Rok 20 – Das Making of – Teil 1

Vor einigen Wochen zeigte ich am MMM meinen Proberock von Nr. 20 aus Knip 12/2011. Ich kündigte einen verbesserten Rock an und versprach eine Anleitung dazu zu posten. Dann schnitt ich den Rock zu, streichelte den tollen feinen Wollstoff und bekam Schiss. Konnte ich mich wirklich noch an die Faltungstechnik erinnern? Kriege ich den wirklich angepasst? Wie zaubere ich mir schnell 15cm längere Beine? Ihr kennt das, nehme ich an.
Weil ich den Rock aber gern haben will, hab ich ihn dann jetzt doch mal in Angriff genommen. Und werde berichten.

 

Heute Teil 1: Zuschnitt und Falten. Also schlimm und schlimmer.

Stoffwahl
Ich empfehle einen eher weich fallenden, leichten Stoff, der aber nicht sehr elastisch sein sollte. Ich verwende ein extrem feines furchtbar schönes Wollkammgarn von Alfatex. Ich denke Crepe oder feine Gabardine ginge auch gut. Unbedingt vermeiden: a) dick b) steif

Zusätzlich braucht man Futter, einen Nahtreißverschluss und ich habe auch das Taillenband mit Vlieseline bebügelt, weil mein Wollschätzchen sich schon etwas dehnt.

Zuschnitt/Größenwahl
Der Schnitt fällt im Verhältnis zu anderen Knipschnitten eher eng und enorm lang aus. Der Rock sollte in der Taille sitzen, ich empfehle aber dringend, die Schnitteile nachzumessen. Ich habe in der Hüfte 2cm zugegeben.

Zuschneiden ist hier spannend bei dem Überschlagvorderteil. Dieses liegt in zwei Teilen auf dem Schnittbogen und hat eine recht drollige Form (rechts im Bild).

Wir haben also ein Vorderteil, ein Hinterteil, einen vorderen Überschlagteil, jeweils 2 vordere und hintere Taillenbänder und Vorder- und Hinterteil nochmal aus Futterstoff.

 

Die Falten
Beginnen sollte man mit sehr sorgfältigem Übertragen der Markierungen. Ich habe dieses Mal (ganz entgegen meiner sonstigen Einstellung) die Markierungen durchgeschlagen. Ich würde das auch empfehlen, da man sie vor allem von der Stoffrückseite braucht und Kreide sich, durch das viele FAlten, recht schnell abreibt.

Ich habe alle Linien, die hier blau gestrichelt markiert sind, durchgeschlagen. Zusätzlich habe ich mir mit Lineal und Kreide auf beiden Seiten des Stoffes die Linie angezeichnet, wo die Falten enden (hier durchgängig markiert). Es ist auch empfehlenswert, sich in diesem bereich die Nahtzugabe anzuzeichnen. (Gibt es eigentlich eine andere Möglichkeit auf dunklem Stoff zu markieren, außer Kreide? Ich hasse Kreide und liebe diese wasserlöslichen Stifte, habe sie aber immer nur in blau bekommen) Was man tunlichst vemeiden sollte ist, so wie ich, an der Stelle auf die der rote Pfeil zeigt, die Nahtzugabe schludrig zu zuschneiden. Das rächt sich!

Begonnen wird mit den kleinen Falten an der linken Seite. Diese werden jeweils von rechts nach links auf der rechten Stoffseite gefaltet. Laut Anleitung soll man sie stecken, ich habe sie geheftet und das war sehr viel besser.

Hier im Bild ist die linke Falte bereits geheftet (oben an der Nahtzugabe, siehe blauer Pfeil) und an der rechten habe ich angezeichnet, wie sie gefaltet wird.

Als nächstes kommen die langen, platten Falten. Der Schlüssel zum Verstehen dieser Falten ist, sich klarzumachen, dass die eingezeichneten Linien keine Faltlinien, sondern Nahtlinien sind. Die Falten sind de facto Abnäher, die nicht nach unten zulaufen. Sie werden zur Stoffrückseite hin rausgefaltet und jeweilsdie beiden Linie aufeinander genäht.

Ich habe diese Falten auch geheftet, mit orangenem Garn, so dass es gut sichtbar ist. Also nochmal: die Linien einer Falte treffen auf der rechten Stoffseite aufeinander, die Falte selbst verschwindet zur linken Stoffseite hin und wird von dort entlang der Linien genäht. Hier ein Foto von den Falten in geheftetem Zustand von der linken Stoffseite:

Und so sieht das ganze dann von der rechten Stoffseite aus:

Nun sollte man gut kontrollieren, ob die Falten alle schön gleich breit sind, sonst ggf. korrigieren. Bei Zufriedenheit die Heftnähte nun mit sehr feinem Stich mit der Maschine nachnähen, Heftfäden rausziehen und tadaaaa:

Das schlimmste ist schon geschafft. Jetzt wird noch der Teil mit den langen Falten nach links über den Teil mit den kleinen Falten drüber gefaltet. Die kleinen Falten verschwinden also vollständig hinter dem herausstehenden Stück und am Rand des Faltenteils ergibt sich dann wieder ein rechter Winkel mit der Rockoberkante.

Auch das sollte man heften und zwar genau da, wo mein Daumen sitzt. Danach ist das Faltengepfriemel fertig und man kann sich entspannt auf das nähen freuen. Das zeig ich euch morgen!

Ein Gedanke zu “Rok 20 – Das Making of – Teil 1

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