Was läuft hier eigentlich verkehrt?

Zu oft Nachrichten zu gucken und sich zu viel im Internet rumzutreiben ist gar nicht gut für innere Ruhe und Blutdruck. Denn man fängt zwangsläufig an, sich zu fragen: GEHTS NOCH????

Diese Woche war wirklich nicht einfach für meine Suche nach Tiefenentspannung. Eigentlich ging es schon letzte Woche los, mit dem vollkommen absurden Unions-Gemauschel zur Frauenquote. Ich bin, das sage ich offen, keine glühende Frauenquotenverfechterin. Ich bin da nicht gut eingelesen und informiert. Ich sehe lediglich, dass es offenbar eine gläserne Decke für Frauen gibt, die allerdings schon weit unter der Vorstandsebene hängt, und finde es richtig und wichtig, politisch dagegen vorzugehen. Ob eine Frauenquote für Vorstände da der richtige Weg ist, weiß ich nicht zu sagen, denn die Ursachen für das mangelnde Fortkommen von Frauen, betreffen auch Frauen in mittleren und unteren Positionen. Denn hier würde ich die absolut unzureichenden Anstrengungen von Unternehmen und Politik bzgl. der Vereinbarkeit von Familie und Beruf an allererster Stelle nennen wollen. Ich habe die Frauenquote immer als einen von vielen nötigen Schritten gesehen und auch als einen Weg, den Missstand anzuprangern und zu zeigen, dass dieser angegangen wird. Klar ist jedoch, dass die sog. Flexiquote und andere ähnliche Vorschläge vollkommen lächerliche Nicht-Kompromisse sind, die man kaum eines Wortes zu würdigen weiß. Ich finde allerdings das undemokratische Schmierentheater, was die Unionsfraktion da letzte Woche abgezogen hat, setzt dem ganzen wirklich die Krone auf. Da haben wir eine Ministerin, die offenbar vergessen hat, welches Ressort sie besetzt und nicht in der Lage ist, mit einem auch nur einigermaßen vernünftigen Vorschlag zu irgendeinem relevanten Thema um die Ecke zu kommen. Und eine Kanzlerin und einen Fraktionsvorsitzenden, die tatsächlich einer nicht eben kleinen Gruppe von Abgeordneten die Wahrnehmung ihres demokratischen Rechtes abgeschwatzt haben, mit einem mehr als windigen Kompromiss. Furchtbar enttäuschend, dass hier eine ganze Gruppe von Frauen spontan ihr Rückgrat ablegen kann.

Dann, kaum hat man sich davon erholt, kommt Uli Hoeneß um die Ecke. Ich hab ja nix gegen Fußball und ich finde ja auch gut, wenn Steuerbetrüger gefasst werden, aber mal ehrlich: Warum zum Henker wird um einen viel zu gut bezahlten arroganten Fussballmanager so viel Aufhebens gemacht? So viel Medienaufmerksamtkeit gab’s in letzter Zeit maximal für den kleinen Irren aus Nordkorea. Von Jauch bis Illner versammelte sich in jeder Talkshow ein Grüppchen von mehr oder weniger Betroffenheit heuchelnden Promis, Politikern in wahlkämpferischer Mission und Fußball-Prominenz. Auch immer dabei, der werte Herr Kubicki, der neuerdings nicht mehr FDP-Mitglied und Landtagsabgeordneter, sondern nur noch Fachanwalt für Steuerrecht zu sein scheint. Zumindest stellt der öffentlich rechtliche Rundfunk ihn nun stets so vor. Und dann wird Überraschung, Entrüstung, gar leise Sympathie ausgetauscht und man trennt sich wieder. Auf den Punkt gebracht in diesem Artikel. Dem Fass den Boden ausgeschlagen hat für mich die politische Reaktion. Da sieht sich Frau Merkel genötigt, persönlich enttäuscht zu sein, der Bundestag und der NRW-Landtag halten aktuelle Stunden ab. Jeder Finanzpolitiker hat auch noch was dazu zu sagen. Und Rösler fordert eine Erklärung von Steinbrück dazu. Wahlkampfzeiten. Aber echt? Welche Überhöhung eines kriminellen Wurstfabrikanten.

Dann hab ich auch noch den Fehler gemacht, den Fernseher einzuschalten. Da gab es eine Doku über Monsanto zu sehen, die noch einige Tage bei arte+7 zu sehen ist und die einen endgültig den Glauben an Moral verlieren lässt. Da fiel dann am Tag darauf der Aufruf, diese Petition zu unterzeichnen, direkt auf fruchtbaren Boden bei mir. Übrigens wird die EU-Saatgutverordnung vor allem von Naturschutzverbänden in Österreich sehr kritisch beobachtet, es wird vermutet, dass das neu zu beschließende Zertifizierungsverfahren so teuer wird, dass kleine Landwirte, die alte Sorten züchten und weitergeben, sich die Zertifizierung nicht leisten können. Ob das tatsächlich so sein wird, bleibt natürlich abzuwarten, aber man kann ja schonmal sagen, dass man das doof fände, oder?

Und jetzt regnet es auch noch. GEHTS NOCH?

Veggieblogtag #14: Minestrone

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Der Veggieblogtag unterstützt die VeBu-Aktion “Donnerstag=Veggietag“. Jeden Donnerstag gibt es hier bei mir, und bei allen BloggerInnen , die mitmachen wollen, etwas themenbezogenes zu lesen, Rezepte, Tipps, lesenswertes. Wer Lust hat darf gern mitmachen und auch das Bild aus der Seitenleiste mitnehmen. Hinterlasst gern einen Kommentar. Alle Rezepte pinne ich auch bei Pinterest auf dieses Board. Mehr Infos zur Aktion auch in diesem Blogpost. Ich freue mich sehr über eure Beteiligung.
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Hallo liebe Donnerstags- und Immer-Vegetarier!

Der Frühling ist da heidiho, jupeidi, hurra. Ich liebe die entsprechenden Lebensmittel, die wachsenden Auswahl auf dem Markt, Erdbeeren, Bärlauch, Spargel. Heute gibt es deshalb eim Gericht, das schon ganz stark nach Sommer schmeckt: Minestrone

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Zutaten für 4:

2 Möhren
3 Stangen Staudensellerie
1 Zwiebel
1 Dose Tomaten
1 Fenchel
1 Paprika
2 Kartoffeln
2 Zehen Knoblauch
2 Handvoll TK-Erbsen
2 Handvoll TK-Bohnen
2 EL weiße Bohnen trocken
100g kurze Nudeln (z.B. Conchiglie)
Gemüsebrühe
Lorbeer
Oregano
Basilikum
Paprika edelsüß
Saft von 1/2 Zitrone
Pesto
Parmesan

Einige Stunden vor dem kochen, die weißen Bohnen einweichen.

Die Zwiebel, den Knoblauch hacken und in einem großen Topf in Olivenöl anbraten. Das Gemüse putzen und würfeln. Zu Zwiebeln und Knoblauch geben, dann mit den Tomaten und 1,5l Gemüsebrühe ablöschen. 2 Lorbeerblätter und je 1 TL Oregano und Basilikum sowie die weißen Bohnen zugeben. Deckel drauf und 30 Min auf kleiner Flamme köcheln lassen. Dann die TK-Ware und die Nudeln zugeben und weitere 15 Minuten köcheln.

Mit Paprika, Zitrone, Salz, Pfeffer , 1 Prise Zucker und nach Geschmack Chili abschmecken.

Mit einem Pestoklecks, Parmesan und Knoblauchbrot servieren.

Natürlich kann man das Gemüse saisonal variieren. Im Sommer Zucchini und frische Tomaten, im Winter Weißkohl und Knollensellerie. Auch Reis statt Nudeln ist als Sättigungseinlage möglich.