Bericht vom Bloggerinnentreffen 2012

Ich bin auf dem Rückweg und gerade iegendwo zwischen Wolfsburg und Hannover. Diesmal keine Handarbeits-Homies in der Nähe, dafür ein Kaninchen, das auf den Namen Hasi hört vor uns.

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Und 2 Pott-Schüler-Jungs die sich herzig-süß über Probleme unterhalten, die mit 18 sooo enorm wichtig sind und heute so schön klein wirken (Wieviele Fehler man in der theoretischen Führerscheinprüfung gemacht, Festivalausstattung, sowas). Sie klingen dabei auch ganz vertraut heimisch ( Pottgrammatik, Typ unter 20: Subjekt Prädikat Beleidigung, „Alter“! ). Mir schwirren noch viele Gedanken und Eindrücke im Kopf rum, die ich so langsam verarbeite.

Angereist bin ich erst am Samstag, so dass ich weiterhin einen Kaufrausch am Maybachufer auf der ToDoListe belassen muss. Es wurde aber sehr positiv davon berichtet. Also stieß ich am Samstag zur täglich wachsenden Gruppe der Freundinnen textiler Hobbies und des darüber Bloggens. Weil es in ein echt schickes Restaurant ging, hab nicht nur ich mich aufgebrezelt. Eine tolle Gelegenheit, das Weihnachtskleid auszuführen, das leider viel zu selten aus dem Schrank darf. Hier ein dämmriges Foto vorm Hotelspiegel (ein unkooperativer Mensch ohne Verständnis für Bloggerinnennöte hat leider ein hässliches Sofa ins Bild gestellt)

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Das Essen war reichlich und super, nach anfänglicher nervöser Befangenheit kam ich gern und gut mit meinen Nachbarinnen Dodo und Mimmi ins Gespräch. Ein bisschen schade war es, dass man rel. lang an einem Platz saß und so kaum einen Blick auf die schönen Kleider der anderen werfen konnte (und die tollen Schuhe z.B. von Frau Mad for Mod) und auch erst nach dem das Essen aufgegessen war durch Platzwechsel auch andere Gesprächspartnerinnen abklappern konnte. Viel zu früh überfiel mich daher die Müdigkeit und ich war sehr froh, am Sonntag noch eine zweite Chance zu bekommen.

Diese zweite Chance habe ich dafür umfangreich genutzt um z.B. mit Wiebke zu reden, auf die ich schon vorher ganz neugierig gewesen war. Toll, dass wir das dann noch ausführlich konnten! Am Sonntag gab es größtenteils Stehmöglichkeiten, denn es war ganz schön rummelig und die Kaffeeschlange auch stets lang. So konnte man ausführlich Kleider bestaunen (und befühlen). Die Gespräche drehten sich aber z.B auch um die Kommerzialisierung/Monetarisierung von Blogs, die Frage, ob ein extensiv ausgeübtes und öffentlich gemachtes Hobby beim Arbeitgeber schlecht ankommt und natürlich um Stoffquellen. Hierzu gab es eine Kollektion Jersey-Stoffe, die Wiebke als Anschauungsobjekte mitgebracht hatte und die eifrig gedehnt, gestreichelt und analysiert wurden. Auch eine kleine Sammlung an selbstgenähtem gab es zu bestaunen.

Lustig fand ich, dass doch bei den meisten galt, dass die Bloggerin durchaus ganz gut zu dem Bild passt, dass man sich von ihr im Blog machen kann. Und ich habe mich sehr gefreut viele der Frauen hinter den von mir geschätzten Blogs mal persönlich kennenzulernen. Es lohnt sich auf jeden Fall.

Jetzt bin ich ziemlich erledigt und sehne mich nach Sofa und Tatort heute abend.

Ergänzung 19.55 Uhr
Auf der Rückfahrt noch einen sympathischen polnischen Taxifahrer gehabt, der uns erklärte, dass alle Probleme der Welt inkl. der Tatsache, dass kein Taxifahrer mehr eine Adresse ohne Navi findet, auf den Zusammenbruch der Sowjetunion zurückzuführen sind. Denn: „Iste die Welt nicht mehr in Waage. Auf eine Bein kann nichchcht stehen. Steht Welt auf eine Bein. Ist Bein Faschismus und Kapitalismus.“ Weißte Bescheid. So viele neue Erkenntnisse an einem Tag, was will man mehr?