Fleischloser Donnerstag

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Sehr passende Guerilla-Art, gesehen im September in Bochum

Mich als olle 98% Vegetarierin und den 100% vegetarischen Gatten muss natürlich keiner mehr überzeugen. Ich bin eigentlich auch nicht missionarisch mit dem Vegetarismus, lege nur auf Nachfrage hin natürlich jedem gern meine Gründe dar. Die Entscheidung für eine weitgehend fleischlose Ernährung wurde mir im Prinzip in die Wiege gelegt und auch wenn ich zwischendurch immer mal wieder auch Fleisch-Ess-Phasen hatte, kommt es mir eigentlich nie in den Sinn mit Fleisch zu kochen und ich könnte das wohl auch gar nicht. Viele Menschen, die ich kenne, können die Gründe, kein Fleisch zu essen, seien es ethische, moralische, klimatische, entwicklungspolitische oder gesundheitliche eigentlich nachvollziehen, sagen aber „ohne Fleisch geht für mich nicht“. Das kann ich irgendwie verstehen, Geschmack, Genuss und Kochen erlernt man schließlich seit seiner Kindheit und auch ich habe manche wenige Sachen mit Fleisch, auf die ich nur ungern verzichten würde, weil sie mich an Kindheit erinnern oder so. Einen ersten und wichtigen Schritt fände ich da zum Beispiel, auf Fleisch aus Massentierhaltung zu verzichten und sich lieber nur selten Fleisch zu gönnen, dann aber welches, das biologisch und regional produziert wurde.

Eine ähnliche, und wie ich finde sehr gute, Idee, ist die des „fleischlosen Donnerstags“, die inzwischen von vielen deutschen Städten aufgegriffen wurde. Vorreiter ist hier in Europa die belgische Gemeinde Gent, die als erste Stadt einen fleischlosen Tag eingeführt hat. Die Idee dahinter ist, dass es eigentlich niemandem schwerfallen sollte, einen Tag pro Woche auf Fleisch zu verzichten, aber über 200 000 Bürger einer Stadt auch durch nur einen wöchentlichen Tag ohne Fleisch schon große Mengen CO2 einsparen, viele Tiere retten und einen wichtigen Beitrag zur Weltnahrungssicherung leisten können.

Die Idee ist natürlich nicht gänzlich neu. Seit Jahren setzen sich in den USA Prominente für den Meatless Monday ein. Der VeBu betreibt die Kampagne hierzulande schon seit einigen Jahren. Ich finde es aber dennoch bemerkenswert, dass viele deutsche Städte sich der Aktion anschließen, insbesondere, wenn dies auch zu einem Veggietag in Schulmensen und städtischen Kantinen führt, weil dadurch wertvolle Aufklärungsarbeit geleistet wird. Denn immernoch denken viele, vegetarische Ernährung führe eher zu Mangelernährung und sei ungesund. Dabei ist das Gegenteil der Fall. Ich bin zum Beispiel auch schon öfter gefragt worden, ob ich denn in der Schwangerschaft nicht besser Fleisch essen solle. Dabei sind sich da meine Frauenärztin und die deutsche Gesellschaft für Ernährung sehr einig, dass vegetarische Ernährung weder in der Schwangerschaft, noch in der Stillzeit oder beim Heranwachsen problematisch ist. Diese und viele andere sehr gut aufbereitete und interessante Fakten zum Thema kann man auf der Internetseite zur Aktion nachlesen: www.donnerstag-veggietag.de, die vom VeBu in Kooperation mit vielen Partnern, wie Oxfam, Global Marshall Plan, dem sneep und anderen, betrieben wird. Insbesondere auf der Seite „Hintergrund“ habe auch ich noch neues dazugelernt und die ausführliche Lektüre lohnt sich.

Ich bin übrigens durch meine ziemlich fleisch-versessene Schwester auf die Aktion aufmerksam geworden, die nun auch donnerstags auf Fleisch verzichtet. Und auch das eine wichtige Lehre: obwohl wir alle drei weitgehend vegetarisch aufgewachsen sind, haben meine Geschwister und ich uns als Erwachsene dennoch ernährungstechnisch sehr unterschiedlich entschieden. Offenbar erzieht man seinen Kindern also keinen kompromisslosen Vegetarismus an, nur weil man mehrheitlich auf Fleisch verzichtet und sie über die Umstände der Fleischproduktion aufklärt.

Also, wie wär’s? Noch ein Vorsatz für’s neue Jahr gefällig? Ich werde euch gern dabei unterstützen, indem ich, so weit ich es schaffe, donnertags zukünftig ein vegetarisches Rezept oder etwas anderes themenbezogenes poste. Vielleicht mag ja die eine oder andere Bloggerin sich anschließen beim Veggieblogtag-Donnerstag?

Edit: hach, als hätte ich prophetische Fähigkeiten tauchte just heute mittag anlässlich der Keime in Schweinemett auch die Meldung über den Fleischatlas 2013 prominent in den Medien auf. Dies untermauert die Dringlichkeit des Anliegens. Hier die Meldungen auf heute.de und tagesschau.de. Ich fänd ja die Erkenntnis, dass ich im Leben 1000 Hühner esse ziemlich erschreckend… und: wer isst denn meine 1000 Hühner auch noch mit?

Me made Mittwoch – zurück im Alltag

Der Alltag hat mich, wie die meisten von euch, wieder. Auch der Me made Mittwoch ist zurück im Alltag und Julia zeigt heute trocken-komisch ein sehr praktisches Kleid 😉

Ich war in der letzten Woche mit meinen beiden Nähmaschinen (!) im Exil auf dem Lande und kann deshalb nicht nur von ein wenig Erholung zehren, sondern auch was neues zeigen. Einen Rock. Die regelmässigen LeserInnen werden bereits ahnen, ja, es ist wieder Simplicity 2451, das Knotenkleid unter den Röcken.

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ABER, so ganz *gähn* laaaaaangweilig ist er nicht. Also nicht nur, weil er petrol und winterlich und toll ist. Alles schon genug Gründe sofort seinem Fanclub beizutreten. Er ist sogar noch besser …

Es ist nämlich:IMAG2412

Die Umstandsvariante von 2451. Jawoll. Wir erwarten im Verlauf des Jahres die Ankunft eines Minimenschen im Hause Siebenhundertsachen. Und so langsam braucht es Platz. Aber keine Angst, dieses Blog wird jetzt nur wegen ein paar Umstandsklamotten nicht gleich zum Muttiblog mutieren. Ich bleib bei meinen Leisten.

Der Rock ist aus sog. Shetland-Wolle von Alfatex, 70%Wolle, 30% Polyester, vor einigen Wochen im Angebot im Bochumer Ladengeschäft gekauft. Trägt sich sehr angenehm und warm und vernähte sich 1a. Der Schnitt ist ideal für die Änderung zum Umstandsrock. Da der Bund ohnehin eher tief sitzt und rund ist, muss man im Verhältnis nicht mehr viel zusätzlich ausschneiden, die Schnittführung bleibt erhalten, ebenso wie -juchee- die Taschen. Der Jerseybund ist vorn doppelt so hoch wie hinten und an den Seiten gerafft. Das hab ich mir bei Paula abgeguckt.

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Ich hab den Rock gefüttert und er ist das erste Stück, bei dem meine neue Overlock so richtig zum Einsatz kam. Jetzt sieht er von innen so schön aus, dass ich ihn am liebsten auf links tragen würde.

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Julia im Allroundkleid und viele andere hübsch gekleidete Damen im Schmuddelwetter-Alltag versammeln sich heute wieder auf dem Me Made Mittwoch-Blog. Danke für die unermüdliche Arbeit im Hintergrund und Vordergrund, liebe MeMadeMittwoch-Heinzelfrauen!