Warum ich es liebe

Catherine hat gestern einen wirklich wundervollen Post über die Begeisterung für das nähen geschrieben. Ich habe schon einige Male mit meinem Mann darüber philosophiert, was es eigentlich ist, was das Nähen mir gibt. Denn es ist durchaus schon vorgekommen, dass ich etwas grumpy war und mein Mann mich daraufhin ins Nähzimmer schickte, um meine Laune zu bessern. Und er hat sich auch zähneknirschend daran gewöhnt, dass ich dauernd mit 2 Nähmaschinen verreise. Woher kommt das?

Ähnlich wie bei Catherine ist es auch bei mir die Freude daran etwas zu schaffen, eine mir selbst gewählte Aufgabe zu meistern und dabei immer etwas dazu zu lernen. Dabei liegt mir das nähen vielleicht mehr als das stricken, sticken, basteln, Modelleisenbahnbau oder Malerei, weil man relativ schnell sieht, was man da gemacht hat, trotzdem die Arbeit auch mal zur Seite legen kann und nicht stets ein ganzes Wochenende aufbringen muss, so wie für so manches sportliches Hobby oder für Hundeschauen oder was weiß ich. Und, ein Riesenmotivationspunkt für mich: ich kann mir das Ergebnis meines Schaffens immer wieder im Alltag anschauen, ja profitiere zusätzlich davon, dass ich besser passendere, individuellere, gefallendere Kleidung habe. Diese kleinen Freuden im Alltag, die sich aus einem gelungenen Outfit, vielleicht gar einem Kompliment hier und da, aber auch schon aus einem hübsch schwingenden Rock, dem Wissen um ein besonders hübsch gemustertes Futter oder einfach einem guten Tragegefühl ergeben, die hat das nähen vielleicht dem Modelleisenbahnbau oder dem Töpfern von Gartenskulpturen für mich voraus.

Ein weiterer Punkt, der mich immer wieder an die Nähmaschine treibt, ist die Vielseitigkeit der Tätigkeit. Man kann schnelle Projekte oder aufwändige wählen, Kleider oder Taschen oder Gardinen oder Kuscheltiere nähen. So bietet sich für jede und jeden eine Entfaltungsmöglichkeit.

Und zuletzt: Ich kann jeder und jedem nur ein Hobby wünschen, das sie oder ihn so begeistert, wie uns das nähen. Ein Hobby, das einen Ausgleich bietet zum stressigen, verkopften oder wenig ermutigenden Alltag. Ein Hobby, das kleine Freuden im Alltag eröffnet und das auch den Austausch mit Gleichgesinnten beinhaltet, so wie wir Näh-Nerdinnen ihn glücklicherweise in unserer Ecke des Internets finden.

2 Gedanken zu “Warum ich es liebe

  1. drehumdiebolzeningenieur schreibt:

    Am irritierendsten fand ich jetzt letztens die Festtellung, dass ich doch nun wirklich genug zu tun hätte, warum ich denn auch noch meine, Klamotten selber nähen zu müssen. Da ist echt so wenig Verständnis dafür da, dass das entspannend und befriedigend sein kann. Und ich lerne dabei auch so viel neben dem rein handwerklichen. In meiner experimentellen Doktorarbeit habe ich komischerweise weniger gut gelernt, meine Hemmungen vorm ‚einfach mal machen‘ abzubauen als beim Nähen.

  2. Sathiya schreibt:

    EIn schöner Post. So hat man früher mal die Berufung, was dann zum Beruf (im positivsten Sinn) wurde, definiert.

    Ich bin aber nicht ganz der gleichen Meinung. Mich stört besonders eine Sichtweise: daß man bei allem, was nicht unmittelbar eine finanzielle Belohnung oder positive gesellschaftliche Bewertung zur Folge hat, so unüberhörbar den Ausgleichsaspekt zum Alltag, Job, wasauchimmer herausstreichen zu müssen glaubt.

    Ich beispielsweise nähe meine Sachen und die meiner Kinder, so wie ich atme, ohne das besonders als Ausgleich oder Hobby zu begreifen oder zu erwähnen, aber wenn ich nicht atme, … 😉
    Aber jede/r, wie er/sie es mag. Das Glück und den Stolz, etwas mit eigenen Händen geschaffen zu haben – was und wie auch immer – kann einem keiner nehmen.

    Liebe Grüße, Sathiya

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