Gelesen: Pink Hotel

Das nächste Weihnachtsgeschenkbuch wurde bedeutend schneller und mit bedeutend mehr Lesefreude verschlungen:
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Titel: Pink Hotel

Autor: Anna Stothard

Verlag: Diogenes

Ein absolut tolles Buch! Ich bin restlos und vollkommen begeistert und empfehle es nachdrücklich. Worum es geht? Dieses Buch ist sowas wie ein road movie in Buchform. Die 17jährige Hauptperson des Buches ist ein intelligentes aber in sozialen Beziehungen verwahrlostes junges Mädchen, die in London bei ihrem Vater und ihrer Stiefmutter aufgewachsen ist, nachdem ihre Mutter sie (damals selbst erst 17jährig) verlassen hatte. Von ihrer Mutter hatte sie zwischenzeitlich nichts mehr gehört, Liebe erfuhr sie vor allem von ihren inzwischen verstorbenen Großeltern, als sie plötzlich, wie aus heiterem Himmel vom Unfalltod ihrer Mutter in Los Angeles erfährt. Gerade von der Schule geflogen klaut sie kurzentschlossen die Kreditkarte ihrer Stiefmutter, bucht einen Flug und findet sich mitten in einer bizarren Totenwache-Party im Pink Hotel wieder, das ihrer Mutter gehörte. Sie begibt sich auf die Suche nach Spuren ihrer Mutter seit sie aus London verschwand, rekonstruiert langsam ihr Leben und Lieben in L.A. und findet dabei, mehr zufällig, auch selbst zum ersten Mal Liebe. Die Geschichte ist dabei nie kitschig, nie voraussehbar, bis zur letzten Seite spannend gleichzeitig anrührend und mitreißend und stellenweise nachdenklich. Eine gelungene Mischung aus Coming-of-Age-Roman, Road-Movie, Liebesgeschichte und Krimi, bei der man am Ende todtraurig ist, weil das Buch aus ist und noch in der seltsam-abstrusen Stimmung verbleiben möchte, in der das Buch einen zurücklässt. 368 Seiten schwebender Nachdenklichkeit und melancholischer Romantik, die sich zu 100% lohnen!