Bloggerinnentreffennachgedanken

Jetzt ist das große Bloggerinnentreffen schon 10 Tage vorbei, aber ein paar Gedanken klingen noch nach. Das sind natürlich Gedanken an die eine oder andere nette neue Bekanntschaft, an Romanitjersey und Kleiderschnitte. Aber vor allem auch Gedanken zum bloggen und selbermachen. Die weit über das nähen und darüber bloggen hinaus gehen.
Den Anfang soll die Frage machen, wie stark man die ‚echte Identität‘ mit der ‚Blogidentität‘ verknüpft. Und diese Frage hat, auch wenn man es im ersten Moment nicht denkt, zwei Aspekte: Einerseits wieviel von mir selbst gebe ich der anonymen Masse im Internet preis. Aber andererseits auch: wieviel von meinem Blogleben gebe ich meinem tägliche Umfeld preis. Beides hängt zusammen und interessanterweise ist mir eigentlich der zweite Teil der Frage dringlicher im Kopf.
Relativ ausführlich habe ich diesen Teil des Problems mit Melleni diskutiert und wir befanden uns dabei auf recht ähnlichen Pfaden. Ausgangspunkt war Mellenis Frage, ob mein berufliches Umfeld von meinem Blog weiß. Diese Frage kann ich gar nicht so klar beantworten. Insgesamt wissen, glaube ich, relativ viele Leute, die mich persönlich kennen, dass ich blogge. Ich habe den Eindruck, bei anderen ist die Trennung da stärker. So lesen auch einige meiner Freundinnen mein Blog, die auch meine Kolleginnen sind. Allerdings halte ich mich da gegenüber Menschen, die ich rein beruflich kenne sehr zurück. Zum Beispiel habe ich schon lang aufgehört, meine Blogposts in meinem privaten Facebookprofil zu posten, weil Facebookfreunde eben meist keine Freunde sind. Die Zurückhaltung mein Blog beruflich öffentlich zu machen hat letztlich zwei Gründe. Zunächst mal äußere ich hier gern meine Meinung und in meinem beruflichen Kontext sind wir gehalten politische Überzeugungen und persönliche Meinung eher nicht so offen vor uns her zu tragen. Und dann denke ich, und bin damit nicht unbedingt allein, dass zeitaufwändige und regelmäßig betriebene Hobbies letztendlich, mit der Ausnahme von Sport, von vielen Arbeitgebern als mangelndes Engagement im Beruf ausgelegt werden. Das ist, da bin ich sicher, völliger Unsinn. Ein zufriedener und breit interessierter Arbeitnehmer wird eher bessere Arbeit leisten. Dennoch ist es wohl so, dass ein potenzieller Arbeitgeber ein nicht-sportliches Hobby als Ablenkung auslegen könnte. Gerade im akademischen Kontext gilt nur als echter Forscher, wer keine anderen Interessen hat. Ausnehmen würde ich hiervon Sport, insb. Mannschaftssport. Hier zählt der kompetitive Aspekt als Rechtfertigung. Das ist eine wirklich traurige Erkenntnis, die ich vor meinem Gespräch mit Melleni noch nie so bewusst formuliert habe, aber wohl schon länger als Handlungsmaxime verinnerlicht habe. Und letztlich folgt aus dieser Erkenntnis meine Antwort auf Teil1 meiner Frage von oben. Denn natürlich finde ich, dass vieles was so in meinem Leben passiert, das Internet nicht unbedingt was angeht. Das meiste wäre ja auch total langweilig. Aber tatsächlich gäbe es auch manches wo es mich nicht stören würde, das Internet daran zu beteiligen, was aber auf mich als Person zurückschließen ließe. Dazu gehört zum Beispiel mein Gesicht. Oder mein Geburtstag. Oder Namen. Ich mag eigentlich auch lieber Blogs mit Gesicht. Das Gesamtoutfit inkl. des Kopfes sehen. Ich finde es auch schön, einer Bloggerin zum Geburtstag gratulieren zu können. Hier denke ich aber einfach, wird es in Zukunft immer einfacher werden, z.B. Bilder automatisch zu durchsuchen und abzugleichen und so die verschiedenen Identitäten verknüpfen zu können. Und das möchte ich nicht, dass jemand, dem ich nicht selbst und freiwillig diese Verbindung offenbare sie dennoch einfach herstellen kann. Wahrscheinlich werden wir uns auf Dauer an den Gedanken gewöhnen müssen. Ich schrecke aber davor zurück. Und letztlich kann man eben auch das einmal veröffentlichte nie vollständig zurücknehmen. Und man kann einfach zu wenig ahnen, was in Zukunft vielleicht noch einmal wichtig werden könnte.

Was denkt ihr so?

Me made Mittwoch: Berlin-Kleid

Heute werde ich mich den Großteil meines Tages außerhalb meines angestammten Biotops aufhalten und vor fremden hoffentlich interessierten Forschern einen hoffentlich begeisternden Vortrag halten. Deshalb gibt es automatischen MMM mit Kleid vom Dienstag.

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Weil leider der Dienstag auch nicht so ein brillianter Tag war, hab ich natürlich auch nur Fotos im halbdunkeln gemacht.

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Glücklicherweise haben viele von den MMM- Teilnehmerinnen das Kleid ja schon live gesehen, denn ich trug es auch in Berlin am Sonntag.

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Wegen Tag doof hatte ich auch mehr Lust zum sitzen und nach 3 Fotos gar keine Lust mehr.

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Also lieber schnell zum technischen:

Schnitt: Jurk 27 aus Knipmode 12/2011
Stoff: Stoff und Stil
Änderungen: in der Taille und den Schultern schmaler gemacht, den Ausschnitt mit einer durhgängigen Naht jeweils von der Schulter diagonal entlang der Ausschnittkante zusammengenäht, dann klappen auch die Belege nicht immer nach außen, Passen nicht gekräuselt, eine Handbreit gekürzt.
Ich wurde auf dem Bloggerinnentreffen gefragt, ob ich die Knipschnitte empfehlen kann. Die Antwort ist: ja. Wobei ich bisher vor allem Jerseykleider genäht hab. Man sollte nur beachten, dass die Schnitte eher groß und vor allem lang ausfallen.

Erst morgen kann ich mir dann auf dem MMMblog anschauen, was ihr alle so anhattet.

Edit: wo Tina darauf hinweist: der Stoff ist in echt nicht so rot, wie auf den Fotos. Ich finde ihn von Aussehen, Verarbeitung und Tragekomfort her aller erste Sahne.

Manche Tage…

… die sind einfach so irgendwie also neeeeee also echt nö. So ein Tag könnte z.B. rein hypothetisch schonmal damit beginnen, dass alle alle Züge mindestens eine halbe Stunde verspätet sind. Und zwar aus dem total asozialen Grund Vandalismus. Ich meine ehrlich, es ist eine totale Sauerei Oberleitungen oder Schienen zu klauen. Bah. Naja, und dann könnte man z.B. auch deshalb nicht mehr schaffen vor der Vorlesung noch einen Kaffee zu inhalieren. Das ist schon schlimm. Und dann muss man vielleicht zufällig 15 Minuten auf den Aufzug warten. Weil die Uni nämlich offensichtlich über unserem Kopf zusammenbricht und man deshalb überall Stahlstützen und Faserplatten in den Weg stellen muss. Und das erfordert, dass die Aufzüge ganz viele Bauarbeiter sonderbefördern. Und dann könnte es zusätzlich auch noch passieren dass man extrem unter Zeitdruck die Vorlesung für morgen vorbereiten muss und aber gleichzeitig Leute bei einem reinschneien mit Kram, der wirklich viel mehr Zeit hat als bis morgen. Dann könnte man schon ein wenig genervt sein, wie der Tag so lief. Und dann, das ist praktisch wie ein Naturgesetz, wird man bestimmt eine Gruppe von 20 Blinkerentnerinnen in der überfüllten Straßenbahn antreffen. Und danach wird bestimmt zufällig auch ein Bundesligaspieltag sein. Da könnte dann z.B. der avisierte Zug ohne Halt durchfahren. Und der nächste gerappelt voll mit Borussenfans und Bier sein. Nur so hypothetisch. Und dann wäre es doch auch noch möglich, dass der Bus vor meinem Bus ausgefallen ist, und man deshalb die Busfahrt mit sehr vielen Menschen in deutlich zu nahem Körperkontakt verbringen muss. Nö, echt nicht gut. Was macht man aus so einem Tag noch?

7 Sachen vom Nähkränzchen

Auch gestern wieder hab ich 7 Fotos gemacht, von 7 Sachen, die ich mit meinen Händen gemacht hab. Ziemlich nähzentriert allerdings. Liebe nicht-nähende Leserinnenschaft: Ich verspreche hoch und heilig, dass es demnächst auch mal wieder nicht-textiles zu sehen gibt. Adventsdeko ist schon in Arbeit!

1. Dreierlei Dips angerührt – hier im Bild: Guacamole in Entstehung

2. Gemüse geschnippelt und alles nett aufgebaut.

3. Von Nähfreundin Z. ein sehr nettes vorzeitiges Geburtstagsgeschenk entgegengenommen und gleich angesteckt.

4. Dieses Schnittmuster zur Hand genommen und ausgepackt, beschlossen, dass Stoffempfehlungen für andere Leute sind und mich ans Werk gemacht.

5. Abgepaust, ein (später weitgehend zurückgebautes) FBA gemacht, zugeschnitten und dann gleich begonnen mir die Haare zu raufen, weil einfach nichts nichts nichts so passte wie es sollte. Alle Abnäher mehrfach aufgetrennt verlegt, gesteckt, genäht, getrennt, usw.

6. Nach dem Nähkränzchen ist vor dem Nachsitzen. Wer sich über alle Stoffempfehlungen erhaben fühlt ist selbst schuld, also die Maschine am Küchentisch zusammengeräumt und gleich im Nähzimmer wieder aufgebaut, auch noch die letzten Abnäher angepasst, den Reißverschluss eingesetzt und die Ärmel angenäht, so dass ich …

7. … beim Tatort ein fast fertiges Walkkleid bügeln konnte, versäubern, kürzen und letzte Anprobe (PANIK!) fehlen noch, damit die Wolldecke mich auch bei den angekündigten ersten Schneeflocken Ende der Woche adäquat wärmen kann.

Idee: Frau Liebe

Weihnachtskleid Sew-Along Teil 1 – Ideen

Die Idee zu meinem Weihnachtskleid hat mich auf Pinterest ereilt. Dort sah ich nämlich dieses Bild gepinnt …

… und war auf der Stelle verliebt. Den Schnitt hatte ich auch schnell gefunden… nur teuer war er:
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Monatelang habe ich das Bild angeschmachtet und mit mir gerungen, ob ich den teuren Einzelschnitt wirklich kaufen will. Ein Kleid mit Empirelinie und weitem Rock. Und Taschen. Und endlich mal V- Ausschnitt, hab ich eh zu wenig. Eigentlich perfekt. Aber schon arg teuer, um es sich ‚mal so‘ zu leisten. Ich schmachtete und schmachtete. Schließlich kam der McCalls/Butterick/Vogue Sale und da hab ich dann zugeschlagen und diesen Schnitt zusammen mit ein paar anderen bestellt. Hier die technische Zeichnung, ich plane die Ansicht C.
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Die Materialangabe sagt:
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Nachdem ich ganz gern ein bequemes Weihnachtskleid hätte, mit dem man auch mal auf dem Boden sitzen kann und in das viel leckeres Essen reinpasst, begab ich mich folgerichtig auf die Suche nach ’stable knits‘ und interpretiere das dann jetzt mal als Romanitjersey. Damit wird das Weihnachtskleid auch gleichzeitig mein erster Romanitversuch – wer nicht wagt, der nicht gewinnt, ne?

Entsprechend meiner neuen Lust auf Beerentöne war es dann auch irgendwie klar, dass mir auf dem letzten Stoffmarkt in Werden prompt dieser Stoff zugelaufen ist. (die Farbe ist sogar tatsächlich fast gut getroffen auf dem Foto)image

Ich denke, damit das Outfit auch festlich genug wird, trotz meliertem Jersey, suche ich mir noch einen sehr schicken Stoff mit Glamourausstrahlung für einen Loop und vielleicht Arm-Stulpen. Vielleicht krieg ich ja auch mal so ne Ansteckblume hin.

Weil es ja heute auch darum geht, andere zu inspirieren, zeige ich euch noch meine Plan B und C Weihnachtskleidschnitte:

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Vogue 8787

Vogue 8787, hier hätte ich die Variante, die in rot gestreift abgebildet ist, genäht mit Wasserfallkragen, weitem Rock und Taschen. Der Schnitt ist V8787 und kam auch im Rahmen des Sale zu mir. Genauso wie dieser hier:

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Und nochmal Vogue. Diesmal ein Vintageschnitt, V8728, der sowohl aus Jersey als auch aus Webstoff genäht werden kann. Allein das macht ihn schon attraktiv, finde ich. Den näh ich sicher bald auch nochmal, denn davon hab ich auch schon schöne Versionen im Netz gesehen.

So, und heute abend nach dem Nähkränzchen guck ich mal, was die anderen Mitstreiterinnen so planen, es scheinen ja viele zu werden. Und nach der allgemeinen Begeisterung für Evas Outfit am letzten Sonntag, würde ich jede Wette eingehen, dass ich nicht die einzige bleibe, mit einem Kleid aus Romanit…

Diese Woche gekocht

Scharfe Möhrensuppe mit Räuchertofu

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Für 4 Portionen

8 Möhren
4 Kartoffeln
1/2 Stange Lauch
1/4 Sellerie
150g Räuchertofu
50ml Schlagsahne oder Schmand
Salz, Pfeffer, Gemüsebrühe, Chili, Ingwer, Muskat, Kurkuma, Majoran

Das Gemüse putzen, grob würfeln und mit 2l Wasser und einer entsprechenden Menge Gemüsebrühe(würfeln) aufsetzen. Zum kochen bringen und dann auf kleiner Flamme köcheln lassen, bis das Gemüse gar ist.

Den Tofu zerbröseln und mit 1 TL scharfem Senf und 2 EL Olivenöl marinieren.

Eine Pfanne mit Öl auf setzen.

Die Suppe pürieren und mit viel Kurkuma und Muskat, Chili je nach gewünschter Schärfe, Salz, Pfeffer und je einer Prise Ingwer und Majoran würzen.

Die Tofubrösel knusprig braten.

Die Sahne unter die fertige Suppe ziehen und beim anrichten je einen bis zwei Esslöffel Tofu zur Suppe geben.

Weihnachtskleid-Näherei

Habt ihr schon gesehen? Auch dieses Jahr gibt es wieder einen Weihnachtskleid-Sew-Along. Die wunderbare Katharina vom Blog sewing addicted hat ganz spontan die Weihnachtskleider adoptiert und gibt uns nun in der Adventszeit ein ruhiges Plätzchen um unserem Hobby zu fröhnen und uns über das passende Outfit für’s Fest auszutauschen. Das ist ganz schön toll von ihr!

Ich hab total strebermäßig schon Schnitt und Stoff für mein Weihnachtskleid gehortet – aber ich freu mich trotzdem sehr auf Sonntag und die große Ideensammlung zum Weihnachtskleid-Sew-Along-Auftakt! Denn all diese Planungen und Ideen versetzen mich immer in ganz euphorisch-freudige Nähstimmung.

Vielleicht seid ihr noch unentschlossen oder schon fest auf Weihnachtskleid-Kurs? Schaut mal bei Katharina vorbei, sie hat sich einen sehr guten Zeitplan überlegt. Und auch wer bisher vielleicht noch nicht viel Kleidung genäht hat, oder noch nie ein Kleid, für den ist so ein Sew-Along eine tolle Motivation und Unterstützung, weil man ganz viele Ideen, Tipps und Tricks mitbekommt. Und natürlich muss nicht jede gleich ein Ballkleid nähen, es geht vielmehr darum, sich in der Adventszeit nicht nur schöne Sachen für andere zu überlegen, sondern sich auch selbst was gutes zu tun und sich ein schönes Outfit für untem Baum zu gönnen. Eins in dem man sich wohlfühlt und das genau zu den eigenen Vorstellungen passt. Also los jetzt: Alle mitmachen und am Sonntag gemeinsam mit uns Ideen entwickeln, gegeneinander abwägen, verwerfen und neue finden!

Weihnachtsvorboten…

…woran merkt man dass bald Weihnachten ist?

Deko und Gebäck gibts ja schon ab August. Die taugen nicht als Indikator. Aber es gibt einen totsicheren Anhaltspunkt für herannahende Adventszeit: die Blinke-Quote.

Als Bahnpendler im Ruhrgebiet brauche ich keine Information, wann der Weihnachtsmarkt eröffnet. Ich zähle einfach die Anzahl der Gruppen blinkender Menschen im Zug. Ist die größer als 1 und es ist nicht Freitag (dann muss man noch um die Junggesell(inn)enquote bereinigen) ist klar: Weihnachtsmarkt offen. Fortan läuft der Alltag etwa so: morgens Berge von Rentnerinnengrüppchen von 4 bis 12 Personen, entweder alles Frauen oder Paare, im Zug. Ausgestattet mit in Alufolie eingewickelten Sektflaschen, Flachmann (denn wer zahlt schon gern für den Schuss im Glühwein) und pro Person min. einem Blinkedings. Dezentes Blinken ist am Revers befestigt, etwas weniger dezent die blinkende Nikolausmütze, Krönung der Blinkeaccessoires: blinkendes Rentiergeweih auf Haarreif. Alle das gleiche damit man seine fellow Mitblinkenden nicht verliert. So blinken und betrinken sie sich unverschämt fröhlich und meist zu laut in der Bahn um halb neun. Danach fallen sie alle beim Bäcker im Bahnhof zum Frühstück ein („einen Filterkaffee und ein Fleischwurstbrötchen ohne Salat“) um dann entweder zu einem ausgedehnten Geschenkegroßeinkauf in „Essen – Die Einkaufsstadt“ aufzubrechen oder aber über den Weihnachtsmarkt herzufallen, kaum dass der erste Stand sein Törchen öffnet. Beides kann kombiniert werden, muss aber nicht. Pflicht ist allerdings der Verzehr von min. 1 Bratwurst, 1 Portion Reibekuchen und 1 Crepe sowie die regelmäßige Zufuhr von Glühwein, um den Pegel zu halten. Mit einem Berg von Einkaufstüten im Schlepptau trifft man die gleichen Gruppen dann, leicht derangiert und noch lauter, in der Bahn am Abend wieder, nachdem man sich vorher schon gegen den Strom der deutlich jüngeren „Nachfeierabend-Blinkegruppen“ dem Bahnhof entgegemgeschoben hat.

Meine Eltern behaupten ja, jeder Mensch habe offenbar noch ein weiteres Auto zu Hause, das er nur in der Adventszeit rausholt und mit dem er dann zusätzlich rumfährt und die Straßen verstopft, die allseits bekannten Adventsautos also. Ich bin nun aber sicher, dass die gesamte Bevölkerung des Sauer-, Sieger- und Münsterlands jenseits der 60 pro Adventszeit mindestens einmal pro Woche ins Ruhrgebiet gondelt (1 mal mit dem Kegelclub, 1mal mit dem Stammtisch, 1mal mit dem Kirchenchor, 1mal mit der Skatrunde). Das heißt die These von den Weihnachtsautos ist nur haltbar, wenn die alle an den anderen 6 Tagen der Woche pausenlos mit ihren Adventsautos rumgurken.

Halb Holland fällt natürlich auch noch über uns her, aber die kommen mit dem Reisebus und nicht mit dem Zug, deshalb weiß ich nicht, ob sie ihren Sekt auch in Alufolie einwickeln, blinken tun sie auch. Allerdings ist das irgendwie gerecht schließlich überfallen wir ja auch an jedem nordrheinwestfälischen Feiertag die holländischen Grenzorte und kaufen denen den gesamten Vorrat an Kaffeepads und Vanillevla weg.

So, in diesem Sinne fröhliche Blinkezeit…

Me made Mittwoch: Reisekleid

So wie viele berichten, bin auch ich immernoch etwas groggy vom Wochenende, gleichzeitig aber auch immernoch angefüllt mit Freude über so viel spontane Verbundenheit. Ein paar neue Blogs sind auch schon im Reader gelandet.

Ich trage heute das Kleid, das ich auch auf der Zugfahrt nach Berlin anhatte, ein superbequemes Strickkleid ohne viel Schnickschnack.

Den Schnitt Onion 2036  habe ich letztes Jahr schonmal aus Webstoff genäht, und ich trage das Kleid nach wie vor gern, aus Strickstoff gefällt es mir aber noch viel besser.

Richtig kuschelig und trotzdem relativ angezogen. Wäre bestimmt auch toll aus Romanit 😉

Ich habe diesmal die Ärmel gekürzt und wieder mit langen Jerseybündchen versehen, das ist im Alltag einfach am praktischsten. Mit der Farbe der Bündchen hab ich mich erst schwer getan, ich wollte es eigentlich neutraler. Aber dann fiel mir dieser Schal ein und dazu ist es dann jetzt sehr stimmig.

Durch zwei seitliche Abnäher im Vorderteil und lange Rückenabnäher sitzt das Kleid, besonders aus dehnbarem Stoff sehr gut „auf Figur“. Die Länge empfinde ich auch als genau richtig. Leider nicht gut geworden ist das Jerseybündchen am Hals – nicht genug gedehnt, steht ab… Leidiges Thema. Aber bei Frau Januarkleider habe ich den Trick gesehen, den Halsausschnitt mit Wäschegummi abzuschließen, das werde ich hier mal probieren.

Die Details:
Schnitt: Onion 2036

Größe: 40 abgepaust (für Webstoff), verkleinert
Stoff: Wolle/Polystrick, Quelle: Alfatex
Verbrauch: 1,5m
Kosten: 7,50 (reduziertes Reststück von ca. 1,8m)
Änderungen: Rückenteil im Bruch zugeschnitten. Kein Reißverschluss. Vorne und hinten im Bruch 3cm weniger ggü. meiner Grösse aus Webstoff, zusätzlich entlang der Raglannaht und in der Taille ohne Nahtzugabe zugeschnitten. Ein Hinweis noch: Die Originalärmel sind ausgestellt, aber im Schnitteil entschieden zu kurz, das war ursprünglich der Grund, Bündchen dran zumachen.
Schwierigkeitsgrad: einfach (derSchnitt wurde im letzten Nähkränzchen gleich zweimal als Erstlingsschnitt verwendet)
Würde ich den Schnitt nochmal nähen? Ja. Aus Strickstoff oder Romanit

Ob die anderen memadeDamen auch noch etwas geplättet vom Wochenende sind, so wie ich? Schauen wir doch mal hier, wer Mellenis Ruf gefolgt ist. Merci Moderationscrew für die Heinzelmanndienste im Hintergrund!

 

Aaaaaaaaaaaaaaaah, beinahe hätte ich es vergessen: Hatte irgendwer von euch ohnehin vor, innerhalb der nächsten Woche bei alfatex online zu bestellen? Ich habe (dank Kaufrausch am Montag in der Filiale) einen 5,- Euro-Gutschein-Code zu vergeben. Die erste, die „hier“ schreit, kriegt ihn. Gilt bis 30.11.

Bericht vom Bloggerinnentreffen 2012

Ich bin auf dem Rückweg und gerade iegendwo zwischen Wolfsburg und Hannover. Diesmal keine Handarbeits-Homies in der Nähe, dafür ein Kaninchen, das auf den Namen Hasi hört vor uns.

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Und 2 Pott-Schüler-Jungs die sich herzig-süß über Probleme unterhalten, die mit 18 sooo enorm wichtig sind und heute so schön klein wirken (Wieviele Fehler man in der theoretischen Führerscheinprüfung gemacht, Festivalausstattung, sowas). Sie klingen dabei auch ganz vertraut heimisch ( Pottgrammatik, Typ unter 20: Subjekt Prädikat Beleidigung, „Alter“! ). Mir schwirren noch viele Gedanken und Eindrücke im Kopf rum, die ich so langsam verarbeite.

Angereist bin ich erst am Samstag, so dass ich weiterhin einen Kaufrausch am Maybachufer auf der ToDoListe belassen muss. Es wurde aber sehr positiv davon berichtet. Also stieß ich am Samstag zur täglich wachsenden Gruppe der Freundinnen textiler Hobbies und des darüber Bloggens. Weil es in ein echt schickes Restaurant ging, hab nicht nur ich mich aufgebrezelt. Eine tolle Gelegenheit, das Weihnachtskleid auszuführen, das leider viel zu selten aus dem Schrank darf. Hier ein dämmriges Foto vorm Hotelspiegel (ein unkooperativer Mensch ohne Verständnis für Bloggerinnennöte hat leider ein hässliches Sofa ins Bild gestellt)

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Das Essen war reichlich und super, nach anfänglicher nervöser Befangenheit kam ich gern und gut mit meinen Nachbarinnen Dodo und Mimmi ins Gespräch. Ein bisschen schade war es, dass man rel. lang an einem Platz saß und so kaum einen Blick auf die schönen Kleider der anderen werfen konnte (und die tollen Schuhe z.B. von Frau Mad for Mod) und auch erst nach dem das Essen aufgegessen war durch Platzwechsel auch andere Gesprächspartnerinnen abklappern konnte. Viel zu früh überfiel mich daher die Müdigkeit und ich war sehr froh, am Sonntag noch eine zweite Chance zu bekommen.

Diese zweite Chance habe ich dafür umfangreich genutzt um z.B. mit Wiebke zu reden, auf die ich schon vorher ganz neugierig gewesen war. Toll, dass wir das dann noch ausführlich konnten! Am Sonntag gab es größtenteils Stehmöglichkeiten, denn es war ganz schön rummelig und die Kaffeeschlange auch stets lang. So konnte man ausführlich Kleider bestaunen (und befühlen). Die Gespräche drehten sich aber z.B auch um die Kommerzialisierung/Monetarisierung von Blogs, die Frage, ob ein extensiv ausgeübtes und öffentlich gemachtes Hobby beim Arbeitgeber schlecht ankommt und natürlich um Stoffquellen. Hierzu gab es eine Kollektion Jersey-Stoffe, die Wiebke als Anschauungsobjekte mitgebracht hatte und die eifrig gedehnt, gestreichelt und analysiert wurden. Auch eine kleine Sammlung an selbstgenähtem gab es zu bestaunen.

Lustig fand ich, dass doch bei den meisten galt, dass die Bloggerin durchaus ganz gut zu dem Bild passt, dass man sich von ihr im Blog machen kann. Und ich habe mich sehr gefreut viele der Frauen hinter den von mir geschätzten Blogs mal persönlich kennenzulernen. Es lohnt sich auf jeden Fall.

Jetzt bin ich ziemlich erledigt und sehne mich nach Sofa und Tatort heute abend.

Ergänzung 19.55 Uhr
Auf der Rückfahrt noch einen sympathischen polnischen Taxifahrer gehabt, der uns erklärte, dass alle Probleme der Welt inkl. der Tatsache, dass kein Taxifahrer mehr eine Adresse ohne Navi findet, auf den Zusammenbruch der Sowjetunion zurückzuführen sind. Denn: „Iste die Welt nicht mehr in Waage. Auf eine Bein kann nichchcht stehen. Steht Welt auf eine Bein. Ist Bein Faschismus und Kapitalismus.“ Weißte Bescheid. So viele neue Erkenntnisse an einem Tag, was will man mehr?