Veggieblogtag #3: Potthucke vegetarisch

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Der Veggieblogtag unterstützt die VeBu-Aktion „Donnerstag=Veggietag„. Jeden Donnerstag gibt es hier bei mir und bei allen BloggerInnen die mitmachen wollen etwas themenbezogenes zu lesen, Rezepte, Tipps, lesenswertes. Wer Lust hat darf gern mitmachen und auch das Bild aus der Seitenleiste mitnehmen. Hinterlasst gern einen Kommentar. Alle Rezepte pinne ich auch bei Pinterest auf dieses Board. Mehr Infos zur Aktion auch in diesem Blogpost.
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Ein Problem, das wohl viele Vegetarier kennen ist, gerade im Winter, die Sehnsucht nach richtig deftigem Essen. Schmorgerichte, Braten, gute deutsche Küche. Zuweilen treibt, zumindest mich, der Geruch von Speck, Geräuchertem und Deftigem, sehnsüchtig in Richtung eines der Fleischgerichte in der Mensa. Zum Glück schlägt, meist noch kurz vor der Ankunft an der Theke mein Gewissen zu. Aber dennoch. Die Suche nach deftigem, nicht schick-italo-asiatischem, grundbodenständigem Essen für den Winter, bleibt eine Passion. Die manchmal unerwartete Erfolge hervorbringt, wie dieses Gericht, das Herrn Siebenhundertsachen und mich gleichermaßen erfreut hat. Und das wir ganz sicher in unser Standard-Repertoire aufnehmen werden.

Potthucke ist ein traditionelles westfälisches Gericht. Der Name kommt von „im Pott hocken“, denn ursprünglich wurde dieser herzhafte Kartoffelauflauf natürlich in einem gusseisernen Topf in der Glut im Ofen zubereitet. Die westfälische Küche zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass sie sehr deftige Geschmacksrichtungen mit süßen Elementen verbindet. Potthucke ist ein typisches nahrhaftes Arme-Leute-Essen, das ohnehin kein oder wenig Fleisch enthält (je nach Rezept werden nur Kartoffeln verwendet oder mit Speck, Schinken und/oder Zwiebeln kombiniert). Ich habe das Originalrezept anlässlich des Nordrheinwestfalentages im Radio gehört und vegetarisch abgewandelt.

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Man braucht für 3:

1kg Kartoffeln, vorwiegend festkochend, 1/3 davon vorgekocht, z.B. vom Vortag
2 Eier
1 große Zwiebel
90 g Räuchertofu
1/2 Becher Sahne
1/2 Becher Schmand

Dazu:
Rübenkraut oder Apfelmus oder Salat und Joghurtsoße

Den Ofen auf 180 Grad vorheizen.

1/3 der Kartoffeln kochen und schälen, falls nicht eh noch ein paar Pell- oder Salzkartoffeln vom Vortag da sind. Die gekochten Kartoffeln stampfen. Die restlichen, rohen Kartoffeln schälen und grob reiben.

Die Zwiebel und den Tofu in gleich große Würfel schneiden und in Butterschmalz anbraten.

Nun Kartoffeln, Zwiebeln, Tofu, Sahne, Schmand und Eier zu einem Teig vermengen, diesen kräftig salzen und mit Pfeffer, Muskat und Rauchsalz, wer hat, abschmecken. Eine Auflauf- oder Kastenform oder einen gusseisernen Topf fetten und den Teig hineingeben.

40-50 Minuten backen, bis die Potthucke gar und oben schön knusprig braun ist.

Original westfälisch gibt es dazu Rübenkraut (hochdeutsch Zuckerrübensirup). Wem das zu merkwürdig ist (ist es nicht, es ist toll!), der kann auch erstmal Apfelmus dazu testen. Oder ganz neutral eine Joghurtsosse und einen gemischten Salat. Der hartgesottene Westfale isst die Potthucke auch in Scheiben kurz angebraten mit Rübenkraut auf Schwarzbrot, falls was für den nächsten Tag geblieben ist – was ich aber stark bezweifle…

Und was ist heut so auf eurem fleischlosen Teller?