7 Sachen allein zu Haus

Ein Gesund-werde-Sonntag ohne den Liebsten, here you go:

1. Obstige Muffins in den Ofen geschoben.

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2. Die Sendung mit der Maus eingeschaltet.

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3. Und den Kopf über die Kamillenschüssel gesteckt.

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4. Wieder zurück ins Bett, mit dabei: eine Kerze, goldener Verzierwachs und ein Messer. Traukerzenbasteln geht super im Bett.
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5. Auch toll im Bett zu erledigen: Liedhefttexte abtippen.
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6. Mir selbst ein bisschen Out-of-Bed-Time erlaubt und diese genutzt um -ungelogen- in 15 Minuten einen annähernd perfekten Probebolero zu nähen.
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(ähm ja, unheimlich aussagekräftiges Foto dies)

7. Zum Bahnhof gefahren um Herrn Siebenhundertsachen wieder in die Arme zu schließen. Yeah.
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Sonntagssüß: Frühstücksmuffins

Danke für all die vielen Genesungswünsche. Ich habe mich sehr gefreut und mich gleich nicht mehr so einsam gefühlt in meinem Bettchen. Es geht mir auch tatsächlich schon besser. Das merkt man zum Beispiel am Hunger 😉 Heute hatte ich große Lust auf Obst-Muffin zum Frühstück und die gab’s dann auch. Ohne Zucker und Weißmehl, wie angekündigt. Nahrhaft und gesund für kranke Leute.
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Man braucht:

  • 2 Eier
  • 125g Magerquark
  • 125g Milch
  • 75ml Öl
  • 1 Banane, ruhig schon etwas „abgehangen“
  • 80g flüssigen Honig oder Agavendicksaft
  • 1 Apfel
  • ca. 100g gefrorene Himbeeren
  • 150g Dinkelvollkornmehl
  • 50g Dinkelgries
  • 50g gemahlene Mandeln
  • 1 Prise Salz
  • 2 TL Backpulver
  • 1 MS Vanille oder das Mark von einer halben Schote

Ofen vorheizen auf 160 Grad Heißluft oder 180 Grad Ober-Unterhitze.

Zuerst alle flüssigen Zutaten miteinander verquirlen, also Eier, Quark, Milch, Öl, die kleingematschte Banane den Honig und die Vanille. Die trockenen Zutaten ebenfalls mischen, also Mehl, Gries, Mandeln, Salz und Backpulver. Den Apfel schälen und fein würfeln. Nun alles miteinander vermengen.

Papierförmchen ins Muffinblech setzen und den Teig auf die 12 Mulden verteilen.

Für 25 Minuten backen.

Durch die Banane braucht man kaum Süße und durch das Vollkornmehl gehen sie prima als Mahlzeit durch (so 3-4 😉 ). Geht auch mit anderen Beeren prima. Und im Herbst einfach mit 2 Äpfeln und Zimt. Nachdrücklich zu empfehlen.

Trübsal

Heute morgen habe ich Herrn Siebenhundertsachen zum Bahnhof gebracht. Dort ist er allein in den Zug nach Berlin gestiegen. Ich hingegen hüte das Bett. Die Welt ist ungerecht. Mein Infekt hat sich in meiner Stirnhöhle häuslich eingerichtet und ich warte nun darauf, dass das zweite Antibiotikum hoffentlich anschlägt. Bis dahin geht hier recht wenig. Ich habe viele Pläne, Nähpläne, Einkochpläne, Hochzeitspläne… Aber alles ist derzeit auf Pause. Nichts geht. Das nagt an mir. Außerdem wäre ich sososo gern mit nach Berlin gefahren. Nicht mal die Tatsache, dass das Wetter ohnehin bescheiden ist, kann mich hier so wirklich trösten. Ich muss warten, schlafen, warten.

Das zuckerfrei-Resümee

Ich bin immernoch zu Hause, meine Bakterien geruhen noch etwas zu bleiben. Ich hoffe aber, ich krieg sie jetzt mal bald in den Griff! Und so lang es hier also wenig vorwärtsgewandt produktives zu sehen gibt, ein Rückblick.

Gestern waren 6 Wochen ohne Zucker und Weißmehl um. Wobei ich die letzte Woche nicht wirklich zählen würde, ich habe zwar keinen Zucker, wohl aber Honig gegessen und auch sonst insg. sehr wenig. Aber erstmal: Wie lief’s mit dem Zuckerverzicht?

Natürlich waren die ersten Tage am schwersten. Am Anfang muss man sich daran gewöhnen, dass man immer was für den kleinen Hunger dabei hat und es gibt auch immer ein wenig Entzug und Zucker-Jieper. So ab einer Woche wird es prinzipiell erträglich. Aber einige generelle Schwierigkeiten ergeben sich: 1. Es ist unmöglich auswärts zu frühstücken. Wenn man es nicht geschafft hat, zu Hause zu frühstücken, muss man von Obst leben, bis zum Mittagessen. 2.In der Uni Mittagessen ist auch sehr schwierig. Ich habe praktisch die letzten Wochen nur Salat und Kartoffeln zum Mittagessen gegessen. 3. Es ist unmöglich „mal schnell was zu snacken“. Es gibt kein zucker- und weißmehlfreies Fast Food. 4. Es ist unmöglich das ganze im Ausland aufrecht zu erhalten. Bei meiner Konferenz-Reise nach Genf war es einfach unmöglich das ganze durchzuziehen. In Deutschland kann man zumeist immernoch die Kartoffelbeilage und den Salat essen. Das fällt im südlichen Ausland flach. Vor allem wenn man auch noch das Fleisch nicht isst, bleibt nicht mehr viel vom Essen übrig…

Ich kann also konstatieren: ICH kann es zwar durchhalten mal 6 Wochen auf Zucker und Weißmehl zu verzichten. Ich fühlte mich auch deutlich besser und habe sogar etwas abgenommen. Aber die Umstände müssen stimmen. D.h. man muss eigentlich alle Mahlzeiten selbst zubereiten und immer was zu essen dabei haben. Wer also darauf angewiesen ist, in der Kantine oder im Restaurant zu essen, für den wird es schwer. Andererseits lernt man viel über sich und sein Essverhalten. Nach 1-2 Wochen ohne Zucker hat man ein deutlich ausgeprägteres Süß-Empfinden. Ich hatte auch das Bedürfnis mehr Wasser zu trinken. Und man hat viel weniger „Hungerlöcher“ zwischen den Mahlzeiten und kann gut 5 Stunden zwischen den Mahlzeiten einhalten. Allerdings machen schon kleine Inkonsequenzen das ganze wieder zunichte. Nach ein oder zwei Ausrutscher-Tagen ist die Lust auf Schoki nach dem Essen und einen Kuchen am Nachmittag sofort wieder da.

Ein paar Tipps für jeden der es mal versuchen will: Man sollte immer ein paar Nüsse, Studentenfutter oder sowas dabei haben, falls ein kleiner Hunger kommt. Ein großes Frühstück mit Obst und Vollkornbrot ist sehr zu empfehlen, denn oft kann man über den Tag nur Salat essen. Wenn man weiß, dass man auswärts essen wird, ist es gut, ein Lokal zu wählen, wo man z.B. Suppen oder Salat mit Kartoffelgratin oder ähnliches bekommen kann. Italiener und Asiaten kommen gar nicht in Frage. Bei Vapiano gibt es Vollkornnudeln!

Ich habe mich auch ein wenig mit Süßmitteln auseinandergesetzt. Ich erlaube mir seit jeher kleine Mengen Agavendicksaft zum süßen. Allerdings habe ich jetzt gelesen, dass Agavendicksaft aus ethischer Sicht nicht vertretbar ist, weil er auf Grund großer Nachfrage unter sehr schlechten und naturschädlichen Produktionsbedingungen hergestellt wird. Ich denke, ich würde dann am ehesten Honig als Alternative wählen. Ich habe den üblichen Süßstoffen gegenüber grundsätzliche gesundheitliche Vorbehalte und versuche ja auch mir den „Süßhunger“ abzutrainieren, was nicht geht wenn man alles so süß macht wie sonst auch, nur mit Süßstoff. Nun wird ja vielfach Stevia als Alternative genannt. Meine Experimente mit Stevia waren aber nicht sehr erfolgreich. Zum einen finde ich Stevia sehr schwierig zu dosieren. Und dann haben selbst die „geschmacksneutralen“ Stevia-Präparate immernoch einen deutlich metallischen Eigengeschmack, der offenbar vom Mensch wahrgenommen wird, wenn etwas süß ist, aber keine Kohlehydrate enthält, also der Geschmack der Abwesenheit von Zucker. Dann süße ich lieber nur ganz wenig, mit Honig, als stark mit Stevia…

Bei der Marmelade war ich nach dem ersten Versuch noch nicht zufrieden. Für den zweiten Versuch habe ich die Süßungsmenge noch einmal reduziert. Ich habe nun also auf 500g Beeren nur 50g Agavendicksaft und das äquivalent zu 50g Zucker in Stevia verwendet. Wiederum mit Bio Konfitura Vegan als Geliermittel und Zitronensaft. Die Marmelade schmeckt mir nun gut. Zwar schmeckt man immernoch eine leichte Stevia-Note im Nachgeschmack, aber das geht. Für Marmelade würde ich grundsätzlich empfehlen, eher Früchte mit einem starken Eigengeschmack und auch eher süßere zu nehmen, dann geht es auch mit süßen im Verhältnis 1:5, z.B. Himbeer-Erdbeer-Pfirsich geht gut mit wenig Zucker, während Johannisbeer eher schwierig sein dürfte.

Genauso ist es übrigens bei einer Schokolade, die ich mir aus der Schweiz mitgebracht habe. Sie enthält 70% Kakao und Stevia als Süßungsmittel. Beim Essen schmeckt sie sehr normal, nur im Nachgeschmack schmeckt man dann das Stevia. Unser Stammcafé an der Uni hat zum Glück zuckerfreien Chai-Latte (das ist der mit dem Orca bei den Tier-Dosen) im Angebot und der schmeckt super und gar nicht nach Süßstoff.
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Und  falls ich bis Sonntag wieder fit genug zum backen bin, gibt es ein Rezept für zuckerfreie Muffins als Sonntagssüß.
Edit: Ich steige übrigens jetzt ein wenig wieder ins normale Essen ein. Das heißt konkret ich erlaube mir weiße Nudeln und auswärts auch mal Pizza o.ä. Ich möchte weiterhin versuchen mittags unter der Woche konsequent zu sein, denn in der Mensa ist in allem so viel Zucker versteckt… Und süßes soll eine Ausnahme bleiben. Nichts für jeden Tag. Sondern nur, wenn ich mich auch bewusst dran.freuen kann. Da ich nun gezwungenermaßen ein Antibiotikum nehmen muss, werde ich danach ohnehin noch einige Wochen ballaststoffreich und zuckerarm leben müssen.

7 Sachen fast gesund

Nach Idee von Frau Liebe: Sieben Sachen für die ich am Sonntag meine Hände gebraucht hab:

1. Mal wieder Rosen zu Wasser gelassen. Diesmal nicht zu Übungszwecken, sondern um noch länger was von den Hochzeitstagrosen zu haben.
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2. Dem besten Küchenhelfer einen Schwung sauberes Geschirr entnommen.
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3. Einen einsturzgefährdet riesigen Berg Wäsche gefaltet.
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4. Leider auch sehr oft: zum Taschentuch gegriffen.
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5. Die Schalschublade aufgeräumt.
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6. Meine Vorlesung vorbereitet.
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7. Teig ausgerollt.
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Lagebericht mit Rezept

So, die Talsohle scheint durchschritten zu sein. Heute habe ich erstmals für einen Spaziergang am Teich das Haus verlassen. Habe mich schon die ganze Woche geärgert, dass ich das gewittrige aber schöne Wetter verpasse. Ich beobachte übrigens mit großem Interesse, dass wir jedes Jahr zu genau dieser Zeit genau dieses Wetter haben. Ich weiß das sehr genau, denn wir hatten diese Woche Hochzeitstag. Und an unserer Hochzeit vor drei Jahren hatten wir kaum den Spaziergang um den See begonnen als ein Gewitter sondergleichen niederging. Beim abendlichen Besuch bei Bochum Total waren alle (außer uns) entsprechend völlig durchweicht. Damit nicht genug haben wir dann unseren ersten Hochzeitstag im Keller meiner Großeltern verbracht, wo das Unwetter, das niedergegangen war, das Wasser aus der Kanalisation die Abflüsse hochgedrückt und für eine einen Meter hohe Schlammlavine im gesamten Keller gesorgt hatte. Unser zweiter Hochzeitstag verlief zwar Katastrophen-frei aber ebenfalls mit unwetterartigen Gewitterschauern nach sehr heißem Tag. Auch dieses Jahr konnte ich vom Bett aus Gewitter und Graupelschauer beobachten. Das scheint also Anfang Juli fortan normal. Gut wohl, dass wir uns für die kirchliche Hochzeit einen Termin im August gesucht haben – es besteht also die Chance künftig wenn man den standesamtlichen Hochzeitstag mal wieder in einem vollgelaufenen Tunnel oder mit dem Eimer im Keller verbracht hat, zumindest am kirchlichen gutes Wetter zu bekommen. Aber ich komme vom Thema ab. Denn ich wollte von der Lage berichten.

Die Bakterien haben den Rückzug angetreten, ich sehe Land und hege ernsthafte Hoffnung am Montag ins Büro gehen zu können. Semesterendspurt. Heidiho. Natürlich hat sich in Sachen Projekte weder in der Genf-Woche noch in der krank-Woche viel getan. Meine Gemüsepflanzen machen mir derzeit etwas Sorgen. Sie mögen den Platzregen nicht so und brauchen außerdem Dünger. Ich habe jetzt welchen bestellt, denn wir trinken zu wenig Kaffee und Tee um allein daraus den Bedarf zu decken. Ich hoffe, dann wird es ihnen bald besser gehen. Mangold habe ich schon etwas geerntet, den wird es morgen geben, und Radieschen natürlich. Die Zucchini wollen nicht recht wachsen und die Kürbispflanze hat leider Läuse (aber auch sehr viele süße kleine Kürbisse). Hervorragend geht es meinem Pflücksalat, der nun unseren gesamten Salatbedarf deckt:

Und der auch die Basis für das angekündigte Rezept ist (unten).

Ich nähe derzeit an einem Kleid aus der Simplicity Meine Nähmode 2/2012 (bzw. New Look 6069), das schon vielfach in Blogs zu bewundern war. Es wird schön. Aber mein Fortschritt wäre mit Schneckentempo noch übertrieben schnell beschrieben. Was keinesfalls am Schnitt liegt, sondern an meiner entweder körperlichen oder geistigen Abwesenheit. Ich hoffe, ich kann es diese Woche fertigstellen, denn ich würde es zu gern in den Koffer für Berlin packen. Denn dahin gehts am Donnerstag. Wir besuchen eine Hochzeit und verbringen ein langes Wochenende dort. Ich freu mich und hoffe auf gutes Wetter, Zeit für einen Maybachufermarktbesuch und einen Flohmarktbesuch.

Ansonsten wird meine Freizeit nun doch langsam ziemlich von Hochzeitsvorbereitungen absorbiert. Wir hatten uns fest vorgenommen uns 1. nicht viel Stress zu machen und 2. alles ganz einfach zu halten. Eine dufte Party, kein Klimmbimm, auf die Kacke hauen ohne besondere Umstände. Es hängt aber nun halt doch einiges dran… und die Zeit ist knapper als geplant. Herr Siebenhundertsachen krank, jetzt ich krank, Schneider, Priester und Floristen unpassenderweise im Urlaub, …. Ich bewundere die Weitsicht mit der Miri ihr eigentlich kleines Fest plant. So umsichtig bin ich nicht. Langsam ist aber doch das meiste geschafft, Herr Siebenhundertsachen hat einen Anzug, das Kleid wird mit und mit angepasst, der Gottesdienst ist einigermaßen fertig, ich habe eine Deko im Kopf und (fast) alle Materialien dafür besorgt. Diese Woche wird das Menü ausgemacht. Wir haben also was an, wissen wann wir wie Ja sagen und kriegen nachher was zu trinken und zu essen. Ich denke damit sind die schlimmsten Ausfälle schonmal vermieden. Könnte nun noch passieren, dass die Sitzordnung oder die Deko nicht fertig wird, ich keinen Brautstrauß habe, die Kerze nicht ankommt und die Gäste den Weg nicht finden. Achja, sie könnten außerdem nicht wissen was sie singen sollen. Aber davon lass ich mich gaaaaar nicht stressen *räusper* Also nun zu tun in der nächsten Woche: Menü ausmachen, Blumen klarmachen, und auf der langen Zugfahrt nach Berlin: Wegbeschreibungsmail vorbereiten. Neben dem Kleid sollte das wohl reichen. Haushalt und Urlaubsplanung müssen bis nach der Hochzeit warten.

So und ich weiß, hier wurde recht wenig gekocht in letzter Zeit, zu meinem eigenen großen Unmut. Aber heute: Ein Rezept. Ein tolles! Unbedingt nachmachen, sommerlicher geht nicht!

Wassermelonen-Salat

  • Wassermelone
  • Grüner Salat (welchen man mag, ich hab Lollo Bionda Pflücksalat genommen)
  • Cocktailtomaten
  • Minze
  • Öl
  • Balsamico-Essig
  • Sojasoße
  • Cashews, geröstet und gesalzen

Ich finde Mengenangaben hier schwierig. Für mich allein hab ich ein großes Stück Melone, drei Tomaten und eine Handvoll Cashews genommen. Man kann das je nach Hunger und Anzahl der Personen raufskalieren und wenn’s zu wenig aussieht, einfach noch was von allem reinwerfen.

Salat waschen und zupfen. Tomaten grob würfeln und dazu geben, die Wassermelone in mundgerechte Würfel schneiden und auch dazu geben. Die Minze (pro Portion ein Stengel) fein hacken. Ein Dressing aus Öl, Balsamicoessig und Sojasoße anrühren, Zucker ist wegen der Melone nicht nötig, die Minze dazu geben. Das ganze über den Salat geben und 30 Min ziehen lassen (zwischendurch rühren). Dann die Cashews grob hacken und drüber streuen. Fertig. Braucht man nix dazu. Einfach eine Riesenportion machen und es saulecker finden!

Genf: Altstadt und Preisniveau

Nach meinem Vortrag und dem Mittagessen war am Freitag dann aber mal gut mit Konferenz. Denn in Genf war gefühlt 200 Grad und die Altstadt wollte besichtigt werden. Man muss sagen, die Stadt ist miniklein. Man kann schnell von a nach b laufen und eigentlich jede Ecke der Stadt mit einer viertelstündigen Busfahrt erreichen. Unsere Entdeckung der Altstadt begannen wir in der Maison Tavel, einem alten Handelshaus aus dem 13. Jahrhundert. Das Haus wurde in den 90er Jahren von der Stadt Genf aufwändig restauriert. Ich habe kaum je ein so altes Haus in so wunderbaren Zustand gesehen.

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Innen enthält das Haus eine Ausstellung zur Alltagsgeschichte der Genfer Region. Die Wohnung der Händlerfamilie wurde mit zusammengetragenen Möbeln aus der Epoche eingerichtet und sogar die Tapeten nach alten Druckplatten aus dem 16. Jahrhundert von Hand hergestellt.

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Die Familie, der das Haus ursprünglich gehörte war in der Stoffproduktion tätig. Die sogenannten Indienneries waren eines der Hauptexportprodukte der Region. In einem der Zimmer der Wohnung finden sich Stoffproben dieser wunderschönen Druckstoffe aus feiner Baumwolle.

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Die unteren Etagen des Hauses dienten als Lager und Geschäftsräume. Hier findet sich zum Beispiel die Ausstattung eines Geldwechslers:
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Zusammen mit anderen Ausstellungsstücken aus dem regen Handelsleben der Stadt. Die Besichtigung des Hauses kostet nichts und lohnt sich sehr.

Danach ging es für uns weiter durch die engen Altstadt-Gassen bis zur Place Bourg-du-Four , einem der hübschesten Plätze mit vielen Cafes, die ihre Terrassen sehr innovativ in die waagerechte bringen: image

Hier haben wir eine Orangina getrunken, fürs Frankreich-Feeling, ein Eis zu 3,50 pro Kugel hätten wir uns aber auch nicht leisten wollen…
Danach ginge weiter zur Kathedrale. Daneben noch dieses interessante Haus entdeckt:
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Die Kathedrale ist sehr klein. Interessant fand ich den Gegensatz zwischen dem Hauptteil, der seit der Reformation protestantische ist und einer Kapelle, die weil Sie als Lager genutzt wurde, noch das ursprüngliche katholische Delors enthält:
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Danach waren wir dann müde vom laufen und haben uns im englischen Garten ausgeruht. In einer anderen Stadt hätten wir vielleicht einen Wein getrunken oder etwas gegessen, aber die Lust hierauf verging uns angesichts der Preise schnell. Das Preisniveau verschlägt einem wirklich die Sprache, noch verstärkt durch den recht schlechten Wechselkurs. Trotzdem ist Genf eine schöne, sehenswerten Stadt.

Aus dem Lazarett

Ich erwähnte ja bereits, dass es eine dumme Idee ist, bereits angeschlagen zu einer Konferenz aufzubrechen. Erst recht, wenn es die erste von zweien ist. Ja, ist es.

Denn kaum aus Genf zurück, liege ich darnieder. Anstatt gleich in ein Flugzeug nach Sevilla zu steigen und der Mittelmeersonne entgegenzufliegen, liege ich im heimischen Bett und verbrauche den bundesdeutschen Taschentücherverbrauch min. einer Woche an einem einzigen Tag. Die Klimaanlagen der Lufthansa oder ein anderer gemeiner Wicht haben mir fiese Bazillen beschert und die feiern nun in meinem Kopf eine dicke Party. Ich kann mich nicht länger als 5 Minuten auf einfachste Dinge wie Blogs lesen konzentrieren, geschweige denn irgendwas sinnvolles tun. Mein Kopf fühlt sich an als würde jemand beständig auf ihn drauf hauen, da nützt auch die Watte nix, in die er rundrum dick eingepackt scheint. Und meine Stimme ist auch weg und hat nur ein schwächliches Reibeisen zurückgelassen (*wink* zu Frau Kirsche). So vegetiere ich nun hier herum. Und ärgere mich ganz schrecklich, über die verpasste Konferenz, die Nicht-Erreichbarkeit der Rücktrittsversicherung und die Unverschämtheit von lturfly.

Sollte ich irgendwann in Zukunft wieder in der Lage sein, mich länger als 2 Minuten am Stück zu konzentrieren, hab ich noch die zweite Hälfte des Genf-Berichts in petto. Und ein Resümee zum Zuckerverzicht. Jetzt muss ich aber erstmal Taschentuch-Nachschub besorgen.