Lagebericht meets Zuckerfrei meets Pottgeschichten

Ohoh, gar kein guter Tag heute. Ohnehin war es nicht ganz leicht aus dem Bett zu kommen nach Tortenprobeessen, Nähkränzchen UND Fußball (alles in Personal- und Ortsidentität) gestern abend. Dann war ich schonmal auf und so, da stellte ich fest, dass ich außer einem Strickkleid noch eine Jeans, eine Strickjacke, einen Jerseyschal und Stiefel (!) sowie eine Lederjacke trage. An mir runterschauend kam ich mir ziemlich verkehrt vor. Aber warm war’s trotzdem nicht. Und dann fuhr der Bus an der Bushaltestelle 3 Minuten zu früh an mir vorbei und nahm mich nicht mehr mit! Frechheit!

Also saß ich so 20 Minuten an der Bushaltestelle. In dieser Zeit wurde ich glücklicherweise mindestens 12 Minuten lang von einer älteren Dame zwangsunterhalten. Wer schonmal im Ruhrgebiet in der Öffentlichkeit etwa 1-2 Minuten verweilt hat (Supermarktkasse, Umkleidekabine, Bus, Bahn, Kneipe) der weiß: Leute reden mit einem. Ungefragt. Sie erzählen einem alles. Und ihre Meinung. Die vor allem. Normalerweise mag ich das. Aber nicht, wenn es kalt und früh ist und der Bus doof und ich viel zu viele Klamotten anhabe gemessen an der Jahreszeit und vor allem nicht, wenn derjenige sich als präferiertes Gesprächsthema Zucker aussucht. Es verhält sich nämlich so, dass die geschätzte Dame unterwegs zum Arzt war, wo sie ihren Termin verpassen würde wegen des weggefahrenen Busses. Das schien sie aber nicht weiter zu stören. Demgegenüber stört es sie sehr, dass sie neuerdings auf Zucker achten soll. Denn wo überall Zucker drin ist, ob ich das schonmal bemerkt hätte. Also sie hat das ja dem Arzt erst nicht geglaubt. Aber man ahnt es nicht. Sogar in Senf. Und Ketchup (sprich: Kätschupp). Und in Brot. Wie kann das sein? Zucker im Brot? Wer hat das erlaubt? Ich fühlte mich seltsam an ein Abendessen vor etwa 5 Jahren bei meinen Großeltern erinnert, als meine Oma voller Entrüstung die im Fernsehen vernommene Entdeckung verkündete, dass Weißmehlbrötchen nicht besser sind als Zucker… Ich habe also der Dame brav zugehört und besser mal meine Klappe gehalten. Denn erstens war ich ja nicht als Gesprächspartnerin sondern als Zuhörerin erwählt worden und zweitens musste ich fürchten, mir könnten beim öffnen des Mundwerks unflätige Ausdrücke entwischen.

Denn heute ist ein wirklich wirklich schlechter Tag um mit mir über Zucker zu reden! Nach zwei Ausnahmetagen befinde ich mich in einer ganz schlimmen Zucker-Turkey-Phase! Wir waren vorgestern probeabendessen und gestern probetortenessen. Und morgen hat meine Oma Geburtstag und ich werde ihr den nicht verderben indem ich ihr die Erkenntnisse der Bus-Dame erläutere und keine Sachen mit Zucker essen, sondern ganz brav essen was auf den Tisch kommt. Dazwischen eingequetscht: ein Vernunftstag. Ganz schlimm für den inneren Schweinehund das! Und dann auch noch kalt, müde, Kopfschmerzig und unmotiviert. Merkt ihr wie nett es war, dass ich nix zu der Dame gesagt, sondern nur apathisch genickt hab?

Ich hab überlebt, aber der nächste Bus wurde von einem offenbar aus Athen eingewanderten Irren gefahren, so dass mir dann am Bahnhof angekommen auch noch schlecht war. Dann habe ich bei dm Fotos abgeholt, die waren z.T. leicht fehl belichtet. Trotzdem kein Grund die Negativstreifen so zu schneiden, dass alle Fotos halbiert sind, oder? Und zu guter letzt habe ich mich beim Online-Stoffhändler bitterlich beklagt, weil mein sehnsüchtig erwartetes Stoffpaket nicht pünktlich zum Nähkränzchen da war, nur um zu erfahren, dass es seit Dienstag beim Nachbarn ist und der DPD-Mensch nur offenbar versäumt hat, uns darüber zu benachrichtigen. Nicht mein Tag.

Davon abgesehen habe ich es aber geschafft, ein Wochenende auf der Schwäbischen Alb zu verbringen, ohne Zucker und Fleisch. Das ist etwas schwer vermittelbar und zum Glück war ich gut vorbereitet und hatte z.B. eigenes Brot dabei. Aber ich hab’s geschafft. Jetzt noch morgen der Ausnahmetag und dann kommen erst in zwei Wochen wieder Hindernisse. Außerdem kann ich auch Pläne verkünden:

Am Wochenende putze ich die Fenster! Ganz echt. Und außerdem muss was im Nähzimmer und im Arbeitszimmer geschehen. Einmal hergestellte Ordnung hat dort immer nur sehr kurz Bestand. Ich werte das als Zeichen eines schlechten Ordnungssystems. Wenn diese Pflichtübungen und der sonstige Haushalt erledigt sind, dann werde ich mit Hilfe des wiederentdeckten Stoffpaketes den Blümchenrock und ein Blümchenkleid fertigstellen. Sowie ein lang gewünschtes und gestern angefangenes rotes Kleid mit weißen Punkten. Und dann müsste es dann bitte Sommer werden. Ich versteh sowieso nicht, was mit dem guten alten Automatismus Fußballturnier=Grillwetter passiert ist. Achja und Probedeko, die wird es auch noch geben!

Und jetzt wende ich mich hochgespannt wiederum dem Alltagsgeschehen zu und warte, welche Fiesigkeiten der Tag noch so bereit hält.

Update: Es kamen noch weitere Fiesigkeiten. Welche von der fiesesten Sorte. Solche die einen denken lassen: „Was mach ich eigentlich hier? Plan B ich komme!“ Ich habe das Büro früher als geplant, weil vollkommen entnervt, bei doofem Wetter und der schlechtesten Laune seit langem verlassen. Dann musste ich mir noch die Füße ablaufen um die restlichen Komponenten der Probedeko aka. Omas 80er Geburtstag Deko zu besorgen. Mit steifem Nacken, schmerzenden Füßen und Laune zum heulen bin ich bei Herrn Siebenhundertsachen ins Auto gesunken. Aber zu Hause wurde die Welt fast direkt besser. Zuerst ein paar Erdbeeren geerntet. Dann eigenen Salat und Rucola. Dann das Stoffpäckchen abgeholt und darin vorgefunden wonach ich mich seit Tagen sehnte und dann kam auch noch, überraschend schnell, mein Drops Supersale-Paket. Wie toll ist das bitte?

So kann ich nun die Stick-Spitze an den Blümchenrock nähen, das Kleid aus den schicken türkisen Stoffen für eine Hochzeitseinladung zuschneiden und von warmen roten, blauen und grauen Jäckchen träumen. Hach wie schön.

3 Gedanken zu “Lagebericht meets Zuckerfrei meets Pottgeschichten

  1. mrs.columbo schreibt:

    na das war doch ein schönes trostpflaster! gibt schon so tage, an denen alles schief läuft. du hast zur zeit aber auch sehr viel um die ohren!
    liebe grüße schickt dir susi

Danke für deinen Kommentar! Ich freue mich sehr darüber!

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