Diese Woche gekocht

Ups, da sind schon wieder ein paar Rezepte verloren gegangen. Hier also, was ich nicht gleich wieder vergessen hab: Kürbis -Apfel-Quiche
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Mürbeteig aus:

120g Butter, 240g Mehl, Salz

Zusammenkneten, kalt stellen.

1/4 Butternutkürbis
1 Apfel
2 Zwiebeln
150g Räuchertofu

In dünne Scheiben schneiden.

Den Teig zwischen 2 Lagen Frischhaltefolie ausrollen und in eine Quicheform legen.

Den Belag immer schön im Wechsel dachschindelnartig darin auslegen. Mit reichlich Muskat, Pfeffer und Salz würzen.

Einen Guss aus 2 Eiern, 1 Becher Schmand und 200g geriebenem Emmentaler anrühren, Salz und Pfeffer nicht vergessen.

Drübergießen und das ganze bei 180 Grad, 40 Min backen. Schmeckt auch kalt!

Meine neue Liebe

Ich habe mir zum ersten Mal in meinem Leben ein Fahrrad gekauft. Seit meinem allerersten Fahrrad hatte ich nur noch gebrauchte. Und seit Jahren liebäugelte ich nun mit einem Hollandrad. Weil ich das aufrechte Sitzen mag, und die gemütlichen Sättel. Und weil ich oft mit viel Gepäck fahre. Markteinkauf, Sportzeugs, Riesenhandtasche…. das muss ja alles mit. So ein stabiles Hollandrad schien mir da gut. Allerdings sind die sehr schwer und alle Leute schlugen den Hände über dem Kopf zusammen, wenn sie davon hörten. So schob ich den Gedanken in meinem Kopf wieder und wieder von rechts nach links und kämpfte derweil mit meinem Second-Hand-City-Rad in falscher Größe. Unlustig ließ ich mich zu modernen Cityrädern beraten, fuhr sie Probe und war nicht recht begeistert dafür soviel Geld auf den Tisch zu legen. Da kam der Liebste auf die Idee: „Guck doch mal auf der Gazelle-Website, die haben auch moderne Räder“. Und so war’s. Es gibt dort normale Cityräder, echte Hollandräder und eben auch welche, die aussehen wie Hollandräder aber leichter sind, weil aus Alu. Schnell den nächsten Händler rausgesucht, hingefahren und mich verliebt. In Miss Grace. Ein Holland-Lastenrad mit modernem Innenleben, einem mega bequemen Sattel und einem großen großen Korb. Nach der Probefahrt war es um mich geschehen. Eine neue Liebe in mintgrün, sofort mit dem Kosenamen „Das Gazellchen“ versehen. Und gekauft. Nur für mich.
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Nun fahre ich das Gazellchen also seit einigen Wochen und bin rundum zufrieden. Seit ich es habe fahre ich freiwillig zu einem weiter entfernten Bahnhof, weil ich so gern mit ihm unterwegs bin. Es fährt sich wirklich angenehm. Und auch schnell. Natürlich braucht es eine gewisse Grundeinstelllungs-Änderung beim fahren mit einem derartigen Fahrrad. Man ist zwar de facto genauso schnell wie die meisten Leute auf ihren Cityrädern, aber man sitzt halt dabei mehr wie im Sessel und weniger wie auf dem Sattel. Das heißt man darf auch nicht versuchen, sich einen Berg hochzuquälen, man muss ihn einfach gemütlich hochgleiten. Und oben angekommen stellt man fest, dass man zwei Citybikes hinter sich gelassen hat. Es stimmt, das Gazellchen ist dennoch kein Federgewicht, wenn Aufzug und Rolltreppe im Bahnhof kaputt sind, fluche ich schon. War aber auch mit dem alten Rad kein Spaß. Dafür ist das Rad ansonsten für mich ziemlich perfekt und passt sehr gut zu mir. Es ist praktisch die Fahrradinkarnation des perfekten Kleides, dessen Schnitt ich noch suche.
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Es hat einen Lastengepäckträger und einen Riesenkorb, in dem bequem mein Pröll oder der Markteinkauf oder ein großes Paket Platz findet. Das wären beim perfekten Kleid die Taschen.

Es ist robust, fährt nonchalant über die zwei Millionen Schlaglöcher der osteuropäische anmutenden Pottstraßen und steht auch im Zug und schwer beladen sicher und kippelt nicht. Das wären beim Kleid Bewegungsfreiheit, ein Stoff der nicht knittert und gut wärmt.
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Und dabei sieht es schick aus, individuell und ein bisschen mädchenmäßig aber alles in allem schick. Und das sollte das perfekte Kleid natürlich auch. Weiblich und schick aussehen.
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Ich werde im Zug sehr oft neidisch bis verwundert auf das Gazellchen angesprochen. Vor kurzem sagte ein Mann sehr ernsthaft: „Ihr Fahrrad passt aber wirklich gut zu ihrem Kleid“ – was will man mehr?

Me made Mittwoch: gerade richtig erwachsen

Heute verstoße ich mal gegen meine mir selbst auferlegte Regel, am Me Made Mittwoch immer mein Mittwochs-Outfit zu zeigen. Heute bin ich im Büro-ohne-Sozialkontakte-Schlumpfoutfit. Gestern hingegen war ich abends zu einem semischicken und semioffiziellen Arbeitsessen und zur Feier dieses seltenen Ereignisses hab ich mal eins meiner zwei Erwachsenen-Kleidungsstücke angezogen. Den Disputationsrock.

Auf eine Bluse hab ich verzichtet. Ich fühle mich in Blusen sehr unwohl. Also schlicht in schwarz und mit französischen Schnürbooties.

Michou schreibt im Moment an einer lesenswerten Serie über Stil. Das passt ganz gut zu meinem Wunsch einen kleinen Garderobenwandel zu vollziehen. Ich habe, glaub ich, eigentlich schon nennenswerte Schritte in Richtung ‚eigener Stil‘ genommen. Aber nun bin ich auf der Suche, wie ich meine eigene Note, meinen eigenen Stil mit etwas erwachsenerer, will sagen strengerer, verbindlicherer, Kleidung überein bringen kann. In Michous Worten ein wenig guter Stil im eigenen Stil. Und dieses Outfit, und deshalb zeige ich es heute, geht in die Richtung, die ich mir vorstelle. Es ist schlicht, verzichtet aber auf Blusen, in denen ich mich verkleidet fühlen würde. Es ist (zumindest im Universitäts-Kontext) schick, die Stiefelchen geben dem ganzen aber ein Augenzwinkern. Ich habe mich den ganzen Tag wohl und am Abend dennoch gut und passend gekleidet gefühlt. In meinem Kopf stricke ich schon ganz viele kurze Jacken und Pullover …

Die Details:

Schnitt: Simplicity 2451
Material: 0,8 m graue Wollgabardine, ein absoluter Glücksfund
Änderungen: Rock in der Hüfte verbreitert, am Saum verschmälert. zusätzlich gefüttert
Würde ich den Schnitt nochmal nähen? Oh ja, es ist mein Lieblingsrockschnitt

Nun bin ich sehr gespannt, wer heute MMM-Dienst hat und was für schöne Outfits das virtuelle Nähkränzchen heute trägt.

Ich möchte dabei noch eins sagen: liebe MMM-Crew! Danke, dass ihr nicht nur vortanzt, dieses wundervolle Forum geschaffen habt und mit Leben füllt. Danke auch für eure mittwöchige Mühe, Beiträge, die nicht zu Sinn und Regeln passen anzumahnen und zu löschen. Das ist viel Arbeit. Ich freue mich, dass der neue MMM wächst, dass auch sehr viel Kommentare getauscht werden und Anregungen gegeben. Ich find’s toll, dass auch die ein oder andere Veteranin nun wieder regelmäßig dabei ist. Ich persönlich finde die Regeln klar, eindeutig, verständlich und richtig. Danke!

7 Sachen

Wie ja schon zu lesen war, war mein Sonntag vom Nähkränzchen bestimmt. Aber ich hab tatsächlich auch noch andere Sachen mit meinen Händen gemacht.

1. Die Spülmaschine ausgeräumt.
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2. Frühstück gemacht.
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3. Einen Spiegel geputzt.
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4. Sommerdeko verstaut.
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5. Nähsachen gepackt.
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6. Genäht.
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7. Pizzateig ausgerollt.
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Sieben Sachen sind eine Idee von Frau Liebe.

Nähkränzchen Liveblogging

Nach gefühlter Ewigkeit (ich glaube beim letzten Mal schauten wir ein EM Spiel nebenher) treffen sich Z., N. und ich heute endlich wieder zum Nähkränzchen. Z. gibt die Gastgeberin und ich packte für die Fahrt nach Essen:

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Es kommt mir vor, als würde ich weniger Pröll mitschleppen als sonst. Entweder schon die ersten Auswirkungen des Nähens mit Plan oder aber ich hab die Hälfte vergessen weil die Nacht denkbar kurz war.

Also los gehts, keep tuned.

14.25
Angekommen und allen Pröll in den 4. Stock bekommen. Dafür verzögert sich N.s Anreise aus dem westfälisch-niedersächsischen Grenzland noch etwas. Da wir aber heute zu dritt auf zwei Maschinen nähen ist zeitversetzt zu starten nicht schlecht.

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Erstmal beraten was Z. nähen soll. Es wird der Sonntag der Etuikleider.
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Z. näht Modell 55 aus Meine Nähmode 1/2012. Ich nähe Simplicity 7275 B. Das Oberteil war letztes Jahr sehr zickig zu mir, aber dank vieler MMM-Kommentare konnte ich es anpassen.
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Sicherheitshalber habe ich aber auch noch ein Probevorderteil zu stecken üben.
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Zugeschnitten hab ich schon. Musste mir nur etwas lila Futter erbetteln und dann kann es auch schon losgehen.

15.20
Z. näht mit großen Karos und hat einen perfektionistischen Karo-Passgenau-Ehrgeiz entwickelt. Deshalb steckt sie immernoch Schnittteile auf… Ich habe inzwischen festgestellt, dass ich den Reißverschluss nicht dabei hab. Tja… fertig werde ich also nicht. Außerdem hab ich nur die französische Anleitung dabei… aber das wird hoffentlich gehen, ich nähe das Kleid schließlich zum dritten Mal. Nach 30 Min Abnäher markieren und Oberteil abmessen bin ich froh, dass ich mich für diesen Schnitt für heute entschieden hab, 8 Millionen Abnäher nähen sich doch gleich viel beschwingter wenn man dabei über Karoverlauf klugscheißern kann…

16.50
N. ist eingetroffen und plant eine Loopschalmassenproduktion. Braun und graue Wolle für den Herbst. Z. schneidet jetzt.
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Ich habe das Oberteil fertig. Füttern bin ich gar nicht mehr gewohnt. Jetzt also Abnäherspaß. Aber ich liebe den Stoff schon jetzt, er sieht so schön aus…
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17.30
N. hat den ersten Schal fertig, ich habe meine Abnäher besiegt. Z. versucht sich vorm Futterzuschnitt zu drücken indem Sie Pizza macht. Ich mach mal Seitennähte, damit ich nach dem Essen so weit fertig werde, wie es ohne Reißverschluss geht.

18.00
Erstes Erfolgserlebnis:
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Ich hab den Rock fertig. Er ist an der Hüfte zu weit (chacka) aber ansonsten bisher vielversprechend.

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So. Abendessenpause. Loop 2 ist zugeschnitten, meine Hüftbeulen sind auch beseitigt. Ich habe aber vergessen die Gürtelschnallen zuzuschneiden. Und keinen Stoff mit. Also Kleid ohne Gürtelschnallen, so soll es wohl sein.
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20.30
Beim Abendessen verquatscht. Aber nun wieder am Werk. N. schafft den zweiten Loop heut auch noch. Ich hab Oberteil, Rock und Rockfutter fertig und alles fertig angepasst dank Absteckassistenz.

Jetzt lass ich es für heute, hab nämlich von Z. ein fertig abgepaustes Onion 2017 bekommen. Das werde ich jetzt noch schnell zuschneiden.

21.30
So. Ende. Onion 2017 ist zugeschnitten, inkl. Unterkleid. N. hat 3 kuschelschals fertig, Z. hat zugeschnitten wie eine Wilde. Wir sind sehr zufrieden.
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Sonntagssüß: Schoko-Doktorhüte

Wir waren gestern abend auf der Doktorparty meiner langjährigen Kommilitonin, Freundin, Perlentante und Hochzeitsflötistin M. Sie hatte natürlich bei ihrer Verteidigung von ihren Kollegen schon eine Doktorhut bekommen. Aber irgendwas schönes selbstgemachtes wollte ich ihr trotzdem mitbringen. Ich sinnierte also vor mich hin Und auf einmal ploppte es in meinem Kopf auf. Doktorhüte backen. Und wenn da einmal was drin ist, dann will es auch umgesetzt werden.
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Die runde Basis der Hüte ist aus Schokorührteig, die Deckel sind After Eight. Als Klebemasse dazwischen ist eine Schoko-Creme. Für alle, die auch mal Doktorhüte, oder einfach quadratische Schoko-Minz-Törtchen backen wollen. So gehts:

Für den Teig:

200g Mehl
50g gemahlene Mandeln
3 Tl Backpulver
5 EL Kakao
120g Zucker
3 Eier
2 EL Caramelsirup
150g Butter
150ml zimmerwarme Milch

Backofen auf 180Grad vorheizen. Mehl, Back- Kakaopulver und eine Prise Salz vermischen. Butter schmelzen, mit Eiern, Milch, Sirup und Zucker verquirlen. Die beiden Mischungen vermengen und in einer mit Backpapier ausgelegten Fettpfanne etwa 1,5-2 cm dick ausstreichen. Für 40 Min. backen. In der Zeit die Creme machen.
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Für die Creme

200g Schokolade
100g Butter
50g Zucker
1 Becher Sahne
1 Ms Vanille

Butter , Zucker und Schokolade in einem Topf bei geringer Hitze schmelzen. Von der Flamme nehmen undhandwarm abkühlen lassen. Die Sahne schlagen und unterheben.

Kuchen abkühlen lassen, Creme im Kühlschrank kühlen bis sie einigermaßen fest ist (dauert ein paar Stunden).
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Ich habe die Doktorhutbasen mit der Plastikhülle eines Teelichts ausgestochen. Dann jeweils einen TL Creme drauf und oben auf ein AfterEight. Mit Kuvertüre eine Bommel aufmalen. Die fertigen Hüte noch einige Stunden kalt stellen.
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Hallo Wochenende!

Puh das war eine ziemliche bäh-Woche. Jeden Tag spät zu Hause, alle Leute inkl. mir gestresst und unfreundlich . Auf der Arbeit irgendwie immer beschäftigt und doch unproduktiv gewesen und auch sonst nicht viel auf die Reihe bekommen.Die Wohnung sieht aus wie nach einem Erdbeben und nur Mist gegessen hab ich auch. Gut dass Freitag ist. Und gut, dass das Wochenende viel schönes enthält. Morgen 3 Stunden Pilates Intensivkurs mit Z. Abends auf die Doktorparty von M. Und Sonntag endlich mal wieder Nähkränzchen. Ich freu mich. Wie sich das mit dem Post-Earthquake-Zustand der Wohnung unter einen Hut bringen lässt wird sich dann zeigen. Und Montag leite ich einen Workshop über Grenzen des Wachstums und Green Economy, das wird gut, glaub ich. Also, es geht aufwärts – morgen!

Swap Herbst/Winter 12/13

Erstmal möchte ich mich ganz herzlich für all die konstruktiven und ermunternden Kommentare zu meinem Proberock gestern bedanken! Das ermutigt doch sehr, auch mal was unperfektes zu zeigen und über komplizierte Entstehungsgeschichten zu berichten und zeigt mal wieder, wie gut es ist, wenn man auf ein riesiges virtuelles Nähkränzchen zurückgreifen kann. Danke!

Was für ein entzückend praktischer Zufall. Da habe ich letzte Woche noch gejammert, dass es mir an einem virtuellen Whiteboard mangelt und schwupp di wupp haben Immi, Rong und Mema genau das erfunden (ich zitiere von Immi):

Die drei Rong, Mema und Immi planen und nähen zur Zeit Herbst- und Winterkleidung und sind dabei von der Idee inspiriert, dass bei jeder am Ende eine kleine Kollektion zusammen passender Stücke entstehen wird. Wir wollen bei der Auswahl der nächsten Nähprojekte darauf achten, dass die Kleidungsstücke in Farbe und Stil zusammen passen. Dazu braucht es einen Plan.

Wir nähen nach Plan – SWAP – Sewing With A Plan – We produce our collection . Diese Idee ist gar nicht neu in der Bloggerwelt. An unterschiedlichen Stellen wird so vorgegangen, z.B. hier und hier  und hier  und nicht zuletzt gibt es auf PatternReview  seit einigen Jahren die sogenannten Wardrobe Contests (Link Beispiel) . Für unsere Initiative hat jede von uns sich zunächst eine individuelle Farbenpalette ausgesucht und festgelegt, welche Kleidungsstücke erforderlich sind. Dann geht es an die Auswahl der Schnittmuster und der Stoffe.

Mit der Initiative wollen wir uns unterstützen, Spaß haben und gerade so viel Verpflichtung eingehen wie nötig ist, um uns jeweils bei der Stange zu halten.

Mit den Kleidungsstücken, die entstehen, werden wir eventuell am MMMittwoch  teilnehmen, der Bleistiftrock, der vielleicht genäht wird, kann hier gezeigt werden und die Beratung über den Mantel kann beim Wintermantelsewalong oder auch, wenn es Retro Chic sein soll, hier erfolgen. Und wenn zufällig, nein: geplant , Taschen (und was auch immer für neue Themen bis März noch kommen) eine Rolle spielen , wird es hier bei Crafteln gepostet werden können.

Unsere Regeln sind ganz schlicht:

  •  Der SWAP beginnt heute und endet im März 2013
  • Jeden 1. im Monat Oktober, November, Dezember, Januar und Februar gibt es auf dem Blog einen Zwischenbericht
  • Niemand muss jeden Monat etwas nähen, es reicht wenn sie auf ihrem Blog über den aktuellen Stand berichtet
  • Am ersten März werden die entstandenen Kollektionen präsentiert. Das macht jede auf ihrem Blog
  • Um die gemeinsame Initiative zu dokumentieren, haben wir uns ein QR-Code Symbol gegeben, und wir weisen in unseren Blogs auf alle Bloggerinnen hin, die mitmachen.

Noch sind wir zu Dritt. Weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind herzlich willkommen. Sie nehmen unser Symbol mit auf ihre Seite, informieren uns darüber im Kommentar hier und los geht es.

Das passt mir sehr gut in den Kram, da bin ich gern dabei. (und ein paar weitere Mitstreiterinnen haben sich auch schon gefunden)

Meine Herbstkollektion hat zwei Hauptlinien.
1. Damit ich mich in meinen anstehenden riesengroßen Vorlesungen nicht ganz so wie eine Hochstaplerin fühle, brauche ich ‚erwachsene Kleidung‘ für’s Büro.
2. Für Rumlümmeltage, Home office, Freizeit und zum fahrradfahren und so weiter brauche ich ein paar Jersey- und Strickkleider, die sich möglichst für Lagenlook eignen.

Ergänzt wird der Plan um ein bisschen Specials.

Farblich hab ich ein festes Spektrum, von dem ich eigentlich nicht abrücke (außer im Sommer weiß. im Winter schwarz als neutrale Komponente). Blau, Petrol, Schwarz, Grau, ein bisschen rot, pink oder lila.

Hier also mein Arbeitsstapel:

Von oben nach unten:

1. Drops Karisma in blau – soll eine kombinationsfreudige Strickjacke werden. Am liebsten ein top-down gestrickte ohne Nähte, wegen durchhalten und so. Materialquelle: Lanade

2. Schon zugeschnitten: Wollkammgarn-Stoff in Nachtblau mit sehr feinem strahlend blauem Karo. Soll ein Knip-Rock Nr. 20 aus der Knipmode 12/2011 werden. Und wird ein Projekt mit Making-Off-Bericht. Materialquelle: Alfatex Vorjahr.

3. Auch schon zugeschnitten: dunkelgraue Wollmischung mit blauem Karo. Wird ein Etuikleid Simplicity 7275 in den Schnitt hab ich letztes Jahr viel Arbeit gesteckt, die sich hoffentlich jetzt bezahlt macht. Materialquelle: Stoffe am Kopstadtplatz, Essen, Vorjahr.

4. Schwarz-graue Wollmischung mit gröberer Streifen-Struktur. Wird ein Etui-Rock mit Gehfalte und großen Taschen in etwa wie Modell 21 aus der Sabrina Woman Herbst 2012. Da rechne ich mit viel Arbeit, weil Schnitt und Anleitung mir sehr undurchdacht vorkommen. Materialquelle: Alfatex, aktuelles Angebot.

5. Ein ziemlich schöner fuchsiafarbener Viskosestrick mit Lochmuster. Soll ein Onion 2017  werden. Ich plane eine Kombination mit schwarzem Jersey für Bündchen und Gürtel. Ggf wäre ein ärmelloses schwarzes Unterkleid dazu sinnvoll. Materialquelle: Alfatex, Teil meines Doktor-Gutschein, Frühjahr.

6. Woll-Viskose-Strick in Petrol. Hier bin ich noch unsicher. Die Menge würde locker für ein Kleid reichen. Z.b. Onion 2036. Oder weiß jemand noch einen enorm tollen Strickkleid-Schnitt? Aber ein langer Cardigan mit Gürtel wär auch schick… Vorschläge? Materialquelle: Alfatex, Reststück, aktuell.

7. Schwarz-weißer wild gemusterter Jersey unbekannter Zusammensetzung vom Stoffmarkt. Das wird mein Versuchsstoff für eine verbesserte Version von Jurk 17 aus Knipmode 2/2012. Ich plane ggf. die Drapierbänder aus einem einfarbigen Stoff zu machen. Falls das gut klappt würd ich dann einen besseren Jersey auf ein zweites Projekt verwenden.

8. Schrillrot-bunter Viskosejersey Typ Desigual vom Stoffmarkt. Soll zusammen mit schwarzem Jersey ein Kleid 23069 von Stoff und Stil werden.

9. Schwarzer Viskosejersey mit Blumen. Wird mein Klassiker-Jerseykleid Jurk 29 aus Knipmode 12/2011. Materialquelle: Stoff und Stil, aktuell.

10. Ein megakuscheliger Wollstoff in grau-lila kariert. Ein Rock? Ein Kleid? Wer weiß? Materialquelle: Stoffmarkt, Coupon.

Das wären 2 Teile pro Monat. Machbar, denke ich.

Die Specials allerdings könnten diesen Plan ins wanken bringen:
Da hätte ich nämlich

1. Eine Weste zum Fahrradfahren, basierend auf der Jacke aus dem Buch ‚Passt!‘ Müsste allerdings in den nächsten Wochen fertig werden, sonst brauch ich sie nicht mehr. Stoff für außen ist bestellt. Innenfutter und Kurzwaren fehlen. (Material Goretex-Segeltuch von ebay.)

2. Ein Cocktailkleid für eine Hochzeit Anfang Oktober. Hier hab ich Stoff und Kurzwaren, aber der Schnitt Vogue 8787 sitzt auf dem Postweg rum und rührt sich nicht vom Fleck. Wenn der Schnitt morgen kommt, nähe ich das am Wochenende beim Nähkränzchen. Wenn nicht, greife ich auf das kleine schwarze zurück und nähe dazu nur einen schicken Bolero. Materialquelle: Stoffe Zanderino, Frühjahr.
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3. Ein hübscher blauer Wollmischstoff. Der könnte ein Weihnachtskleid werden. Dafür muss ich aber den recht komplizierten Schnitt eines bereits heißgeliebten Kleides abnehmen. Materialquelle: Alfatex, Angebot, aktuell.
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Es muss nicht alles fertig werden, aber am ersten jeden Monats gibt es Fortschritte zu sehen.

Guckempfehlung

Heute noch in arte+7 verfügbar, am Donnerstag im Nachmittags- und am Samstag 6.Oktober im Vormittagsprogramm: Die arte-Dokumentation über das weltweite Geschäft mit sauberem Wasser. Sehenswert!

Bottled Life

Aus der Inhaltsbeschreibung: „Während die Weltbevölkerung rasant wächst, wird sauberes Wasser immer mehr zur Mangelware. „Bottled Life“ dokumentiert das boomende Geschäft mit dem Trinkwasser in der Flasche und fokussiert dabei ganz auf den Leader der Branche: auf den Schweizer Nestlé-Konzern.
Nestlé besitzt weltweit über 70 verschiedene Wassermarken. Trotzdem ist Wasser eine Sparte, über die man bei Nestlé nicht gerne spricht. Das muss der Schweizer Journalist Res Gehriger erfahren. Die Nestlé-Manager verweigern Interviews. Aber Gehriger lässt nicht locker. Auf einer Recherche-Reise erfährt er, wie konfliktgeladen das Geschäft mit dem Trinkwasser ist.
„Bottled Life“ wirft ein Schlaglicht auf Nestlés Expansionsstrategie im globalen Wassermarkt. Während der Konzern in den USA und in Europa vor allem Quellwasser mit Herkunftsbezeichnung verkauft, hat er für die Schwellen- und Entwicklungsländer ein anderes Konzept: Dort gibt es „Nestlé Pure Life“, gereinigtes Grundwasser, angereichert mit einem Mineralienmix nach Nestlé-Rezept. Heute ist Pure Life das meistverkaufte Flaschenwasser der Welt.
Res Gehringer reist nach Pakistan, das Nestlé als Testmarkt diente. Während Nestlé ihm den Zutritt zur Pure-Life-Produktion verweigert, lehrt er die Situation der Menschen kennen, die im Dorf außerhalb des Fabrikzauns leben. Hier ist der Grundwasserspiegel rapid gefallen und das Wasser aus den Brunnen der Einheimischen zur übelriechenden Brühe verkommen.“

Me made Mittwoch: Die Probe aufs Exempel

Ich trage heute meinen neusten Proberock Probe und zeige damit gleichzeitig, wohin es mit meiner Herbstkollektion geht. Dieses hier ist ein äußerst zickiges und recht unperfektes Teil, aber drinnen schlummert noch einiges an Potential. Und außerdem: wird ja nicht alles perfekt, machen wir uns nix vor. Muss man auch mal zu stehen.

Um den Schnitt (Rock 20 aus der Knipmode 12/2011) bin ich nun fast ein Jahr rumgeschlichen und hab mich erst nicht getraut und dann war Sommer. Ich hatte sogar schon einen Stoff extra dafür erworben… und weil nun das erklärte Ziel der Herbstgarderobennäherei dieses Jahr etwas erwachsenere Kleidungsstücke sind, musste ich mich jetzt einfach überwinden. So sieht der Rock in der Zeitschrift aus:

Vorab: ich glaube, der Schnitt und ich werden noch Freunde. Derzeit ist unser Verhältnis allerdings eher unterkühlt. Denn das war ganz schön stressig mit uns, und das kam so:

– Ich komme normalerweise mit den holländischen Anleitungen ganz gut klar. Die Knip-Schnitte sind in der Regel auf dem Bogen deutlich mit Markierungen versehen, die technischen Zeichnungen sind gut, da reicht es, wenn man ungefähr versteht, was man tun soll. Nicht so diesmal! Ich habe zwei Abende lang immer wieder die platten Falten gefaltet, gesteckt, betrachtet, mit dem Foto verglichen und bemerkt, dass sie falsch fallen. Ich hatte so viel Faltenchaos in meinem Kopf, dass ich schon nicht mehr schlafen konnte. Als ich es endlich raus hatte, wollte ich mich am liebsten an den Kopf hauen. Ein bisschen wie diese Logik-Rätsel-Zusammensteck-Bauklötze.

– Perfekt sind die Falten nicht, sie sind nämlich trotz genauer Übertragung der Markierungen am Ende dann doch nicht gleich breit geworden. Hmpf.

– Wenn man die Falten einmal hat, ist der Rest eigentlich recht easy zu nähen und war in weniger als 2 Stunden fertig. Dann allerdings die Anprobe: ZU KLEIN! Oder sagen wir: „haarscharf“. Ich habe bei Knip eigentlich immer 38 und muss relativ wenige Anpassungen machen. Falls ja, wie beim Punkte-Jurk, dann weil es mir zu weit ist. Dieser Rock jedoch sitzt ziemlich „spack“ und war dafür gut 15cm zu lang. Will sagen er reichte 15 cm übers Knie hinaus. Ungläubig betrachtete ich mich in dem riesenlangen dafür recht engen Rock und dann die Dame auf dem Foto. Nicht schön. Ich kürze bei Knip immer etwas. Aber doch kein 15 cm. Dabei habe ich in der Länge genau die Knip Norm-Größe von 1,72m… kann mir das wirklich nicht erklären.  Beim abschneiden war ich dann etwas vorschnell, so dass er jetzt kürzer ist als beabsichtigt.

– Außerdem ist der Stoff auf jeden Fall nicht für den Schnitt geeignet. Ich habe eine leicht glänzende feste Baumwollpopeline genommen, die ich günstig im Sommerschlussverkauf ergattern konnte. Definitiv ungeeignet. Der Stoff ist zu steif und fällt deshalb an den Falten nicht sehr gut. Außerdem merkt er sich jede Sitzfalte für den Rest seines Lebens, scheint mir. Man sieht deutlich, dass er nach dem Weg zur Arbeit schon mega knitterig ist und wenn die Falten so bauschen trägt er auf. Trennen hinterließ doofe Löchlein und ribbeln tut er auch noch wie die Hölle. Die Farbe finde ich zwar wunderschön, sie weigert sich aber zu irgendwelchem Nähgarn geschweige denn einem Reißverschluss zu passen. Und ich kauf ja für einen Proberock nicht extra Nähgarn. Es ist auch der erste Stoff, bei dem de heißgeliebte maschinelle Blindsaum meiner Maschine verzogen geworden ist. Bah, böser Stoff!

–  Besonders alltagstauglich ist die Passform übrigens auch nicht.Eigentlich ist der Schnitt da sehr durchdacht, denn unter dem Überschlag hat der Rock in der rechten Seitennaht einen langen Schlitz, den man aber natürlich nicht sieht. Nur ist davon nach der Radikalkürzung natürlich nur noch 2 cm übrig… In Kombination mit dem steifen Stoff und knappen Sitz rutscht der Rock deshalb bei forschem Gang hoch (obwohl gefüttert), an fahrradfahren ist gar nicht zu denken. Das muss aber nicht sein, denn aus meiner Sicht spricht nichts dagegen, den unteren Vorderrock nur am Taillenband mitzufassen und gar nicht in der Seitennaht, so dass die Beinfreiheit eines „echten“ Wickelrocks entsteht.

Nach dieser Nörgellitanei möchte ich dennoch verkünden: Ich nähe ihn nochmal. Und traue mich dann auch an meinen dafür gekauften Stoff. Denn all diese Probleme sind lösbar und wofür näht man schließlich Probeteile? Für den „echten“ Rock 20 habe ich ein sehr feines Wollkammgarnstöffchen da liegen, nachtblau mit  feinem blauen Karo. Das erscheint mir vom Fall her gut für den Schnitt geeignet und ist auch nicht so steif.  Ich habe das Schnittmuster schon in Taille und Hüfte etwas verbreitert und werde dann auch einen längeren Gehschlitz einplanen und natürlich sofort 10cm weniger zuschneiden. Wenn das alles geändert ist, erscheint mir der Rock als ein sehr guter Bürorock, denn folgende Punkte sprechen für ihn: Er sieht ohne Frage raffiniert aus, man fühlt sich ziemlich schick, wenn man ihn trägt. Mit längerer Falte wird er trotzdem bequem sein, und die versteckte Weite finde ich sehr gelungen. Hat man die Falten einmal verstanden und spart sich den Trenn-und-Kürzspass, ist er auch recht schnell zu nähen.  Bleibt der Nachteil: Keine Taschen.

Hat noch jemand diesen Rock ins Auge gefasst und sich bisher nicht getraut? Falls Interesse besteht würde ich dann nämlich den Entstehungsprozess des nächsten Exemplars etwas dokumentieren.

So, und jetzt geh ich mal gucken, was der Rest der nähenden Damenwelt heute so trägt. Auch blöden Knitterstoff? Oder doch schon Wolle? Gastgeberin ist heute Constanze. Ich bin jeden Dienstag ganz gespannt, wer am Mittwoch im neuen Me Made Blog erscheint.