Gelesen: Familienalbum

Eins meiner Weihnachtsgeschenkbücher war dieses:
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Familienalbum von Penelope Lively

Ich hab das Buch im Urlaub angefangen und mich dann noch eine ganze weitere Woche hindurchgequält, obwohl es eher ein Büchlein als ein Buch ist. Sehr groß gedruckt bringt es dennoch nur knapp 300 Seiten mit. Ich kann nicht sagen, es wäre ein schlechtes Buch, aber es hat mir auch keine Entzückensschreie entlockt. Ich hatte es mir aufgrund einer absolut euphorischen Buchkritik von Christine Westermann gewünscht, die sonst eigentlich selten daneben liegt, aber hier kann ich nicht zustimmen.

Das Buch erzählt die Geschichte einer Großfamilie in England, beginnend in den 70ern bis heute. Die Geschichte wird unchronologisch in Episoden aus Sicht der einzelnen 9 Familienmitglieder erzählt. Die Autorin wechselt dabei nicht nur die Erzählperspektive sondern innerhalb der einzelnen Episoden auch noch zwischen Ich-Erzähler und dritter Person. Ein überflüssiger Kunstgriff, wie ich finde. Die Familiengeschichte plätschert vor sich hin, es wird hier und da ein DUNKLES GEHEIMNIS angedeutet, das sich am Ende als konstruiertes kleines Geheimnisschen herausstellt. Man wird mit keinem der Charaktere richtig warm, weil man jeden nur kurz begleitet. Auch ist keine wirkliche Entwicklung zu spüren, weder bei den Personen noch im Lauf der Geschichte. Am Ende steht man vor dem Bild einer Familie, die sich entfremdet hat und deren Mitglieder recht orientieungslos herumleben und die hierfür vorgebrachten Gründe sind doch etwas fadenscheinig. Ich fand das Ganze frustrierend und wenig spannend, z.T. völlig abstrus, klischeehaft, zuweilen verworren. Vielleicht liegt es daran, dass mir eigentlich alle handelnden Personen mehr oder weniger unsympathisch waren, vielleicht an der chaotischen Erzählweise. Nicht so meins.