Lagebericht Zuckerlos

Es wird langsam mal wieder Zeit für einen Lagebericht. Ich sehe endlich wieder Land im Büro, entweder wir haben uns an das Arbeitspensum gewöhnt, oder es ist weniger geworden, auf jeden Fall schaffe ich es endlich wieder pünktlich nach Hause.

Dafür sind wir allerdings nun so gut wie jedes Wochenende sehr beschäftigt, aber das ist ja z.T. selbst gewählt und meist auch nicht sooooo stressig. Also will ich mich mal nicht beklagen.

Jedenfalls nun zur Lage im Hause Siebenhundertsachen: Der Garten wächst und gedeiht, insbesondere die Kartoffelpflanzen scheinen den festen Willen entwickelt zu haben, Kartoffelbäume zu werden. Auch Zucchini und Kürbis blühen und ranken gar herrlich. Außer gießen ist hier wenig zu tun. Das ist gut, denn drinnen will ja ab und an auch was getan werden.

Zum Beispiel Sachen ohne Zucker gekocht. Das Projekt „zuckerfrei“ läuft mühevoll an. Es fehlt noch bisschen was zur Turnierform, möchte ich mit dem Bundestrainer konstatieren. Das Problem sind weniger die Mahlzeiten an sich. Es ist mehr das zwischendurch. Im Wissen, dass man so gut wie nichts, was in Cafeteria, Bäckerei und anderen Snackshops angeboten wird essen darf, entwickelt man gern mal am Nachmittag einen geradezu unbändigen Hunger auf einen Snack zwischendurch. Ich bin allerdings noch nicht wieder daran gewöhnt, gerüstet mit ausreichend Gemüse, Obst und Nüssen in den täglichen Kampf zu ziehen. Glücklicherweise bin ich morgen im home office. Da kann ich nach Lust und Laune Vollkorn-Brot mit Käse snacken. Und Erdbeeren.

Neu im Hause siebenhundertsachen ist die hausinterne Regel, dass schon am Donnerstag abend der wöchentliche Räum- und Putz-Rundumschlag fällig ist. Das hat den angenehmen Effekt, dass das Wochenende an Erholungswert gewinnt und man auch nicht aus reinern Aufräum-Prokrastination den halben Samstag rumgammelt, weil man sich nicht aufraffen kann. Bisher klappt’s gut. Mal schaun. Den kommenden Samstag nutzen wir vielleicht zu einem Trip in einen großen großen Outdoorladen. Zwecks Erwerb eines Zeltes. Denn wir gedenken im Sommer einen netten Urlaub im Land meiner Sehnsüchte (la belle France) zu verbringen und dies in guter siebenhundertsachen-Tradition wie schon seit immer auf einem Campingplatz. Aber, weil ja die Ansprüche mit der Seniorität und Zahlungsfähigkeit wachsen, nicht mehr in dem Igluzelt mit dem wir vor rund 200 Jahren unseren ersten gemeinsamen Urlaub machten.

Achja apropos Zweisamkeit, Romantik und so: Hochzeit. Wir halten es ja mit dem Brimbrambrorium bewusst etwas zurückhaltend, so dass glücklicherweise keine 200 Festredner zu kontaktiren, Alleinunterhalter zu treffen und Gastgeschenke zu basteln sind. Allerdings ist die Deko zwar in meinem Kopf schon fertig, aber die Beschaffung der Komponenten dauert an. Offenbar wollen derzeit viele Leute Schwimmschalen kaufen. Aber ich jage und sammle fleißig. Die größte Sorge bereitet mir der Anzugkauf für den Anzutrauenden und bereits Angetrauten (ein Glück ist es der selbe, weder zwei Anzugkäufe noch zwei Männer wären gut für meine Nerven).

Morgen steht uns ein Abend in lustiger Gesellschaft ins Haus. Vorher will Pizza bereitet und Einkauf erledigt werden. Spontan habe ich auch ein dringendes Verlangen entwickelt zu alfatex zu fahren (was nicht unbedingt auf dem Weg liegt), denn mein Blümchenrock ist durchsichtig, oh Schreck. Ein hauchfeines Baumwollfutter muss her. Und Spitze. Ich besitze sowas von überhaupt keine Spitze. Und da soll ich auch noch arbeiten morgen. Wo es doch derlei kriegswichtige Besorgungen zu machen gilt.

aber ich schweife ab. Was ist denn nun zu tun, bis nächste Woche Donnerstag Sonnenuntergang? Fenster putzen, Zelte begucken, Schwimmschalen ranschaffen, den Blümchenrock nähen und ein Probeessen ansetzen. Außerdem wär Ordnung im Nähzimmer von sehr großem Vorteil insb. im Hinblick auf den innerhaushaltlichen Frieden. denn der Mann sagt ja zum Nähzimmer Gäste- und Musikzimmer.

Klingt machbar, oder?

Und ihr so? Große Pläne für’s Wochenende oder entspannen und vorm Wetter im Bett verkriechen?

Me made Mittwoch: Oberteile braucht der Schrank

Zum heutigen Me Made Mittwoch trage ich zur Abwechslung mal weder Kleid noch Rock noch Blume. Ich trage ein Oberteil. Seit einiger Zeit schon plane ich eine „Oberteil-Serie“ und bin daher auf der Suche nach einem guten Schnitt. Ich brauche dringend sowohl Basis-Shirts als auch etwas ausgefallenere Shirts für jeden Tag. Das heutige ist ein Prototyp, der aber ganz gut gelungen ist. Leider gibt’s aber heute nur schrottige Fotos. Schwarzes Kleidungsstück + merkwürdiges Licht + doofe Handykamera = Fotoapokalypse.

Es handelt sich um Modell 27 aus der Simplicity Meine Nähmode 1/2012. Ein Shirt in Wickeloptik. Ich habe ihm allerdings, der Alltagstauglichkeit halber, ein enges Bündchen und enge Armbündchen verpasst. Es ist ganz gut geworden und ich trage es gern und öfter. Eigentlich war es nur als Probeteil gedacht und der Stoff reichte auch nicht. Es hat deshalb ein etwas komisch gestückeltes Bündchen und auch einen gestückelten Einsatz und versäubert sind die Bündchen auch nicht. Aber ich hatte es schon sehr oft an und werde ihm wohl einige weitere folgen lassen.

Jetzt schnell bei Cat einreihen und heute abend mal schauen, was andere heute so tragen. Oh, ich bin schon fast Nr. 100. Das kann man ja kaum noch überblicken… Danke übrigens allen, die mir gut zugesprochen haben bzgl. Zuckerdiät – ich werde berichten!

Bittere Zeiten

Weil soziale Kontrolle für eher extrinsisch motivierte Menschen wie mich (in diesem Zusammenhang) ganz super ist und weil ich mir sehr viel Mitleid erhoffe, hier meine Aussicht für die nächsten vielen Wochen:

Wie ich hier bereits mehrfach erwähnte, kommt mein Körper mit Zucker eher nicht so gut klar. Ich habe allerdings ein recht großes Beharrungsvermögen meinen eigenen Signalen gegenüber und habe es mit den süßen und weißen Sachen in den letzten Monat daher weitgehend nicht sehr genau genommen. Irgendwann ist dann aber genug und auch ich sehe ein: Verzicht tut Not. Und zwar streng, einige viele Wochen lang. Damit alles sich wieder auf ein Normalmaß einpendeln kann. Konkret erfolgte diese Einsicht am Samstag morgen und setzt sich mit dem heutigen Tag in Taten um. Ich peile mal 6 Wochen an. Zucker- und Weißmehl-Diät. Das heißt, verboten ist aller Zucker, alles weißmehlige inkl. Reis und auch die exzessive Nutzung von Zuckerersatzstoffen (weil sonst hält man nicht durch, weiß ich). Erlaubt ist Vollkorn und geringe Mengen Dicksäfte und Honig. Das ist kein Spaß, ich weiß das… und habe deshalb auch mindest 4 Zuckerverzichtphasen im letzten Jahr abgebrochen. Nun, jetzt seid ihr ja alle bei mir. Und ab jetzt also der kulinarische Wochenrückblick nicht nur fleisch- sondern auch noch Zucker- und Weißmehl-los. Ich werde, kann ich schon ankündigen, ca. eine Woche in grässlicher Laune sein, danach geht’s.

Ich habe vor in dieser Zeit ein bisschen was über Stevia zu lernen, um wenigstens ab und zu mal was backen zu können. Außerdem werdet ihr bestimmt das ein- oder andere Aufstrichrezept abgreifen können, denn immer nur Käse Tag ein Tag aus ist auf die Dauer auch langweilig. Und all die Beerchen, den Rhabarber und so weiter, koch ich einfach als Sirup und Marmelade ein, für bessere Zeiten.

Zusammenhanglos

Wo mein Buserlebnis auf so viel Resonanz gestoßen ist, hier ein weiterer Schnipsel, der mich gerade amüsierte: Unter den Suchmaschinen-Ergebnissen meines Blogs wurde heute angezeigt: „Mein Mann in meiner Wäsche“ und das mit gleich 2 Treffern… muss ich mir Sorgen machen?

In Sachen Bus bleib ich dran, liebe Wiebke, ich fahre nämlich jeden Tag Bus, ich hör nur nicht immer zu…

Blümchen-Monat Mai 3

Mein Hawaikleid ist fertig. Wie man schon bei meinem Live-Blogging am Freitag mitbekommen konnte, sind wir nicht so ganz dicke Freunde Nr. 108B und ich.

Vorweg: ich mag die Blumen sehr und finde auch dass Schnitt und Kleid gut zusammen passen. Ich habe also keinen Fehlgriff beim Stoff getan. Ich bin aber recht überzeugt, dass der Schnitt und ich nicht recht zusammen passen.
Anhand der Maßtabelle konnte ich sehen, dass ich eigentlich ein FBA (full bust adjustment) hätte machen müssen. Allerdings wusste ich bei den merkwürdigen Vorderteilen echt nicht wie. Ich habe also die für die Brust passende Größe zugeschnitten, die 2 Größen über der Taillen-konformen Größe lag. Die Brust passte rein und der Knoten war echt easy. Aber ich musste sehr viel in der Taille und am Rücken (der eigentlich keine Teilungsnaht hat) wegnehmen. Das Kleid passte dann, durch die Mehrweite oberhalb der Brust sprang aber der Ausschnitt dann ziemlich auf.
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Ohne Shirt drunter unmöglich. Auch mit Shirt sah es nicht schön aus, deshalb habe ich die Träger gerafft und so die Mehrweite verschwinden lassen.
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Jetzt ist es ok. Begeistert bin ich aber nicht. Es sieht außerdem etwas schwanger aus. Aber das bin ich bereit zu tolerieren, da der Rock dafür schön luftig ist.

Bin ich eigentlich die einzige, die Burda-Anleitungen unverständlich und oft auch unlogisch findet? Leider kann ich die Nähvorgänge selten theoretisch vorher durchdenken, sonst hätte ich ein paar Sachen anders gemacht.

Ich glaube nicht, dass ich den Schnitt nochmal Nähe. Falls doch würde ich folgendes ändern:

– Zwei Größen kleiner zuschneiden und es doch mal mit FBA versuchen.
– Den Reißverschluss nach hinten verlegen. Der Zipper kratzt mich unterm Arm, ich finde seitlichen Reißverschluss+ärmellos eine doofe Idee.
– Das Oberteil nicht füttern, sondern die Belege im Vorderteil entsprechend vergrößern, hinten reicht der Beleg völlig aus. Das ist auch so ne Burda-Spezialität dünne leichte Sommerkleidchen werden gern mal mit Futter+Einlage+Beleg versehen. In diesem Fall bedeutet das, dass man in Kombination mit dem unvermeitlichen Shirt drunter obenrum 4 Lagen Stoff trägt. War mir am Wochenende zu warm. Gleichzeitig wird der Beleg mit einer Naht befestigt, die man von außen teilweise sieht.

Auch wenn das Kleid nicht perfekt ist, hat es mich zumindest motiviert, meine anderen Blümchenprojekte noch zu nähen und die Blumen finde ich übrigens super.

So, jetzt Geh ich mir mal angucken, was sonst noch so blumiges zusammen kommt und reihe mich verspätet bei Meike ein.

7 Sachen

Nach einer Idee von Frau Liebe: 7 Sachen für die ich am Sonntag meine Hände gebraucht habe.

1. Den Trockner und die Waschmaschine angeworfen

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2. Erdbeeren gewaschen und zu einem leckeren Shake verarbeitet.

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3. Weiter Steuerkram eingegeben.

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4. An meinem Jäckchen weitergestrickt.
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5. Die Arme ganz weit ausgebreitet um die Balance zu halten.
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6. Rhabarbar geerntet.
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7. Gemüse fürs Grillen geschnippelt.
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Neulich im Bus

Lauter Kiddies (also jugendliche Menschen zwischen 12 und 18) auf dem Rückweg vom Freibad oder wo sonst man auf Decken sitzen und tagsüber Mixgetränke konsumieren kann. Ich durfte Zeugin folgender Konversation werden, die mich etwas ungläubig und verstört zurückließ:
„Sag mal ein paar schlauer Wörter, die ich im Bewerbungsgespräch sagen könnte.“
„Was denn für Wörter?“
„Also ich kann schon ratio…nalistisch… Und artikulieren“
„hm. Kollegial?“
„Häh? Was soll dad’n sein?“

Sonntagsschnipsel

Einen wunderschönen Sonntag liebe Leserinnenschaft. Ich sitze im Zug auf dem Weg zum Sonntagskaffee bei meinen Eltern und bin sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf des langen und teil-strohverwitweten Wochenendes.

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Am Freitag ein ganzes Kleid genäht, dass mich, so unperfekt es ist, sehr motiviert hat, meine anderen Blümchenprojekte anzugehen. Gestern einen sehr sonnigen schönen Shopping- und Plauschtag mit Freundin N. verbracht. Dabei fast nebenher die wichtigsten Komponenten der hochzeitlichen Tischdeko ausgemacht. Ach, das Kleid war übrigens noch nicht da, aber die Stoffprobe sah vielversprechend aus. Danach beim Punktvergaberitual des ESC besagte Blümchenprojekte zugeschnitten. Heute morgen erfreut festgestellt, dass die Tomaten und die Zucchini blühen und die ersten Erdbeeren reif werden. Und nun unterwegs zu einem entspannten Besuch im elterlichen Traumgarten.

Ich habe die Zugfahrten bisher genutzt um a) die Deutsche Ausgabe des Sweet Paul zu verschlingen. I Love It! b) erfolgreich weiter an der Steuererklärung zu arbeiten, die sich nun wirklich auf der Zielgeraden befindet und c) alle Blogs leer zu lesen.

Und jetzt nutze ich die verbleibenden 20 Minuten um euch vom Kübelgarten-Fortschritt zu berichten.

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Die Fotos sind ca. eine Woche alt. Inzwischen sind beide Etagen des Kübelregals belegt. Nach den Eisheiligen sind die Tomaten und mein Olivenbäumchen auch noch nach draußen umgezogen. Ich bin wirklich begeistert, wie gut alles wächst und gedeiht. Ich habe nun ca. 10 Erdbeerpflanzen ( 2 verschiedene Sorten), die früh tragenden haben schon Früchte, die langsam rot werden, die spät tragenden blühen gerade.

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Außerdem habe ich2 Zucchini und eine Kürbispflanze. Es waren eigentlich zwei Kürbisse, aber der eine hat sich vom Hagel während der Eisheiligen nicht erholt. Sie waren aber schon zu groß, um noch länger drinnen zu stehen. Nächstes Jahr würde ich Kürbis und Zucchini erst etwas später als Anfang April vorziehen.

Dann habe ich 5 Tomatenpflanzen. Eine meiner vorgezogegen habe ich Freundin Z. geschenkt. Die anderen sind seit dem Ende der Eisheiligen draußen und zeigen seit kurzem Blüten. Sie sind auch ziemlich gewachsen, seit sie draußen stehen.

Die ersten Radieschen hätte ich schon ernten können, leider habe ich damit etwas zu lang gewartet, so dass sie scon etwas zäh waren. Aber ich hab schon nachgesät.

Der Mangold wächst erstaunlich langsam aber stetig, hier muss ich demnächst nochmal vereinzeln.

Die Kartoffeltonne ist nun fast bis zum Rand voll Erde und die Kartoffelpflanzen dürfen also nun auch wachsen und das tun sie mit beeindruckender Geschwindigkeit. Ich kam kaum nach mit dem Nachfüllen der Erde. Ich bin sehr gespannt auf den Ertrag.

Auf der Fensterbank in der Küche gedeihen zudem vielerlei Kräuter und Ruccola, den ich bald ernten kann. Das einzige, was bisher nicht angegangen ist, ist der anere Pflücksalat. Den hab ich jetzt mal nachgesät. Mal schauen.

INsgesamt also ein rundum zufriedenes Fazit zum KÜbelgarten. Und nun einen schönen sonnigen Sonntag!

Live-blogging: Freier Abend mit gemischten Plänen

16.38
Ich sitze im Zug, es ist eine sehr angenehme Feierabendzeit und es ist hervorragendes Wetter. Meine Laune ist glänzend. Ich bin von Kopf bis Fuß in türkis gekleidet und stricke an einem türkisen Jäckchen, allein das ist schon ein gute-Laune-Garant.
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Ich habe mir überlegt, ich starte mit euch, liebe Leserschaft, und einem kleinen Live-Blogging ins Wochenende. Herr Siebenhundertsachen fährt nämlich weg, ins ferne Berlin, und ich habe hochtrabende Pläne. Für heute abend wird das etwa wie folgt aussehen:

Zuerst gehe ich mein Brautkleid anprobieren. Haha, jetzt ist es raus, was einige sich schon angesichts der Einladungen dachten… Ja, wir wollen nun doch nochmal ein (etwas) größeres Brimbramborium veranstalten. Das haben wir uns kurzfristig und hemdsärmelig überlegt. So wird es wohl nun eine, ohnehin besser zu uns passende, ungezwungene Veranstaltung mit wenig durchgestyltem Programm aber hoffentlich viel Spaß. Zum Glück ist inzwischen einiges organisiert und das Brautkleid bestellt und geliefert. Mal schauen wie es ist. Ich werde berichten.

Danach bring ich den Liebsten zum Bahnhof und fahre einkaufen.

Nach einem kleinen Snack werde ich noch einige wenige und letzte Handgriffe an der Steuererklärung vornehmen müssen.

Zur Belohnung, weil ich das bestimmt ganz brav erledigen werde, darf ich danach was nähen. Was sommerliches.

Ob ich das alles schaffe? Ihr könnt es live hier verfolgen.

17.13

Ja, schon hat sich der erste Teil erledigt. Denn ich machte den unverzeihlichen Fehler, eine Postfiliale zu betreten um „noch schnell“ das Geburtstagsgeschenk für eine liebe Freundin abzuschicken. Und wart 45 min. nicht mehr gesehen… Nun muss ich doch direkt nach Hause und das Kleid bis morgen warten. Grmpf.

20.20
So, hier bin ich wieder. Der Mann sitzt im Zug, der Einkauf ist erledigt, das Gemüse ist gegossen, auf dem Herd brutzelt ein leckeres Gemüsesößchen und ich sitze mit einem Weißwein in der Abendsonne und trage Dienstreisen in Steuerformulare ein. Bisher on track.
image21:36

Nach dem erfolgreichen Vertilgen einer großen Portion Nudeln möchte mein Kopf das mit der Steuer einfach nicht mehr mitmchen. Ich bin also recht erfreut, festzustellen, dass ich schon wieder irgendein Formular verdusselt habe und deshalb gar nicht weitermachen KANN. Immerhin sind die Dienstreisen fertig und ich habe ernsthafte Anstrengungen bei den Versicherungen unternommen. Aber für den Freitag war das genug Bürokratie. Jetzt versuche ich mal ob mein Hirn lieber mit der Burda kommunizieren möchte. Die mag ich ja meist nicht so.

Also ab an die Nähmaschine. Ich nähe heute dieses Kleid. Modell 108B aus der Burda 2012-März. Ein sommerliches Knotenkleid in knallelila mit Blumen. Ich habe noch keine Einschätzung wie schwierig es ist.

22.10

Puh, na das geht ja schon holprig los. Ich blicke schon nicht was jetzt hier Futter, Einlage, Beleg und Besatz ist. Und gewinne den Eindruck, diese Ausdrücke werden in der Anleitung synonym und zufällig verwendet. Außerdem hab ich Angst das quietschelila Garn reicht nicht.Bisher habe ich alle Teile erfolgreich mehrfach von vorn nach hinten gedreht und mich gefragt, wo Hals und wo Arm ist. Und erfolgreich das Vorderteil gefüttert. Frau Kirsche, falls du dich noch aufraffst, such dir auf keinen Fall so einen Dummfug aus, wie ich hier.

22:30

Also noch eine Sache, die ich bei der Burda noch nie verstanden hab ist ja, die Logik hinter den Angaben zur Versäuberung. Hier zum Beispiel wir dmir angegeben, dass ich die Nahtzugaben der mittleren vorderen Rocknaht unbedingt sofort bügeln und versäubern muss. Die Kanten an der Stelle wo der Knoten hinkommt hingegen, werden gar nicht versäubert. Versteht einer die Logik? Ich nicht. Ich knote das jetzt nochmal auseinander und mache das ordentlich. Bah.

22:50

Ich habe einen Knoten. Und das Vorderteil ist fertig. Ich habe eigenmächtig verschiedene Stütznähte und Versäuberungen hinzugefügt und fühl mich gut dabei! Basta. Außerdem ärgere ich mich, weil das Oberteil nicht verdeckt gefüttert wird, sondern man alle doofen Nähte sieht. Was für eine schlampige Idee. Das mach ich beim zukünftigen Hochzeits-Gast-Kleid auf jeden Fall anders. Nebenbei bemerkt scheint das Garn zu reichen.

23:20

So, Vorderteil und Rückenteil hängen an den Schultern zusammen. Das ganze sieht gut aus. Allerdings hat eine erste Anprobe gewisse Tendenzen zu übertriebener Offenherzigkeit erahnen lassen. Da bin ich noch nicht ganz überzeugt. Ich habe beim Rückenteil dafür den Besatz sofort versäubert. Sieht schon besser aus. Jetzt mal die Seitennaht schließen und hoffen, dass es gut passt.

23:52

Juhuuu. Es ist fast fertig. Nur noch bügeln und säumen. Es saß sogar fast ohne Änderungen. Ich musste im Brustbereich etwas knappkantiger nähen, dafür überall anders verschmälern und es ganz ordentlich kürzen. Aber sonst sitzt es. Na gut, es hat einen wirklich weiten Ausschnitt. Aber da kann man nun auch nichts mehr dran ändern. Aber ich bin doch ganz zufrieden. Auch wenn es einen etwas schwageren Gesamteindruck vermittelt. Jetzt aber schnell ans Bügelbrett. Denn morgen früh fahr ich zum Plausch, Shopping und Strickkränzchen zu Kollegin-Freundin N. ins nordrheinwestfälisch-niedersächsische Grenzgebiet. Und vorher will ich auf den Markt und das Brautkleid streicheln. Also Ihr Lieben: Gute Nacht.

Ein kleiner Nachtrag
Bei Lichte betrachtet bin ich vom Schnitt nicht sehr angetan. Ich habe den Eindruck, es ist nur für Frauen mit wenig Busen vorteilhaft. Bei mir springt der Ausschnitt ziemlich auf.
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Ein FBA hätte hier vielleicht Abhilfe geschaffen, aber bei der merwürdigen Form der Schnittteile wüsste ich nicht wie. Ich hab eine andere Lösung gewählt, mehr dazu dann am letzten Blümchenmontag.

Zum dahinschmelzen: Fondant au chocolat

Herr Siebenhundertsachen hatte Geburtstag und bekam ein französisches Kalorienbömbchen vom allerfeinsten: Fondant au chocolat. zu deutsch Schokokuchen mit flüssigem Kern.

So gehts:

  • 200g Bitterschokolade von guter Qualität und mit min. 60 % Kakaoanteil
  • 150g Butter
  • 100g Zucker
  • 2 EL Karamelsirup
  • 4 Eier
  • 100g Mehl
  • 2 EL Kakao
  • Salz
  • 1 gestr. TL Backpulver
  • Puderzucker

Die Schokolade und die Butter in einem Wasserbad schmelzen.

Die Eier mit dem Zucker und dem Karamelsirup dick cremig aufschlagen.

Den Kakao, das Backpulver, das Mehl und das Salz mischen.

Unter stetigen rühren mit dem Schneebesen der Küchenmaschine zunächst die Schokomasse in die Eimasse einfließen lassen, zuletzt die Mehlmischung einrieseln lassen.

Eine Springform oder Auflaufform oder kleine Fettpfanne buttern. Den Teig hineingeben. Die Form (falls Springform auf ein Backpapier) auf den Rost auf der mittleren Schiene in den Ofen geben und den Kuchen bei 180 Grad 30 Minuten backen.

Warm mit Eis serviert ist er innen noch leicht flüssig. Kalt mit Puderzucker schmeckt er wie tollere Brownies. Alles in allem ein Gedicht! Ein Foto war nicht möglich, Kuchen zu schnell weg…