Lagebericht 11/2013

Urlaub, ole, ole! Ab heute habe ich zwei Wochen frei. Juhuuu. Bis ich so weit war habe ich auch brav ganz viele Büro-Tasks erledigt. Und aufs Wetter geschimpft. In einem fort und dauernd. Ich krieg von dem kalten Wind Kopfschmerzen und bin die gaaaaanze Zeit müde. Als es Mittwoch schon wieder schneite, wollte ich am liebsten weinen. Aber lassen wir das. Irgendwann wird es besser – in einer Woche, in zwei, nächstes Jahr…

Das bisschen Haushalt: arg, ein rotes Tuch. Es ist einfach zu voll mit Umräumkram, man kann sich derzeit hier kaum um sich selbst drehen. Da ist putzen quasi unmöglich. ABER!!! ICH HABE DIE FENSTER GEPUTZT! So, das wiegt alles andere auf. Oh, und den Ablagestapel abgeheftet. Erledigungskarma erfolgreich vom Geschirrberg auf der Spülmaschine abgelenkt, würde ich sagen.

Räum- und Wohnungskommando: Montag gehts los mit großem Umräumen, nichts im MuFuZi wird sein, wie es war. In Vorbereitung hierauf habe ich schon eine olle Kommode weiß lackiert, eine zweite wartet noch auf Klarlack. Außerdem wurden mir einige Regalfragmente per Bruderexpress zugestellt, weitere beim blau-gelben Möbelhaus erworben und weitere werden morgen bei der Schwiegermutter eingesammelt. Außerdem hab ich schon das Stoffregal ausgeräumt. Und einen Plan gemacht. Also zwei. Einen Regalplan und einen Arbeitsplan. Wir stehen in den Startlöchern, auf dass alles Chaos ganz adrett im Schrank verschwindet und ganz nebenher auch noch das ein oder andere Stück den Weg zur Deponie.

Handarbeiten: war nicht möglich. Bisschen gestrickt und einen Jeansrock für die Tonne produziert. Für mehr hat’s nicht gereicht und wird es auch noch mindestens eine Woche nicht. Allerdings begeben wir uns morgen auf lange Autofahrt, stricken wäre also möglich.

Gesehen und gelesen: eine nette Mail von B., die mir Bücher anbietet und der ich schändlicherweise noch nicht geantwortet hab. Liebe B. Danke! Ich melde mich! Den aktuellen Deutschlandtrend, der zum Ergebnis kommt, dass 52% der Deutschen eine große Koalition für die wünschenswerteste Regierung halten. SPINNEN DIE? Und wieder mal muss man sich fragen, in welchem Land wir hier leben und warum man keinen Eignugstest zum wählen dürfen absolvieren muss. Viel über Zypern. Außerdem diesen wunderbaren Extra3-Beitrag zur Familienpolitik und diesen Ausschnitt aus der heute-Show zum Armuts- und Reichtumsbericht.

Für die kommende Woche steht großes Umräumen an. Ausserdem wollen wir noch die Arbeitsplatte in der Küche schleifen, meine Tomaten müssen endlich in größere Töpfe und die Steuererklärung lauert. Ich fürchte, die Osterdeko fällt dann wohl aus. Aber bei dem Weihnachtswetter kann ich mich dazu eh nicht aufraffen…

Freitags in Bus und Bahn

Auf meinem Gleis steht ein Thalys. Anstatt eines Regionalexpress nach Minden/Westfalen. Ob das die Kompensation für die versuchte Entführung nach Herne letzte Woche ist?

Diese Woche ist mir eingefallen, dass man früher Leute ausrufen ließ. Und zwar ganz normale erwachsene Leute, die man erreichen musste, nicht nur Eltern, die versuchen ihre Kinder im Småland auszusetzen. Eigentlich sehr viel angenehmer als heute, man musste nur anhören, dass jemand sich melden soll, nicht auch noch das ganze daran anknüpfende Telefonat. Denn heute beobachtet man ja im ÖPNV immer wieder das Phänomen der „unsichtbaren Telefonzelle“. Menschen scheinen in einem abgeschlossenen Raum, der sie von Zuhörern abschirmt, zu sitzen und zu telefonieren, allerdings können nur sie selbst diese Telefonzelle wahrnehmen. Für die Mifahrer ist sie unsichtbar und leider auch wirkungslos. Und so denkt der arme Telefonierer, er sei geschützt vor unliebsamen Ohren, während er seiner Sekretärin schnell mal das Passwort für seinen Rechner durchgibt, mit dem Kollegen noch schnell die Kandidaten für die ausgeschriebene Stelle durchspricht oder seinem Kumpel vom Ende des letzten Besäufnisabends berichtet. Wobei offenbar noch anderen außer mir diese tragische optische Täuschung aufgegangen sein muss, denn diese Woche habe ich insg. 4 Personenrufe vernommen. Bzw. 3 und ein vermuteter. Der letztere war auf türkisch. Kann also auch ne Mutprobe oder so gewesen sein. Ich erwarte jedenfalls jetzt auch demnächst mal wieder Meldungen im Radio, die verkünden, dass „Herr Sorowski, derzeit unterwegs auf der A45 nach Frankfurt möge bitte seine Mutter anrufen.“

Und da ich glücklicherweise nicht mehr freitags durch halb NRW muss, sondern ganz im Gegenteil, ab morgen erstmal Urlaub hab, gibt’s heute, liebe LeserInnen, auch nur dieses kurze Bahnerlebnis. Dumm für euch, schön für mich.