Baby-Hängematte – Making of

Nach gut 3 Wochen Testphase kann ich berichten: der Minimensch liebt seine Hängematte. Er schläft darin besser und länger als im Bettchen, hat etwas weniger mit Blähungen zu kämpfen und lässt sich dort, wenn im Tragetuch eingeschlafen leichter ablegen. Er ist auch ganz gern drin, wenn er wach ist. Vor allem seit ich ihm zwei Pompons aufgehängt hab. Genau die richtige Dosis Entertainment derzeit.

Via twitter und auch schon beim ersten Post zur Babyhängematte, wurde ich gebeten, ein wenig genauer zu erklären, wie ich sie gemacht hab. Ich habe keine Fotodokumentation gemacht und zeichne nicht gut genug für eine gezeichnete Anleitung, aber ich probiere mal eine grobe Beschreibung der Vorgehensweise mit Maßen und einigen Fotos.

Benötigte Materialien:

3,50m Baumwollstoff, mindestens Nessel-Dicke, in meinem Fall Bio-Nessel ungefärbt
2 Knebelknöpfe
1 Kordelrest
1/2 Schafwollvlies aus altem Kopfkissen, gut gewaschen
1 Stück Gummi 25cm
1 Karabiner
1 Wiegenfeder, gibts online z.B. im bekannten Ausbeuterladen aber auch in Spezialshops
1 Holzstab mit Aussparungen an beiden Enden (bei uns ein Stück eines ausgemusterten Lattenrostrahmens)

Konstruktion und Maße:

Die Hängematte ist, sehr grob gezeichnet, folgendermassen konstruiert:

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Ich habe ungefärbte Baumwolle verwendet hauptsächlich weil ich Biostoff wollte und weil 3,50m eines bunten Biostoffs schnell unbezahlbar werden. Hellgelb oder ein zartes grün hätte ich auch schön gefunden.

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Die Hängematte selbst entsteht aus einer Stoffbahn von 2,8 x 1,2 m. Zusätzlich muss man noch eine Hülle für die eingeschobene „Matratze“ nähen, ein Stoffstück am Kopfende einsetzen und eine Knopfleiste und Schlaufen anbringen.
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Wir planen die Hängematte als Reisebett zu verwenden, bis der Minimensch zu schwer für die Feder ist (also schwerer als 15 kg) – deshalb ist unsere Hängematte extendable. Derzeit ist die Liegefläche 35*80cm, sie kann aber auf 40*110cm vergrössert werden, indem eine entsprechend grössere Matratze eingeschoben wird. Das muss man natürlich nicht so machen.

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Folgendermassen bin ich vorgegangen:

Stoff vorgewaschen und 100 Stunden lang gebügelt. Sehr wichtig, denn auf die Menge Stoff ist 5 cm einlaufen schon erheblich.

An den langen Kanten einen doppelt eingeschlagenen Saum von 1cm Breite umgebügelt und abgesteppt.

Die kurzen Kanten einfach 1cm umgebügelt, NICHT ABGESTEPPT.

Die Enden an den kurzen Seiten um 40cm überlappend übereinandergesteckt. Nun die Kanten der entstandenen Liegefläche an den beiden Längsseiten doppelt abgesteppt. Am Kopfende wird die Liegefläche mit dem Stoffeinsatz verschlossen, am Fußende bleibt sie offen, so dass die Matratze rausgenommen und gewaschen werden kann.

Für den Einsatz am Kopfende ein Stück Stoff in 42*40cm zuschneiden, die beiden unteren Ecken leicht abrunden und an der oberen Kante (42 breit) einen Tunnel umbügeln, schmal absteppen und ein 25cm langes Gummi einziehen. Die anderen Kanten einfach umbügeln und in die kopfseitige Öffnung der Hängematte stecken, absteppen.

Die Matratze besteht auch aus Nessel, die Hülle ist 40*85cm inkl Nahtzugaben, Ecken wiederum gerundet, schmal abgesteppt, dabei eine kurze Seite offen gelassen, gewendet, mit Schafwolle gefüllt, Wendeöffnung von aussen verschlossen.

Zuletzt noch die Knopfleiste. Dafür 2 große Knebelknöpfe mit einem Stoffstreifen und Kordel festgesteppt und an der Gegenseite 2 Schlaufen aus Kordel, auch mit Stoffstreifen festgesteppt. So kann der Minimensch auch wenn er etwas bewegungsfähiger wird nicht rausfallen.Bisher machen wir die Knöpfe am Fußende eigentlich nur zu, wenn wir den Minimensch vor Zugluft schützen wollen.

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Wie gesagt, bei uns werden noch ca 25cm Stoff einfach weggerollt, die später die längere Liegefläche ergeben, man kann die Liegefläche gleich grösser machen, oder die ganze Chose aus weniger Stoff nur für kleine Minimenschen.

Den Holzstreben hat Herr Siebenhundertsachen zurechtgesägt, er ist 50cm breit, geschliffen und geölt aus Buche, war mal der Querstreben eines Lattenrosts.
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Wenn ihr Fragen habt, einfach melden, ich bemühe mich dann, die so gut es geht zu beantworten.

43 Gedanken zu “Baby-Hängematte – Making of

  1. Dodosbeads schreibt:

    Klasse Idee mit der Hängematte ! Ich erinnerte mich gerade , dass unser Sohn die ersten 2 Monate seines Lebens in einem umgebauten Weidenwäschekorb geschlafen hat – im Wohnzimmer , mitten im Leben . Und er schlief darin viel entspannter als im eigenen Bettchen …
    LG Dodo

  2. Hängemattenstore schreibt:

    Hallo, eine sehr gute Idee. Als erstes ist mir diesbezüglich noch in den Sinn gekommen, dass man eventuell noch eine Schienenführung an der Decke anbringen könnte. Für einen schnellen Transport des Kleinen in einen anderen Wohnbereich!

  3. BlaueMarlene schreibt:

    Danke für deine Anleitung! Wir haben die Hängematte jetzt auch selbst gebaut. Hat super geklappt… und sind ganz stolz und gespannt wie sie sich dann mit der Kleinen macht.

    • siebenhundertsachen schreibt:

      Das ist toll. Falls sie mal nicht mehr drinliegen will: das ist immer nur eine Phase, zumindest unser Minimensch schläft mal wochenlang super drin und dann mal wieder mag er’s nicht. Also nicht traurig sein, wenn sie mal nicht mag.

  4. Anna schreibt:

    Wow!

    Ich bin nicht nur beeindruckt von Deinem unfassbaren Fleiss, der Geduld & Kreativität, ich bin auch unfassbar dankbar, dass Du Dein Making-of hier teilst!

    Für das nächste kleine Wunder möchte ich auch eine Hängematte selber machen… vor allem selber machen… und es hilft so enorm, wenn man dann nicht von Null anfangen und alles selber erdenken muss.

    Ich wünsche euch alles erdenklich Gute und danke Dir tausendfach fürs Teilen!

  5. BlaueMarlene schreibt:

    Auch bei uns wurde die Babyhängematte jetzt einige Wochen erprobt und wird von unsrer Kleinen heiß und innig geliebt XD, außerdem ist sie auch noch extrem schick!, Platz sparend! und (als kleine Ego-Streicheleinheit) auch noch selbst gemacht… wunderbar!
    Platz 1 der Kommentare: „So ein Bett will ich auch für mich haben!“
    Vielen lieben Dank dir nochmal für´s Teilen!

    • siebenhundertsachen schreibt:

      Hallo liebe Anna-Lena. Ich freue mich natürlich, dass meine Anleitung viele Nachahmer findet. Ein echtes Tutorial zum download kann ich leider nicht bieten. Ich hoffe, die Beschreibung des Vorgehens hier reicht aus.

  6. Nina schreibt:

    Hallo, die Hängematte ist richtig richtig toll geworden und viiielen Dank für’s teilen. Wir haben noch eine Feder hier rumliegen, daher wollte ich es auch mal ausprobieren. Wo hast du deinen Stoff gekauft bzw. was genau mienst du mit mindestens nesseldicke? Wie viel g/m² sollte der Stoff in etwa haben? Vielen Dank schonmal, es ist zu erwarten, dass ich im Laufe meiner Arbiet noch wietere (blöde) Fragen stellen werde 😉 LG Nina

  7. Stephanie Bley schreibt:

    Huhu super Seite erstmal!!!:-) darf ich fragen wie hoch die Kosten für die Babyhängematte waren so ca ??? Danke 🙂

  8. Musematschka schreibt:

    Danke für deine Anleitung! Ich hab auch eine Federwiege nachgenäht – und bin superglücklich darüber! Nicht nur, dass sie toll ausschaut und jeder Besucher sich auch so ein Ding wünscht, der Lütte schläft darin astrein… Ich frag mich schon, wie wir das ohne das Ding machen sollen, wenn wir irgendwo zu Besuch sind 😀
    Lg, NADJA

  9. Sabi schreibt:

    Hi, toll, wie du das gemacht hast. Eine Frage hätte ich dazu, warum braucht man in einer Hängematte eine Matratze? Die Hängematte sorgt ja schon dafür, dass das Baby weich darin liegt. Also ich würd s ohne machen, ansonsten echt schön.

    • siebenhundertsachen schreibt:

      Es ist keine Matratze im eigentlichen Sinne, eher ein eingeschoben es Kissen. Das ist sehr wichtig. 1. Kühlt das Kind mit nur einer Lage Stoff im Rücken sonst von unten aus. 2. Gibt das Ding Stabilität, so dass man das Kind auch schlafend problemlos durch die Öffnung manövriert kriegt. Sonst müsste immer ein 2. Erwachsener die Matte aufhalten.

  10. T.Sch. schreibt:

    Hallöchen,
    vielen Dank für die tolle Anleitung! Haben das ganze jetzt als Zwillingsschaukel umgesetzt – echt ne ganz große Hilfe beim Einschlafen.
    Hier mal ein Foto: http://s14.directupload.net/images/141125/lgdnbwjj.png
    Falls das jemand auch für Zwillinge bauen will, die Breite der Leiste ist mit 90cm recht gut bemessen (Baumarktzuschnitt ca. 4Eu, hab ich dann noch zugefräst) und da die Konstruktion selbst schon 5kg wiegt und die Kids sich jetzt bereits im 4. Monat befinden, haben wir uns für eine Wiegenfeder bis 30kg entschieden.
    Liebe grüße, ein stolzer Papa 🙂

  11. Constanze schreibt:

    habe mir eben dank deiner super Anleitung Stoff bestellt aber über etwas bin ich dann doch gestolpert, ich hoffe du kannst mir weiterhelfen…
    „Wie gesagt, bei uns werden noch ca 25cm Stoff einfach weggerollt, die später die längere Liegefläche ergeben“
    wie steckst du da die enden der Liegefläche um 40 m übereinander?

  12. Andrea schreibt:

    Vielen lieben Dank für die verständliche und leichte Anleitung!
    Ich habe schon einmal darüber nachgedacht eine Federwiege, die ich fürs Zwergenkind unbedingt ausprobieren will, selbst zu nähen, dachte dann aber, dass das doch eher schwer/langwierig sein müsste. Pustekuchen, abgesehen vom langen Bügeln hab ich nicht länger als zwei Stunden mit Holz zuschneiden und immer wieder nachschauen und überlegen gebraucht, obwohl ich einmal wieder auftrennen musste!
    Ich habe die Hängewiege gerade fertiggestellt, bei Gelegenheit kommt noch eine Feder dazu, ich habe noch viel Zeit bis sie bewohnt wird. So sieht sie aus: https://picasaweb.google.com/lh/photo/zRoMfa7y5XwAVvKGmdi20iceVgn5LE_D8XobZIr6GkE?feat=directlink

    Vielen lieben Dank, ich bin total glücklich über das schöne Stück!

  13. Michelle schreibt:

    Huhu . Vielen Dank für die super Anleitung ,Ich hoffe ohne Bilder bekomm ich das gut hin ,bin da doch etwas schusselig 🙂 . Stoff habe ich schon gekauft ,gewaschen und gebügelt allerdings wollte ich mal fragen ,ob ich ein bestimmtes Garn dafür verwenden muss ? ( bin Nähanfängerin und habe da noch nicht viel Ahnung ) Liebe Grüße

  14. Katja Hoffmann schreibt:

    Vielen, vielen Dank für die tolle Anleitung. Wir erwarten unser 3. Kind und ich habe, dank deiner sehr guten und ausführlichen Beschreibung, eine schicke Hängematte herstellen können.
    Der Stoff ist aus alten Vorhängen, der schon ewig bei mir herum lag und aus Leinen, statt Nessel. Das erschien mir einlagig zu dünn, sodass ich die kompletten Stoffbahnen (und nicht nur den Matratzeneinschub) einfach doppelt genommen habe.
    Die Matratze ist nicht mit Schafswolle, sondern mit Federn aus einem ausrangierten Federkissen gefüllt. Die Schafwolle wäre vielleicht etwas stabiler. Hatte ich aber nicht da. Ich denke aber, dass es auch mit der Federfüllung funktioniert.
    Anstatt Knebelknöpfe habe ich Druckknöpfe zum Schließen der vorderen Seite angenäht. Ich hatte mir zwar schon Knebelknöpfe aus FIMO-Knete gebastelt, jedoch hat mich das aufgrund der Schwere nicht überzeugt. Die Druckknöpfe find ich optimal.
    Die Karabiner sind aus unserem Klettersortiment. Einzig die Federwiege habe ich gekauft und hoffe nun, dass das sanfte Auf- und Abschwingen des kleinen Minimenschen, der bald in unsere Mitte geboren wird, für erholsame Nächte sorgt. 🙂
    Den Beitrag mit Bildern gibt es auch samt Link zu deiner tollen Seite auf Facebook!
    https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=539774996185715&id=100004596584226

    Liebe Grüße aus Dresden,
    Katja

  15. Jasmin schreibt:

    Vielen Dank für die tolle Anleitung!!! Ich wollte eigentlich eine Federwiege kaufen, da meinte mein Mann, ob man sowas nicht eigentlich selbst machen könnte. Ich dachte zuerst nur „Jaaaaaa…klar….“, bin dann aber über diese Anleitung gestolpert und zwei Wochen später, habe ich die eigene Federwiege fertiggestellt!! Bin wirklich stolz und es war trotz kaum vorhandener Nähkenntnisse ganz leicht! Danke danke 🙂

  16. Sissi Torrez schreibt:

    Hallo…
    Ich glaub ich bin die einzige die deiner Beschreibung nicht ganz verstanden hat . Oh jeee .
    Ich weiß nicht genau was du meinst, mit :
    Die Enden an den kurzen Seiten um 40cm überlappend übereinandergesteckt. Nun die Kanten der entstandenen Liegefläche an den beiden Längsseiten doppelt ……

    Hilfe 😦

    Könntest du mir das nochmal etwas andere erklären, bitte

    VielenDank für deine Hilfe im voraus

    Gruß Sissi

    • siebenhundertsachen schreibt:

      Du hast eine sehr lange Stoffbahn, die am Anfang und am Ende eine Kante von 85cm Länge hat, richtig? Diesen Anfang und Ende legst du überlappend übereinander, so dass sie sich um 40cm überschneiden. Dann steppst du entlang der beiden Anfang- und Ende-Kanten jeweils doppelt ab, so dass sie fest aufeinander genäht sind. Man kann dann aber in die entstandene Dopplung noch von unten und oben reingreifen, da kommt die Matratze rein.

  17. Nika schreibt:

    Wow, die Hängematte ist ja richtig cool geworden! Unsere Kleine schläft auch tagsüber sehr sehr gerne und gut in ihrer Hängematte. Haben allerdings eine etwas teurere von NONOMO, aber sie ist definitiv ihr Geld wert.
    Liebe Grüße
    Nika

  18. Jenny Schuh schreibt:

    Hallo und vielen Dank für dein Tutorial. Ich habe bisher nur englische Seiten gefunden, die beschreiben, wie eine solche Federwiege geht und bin darum doppelt begeistert, über deine Anleitung gestolpert zu sein.
    Mein Mini ist nun 4 Monate alt und seit ein paar Tagen lässt er sich gar nicht mehr ablegen, es sei denn ich lege ihn in die Nestschaukel seines Bruders. Was bei dem diesjährigen Sommer nicht unbedingt jeden Tag klappt, wegen dem Regen.
    Eine Frage habe ich allerdings noch. Wo bzw in welcher Höhe hast du die Knöpfe angenäht?
    Mein Schwiegervater muss mir den Spreizstab noch fertig machen und dann wollte ich die Knöpfe anbringen…

    Lieben Gruß

    Ach ja, ich habe bunten Stoff genommen, dafür aber doppelt genommen. Innen ein weißer Stoff mit schwarzen Tier Figuren vom Schweden und außen roter Stoff mit weißen Nilpferden, ebenfalls vom Schweden…

  19. Esther schreibt:

    Hallo,
    danke für diese tolle Anleitung. Ich wollte mir auch schon lange eine Babyhängematte kaufen. Ich denke aber, dass ich das sogar selber hinbekomme, deshalb bastele ich das einfach mal nach. Danke dir!

    Grüße
    Esther

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