Lagebericht 6 mM*

Eine träge Woche mit relativ wenig Nachtschlaf und deshalb wenig Energie am Tage.

[Selbstgewerkeltes] Außerdem ist das Nähzimmer unterm Dach und da ist es nochmal heißer als im Rest der Wohnung. Daher relativ unproduktiv. Das zweite Flatterkleid wurde fertig und schon mehrfach getragen. Einige Reihen an einer Strickjacke für den Minimensch gestrickt, aus Baumwolle, an andere Strickprojekte ist bei der Hitze nicht zu denken. Aber ich hab einen Rock und ein Jerseykleid zugeschnitten. Und fest vor, diese auch zu nähen, denn sie sind beide schnell-schnell-Projekte und danach warten im Kopf welche, die mehr Konzentration und Mühe erfordern.

[Minimenschliches] Schlafend am Tage und wachend am Abend, so ist es derzeit. Bei den Temperaturen vielleicht insgesamt auch wieder schlau.

[Selbstgegärtnertes] Die Tomaten sind endlich in größere Töpfe umgezogen und ich konnte schon einige ernten. Diese Buschsorte ist wirklich toll, dicht und sehr ergiebig. Der Salat geht gut an und meine Kräuter sind so riesig, dass ich sie kaum so schnell verkochen kann.

[Lesbares] Ich werde diese Rubrik wohl streichen müssen, bis der Minimensch uns wieder abends allein ins Bett gehen lässt.

[Klickbares] Bestimmt haben die meisten von euch schon dieses hervorragende Video zum Thema Überwachungsstaat gesehen? Nein? Dann los!
Nike hat angeregt durch das Interview mit Ellen Page, das ich letzte Woche empfohlen hab, ein Bekenntnis zum Feminismus gepostet. Tolle Idee! Und wer Nikes Blog noch nicht kennt, sollte hopp hopp mal da reinschauen und auch den Muckel herzlich begrüßen.
Noch eine frisch gebackene Mutter: Nina, alias Frau Rockelfe. Ihr Geburtsbericht hat mir diese Woche deutlich vor Augen geführt, wieviel Glück wir hatten, dass wir den minikleinen Minimensch mit auf die Station und schon bald mit nach Hause nehmen durften.
Und beim Thema Kinder bleibend: eine lesenswerte Analyse zur Abwanderung von Familien aus amerikanischen Kernstädten, die sich ein Stück weit sicher auch auf Deutschland übertragen lässt.

[Anderswunderbares] Ich habe ein total tolles Stoffgeschenkpäckchen von meiner Schwiegermutter geschickt bekommen. Ist dieser Schmetterlingsstoff nicht toll? Ich werde ihn erstmal wie einen Schatz hüten.
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Darüberhinaus hab ich eine riesige frei zugängliche Brombeerhecke gefunden, die außer mir offenbar niemand sonst aberntet, ich kontrolliere sie täglich und plane schon Gelee und Sirup.

[Aufregiges] „Die Hälfte der Deutschen ist mit der Arbeit der Regierung zufrieden“ sagte der ARD-Deutschlandtrend am Freitag und ich fragte mich: In welchem Land lebe ich hier eigentlich? Wie kann das sein? Haben die alle die letzten 4 Jahre unter einem Stein gewohnt? Ich sehe der Wahl mit Schrecken entgegen und überlege, wohin man auswandern könnte.
Immer wieder wundert mich und stimmt mich auch sehr verdrießlich, wie wenig politische Geschehnisse in Afrika Eingang in die deutschen Medien finden. Wenn man die internationale Presse, insb. die englische und französische ein wenig im Auge hat, erfährt man so viel mehr über Afrika als hier. Zum Beispiel wird die Wahl in Simbabwe hier in Deutschland völlig Hintergrund -frei begleitet, während der Guardian seit Wochen Hintergrundberichte wie diesen hier bringt. Ich finde die deutschen Medien Afrika gegenüber einseitig bis ignorant. Traurig.