Auf die Couch

An diesen wirklich kleinen Socken für einen nun schon nicht mehr so frischen Minimensch im Freundeskreis habe ich nun tatsächlich 4 Wochen gestrickt. Ich weiß, dass das eigentlich ne Aufgabe von 2 Stunden ist.
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Davor habe ich 3 Monate an einer Abalone gestrickt. Was jetzt auch weder besondere Strickkunst noch enorm viel Zeit benötigen sollte. Die Fäden sind bis heute nicht vernäht. Ein trauriges Schicksal fristet auch ein Paar Patentsocken für den Gatten, dem nur noch ca. das letzte Drittel des zweiten Socken fehlt. Begonnen vor einem Jahr.

Ich habe es lang nicht wahrhaben wollen, aber das Strickzeug und ich stecken in einer tiefen Beziehungskrise. Ich fürchte wir werden um eine professionelle Paartherapie nicht drumrum kommen.

Also beginnen wir die erste Gruppensitzung. Die meisten Probleme sind ja schon in der Kindheit angelegt. Aber da kann ich wirklich keine Fehler entdecken. Stricken war praktisch mein Einstieg ins handarbeiten. Zwar habe ich eine nähende und häkelnde Mutter, die uns dank Knippie mit lauter hübschen selbstgenähten Sachen ausstattete, aber ich habe früh das stricken für mich entdeckt und strickte mich munter durch die Schulzeit (unter der Bank) an der Seite von meiner lieben Freundin L., mit der gemeinsam ich schließlich sogar das Sockenstricken lernte. Blumen, Perlen , nähen, das alles kam erst deutlich später. Das Strickzeug und ich, unzertrennlich seit 2 Jahrzehnten. Und nun das. Wir finden nicht mehr zueinander. Haben wir uns etwa auseinander gelebt? Ich betrachte glückliche Strickerin-Strickzeug-Paare täglich neidvoll in Blogs und denke „das könnten wir auch haben“. Und wir hatten doch noch so viele Pläne. Ich habe voll der Hoffnung auf einen zweiten Frühling für uns nur das feinste vom feinen im Drops-Supersale gekauft. Allein es nützt nichts. Vielleicht mangelt es mir an Durchhaltevermögen, an der Risikobereitschaft, ein langes Projekt mit ungewissem Ausgang anzugehen… Tatsache ist, wenn wir uns nicht bald zusammenraufen werde ich womöglich eine dünne Strickjacke kaufen müssen, und die Füße des Gatten werden den zweiten Winter in den löchrigen Socken verbringen müssen.

Liebe Therapiegruppe, was sagt ihr? Auch manchmal Probleme mit dem Strickzeug? Ist eine professionelle Therapeutin anwesend?

5 Gedanken zu “Auf die Couch

  1. Catherine schreibt:

    Ich glaube, ihr braucht Zeit für euch und ein bisschen Glanz, Glamour: Socken für andere stricken, das klingt nach einer sehr festgefahrenen Beziehungskiste ohne Kribbeln im Bauch!
    Ich empfehle ein Schmeicheltuch aus butterweicher Silk-Alpaka zur Vitalisierung der Beziehung! Hier fehlt eindeutig das Begehren!

    :)))

    • Wolke schreibt:

      Ich bin fest überzeugt, dass es am Sommer lag bzw. liegt! War jedenfalls bei mir so, seitdem die Tage wieder kälter werden, klappt es mit Stricken eindeutig wieder besser :-). Du fährst doch auch Zug, oder? Das ist ja meine tägliche Strickzeit :-).

      LG
      Wolke

      PS: Klasse, dass Du zum Bloggertreffen fährst, ich denke, dass ich lieber daheim bleibe. Könnte eh nur den Sonntag fahren und ich bin auch schon einen Monat vorher in Berlin, also Dir gaaaaaaanz viel Spaß :-).

  2. N. schreibt:

    Nein nein nein, keine Krise mit dem Strickkrams, weil: deine Socken sind die BESTEN 🙂 Bei nass-kaltem Wetter, schlechter Laune und doofen Erkältungen. Ab jetzt wird in der Cafete gestrickt-Yeah!

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