Des Minimenschen neue Kleider #1

Nachdem ich nun schon mehrfach im Real Life freundlich mit Zaunpfählen gegrüßt wurde ob der Tatsache, dass noch KEIN EINZIGES minikleines Kleidungsstück hier zu bewundern war, dachte ich, ich schreib mal was zur avisierten Bekleidung des Minimenschen.

Wir bemühen uns sehr erstmal nix an Babysachen neu zu kaufen. Ein paar Strampler fanden sich tatsächlich noch aus unserer eigenen Kindheit bei meinen Eltern. Außerdem einige Kinderstoffe und zwei Jahrgänge Knippie-Hefte aus den 80ern. Einen ganzen Schwung Sachen habe ich gebraucht von unserer lieben Sekretärin Frau V. bekommen. Und einiges habe ich recht günstig im Online-Auktionshaus erworben.

Warum gebraucht?

Zum einen finde ich es schlicht Verschwendung in einem Land, in dem mehrheitlich Einzelkinder wohnen, neue Säuglingssachen zu kaufen. Ist ja nicht so, als hätte ein einziger Säugling auch nur annähernd die Chance seine Klamotten in Größe 50/56 abzunutzen, bevor er ihnen entwachsen ist.

Darüberhinaus hätte ich ein schlechtes Gefühl dabei, zu wissen, dass mein Kind total süß eingekleidet ist, um den Preis der Schulbildung und Chance auf besseres Leben eines Kindes am anderen Ende der Welt. Dann haben gebrauchte Sachen ja auch den Vorteil, dass sie schon vielfach gewaschen sind und damit weit weniger Schadstoff-belastet als neue Sachen. Denn: alle Babysachen in zertifiziert bio & fair neu zu kaufen, das würde dann doch unser Budget sprengen.

Und das ist natürlich auch ein Grund. Gebraucht ist unbestreitbar günstiger und wenn ich die Wahl hab, zwischen sparen für des Minimenschen Bildung, Musikinstrument oder Auslandsaufenthalt oder Geld ausgeben für winzig kleine Markensachen, da denk ich doch keinen Wimpernschlag da drüber nach.

Ein paar Sachen wird es, so hört man, ja auch geschenkt bekommen. Das sollte doch reichen an „was eigenes“. Und ein paar Sachen bekommt es auch ganz speziell für es gemacht. Schön bunt, geschlechtsneutral (weder rosa noch hellblau betreten diese Wohnung) und – das dann schon – GOTS-zertifiziert oder eben geupcycled aus unseren T-Shirts.

Ich hab mich bisher schwer getan, genähtes für den Minimensch zu zeigen, denn ich weiß ja noch nichtmal, ob ihm die Sachen passen und mir dann auch gefallen. Außerdem bin ich jetzt bisher auch noch nicht sonderlich innovativ in der Schnittwahl gewesen… als Fachfrau an der Babysachenfront sehe ich mich nicht unbedingt. Aber gut. Schauen wir mal den ersten Schwung der Kollektion an:

2 Hosen nach Zwergenverpackung Vol. 2, die Kuschelhose in Gr. 50/56. Die bunten Stoffe habe ich von meiner Schwester geschenkt bekommen, die Bündchenware ist aus einem Bündchenware-Sparpaket von ich-weiß-nicht-mehr-wo, das auch schon einige meiner Schlafanzughosen bestückt hat. Das Futter beider Hosen sind jeweils recycelte T-Shirts vom Papa in spe.
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2 Bodys nach Schnabelinas Regenbogenbody-Schnitt, Gr. 56. Diesmal aus T-Shirts von mir, ergänzt um Bündchen aus GOTS-Jersey. Beide haben noch keine Knöpfe. Ich hatte erst an Kam Snaps gedacht, fand die aber dann an einem Probeteil nicht so überzeugend für Jersey. In den Schnittmustern sind meist 8mm Jerseydrücker angegeben, ich wollte aber lieber welche, die nur ein Ring sind. Die hab ich jetzt mal in 10mm bestellt und warte noch auf die Lieferung.
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1 Mütze nach dem Tutorial von sew liberated, das minnies mir empfohlen hat. In kleinster Größe. Der bunt-gestreifte Stoff war – wer erinnert sich – mal ein misslungener Rock von mir. 1 Shirt, Gr. 56, ebenfalls nach dem Body-Schnitt, einfach ohne Unterteil. Und der Stoff, siehe oben, war mal ein Rock von mir, nur die Bündchenware ist neu.
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Ihr seht, auch bei selbst genähtem bin ich um Nachhaltigkeit bemüht und habe meine Kiste mit verzogenen, kurz gewordenen oder nicht mehr geliebten Kleidungsstücken genauestens nach verwertbarem Jersey durchsucht und bin vor allem bei den abgelegten T-Shirts des Gatten fündig geworden. Zum Glück hat der eh ein Faible für knallbunte Farben… da findet sich fast zu jedem Musterjersey ein passendes Futter…

Ich habe via dawanda hochgradig praktische Größenetiketten zum Ankreuzen erworben. Meistens gibt es die ja nur min. 20 in einer Größe und oft auch nur entweder Einzel- oder Doppelgrößen. Aber was soll ich mit 50mal Gr. 56, ich will doch keine ganze Säuglingsstation benähen… diese Etiketten zum ankreuzen finde ich da sehr viel praktischer.
So kann ich mir die Größen merken und auch bei einigen gebrauchten Sachen, wo das Schild schon ausgewaschen ist, nach Vergleichsprobe ein passend erscheinendes Etikett anbringen.

Mehr kleine Sachen demnächst mal. Ich hab da noch ein paar Knippie-Sachen fertig und in Planung.

2 Gedanken zu “Des Minimenschen neue Kleider #1

  1. Lotti schreibt:

    Voll süß! Besonders das Ringelshirt mit passender Mütze! Deine Herangehensweise find ich super! So würde ich das auch machen. Allerdings haben in meinem Freundeskreis schon so viele Babys, dass ich wahrscheinlich nicht mal was nähen bräuchte. Mal sehen…
    LG und schöne Ostertage!
    Lotti

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