfolgskontrolle“ habe, ob ich mir mit meinen Projekten zu viel vorgenommen habe, ob ich Sachen umsetze. Dann weil es schön ist, Erfolge vermelden zu können. Und schließlich eben auch, um Aufmerksamkeit für Themen wie Ökologie, Fleischverzicht, Nachhaltigkeit usw. zu wecken. Mein Blog wird abgerundet mit alltäglichen Nichtig- und Wichtigkeiten und Meinungsäußerung hier und da. Ich verfasse nicht jede Woche ein politisches Pamphlet, aber wenn mir etwas unter den Nägeln brennt, spreche ich es schon auch im Blog an. Ich beschränke mich in Sachen Meinung eigentlich nicht, ich bemühe mich eher, mich in Sachen „private Nichtigkeiten“ zu beschränken. Einerseits aus der Angst heraus, dass private Informationen über mich sich instrumentalisieren ließen. Andererseits weil ich die Frage, ob die Katze krank, der Treppenputzdienst nervig oder der Senf alle ist, auch einfach nicht interessant genug finde, um sie für die (relative) Öffentlichkeit und (relative) Ewigkeit, auszuwalzen.

In diesem Sinne: Ich bin für Ecken, Kanten, nicht-glatte Präsentation, Vielschichtigkeit und Kleider. Häuslichkeit gern, am besten mitsamt häuslichem Chaos! Nähblogs gern, aber mit Persönlichkeit!