Willkommen im Wahlkampf

Prinzipiell ist ja gegen Wahlen nichts einzuwenden. Man hat für einen kurzen Moment tatsächlich den Eindruck, man habe als Bürger und damit als Souverän der Demokratie das Heft des Handelns in der Hand. Ich mag ja das Gefühl mich einmal alle 4-5 Jahre einen Wimpernschlag lang als Bestimmer zu fühlen. Kann ich ja nix dafür, wenn die von mir Bestimmten nicht hören wollen oder die anderen Bestimmer nicht mit mir mitspielen. Und schneller als vermutet ist es schon im Mai wieder so weit.

Nun kommt die Wahl in NRW augenscheinlich selbst für diejenigen Parteien, die durch ihr Abstimmungsverhalten nun doch entscheidend dazu beigetragen haben offenbar etwas überraschend. Augenscheinlich erst nach ihrem, wie der Generalsekretär der liberalen Splitterpartei heute morgen im Radio sagte, „mit Rückgrat“ vollzogenen „nein“ zum Haushalt ist den beiden Kleinen aufgefallen, dass sie in einem neuen Landtag evtl. vielleicht gar nichts mehr zu melden hätten, weil sie maximal als Gäste dabei sein dürften. Da ist wohl der Gebetsmühlen-artig wiederholte Ruf nach „Neuwahlen“ mit dem ein oder anderen Liberalen durchgegangen. Oder die Dummheit. Man weiß es nicht. Sei’s drum, jetzt stecken sie drin im Schlamassel und da mobilisiert die FDP alles, was sie aufzubieten hat. Und das ist offenbar nicht viel. Denn wer wird uns da als Wiederbelebungs-Spezialist verkauft und ist hopplahopp für eine kurze Episode zurück im politischen Geschäft??? Bambi! Wer hätte das gedacht. In Berlin eiskalt fallen gelassen und das kurz vor Weihnachten, darf er nun in Düsseldorf den Phönix aus der Asche geben. Na herzlichen Glückwunsch. Vom Abstellgleis befördert zum Zugführer ins Nirgendwo, würde ich sagen.

Aber zum Glück musste er nicht allein aus Berlin weit weg in den Westen. Im Schlepptau hatte er auch noch unseren Ober-Nuklearmüll-Verwalter und Energiewendeboykottierer Herrn Röttgen. Da ist ja schon die halbe Boygroup versammelt. Wobei während Herr Lindner wenig andere Angebote hatte, ziert sich der Herr Umweltminister noch etwas. Zwar ist es ihm sehr wichtig, das die CDU sich sehr auf die Wahl freue (keine Ahnung warum, wahrscheinlich wegen den Schnittchen auf der Wahlparty), aber ob er auch als Oppositionsführer in Düsseldorf bleibt oder dann doch lieber in die Asse zurückkehrt, das überdenkt er noch. Soso. Schönwetter-Nordrheinwestfale, der. Das ist ja genauso, wie nur beim Aufstieg Köln-Fan zu sein, und sich aus der zweiten Liga aber sofort wieder Richtung FC-Bayern zu verkrümeln. Da sollte er sich aber in Sachen Rückgrat mal besser nochmal bei den Fachleuten von den Liberalen schlau machen, da ist noch Luft nach oben. Ich mache mir derweil mal ein wenig Hoffnung, dass ich tatsächlich, womöglich im Mai mal irgendwie zur Mehrheit der Bestimmer gehören könnte. Sieht ja nach derzeitigem Dafürhalten gut aus. Ist doch auch mal schön.

Danke für deinen Kommentar! Ich freue mich sehr darüber!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s