Me made Mittwoch: Pures Rot

Heute mal wieder aus dem home office – mein gesamter Lehrstuhl ist auswärtige, da werde ich mich sicher nicht allein den nervigen „Ist die Klausur schon fertig korrigiert?“-Fragen stellen… Also bin ich zu Hause und freue mich allein über mein total tolles neues Kleid. Vielleicht kommt der Paketbote und spendet ein bisschen Applaus… Aber schaut erstmal selbst:

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Ist es nicht toll? Ich bin verliebt. Bei Version 3 habe ich nun den Dreh mit dem Schnitt raus.

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Der Schnitt ist Jurk 27 aus Knipmode 2/2012. Genäht habe ich es aus rotem Romanit vom Stoffmarkt.

Folgendes ist für mich die Erfolgsgarantie für den optimalen Sitz:

– Verwendung eines nicht zu dünnen Jersey. Es sollte schon ein Stoff mit Griff und etwas Stabilität sein.
– Das vordere Oberteil doppeln. Sorgt für Stabilität und außerdem sind die Belege Arschloch-Flutsch-Dinger.
– Die Schulter und Armlochnaht, wie angegeben mit Nahtband verstärken.
– Falls KEIN Romanit sondern ein dünnerer, elastischerer, dann sollte man auch die Kante des Ausschnitts mit Einlage versehen, was ebenfalls angegeben ist. Bei meinem eher großen Busen und dem eher nicht so sehr elastischen Romanit, wäre das allerdings zu viel des Guten gewesen. Ich will ja ein Kleid und keinen Brustpanzer.
– Und ganz ganz wichtig: Unbedingt den Drapierstreifen in der Ärmelnaht mitfassen! Danach aber den jeweils oberen Streifen entlang der senkrechten Ausschnittkante mit einigen Handstichen sichern. Und zwar so, dass innen zwischen Ärmelnaht und Ausschnittkante die Spannung raus ist. Das hat gleich 3 gute Effekte: 1. Kein Zug auf die Ärmelnaht, 2. Kein nerviges Rutschen, Zuppeln, Zurechtziehen, 3. Schön in Form fixierter Faltenwurf und keine Notwenigkeit die Streifen entlang der langen Kante eingeschlagen abzusteppen. Der angeschnittene Beleg ist so direkt fixiert.

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Ansonsten gilt nach wie vor, das Kleid fällt weit aus. Ich habe laut Maßtabelle 38, habe aber im Rücken im Bruch 2cm rausgenommen und beim Vorderteil die Mehrweite in 2 zusätzlichen Falten untergebracht. So hat der Rock vorn noch schön viel Platz, aber Schultern und Taille sitzen richtig.

Noch eine Anmerkung: Ich musste an diesem Schnitt keinerlei Umstandsänderung vornehmen und bin recht sicher, dass ich es bis zum Ende der Schwangerschaft werde tragen können und es auch ein gutes Stillkleid ist. Natürlich hätte ich beim Vorderteil auch 2cm im Bruch rausnehmen können, hätte ich aber gar nicht gewollt, denn ich finde das etwas mehr an Falten im Vorderteil sehr schön. Damit ist der Schnitt wirklich ein absolutes Allround-Talent. Die Verführung ist groß ihn gleich nochmal zu nähen, aus dem türkisen Romanit, den ich am Samstag gekauft hab, aber ich glaub, da probier ich mal was neues mit aus…

Heute zeigt Julia auf dem MMM-Blog ein hübsches Seidenkleid, das ich in Berlin schon live bewundern konnte. Und die anderen Damen? Mission Frühling schon in vollem Gange?

Edit: Für alle, die auf der Suche nach dem Schnitt sind – vielleicht kriegt man die Knip im Auktionshaus? Ansonsten stellt die knipmode gerade ihren Schnittmustershop auf der Website um und die älteren Jahrgänge tauchen nach und nach dort als pdf-Schnitte auf. Noch ist 2/2012 nicht da, aber ich denke, es wird sicher noch auftauchen, da schon 4 Hefte aus 2012 da sind und auch schon mehrere Hefte aus 2011.
Meine Versionen 1 und 2 finden sich hier und hier. Daran sieht man auch sehr gut die Wirkung unterschiedlicher Stoffqualitäten bei dem Schnitt.

23 Gedanken zu “Me made Mittwoch: Pures Rot

  1. BuxSen schreibt:

    Vielen Dank für deine gute Anleitung, da kann ich mir das Übersetzten für die zweite Version ja doch glatt sparen! Ich muss gleich mal nach deiner Version 1 und 2 schauen. Nummer 3 gefällt mir auf jeden fall schon mal!
    Liebe Grüße,
    BuxSen

  2. Ann-Kathrin schreibt:

    Das Kleid gefällt mir sehr gut. Ich glaub ich muss langsam wirklich mal Ausschau nach einem passenden Jersey halten, nachdem das Kleid seit Erscheinen des Schnittes auf meiner To-Sew-Liste steht.
    Lg, Ann-Kathrin

  3. Wiebke schreibt:

    Du bist und bleibst die Jurk 27-Königin!
    Mein Eindruck war eigentlich, dass das Kleid am besten gelingt aus einem dünnen und tendenziell gut stretchigen Jersey.
    Gut finde ich deine Idee mit den nicht umgenähten Drapierteilen. Die Steppnähte dort stören immer etwas die Optik. Ich hatte schon daran gedacht, diese Teile stattdessen zu doppeln.
    LG
    Wiebke

  4. Mirella schreibt:

    Ich liebe dieses Kleid. Bin gerade dabei mit den Schnitt abzukopieren und entnehme deinen Ausführungen, dass bei normaler Kleidergröße 38 Frau nur 36 braucht. Danke und viele Grüße
    Mirella

  5. Kristine schreibt:

    Das Kleid ist wirklich wieder toll – auch ich habe, inspiriert durch Deine Kleider, versucht, das Heft zu bekommen. Im Auktionshaus – keine Chance. Nach Rückfrage bei Knipmode soll es dieses Schnittmuster auch nicht im Knip-Shop geben. Dann habe ich direkt an der Verlag in den Niederlanden geschrieben und nach einigem Hin und Her habe ich das Heft bekommen. Das Kleid habe ich auch schon genäht aber ich glaube, ich muss das noch mal machen und dabei die tollen Tips berücksichtigen.
    Viele Grüße
    Kristine

  6. CK schreibt:

    Das Kleid ist wunderschön und habe mir die Zeitschrift gleich gekauft. Weil es online nicht zu sehen war, habe ich Knip angeschrieben und die haben mir einen Link geschickt. Jetzt habe ich das Heft hier und der Stoff ist schon zugeschnitten 😀

Danke für deinen Kommentar! Ich freue mich sehr darüber!

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