Me made Mittwoch: Pink, Fuchsia, Magenta?

Ich trage heute mein neues SWAP-Projekt:

Ein Wohlfühlkleid aus leichtem Viskosestrick mit Muster. Hier ein Blick auf den Stoff:

Ich mag das Kleid sehr, es ist warm (weil per Stoffvorgabe mit Unterkleid zu tragen), bequem und figurschmeichelnd. Das wird diesen Winter viel genutzt werden, da bin ich ganz sicher. Ich trage es heute mit ärmellosem Unterkleid, habe aber schon am Sonntag auf dem Stoffmarkt Jersey für ein langärmeliges schwarzes Unterkleid gekauft.

Dieses Kleid hat mir verschiedene Erkenntnisse eingebracht:

1. Ich trage zwar sehr gern Jersey- und Strickkleider, ich nähe sie aber nicht gern. Warum? Ich finde das Material unberechenbar. Jeder Jersey ist anders, manchmal wandelt er sich beim nähen. Webstoff ist da sehr viel kalkulierbarer. Bei diesem Kleid zum Beispiel ist das Oberteil etwas zu kurz, nicht schlimm, aber doch für mich zu sehen. Das Oberteil des Probekleids, das ich vor zwei Wochen gezeigt habe und heute als Unterkleid trage ist, trotz exakt gleichem Zuschnitt, zu lang. Was ist geschehen? Der Probejersey dehnte sich beim nähen recht extrem in die Länge und leierte sich lang. Der pinke Strick hingegen, der ansonsten recht locker zu verarbeiten war, dehnt sich in die Länge keinen Milimeter. Tja. Dafür dehnt er sich beim bügeln in der Breite, weswegen das Saumbügeln kein Spaß war und zu merkwürdigen Wellenlandschaften führte. Gar nicht kooperativ. Überhaupt nicht.

2. Ich habe derzeit einen unerklärlich starken Hang zu Beeren- und Rottönen. Im Sommer zeigte sich diese Tendenz schon, mit diesem Kleid nahm es seinen Lauf. Kaum war es fertig, habe ich am Sonntag auf dem Stoffmarkt gleich noch 3 rot-beerige Stoffe gekauft. Und das wo ich jetzt jahrelang praktisch nur Blautöne, also petrol, blau, lila, getragen habe. Verrückt. Ob es der Wunsch nach Wärme ist, oder nach Strahlen im grau des Herbstes?

3. Ich bin entschieden routinierter geworden, was eigenmächtige Änderungen an Schnitt und Arbeitsreihenfolge anbelangt. Vor einem Jahr war jedes Kleidungsstück noch mit langem Anleitungsstudium und u.U. googlen der dänischen/niederländischen Begriffe verbunden. Diesen einfachen Schnitt habe ich im Grunde in zwei Stunden komplett fertig genäht inkl. Anpassungen.

Nun aber die Details:

Schnitt: Onion 2017

Größe S, in der Hüfte leicht verbreitert

Stoff: Viskosestrick von Alfatex, schwarzer double knit ebenfalls Alfatex

Verbrauch: 1,5m

Änderungen: Statt Kräuselung Brustabnäher eingefügt, Länge leicht gekürzt.

Probleme: Oberteil leicht zu kurz, der Gürtel ist , dank Leier-Jersey, etwas wellig geworden, Saumbügelschwierigkeiten. Der Saum ist aber übrigens nicht schief, auch wenn es auf den Fotos so aussieht.

Arbeitszeit: 2 Std. inkl.ellenlanges Saumbügeln

Würde ich den Schnitt nochmal nähen? Ja, aber nicht in nächster Zeit, ich kenne noch andere schöne Jersey-Schnitte.

Heute versammeln wir uns auf dem Me-Made-Blog auf Einladung von Frau Kirsche erstmals aus Bremen zugeschaltet und mit schicker Bluse. Kopf hoch Frau Kirsche, ich kann versichern, man entwickelt wirklich einen Pendler-Alltag und teilt dann ein Nähstück eben auf mehrere Abende auf. Dieses Kleid z.B. wurde in insg. 3 Sitzungen fertig gestellt. Sitzung 1 Oberteil (ca. 1/2 Stunde,) Sitzung 2 Rock und Ärmel (ca. 1/2 Stunde) , Sitzung 3 Frickelkram (1 Stunde, wovon min. 20 Min laut fluchendes Bügeln).