Marotten: Bücher empfehlen

Heute mal was aus der Kategorie „Schrullige Angewohnheiten“.
Ich bin relativ wahllos, was neue Bücher anbelangt. Ich finde z.B. fast immer ein Buch auf dem Flohmarkt und oft ist das dann etwas, was ich mir nicht gezielt in der Buchhandlung ausgesucht hätte, aber was sich im Nachhinein als sehr lesenswert herausstellt (ein Beispiel dafür bespreche ich morgen). Auch die „Mängelexemplare“-Kisten in den Bahnhofsbuchhandlungen haben mir hier schon vielfach wahre Schätze eingebracht. Einfach unterwegs gekauft und dann mit Leidenschaft gelesen. Herr Siebenhundertsachen praktiziert ein ähnliches Verhalten mit ebooks, was es gerade günstig gibt, wird in Betracht gezogen. Ich bin so über die Jahre zu einer großen Anhängerin des ergebnisoffenen Buch-Kaufs geworden. Zum Beispiel gehe ich auch in der Stadtbücherei gern wahllos in eine Regalreihe, wo z.B. ein von mir gemochter Autor steht und suche dann in seiner Nähe nach anderen Büchern.
Weil diese Strategie für mich so toll funktioniert habe ich mir nun diesbzgl. missionarisches Verhalten angewöhnt. Zuerst habe ich damit begonnen, Bücher „freizulassen“. Als ich bemerkt habe, dass ich diese oft danach in der Pförtnerloge unseres Gebäudes wiedersah, habe ich begonnen bewusst der Pförtnerin Bücher hinzulegen. Ich durchforste außerdem mehrfach pro Woche die Mängelexemplar-Kisten. Nicht weil ich etwas kaufen möchte, ich kaufe nur ein Buch, wenn ich mehr als 10 Minuten warten muss und nichts zu lesen dabei habe. Aber ich suche Bücher raus, die ich lesen würde und lasse sie dann auffällig platziert liegen, so dass andere von mir eine stille Leseempfehlung erhalten.
Gestern z.B:

Moskau Bel Etage von Grigori Rjaschski
Wie wir damals auf dem Bauernhof geheiratet haben … von Kerstin Höckel

Ob jemand sie lesen wird? Werden sie ihm gefallen?

Und was habt ihr für schrullige Eigenschaften? Wie kommt ihr darauf, welches Buch ihr als nächstes lesen wollt? Kauft ihr Bücher? Oder leiht ihr sie?

10 Gedanken zu “Marotten: Bücher empfehlen

    • siebenhundertsachen schreibt:

      Ja, kenne ich. Habe ich auch eine Zeit lang gemacht, aber ich habe nie vom Verbleib meiner Bücher was gehört, so dass icn jetzt den eifacheren Weg wähle, einfach ein Postit ans Buch zu kleben, dass man es mitnehmen darf und es irgendwo liegen zu lassen.

  1. Wiebke schreibt:

    Eines meiner liebsten Bücher habe ich mal in der ewig langen samstäglichen Schlange vor dem Counter der öffentlichen Bücherei „zufällig“ gegriffen, um die Wartezeit zu überbrücken. Es stand da so einsam und verloren am Rand eines Regals…. warst du vor mir dort gewesen?
    LG
    Wiebke

  2. frifris.blogspot.com schreibt:

    Haha, und ich denke immer, die die die Bücher oben liegen lassen, sind nur zu faul zum reinräumen 😉

    Ich bin leidenschaftliche Bibliothekengängerin, und Krimis lese ich in einer Wanderrunde (also jede/r kauft pro Jahr ein Buch und lässt es dann per Post wandern). Früher hab ich viel über Tauschticket gelesen/getauscht, aber seitdem dort Gebüren verlangt werden, nicht mehr.
    Ich habe eine Abneigung mir Bücher anzuschaffen, weil unsere Wohnung so voll ist. Gelesene stelle ich auf den Marktplatz ins Regal (du kennst das, ein gläsernes Bücherregal bei dem jeder nehmen oder reinstellen kann). Inzwischen lese ich fast nur noch Krimis, leider, das ist der Nachteil einer Wanderrunde.

    • frifris.blogspot.com schreibt:

      Achso, und in der Bücherei laufe ich einfach ziellos durch die Regale und ziehe ab und zu mal eins raus, was interessant aussieht. Da entdeckt man wirklich die erstaunlichsten Bücher. Buchhandlungen sind in der Hinsicht echt langweilig, da dort ja massiv von Verlagen beworbene „Bestseller“ hochgestapelt sind und das Angebot nur noch wenig in die Breite geht (es sei denn, man sucht noch Radiergummis mit Vampirzähnen oder so).

  3. Corrisande schreibt:

    Was für eine schöne Idee 🙂
    Ich kaufe Bücher immer nach ‚Inspiration‘. Oft genug springt mich eines einfach an – auf Grund des Titels oder des Covers. Dann lese ich die erste Seite an (Klappentexte finde ich selten wirklich wahrheitsgemäß aussagekräftig) und wenns mir gefällt… auf gehts 🙂

    So viele Büchereinträge dieser Tage, ich glaube, ab morgen starte ich doch wieder meinen Büchersonntag. Vielleicht hast du ja Lust, mitzumachen?

    LG

  4. Mrs.Wusel schreibt:

    Hihi – ich habe die gleiche Büchermarotte wie du! Sehr sympathisch, finde ich. Allerdings kann ich mich nur gaaaanz schwer von Büchern trennen. Hier bei uns gibts vor dem Supermarkt seit dem Frühjahr einen Bücherschrank zum tauschen und ich habe mir fest vorgenommen, da mal was reinzustellen – bisher hole ich immer nur raus *g*. Her mit den Büchern aus Mängelkisten, Antiquariaten und vom Flohmarkt … da habe ich schon einige wunderbare Schätze entdeckt. Zum Glück ist der Göttergatte auch so ein Buchsammler und hat Verständnis, wenn ich wieder neuen Lesestoff anschleppe. Der einzige Nachteil: wir müssen ständig neue Bücherregale kaufen *g*

    Deine Formulierung mit dem „ergebnisoffenem Buchkauf“ find ich super – das merk‘ ich mir 🙂

    Liebe Grüße,
    Mrs. Wusel

  5. mambapferd schreibt:

    Hihi.. noch eine Verrückte – ich mach das nämlich auch so. Vor allem mit Büchern, die ich schon kenne und liebhabe, da will ich dann, dass alle die kennen und liebhaben.
    Liebe Grüße
    mamba

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