Lagebericht 7/2013

Ja, Frühling, wo steckst du jetzt? Also ich geb alles, bisschen Kooperation wäre nicht verkehrt.

Das bisschen Haushalt: Diese Woche so leidlich gut erledigt. Kommt davon, wenn man den halben Samstag in Schnee und Eis auf dem Stoffmarkt rumhängt. Die Wäscheberge sind zumindest nicht gewachsen. Dafür musste ich Freitag morgen spontan die Spülmaschine reparieren. ÖRGS. Fenster putzen bei 0 Grad war EINFACH NICHT DRIN. Nein, alles hat Grenzen. Und auch das Ausmisten stockt. Weil nun erst die Schaffung neuen Stauraums notwendig ist. Und das wird erst gegen Ostern was. Apropos. Jemand zufällig ne Garage in Bochum zu vermieten? Das wär echt dufte. Da ja jetzt der Frühling praktisch schon da ist (nur noch etwas getarnt), verkünde ich das Fensterputzziel frohgemut erneut.

Garten: ja, wächst. Bisher noch keine weiteren Schritte notwendig.

Kulinarisches: Bratlinge, Potthucke, Linsensuppe, Nudeln bei Vapiano, Brotsalat, Griesklösschensuppe, ganz viel Hirsebrei.

Werkeln: Sternstunden der Woche. Ein rotes Kleid genäht, lästige Oberteile zugeschnitten, die letzten Quadrate für die Babydecke zugeschnitten, mehrere Schlafanzughosen um einen Gummizug kürzer und einen Jerseybund länger gemacht. Ich verfolge ja die Mission, dass der Minimensch Nähmaschinengeräusche so vertraut findet, dass er am liebsten nur im Nähzimmer schlafen möchte. Da muss man schon was für tun. Dann hab ich meinen Lace-Schal erstmal beiseite gelegt. Wie Lucy schon vor Wochen treffend feststellte, es ist befremdlich Nähgarn mit Baumstämmen zu verarbeiten. Ich bleibe dabei. Stattdessen einen roten Pullover begonnen und mich über die katastrophale Anleitung geärgert. Iiiih.

Gelesen: nicht viel. Kein Buch am Start, komischerweise auch noch keine Märzknip. Folglich vor allem Onlinenachrichten und Blogs. Ziemlich doof fand ich dabei, dass viele blogpost-Bloggerinnen zum Schutz vor massiver Bespammung die Möglichkeit abstellen „anonym“ zu kommentieren. Das macht das kommentieren auch für uns WordPress-User, trotz Open-ID, sehr beschwerlich, weil man nach Verfassen seines netten Kommentars in einem Login-Nirvana landet an dessen Ende der Kommentar futsch und die Nerven auch blank sind.

Und sonst? Die Arbeit war angefüllt von nervigem rund um die Klausurphase und eifriger Paper-Revisions-Prokrastination. Wenn ich eins wirklich absolut verabscheue, ist es, ein Paper umschreiben zu müssen, dass man seit einem Jahr nicht mehr in der Hand hatte. Aber die Zeit rennt, bald muss es weg, also muss ich da mal ran.
Ein paar gebrauchte Sachen für den Minimensch konnten wir günstig ergattern, so langsam braucht sein Kram mal einen Platz. Aber zum Thema Stauraum -Siehe oben. Nicht vor Ostern.

Die kommende Woche also nun doch endlich am Paper arbeiten. Und Oberteile nähen und die Fenster putzen. Und Sonne. Fest eingeplant! LOS!

SWAP-Abschlussbericht

Im Herbst habe ich begeistert die Idee von Immi, Mema und Rong aufgegriffen, die Herbst-Winternäherei strukturiert und geplant anzugehen. Ich habe einen Stapel aus dem Lager zusammengetragen und mir eine Kombination aus Bürokleidern, Freizeitkleidern und Röcken überlegt. Bis Dezember war ich auch sehr erfolgreich in der Umsetzung des Plans. Dann kam der Minimensch dazwischen und sorgte dafür, dass ich manches verschieben und anderes ändern musste.

So sah mein Plan im Oktober aus:

1. Drops Karisma in blau – soll eine kombinationsfreudige Strickjacke werden. Am liebsten ein top-down gestrickte ohne Nähte, wegen durchhalten und so. Materialquelle: Lanade

2. Schon zugeschnitten: Wollkammgarn-Stoff in Nachtblau mit sehr feinem strahlend blauem Karo. Soll ein Knip-Rock Nr. 20 aus der Knipmode 12/2011 werden. Und wird ein Projekt mit Making-Off-Bericht. Materialquelle: Alfatex Vorjahr.

3. Auch schon zugeschnitten: dunkelgraue Wollmischung mit blauem Karo. Wird ein Etuikleid Simplicity 7275 in den Schnitt hab ich letztes Jahr viel Arbeit gesteckt, die sich hoffentlich jetzt bezahlt macht. Materialquelle: Stoffe am Kopstadtplatz, Essen, Vorjahr.

4. Schwarz-graue Wollmischung mit gröberer Streifen-Struktur. Wird ein Etui-Rock mit Gehfalte und großen Taschen in etwa wie Modell 21 aus der Sabrina Woman Herbst 2012. Da rechne ich mit viel Arbeit, weil Schnitt und Anleitung mir sehr undurchdacht vorkommen. Materialquelle: Alfatex, aktuelles Angebot.

5. Ein ziemlich schöner fuchsiafarbener Viskosestrick mit Lochmuster. Soll ein Onion 2017  werden. Ich plane eine Kombination mit schwarzem Jersey für Bündchen und Gürtel. Ggf wäre ein ärmelloses schwarzes Unterkleid dazu sinnvoll. Materialquelle: Alfatex, Teil meines Doktor-Gutschein, Frühjahr.

6. Woll-Viskose-Strick in Petrol. Hier bin ich noch unsicher. Die Menge würde locker für ein Kleid reichen. Z.b. Onion 2036. Oder weiß jemand noch einen enorm tollen Strickkleid-Schnitt? Aber ein langer Cardigan mit Gürtel wär auch schick… Vorschläge? Materialquelle: Alfatex, Reststück, aktuell.

7. Schwarz-weißer wild gemusterter Jersey unbekannter Zusammensetzung vom Stoffmarkt. Das wird mein Versuchsstoff für eine verbesserte Version von Jurk 17 aus Knipmode 2/2012. Ich plane ggf. die Drapierbänder aus einem einfarbigen Stoff zu machen. Falls das gut klappt würd ich dann einen besseren Jersey auf ein zweites Projekt verwenden.

8. Schrillrot-bunter Viskosejersey Typ Desigual vom Stoffmarkt. Soll zusammen mit schwarzem Jersey ein Kleid 23069 von Stoff und Stil werden.

9. Schwarzer Viskosejersey mit Blumen. Wird mein Klassiker-Jerseykleid Jurk 29 aus Knipmode 12/2011. Materialquelle: Stoff und Stil, aktuell.

10. Ein megakuscheliger Wollstoff in grau-lila kariert. Ein Rock? Ein Kleid? Wer weiß? Materialquelle: Stoffmarkt, Coupon.

Das wären 2 Teile pro Monat. Machbar, denke ich.

Die Specials allerdings könnten diesen Plan ins wanken bringen:
Da hätte ich nämlich

1. Eine Weste zum Fahrradfahren, basierend auf der Jacke aus dem Buch ‘Passt!’ Müsste allerdings in den nächsten Wochen fertig werden, sonst brauch ich sie nicht mehr. Stoff für außen ist bestellt. Innenfutter und Kurzwaren fehlen. (Material Goretex-Segeltuch von ebay.)

2. Ein Cocktailkleid für eine Hochzeit Anfang Oktober. Hier hab ich Stoff und Kurzwaren, aber der Schnitt Vogue 8787 sitzt auf dem Postweg rum und rührt sich nicht vom Fleck. Wenn der Schnitt morgen kommt, nähe ich das am Wochenende beim Nähkränzchen. Wenn nicht, greife ich auf das kleine schwarze zurück und nähe dazu nur einen schicken Bolero. Materialquelle: Stoffe Zanderino, Frühjahr.

Und das hab ich geschafft:

1. Miette habe ich fertig gestrickt, aber noch nicht gezeigt und nicht getragen. Hier ein Foto auf der Puppe. Ich mag sie, wirklich. Leider passt sie nicht sehr gut zum Bauch und auch nicht zu meinen Bauch-kompatiblen Kleidungsstücken. Sie wäre jetzt im Frühling (*zaunpfahlschwenk*) ganz wunderbar über leichte Kleider aus Webstoff – aber das wird dieses Jahr nix. Aber sie ist fertig und das ist gut so!

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2. Den Knip-Rock habe ich fertig genäht und ausführlich im Blog dokumentiert. Ich konnte ihn nur wenige Male tragen, bevor er zu klein wurde, aber immerhin in Berlin beim Bloggerinnentreffen zeigen. Ich bin noch nicht sicher, wie alltagstauglich er ist, schön ist er aber auf jeden Fall.

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3.Das Bürokleid war gleich das erste SWAP-Teil, das ich fertiggestellt habe. Das habe ich, solang es noch ging, sehr viel getragen und es hat sich bewährt. Es erfüllt alle Anforderungen an ein schickes Kleid „für offiziell“.

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4. Dieser Rock aus schwarz-grauer Wollmischung ist der Schwangerschaft zum Opfer gefallen. Statt eines schicken schlanken Etui-Rocks, wurde er ein „Norma“ mit Jerseybund. Dafür wird er seit seiner Fertigstellung Anfang Januar beinahe wöchentlich getragen. Der Schnitt aus der Sabrina Woman, bleibt aber offen und muss dann im nächsten Winter auf die Liste.

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5. Auch dieses Kleid war recht schnell fertig. Der Stoff ist superschön und der Schnitt Onion 2017 ist sehr dankbar zu nähen. Das Kleid war über den Winter etwas kalt, aber es passt noch und ich werde es sicher die nächsten Wochen oft anziehen.

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6. Bei diesem Kleid dachte ich am Anfang, ich würde es sehr oft tragen. Es ist das Reisekleid. Aber irgendwie liegt es jetzt doch wieder im Nähzimmer zum ändern und bald wird es zu warm sein. Die Bündchen und der Kragen waren nicht gut gelungen und der Stoff enthielt mehr Poly als zunächst gedacht und klebt deshalb wie die Hölle an der Strumpfhose.  Außerdem habe ich den Schnittquelle-Schnitt Stans entdeckt, der viel besser zu dem Stoff gepasst hätte, was mich ein bisschen frustriert. Aber nun gut. Es ist fertig und es ist praktisch. Das muss manchmal auch genügen.

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7. Dieses Jurk27 habe ich in den Winterferien genäht. Es war das Probeteil für meine geplanten Schnittänderungen. Und ich bin damit auch eigentlich zufrieden. Allerdings ist der Jersey recht flattrig und das Muster eigentlich etwas too much für mich, weswegen ich es nur ab und zu trage. Mal schauen, ob ich im Frühling noch mit ihm warm werde.

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8. Tja – das ist vielleicht das TfT meiner Kollektion, fürchte ich. Hätte ich mich mal an den ursprünglichen Plan gehalten und den Schnitt von Stoff- und Stil genommen. Leider kam dann eine Knip, mit einem schönen Kleid mit Drapierung daher. Und dann wollte ich das. Und dann reichte aber der Stoff nicht, und ich musste kombinieren. Hmpf. Es ist zwar fertig. Aber ich mag es nicht. Der Kombistoff ist zu steif, die Drapierstreifen hab ich ganz wieder rausgenommen, weil sie gar nicht saßen und es ist außerdem auch nicht schwangerschaftskompatibel. Hier mal ein Bild auf der Puppe:

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Ich grüble noch, ob ich das Oberteil nochmal neu in schwarz mache, oder ob ich ihm einfach den Rock abschneide und daraus ein Oberteil nähe. Oder vielleicht war es mir nur im Winter zu knallig und im Frühling werde ich es doch tragen? Übrigens produziere ich sehr wenige Teile für die Tonne. Ich habe eigentlich einen guten Blick dafür, was ich tatsächlich tragen werde. Leider habe ich mich hier dann doch mal getäuscht.

9. Das Berlinkleid. Heiß geliebt und millionenfach getragen. Perfekter Vertreter der „reinschlüpfen – fertig“-Partei im Kleiderschrank. Ich liebe es!

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10. Dieser Stoff wurde gegen einen roten Wollwalk getauscht, weil mir wirklich nichts eingefallen ist (inzwischen ist er im Flohmarkt gelandet) – und aus dem Wollwalk wurde mein Geburtstagskleid, das ich mag und trage, wenn es sehr eisig kalt ist. Inzwischen ist es zu klein, aber das macht nix, es wird ja auch nicht mehr eisig kalt – ODER?

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Die Specials wurden beide verworfen. Allerdings muss der Plan mit dem Cocktailkleid in nächster Zeit wieder an die Oberfläche, denn ich bin im Mai zu zwei großen Feiern eingeladen, die ich schick gekleidet besuchen möchte. Also wird es wohl ein Umstandscocktailkleid – erste Schnittsuche ist abgeschlossen, die Stoffe sind im Lager – wir dürfen gespannt sein.

Tatsächlich habe ich fast alles aus meinem Plan umgesetzt. Das hätte ich nicht erwartet. Selbst die Schwangerschaft hat nur zu kleineren Anpassungen geführt. Und ich hab auf jeden Fall 10 Teile in den 5 Monaten geschafft (und noch 5 mehr für mich und ein paar für den Minimenschen. Ich habe auch, bis Januar, fast keine Stoffe gekauft.  Das fiel mir aber keineswegs leicht.  Im Januar war ich froh, die herannahenden Frühlingskleider als Ausrede für Stoffkauf zu haben. Ich bin stolz, wie gut es mit meinem Plan geklappt hat. Aber ich glaube, jetzt lass ich es mal wieder etwas lockerer angehen. In den nächsten Monaten steht viel anderes im Vordergrund. Aber ein kleiner Plan ist schon gefasst – der für das erste Kleid nach der Geburt des Minimenschen nämlich.

Ich fand es sehr interessant, mich so strukturiert heranzutrauen und habe auch meinen Stoffvorrat deutlich strukturierter betrachtet. Letztlich wusste ich jetzt auch klarer, welche Stoffe wohl für immer dort versauern werden und konnte diese aussortieren.

Ganz klar habe ich festgestellt, dass ich am liebsten Kleider nähe und trage. Und es zeigt sich auch: Die Glanzstücke meiner Kollektion sind aus guten Stoffen gefertigt. Alles was aus Gelegenheitsschnäppchen besteht, die von hohem Poly-Anteil und zweifelhafter Qualität sind, wird deutlich seltener getragen und war auch schwieriger in der Anpassung und bei der Herstellung.

Ich werde wohl nie eine gute Kombi-Garderobe haben, weil ich einfach viele Kleider habe. Diese wären natürlich gut mit einigen Strickjacken ergänzt. Einzig, ich stricke so langsam, dass ich noch mindestens 10 Jahre auf dieses Ziel hinarbeiten muss. Ich kann nichtmal genau sagen warum, aber Miette hat schon wieder knapp 3 Monate benötigt. Obwohl sie mir Spaß gemacht hat!

Auf jeden Fall ein dickes Dankeschön an Rong, Immi und Mema für den Denkanstoß und die gemeinsam Aktion.