Der Me made Mittwoch und ich

Die MMM-Ladies haben heute gefragt, was der MMM für uns bedeutet. Ich antworte gern und tu das hier bei mir, weil die Kommentarliste drüben schon so lang ist:

Warum macht ihr beim MMM mit und verlinkt euren Beitrag?

Am Anfang aus dem Stolz heraus überhaupt selbst genähte Kleidungsstücke zu haben und um eine Bewegung zu unterstützen, die mir vorher als Leserin schon zahlreiche Inspiration und Anregung und vor allem Mut gegeben hat. Heute ist es für mich selbstverständlich selbstgenähte Kleidung zu tragen und ich mache weiter mit um das zu zeigen, wie selbstverständlich es ist, selbstgemachte Kleidung zu tragen. Und um zum gemeinsamen Erfahrungsfundus beizutragen. Denn…

Was bekommt ihr dafür?

Ich profitiere enorm vom MMM als Motivations-, Insprirations- & Erfahrungsquell. Am Anfang hat der MMM mir Mut gemacht, mich an Schnitte und Techniken ranzutrauen, was auszuprobieren. Und seit ich da relativ schmerzfrei geworden bin, habe ich schon hundertfach Schnitte erst durch den MMM entdeckt oder mir vorstellen können, wie sie in echt aussehen. Bin auf mögliche Anpassungen im Vorfeld schon aufmerksam geworden. Habe Ratschläge, Lob und Kritik erhalten. Außerdem habe ich viele viele virtuelle Bekanntschaften geknüpft und tolle tolle Blogs und noch tollere Frauen dahinter kennengelernt. Inzwischen ist der MMM für mich sowas wie ein Stammtisch, bei dem ich allwöchentlich gute Bekannte treffe, mich mit ihnen austausche, ein virtuelles Käffchen trinke. Das ist total toll. Es macht auch Spass, praktisch live die Nähentwicklung anderer Bloggerinnen mitzuerleben, sie begleiten zu können.

Wie geht es euch – insbesondere in der Rückschau über Tage/Wochen/Monate – damit?

Heute freue ich mich, dass meine MMM- Beiträge auch für mich ein Archiv sind, um nachzulesen, was ich an einem Schnitt verändert hab, was mir daran vielleicht verbesserungswürdig erschien. Manchmal muss ich auch grinsen, weil ein nicht sehr perfektes Teil über die Zeit zum Liebling wurde, oder erste Begeisterung schnell abflaute.

Warum schaut ihr euch die Beiträge der Teilnehmerinnen an?

Ich gebe gern und offen zu, dass ich nicht alles anschaue. Ich gucke sehr bewusst nach Kleidern und Röcken, weil ich mir Ideen erhoffe und was lernen will. Dann gibt es natürlich noch Sachen, wo der Stoff ein echter Hingucker ist, und ich bin interessiert, was ist das, wo kommt das her, was hat die Bloggerin daraus gemacht. Ich bin zurückhaltend bei Oberteilen, weil ich weiß, dass ich selbst wohl keine Oberteilqueen mehr werde, und auch Farbenmix-Schnitte fallen bei mir eher durchs Raster. Das heißt nicht, wie manche Kommentatorinnen offenbar finden, dass ich denke, man sollte keine einfachen Oberteile oder Amys, Shellys und Joanas mehr zeigen. Ich gucke diese Beiträge nur oberflächlich an, weil es nicht meinem Stil und Geschmack entspricht und ich finde, die Schnitte sind eigentlich qualitativ gar nicht soooo toll und passen nur bestimmten Figurtypen und meinem nicht. Aber das heißt ja nicht, dass es nicht andere gibt, denen das super gefällt und steht und die genau für diese Schnitte Inspiration suchen. Solange niemand versucht seinen Schnitt, den er/sie verkaufen will, via MMM zu lancieren (da bin ich dann doch schnell auf der Palme), gibt es für mich keine Schnitt- und Stilmaxime. Ich mag ja bekanntermaßen auch keine Heidi-Jäckchen. Na und? Wem’s gefällt. Denn letztlich würde man so manchen Schnitt vielleicht auch keines Blickes würdigen, wenn man ihn nicht an der Frau gesehen hätte.

Hat sich durch den MMM etwas bei euch verändert?

Ja, ich hampel mittwochs morgens immer vorm Regal in meinem Büro rum, um den besten Fotowinkel zu rekonstruieren, wofür ich einen sehr elaborierten Stapel von Fachbüchern als Stativersatz brauche, die deshalb quer im Regal liegen…manchmal räumt ein übermotivierer Kollege sie zurück, dann gibts am nächsten Mittwoch große Verzweiflung. 😉 nein, im Ernst. Vieles hat sich verändert. Ich trage viel mehr Kleider und Röcke. Und erhalte sehr viel mehr Komplimente für meine Kleidung. Sogar anonyme, in der Lehrevaluation, echt!!! Ich habe überhaupt erst die Existenz von Jerseykleidern wahrgenommen. Meine Schwiegermutter weiß nun jeden Mittwoch, was ich anhabe. Und meine Mutter auch. Ich habe meine halbe Kolleginnenschaft schon so doll mit Nähwahn infiziert, dass sie jetzt alle nagelneue Nähmaschinen gekauft haben. Ich traue mir inzwischen fast jeden Schnitt zu. Ich nehme mich selbst und meine textilen Hobbies als Teil einer Community, einer Bewegung war. Ich habe viel Wissen und Erfahrung und eine deutlich längere Blogliste gesammelt. Mein Blick dafür, welcher Schnitt an welchen Figurtyp passt, welcher Stoff zu welchem Schnitt und welcher Stil zu welcher Frau ist wesentlich besser geworden. Ich weiß sehr viel besser, was zu mir passt, aber sehe auch sehr viel eher, wenn andere sich in ihren Kleidern wohl oder eben nicht wohl fühlen. Und ich habe Respekt vor der Herstellung von Kleidung gelernt, Wertschätzung für die viele Arbeit.

In diesem Sinne: Danke Catherine für die Idee. Danke MMM-Crew für die mittwochsmühe. Und danke all ihr Mitmacherinnen für so viele Ideen, Erfahrung, Hilfe, Lob, Kritik und mich-zu-Hause-fühlen-können.