Lagebericht 2 mM*

[Selbstgewerkeltes] Das Hemdblusenkleid ist fertig. Und ich bin seeeehr zufrieden. Es hat zwar noch etliche kleine Mängel und „Ich-lass-das-jetzt-so“s, aber es ist ein Probekleid und selbst zusammengebastelt, da reicht mir erstmal, dass es tragbar ist. Tragefotos in den nächsten Tagen. An der Strickfront nimmt eine kleine Jacke langsam Gestalt an. Sehr langsam.
Ab nächste Woche sind der Minimensch und ich wieder unter uns, mal gucken, wieviel ich dann so schaffe. Ich hatte überlegt bei Katharinas Bombshell-Swimsuit Sew-Along mitzumachen, denn ich finde das Schnittmuster total super und habe auch seit Jahren keinen schönen Badeanzug mehr. Aber meine Vision des perfekten Badeanzugs enthält Polka Dots auf rotem, blauem oder lila Grund. Einen anderen Badeanzug kann ich nicht akzeptieren. Und einen solchen Stoff kann ich nicht finden. Also lass ich das. Stattdessen stehen noch zwei wallende Sommerkleider nach dem Zusatzschnitt aus der Mai-Knip auf dem Programm. Und Oberteile wären mal notwendig, sind aber so undankbar.
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[Minimenschliches] Diese Woche hat der Minimensch auf einmal beschlossen, dass er abends auch mal so lang wachbleiben kann, wie die Erwachsenen. Wir verhandeln noch mit ihm über die richtige Zubettgehzeit, aber er ist nicht sehr einsichtig. Was wohl eher an seinem Bauch als an mangelnder Müdigkeit liegt. Tagsüber ist er dafür ein echter Sonnenschein, lächelt uns dauernd schelmisch an und erobert alle Herzen im Sturm.

[Lesbares] Gelesen habe ich diese Woche nicht viel. Angelesen habe ich „Der Club der singenden Metzger“, das mir aber irgendwie nicht recht gefiel. Dann habe ich „Back to Blood“ von Tom Wolfe angefangen, das sich bisher ganz nett liest.

[Klickbares] Sehr lesenswert: Dieser Artikel über die Irrwege der Mittelschicht

[Anderswunderbares] Den gemeinsamen Elternzeitmonat, der nun leider schon fast vorbei ist, haben wir zu großen Teilen im Mittelgebirge verbracht. Das war toll, denn so konnten wir täglich an die frische Luft und der Minimensch konnte den Wald kennenlernen. Für mich war das gleichzeitig ein Revival der Sommer meiner Kindheit.

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[Aufregiges] Es soll Leute geben, die finden es nicht schlimm, dass die NSA offenbar mehr über die US-Bürger weiß, als diese selbst. Gemeinhin argumentieren diese Leute, dass ruhig der Geheimdienst sie überwachen könne, sie hätten ja nichts zu verbergen. Dem widerspricht dieser Bericht eines Ministeriumsreferenten , der ungewollt Opfer einer Hetzkampagne wurde, obwohl er sich nichts hatte zuschulden kommen lassen. Im PRISM-Kontext sei ferner diese hervorragende Kolumne von Jakob Augstein empfohlen.

*mM= mit Minimensch