7 Sachen vom 29.9.2013

1. Für meine Verhältnisse ungewöhnlich praktisches Schuhwerk angezogen.

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2. Den Minimensch ins Tragetuch verfrachtet.

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3. Eine Mütze angezogen

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4. Viele viele schöne Äpfel gepflückt.

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5. Als Spielzeug hergehalten.

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6. Gelenkt.

7. Typisch schwäbisches vertilgt.

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Me made Mittwoch: Wahlsonntagsrock

Heute zeige ich, ganz ausnahmsweise, nicht mein Mittwochsoutfit – also keine PEKIP-Beurteilung heute – sondern mein Outfit von Sonntag. So ging ich zur Wahl – farblich auf Wechsel eingeschworen…
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Am Samstag verließ der Liebste sein selbstgewähltes Krankheitsexil im Nähzimmer und keine 10 Minuten später saß ich an der Nähmaschine, um mir doch noch meinen Wahlsonntagsrock zu nähen. Und er wurde pünktlich Sonntag mittag fertig. Um nicht als falsche Koalitionsaussage rumzulaufen kam schwarzes Oberteil und Strümpfe natürlich nicht in Frage. So kam dazu neutrales Grau und der Liebste musste mich in grün begleiten. Zwar hat die Farbtherapie das Wahlergebnis leider auch nicht heilen können, aber der Rock ist trotzdem toll. Hier mal eine genauere Sicht auf den schicken Bund. (& meine tollen roten Schuhe)
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Das Schnittmuster ist aus der Knip, irgendwann 2013, ich müsste das Heft suchen, und dort in Leder gezeigt. Ich frage mich ja manchmal, was die Nähzeitschriftsmacher reitet, Schnitte aus völlig kapriziösen Stoffen wie Leder/Spitze/Seidenbouclé zu zeigen und nicht wenigstens auch nochmal aus einem einigermaßen normalen Stoff. Ich hab den Schnitt eigentlich ohne große Hochgefühle ausgesucht, einfach weil ich ein paar Röcke brauche und nicht immer nur ein und denselben Schnitt nehmen wollte. Ich war sogar eher skeptisch, denn im Grunde mag ich entweder echt weit ausgestellte oder eingestellte Röcke, mit Mitteldingröcken, insb. Rømø werde ich üblicherweise nicht warm. Jetzt denke ich, dass ich vielleicht einfach keine Röcke mag, die vorn und hinten nur ein A-Form-Schnitteil mit Abnähern haben und Bahnenröcke einfach eher mein Ding sind. Denn ich finde dieser hier sitzt – ganz ohne anpassen – perfekt. GroßesvSerienproduktionspotenzial.
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Der Stoff mag regelmässigen LeserInnen bekannt vorkommen. Er ist ein Geschwisterchen meines Mantelstoffs, genauer gesagt der deutlich ältere Bruder. Ich habe diesen Stoff vor 2 Jahren für Kissen in rot und pink gekauft. Jeweils einen halben Meter, nicht ahnend, dass er, da Vorhangstoff, 2,8m breit liegt. So war noch genug für einen Rock übrig, aber der hat dann doch lang gebraucht… Gleichzeitig konnte ich beim Kauf des Mantelstoffs die Qualität beurteilen und wusste genau, was mich erwartet. Ich habe übrigens beim Rock die glänzende Seite außen verwendet, anders als beim Mantel. Ich habe beim Zuschnitt überhaupt nicht auf das Muster geachtet, es passt trotzdem wie von Zauberhand vorn perfekt.
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Besonders freue ich mich über das Futter des Rocks (hier eine Innenansicht). Es handelt sich hier um ein Reststück Seidencrepe mit reizendem Muster, irgendwann aus einer Restekiste gezogen, das aber zu wenig für irgendwas war, nur 80cm bei 110cm Breite… nun hat es endlich seine Bestimmung gefunden. Kombiniert mit schwarzer Baumwolle für inneren Bund und Taschenbeutel.

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Die Taschen waren im Schnitt nicht vorgesehen. Aber es gab in der gleichen Knip einen Kellerfaltenrock aus den gleichen Schnitteilen, der aufgesetzte Taschen hat. Auf Basis dieser Taschen habe ich hier die innenliegenden Taschen konstruiert.

Und nun geht mein schöner roter Rock und reiht sich beim MMM ein – mal gucken, was da noch so zu sehen ist.

Extra für Frau von Welt hier noch 2 Bilder von dem gekauften Sweat-Blazer, den ich darüber trug. Leider nicht gut zu sehen. Er ist teilweise mit Baumwolle gefüttert – im Prinzip das gesamte Rückenteil, das verhindert ausleiern, denke ich.

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Sonntagssüß: Apfel-Mohn-Streusel

Ein ausgesprochen leckerer Kuchen, den wir nach erledigter Bürgerpflicht am Sonntag aßen, bevor uns der Hunger verging angesichts der ersten Prognose…
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Für eine Springform:
1kg saure Äpfel
300g Mehl
200g Zucker
150g Butter
4 Päckchen Vanillezucker o. Bourbon Vanille
1 Zitrone
1 Ei
2 TL Backpulver
125g Mohn (möglichst gemahlen)
125g (Soja-)Milch

Die Äpfel schälen, entkernen,vierteln und in feine Scheiben schneiden, mit 70g Zucker, 2MS Vanille o. 2 Päckchen Vanillezucker und dem Saft der Zitrone marinieren und ziehen lassen.

Den Mohn mit der (Soja-)Milch aufkochen, 1 MS Vanille und 2 TL Zucker oder 1 Päckchen Vanillezucker unterrühren, von der Platte nehmen und abkühlen lassen.

Das Ei trennen, Eiweiß steif schlagen und unter die Mohnmasse ziehen.

Aus Eigelb, Butter, restlichem Zucker, Mehl, Backpulver, 1 Prise Salz und 1 MS Vanille/1 Päckchen Vanillezucker einen Bröselteig kneten.

2/3 des Teiges auf dem Boden einer Springform zu einer Teigplatte festkneten. Darauf die Mohnmasse verteilen, dann die Äpfel oben drauf, zum Schluss den restlichen Teig als Streusel oben drauf geben.

Bei 160 Grad Umluft 45 Minuten backen, ggf. nach der Hälfte der Zeit abdecken, damit die Streusel nicht zu braun werden.

Kleiner Hinweis: Der Kuchen auf dem Foto ist mit mehr Teig aber gleichviel Belag auf einem kleinen Blech gebacken,weil ich ihn teilweise einfrieren wollte, daher ist er flacher. Aber aus der Springform schmeckt er besser, saftiger und mohniger.

Lagebericht KW 37 & 38

Schon wieder ein Lagebericht über 2 Wochen. Shame on me. Aber dafür pünktlich. Der Liebste ist krank seit über einer Woche, da war nicht viel Spiel für Bloggen.

[Selbstgewerkeltes] Wie schon mehrfach erwähnt ist das Nähzimmer ja auch noch das Gästezimmer und deshalb jetzt auch das Krankenzimmer. Deshalb nähtechnisch hier kaum Neuigkeiten. Eine Hose und einen Pulli für den Minimensch hab ich noch vor den Bazillen geschafft. Selbst das für morgen anberaumte Nähkränzchen muss bazillenbedingt entfallen. Kein knallroter Wahlsonntagsrock für mich, wie es scheint. Aber: die Knöpfe für den Robson Coat sind eingetroffen und außer den Knöpfen ist er schon seit 9 Tagen fertig.
In Ermangelung von Nähmöglichkeiten habe ich gestrickt. Ein Paar Socken für den Minimensch und den Anfang eines federleichten Schals aus Kid Mohair-Silk in rauchlila für mich. Und zugeschnitten hab ich auch: mehr Hosen und Pullis für den Minimensch, einen roten Rock für mich und einen Poncho aus Bibernylon für uns beide und Tragetuch.

[Minimenschliches] Wir stecken hier immernoch im Zahneinschuss und keiner mag es. Es wäre schon toll, wenn das mal langsam fertig wäre, denn dann würde vielleicht auch wieder geregelt am Tage geschlafen. Ansonsten allerdings viel positives, große Greifbegeisterung und beachtliche Wurfweiten lassen für künftige Bundesjugendspiele (gibts das noch?) viel Gutes hoffen. Und auf den Mund gefallen ist das Minimenschlein auch nicht – nur wir dummen Eltern verstehen nicht so gut, was die Redeschwälle bedeuten 😉 Und vor kurzem konnte die zufällig erwachte Mutter das Kind sich im Schlafe drehen und kurz darauf überrascht erwachen sehen. Am Tage klappt das noch nicht.

[Gekocht, gebacken, eingemacht] Mit Pflaumen aus dem eigenen Garten gab es letzte Woche Zwetschgenkuchen, diese Woche mit Äpfeln aus Mutters Garten Apfel-Mohn-Streusel. Ebenfalls eigene Him- und Blaubeeren wurden mit gemundraubten Brombeeren zu Marmelade. Einige Zucchini harren noch der Einglasung.

[Selbstgegärtnertes] Mit Neugärtnerelan habe ich die Wiese gekalkt, das Gemüsebeet mit Gründünger versorgt und Pläne geschmiedet. Aber auch: eigene Dahlien auf den Tisch gestellt und ein bisschenwas geerntet.

[Lesbares] Baby in Balance – ein Ratgeberbuch zu Kinaestetic Infant Handling – empfehlenswert. Einige weitere Seiten in „Das rote Haus“ – es zieht sich. Weiter im Nutzgartenbuch.

[Klickbares] Ich finde der Blick von außen lohnt fast immer. In diesem Fall blickt der Guardian auf den demographischen Wandel in Deutschland. Nochmal Blick von außen, diesmal allerdings mit Wahlbezug und einer Diskussion ausländischer Journalisten zum Phänomen Merkel. Ich finde ja hochinteressant wie sich der europäische Blick auf Angela Merkel verändert hat. Was waren die Briten alle Fans noch vor vier Jahren… Über all den leidigen Wahlklamauk wollen wir aber den Blick nach außen nicht vergessen. Zum Beispiel nach Afrika. Da neigen wir ja bisschen dazu, ein Land zu vergessen kaum dass der aktuelle Bürgerkrieg beendet ist. Zum Beispiel Liberia. Revolution, freie Wahl, sehr gehypte Präsidentin und was ist draus geworden? Das fragt der Economist und antwortet: noch viel zu tun.

[Anderswunderbares] Ein schöner Besuch zuhause mit dem Minimensch nach viel zu langer Zeit, dank minimenschlichem Einschlafentgegenkommen auch mal wieder des abends auf demSofa rumgehangen, kleine Freuden halt.

[Aufregiges] Ohoh, das könnte lang werden. Dieser Wahlkampf macht mich zum Ende hin nochmal so richtig fertig. Niveaulos, inhaltsleer, schmutzig – latent kindergartig. Pfui, pfui, pfui. Die BILD bringt einen Tag vor der Wahl eine Gratisausgabe raus – das stinkt doch zum Himmel. Und nun wird uns diese Chose mehr oder weniger erhalten bleiben,bzw. durch das größtmögliche Übel – eine 2/3-Mehrheits-Grosse-Koalition, die, wenn sie will, völlig frei drehen kann. Dabei kann man sich z.b. hier, hier und hier über die Unfähigkeit verschiedener Ressorts informieren. Ich geh dann mal ein bisschen lachen – oder weinen.
Achja und übrigens ist außerdem unsere Waschmaschine kaputt. GAR NICHT GUT!

Veggieblogtag #33: Gegrillte Süßkartoffeln mit Mais

Ja, also ähm. Ich hab da noch ein Sommergericht vergessen. Und es ist lecker und bevor ich es bis nächstes Jahr vergessen hab, verblogge ich es besser noch schnell.

Gegrillter Mais mit Süßkartoffeln
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Man braucht pro Person ca. 1,5 Maiskolben und 0,5-1 Süßkartoffel. Außerdem Öl, Salz, Pfeffer, Rosmarin. Wer mag macht dazu noch Kräuterbutter, einen Salat und einen Joghurtdip.

Den Mais in Salzwasser vorkochen, das dauert einige Zeit, kann aber schon frühzeitig gemacht werden.

Die Süßkartoffeln schälen und in 0,5cm dicke Scheiben schneiden.

Die Maiskolben und die Kartoffelscheiben dünn mit Öl bestreichen.

In einer Grillpfanne zuerst die Kartoffelscheiben grillen bis sie braun und weich sind. Das dauert so 10 Minuten. Nach dem wenden mit gehacktem Rosmarin und Salz und Pfeffer bestreuen. Ggf. im Ofen warmhalten und noch schnell den Mais angrillen bis er Farbe bekommt.

Ich habe noch nicht ausprobiert wie es a) auf dem Grill oder b) in einer normalen Pfanne wird, merke aber gerade, dass das Gericht sogar vegan ist.

Noch jemand mit letzter Sommerküche oder doch schon Kürbis am Start?

Me made Mittwoch: Schluffi

Eigentlich hätte ich heute gern einen neuen Rock, meinen Robson Coat oder gar ein neues Kleid gezeigt. Hätte… denn leider existieren diese Kleidungsstücke nur in meinem Kopf. Aus Gründen. Denn 1. ich bin seit einer grausig langen Woche von meiner Nähmaschine abgeschnitten, denn 2. im Nähzimmer ist die Quarantäne-Station des kranken Gatten, der 3. deshalb nicht den Minimensch hüten kann. Unglückliche Verkettung von Umständen. Außerdem bin ich 4. auch erkältet und 5. sind die Knöpfe des Robson Coat auch erst heute in der Post gewesen. All diese widrigen Verquickungen führen dazu, dass ich heute ein Schluffi-Outfit zeige:
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Ich trage einen meiner ungezählten Simplicity 2451, die schmale Variante in diesem Fall, ein Zwilling meines Disputationsrocks. Einer meiner wenigen Herbströcke. Denn irgendwie ist der Herbst für mich bisher stets eine ausgemachte Kleiderzeit gewesen. Die Rockproduktion ist aber in Planung.

Dieses Exemplar ist aus einem feinen Wollstöffchen, das der Gatte dereinst in geringer Menge (1 Yard, 45er Breite) aus Amerika mitbrachte & hier gibt es bessere Fotos und mehr Details zum Rock. Heute ist er knittrig und kombiniert mit Schluffisocken, dicker Leggins und einem Pullover von Hasi&Mausi, der mich dank nicht vorhandener Form durch die Schwangerschaft begleitete und soviel Kunstfaser enthält, dass er in der Lage ist knittrig zu sein. Aber er macht warm um die Nieren und das ist heute nötig.
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Heute also verknittert und nicht so schick wie die wunderbare Julia auf dem Me-Made-Mittwoch-Blog. Aber am Samstag ist Nähkränzchen und da näh ich mir einen Rock für den Urnengang, denn ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich mach mich zum wählen fein. Ist schließlich ein seltener und wichtiger Anlass.

Dat kannze dir nich ausdenken: Gartengeschichten

Dadurch dass ich derzeit nicht in Bus und Bahn unterwegs bin, entgeht mir natürlich einiges. Ich bin jetzt schon traurig, dass ich dieses Jahr die angesäuselten blinkenden Rentner auf Weihnachtsmarktmission verpassen werde. Auch scheint die Bahn beschlossen zu haben, dass nur noch jeden zweiten Tag das Stellwerk in Duisburg reibungslos funktionieren darf und ich kann nicht dabei sein um das mitzuerleben. Total doof das. Auch für euch liebe Leser, die ihr nun ganz ohne lokalkolorierte alltägliche Irrsinnsgeschichten auskommen müsst. Das kann so nicht bleiben. Um an dieser Front Abhilfe zu schaffen – ausschließlich deshalb – haben wir uns daher überlegt, wir kaufen einen Schrebergarten. Mitten rein in DAS Pottmensch-Biotop schlechthin. Wo wenn nicht in einer Schrebergartenkolonie oder, wie es korrekt heißt Kleingartenanlage, kann man noch den Pottbewohner in seiner naturbelassenen Umgebung und Habitus erleben? Eben. Also haben wir keine Kosten und Mühen gescheut und sind jetzt nicht nur geprüfte und zugelassene Mitglieder eines Kleingartenvereins, nein dazu haben wir auch noch einen Garten bekommen.

So einen Kleingarten bekommt man nämlich nicht einfach so. Ein Kleingarten ist ein ganz besonderes Gut, das weiß jeder und deshalb sind die auch von der nordrheinwestfälischen Verfassung geschützt. Also muss, wer sowas exquisites sein eigen nennen will, sich erstmal als würdig erweisen. Also ungefähr so:

Frau Siebenhundertsachen erspäht auf ihrem Spaziergang mit dem Minimensch an der Anschlagtafel der nahegelegenen Schrebergartensiedlung einen Aushang, es werde ein Garten frei. Da die Idee eines Gartens zwischen den Siebenhundertsachens schonmal hier und dort diskutiert worden war, vermerkt sie die angegebene Telefonnummer. Dabei nimmt sie gleich auch Notiz vom daneben prangenden mahnenden Zettel mit den Worten: „Liebe Garteninteressenten, der Verkauf von Gärten wird ausschließlich über den Vorstand abgewickelt!!!“ Mindestens drei Ausrufezeichen sind für Aushänge des Kleingartenvereins Pflicht, habe ich inzwischen festgestellt. Bei Texten mit mehreren Sätzen ist zwingend jeder Satz mit mindestens einem ebensolchen Zeichen zu versehen.

Ich rufe also am nächsten Tag die angebene Nummer an, um mal nachzuhören, was der Garten so kosten soll. Am anderen Ende die Vorsitzende des Kleingartenvereins. Ja, der Garten sei noch zu haben und koste xy Euro. Aber wer ich denn überhaupt sei, ob wir Arbeit hätten, ob wir schonmal einen Garten gehabt hätten und und und. Nach kurzer Wiedergabe meines Lebenslaufs und des des Gatten werde ich -schon etwas perplex- aufgeklärt: so ein Garten bringe ja auch Pflichten mit sich. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir den Garten noch nichtmal angeschaut! Also die Pflichten: Gemeinschaftsarbeit in den öffentlichen Teilen der Anlage und bei Festen des Vereins, Pflege des sog. Stadtstreifens, regelmässiges Schneiden der Hecke. Mir wird auf der Stelle klar: So ein Kleingarten ist kein Ponyhof, hier herrscht Recht, Ordnung und Heckennormierung. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, denn das alles ist, ich bin immernoch ganz perplex darüber, im Bundeskleingartengesetz festgeschrieben. Oh Deutschland. Und das wird auch regelmässig von städtischen Kleingartenkontrolleuren kontrolliert. Soll nochmal einer sagen, unsere Steuern würden nicht sinnvoll eingesetzt. Eine sinnvollere Verwendung als die Kontrolle der überbauten Fläche und der Höhe und Breite der Hecken in Kleingartenanlagen kann ich persönlich mir kaum vorstellen.

Als ich also über die Pflichten aufgeklärt war und überraschenderweise immernoch Interesse zeigte, wurden wir zu einer Audienz mit dem Vorstand eingeladen. Denn ohne Zustimmung des Vorstands darf man sich einem verkaufswilligem Vorpächter nicht mal nähern. Wir wurden also dort vorstellig, ich war kurz davor zu fragen, ob ich eine PowerPoint Präsentation vorbereiten soll. Aber wir hatten ja praktischerweise einen Joker in Form des Minimenschen dabei, so dass wir auf die PowerPoint verzichten konnten und trotzdem die Zustimmung des Vorstands bekamen. Ich denke, ich versuch das demnächst auch mal auf Konferenzen. „Ähm, meine Folien sind leider nicht so ganz fertig, aber guckt mal, ein süßer Minimensch!“ Der Vorstand ist übrigens, das nur am Rande, sehr viel näher an der gewünschten Frauenquote besetzt als das bei DAX-Vorständen in greifbarer Nähe scheint – soll keiner sagen man gehe hier nicht mit der Zeit!

Der Rest war ein Klacks, die extrem netten Vorpächter erlagen ebenfalls dem Charme des Minimenschen und schon wenige Tage später nahmen wir den Schlüssel zu unserem Garten entgegen. Und sind Mitglieder, also bzw. Mitglied und Ehegatte, eines Vereins. Ganz echt. Wir erwarten in Kürze die Ankunft der ersten Gartenzeitung, ich bin schon ganz aufgeregt. Und auf einen Schlag kann ich nicht mehr das Haus verlassen, ohne Vereinsfreunde zu treffen und zu grüßen. So viel auf der Straße Menschen gegrüßt habe ich zuletzt als ich noch in einem rheinischen Dorf wohnte und zur Schule ging. Und so ist es halt, am Ende besteht jede Großstadt eben doch nur aus vielen vielen kleinen Dörfern.

Veggieblogtag #32: Chili sin Carne

Ich bin kochtechnisch noch nicht so im Herbstmodus eingegroovt. Im Gemüsefach wohnen noch Zucchini und Fenchel – sehr wenig zum Wetter passend. Aber der Klassiker geht immer und wärmt schön: Chili.
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Es gibt natürlich zahlreiche Versionen da draußen. Meine geht so:

Für 4
4 El rote Bohnen trocken
2 El weiße Bohnen trocken
1 Dose Tomaten stückig
100g Tomatenmark
1 Paprika
1Chili
1-2 Möhren
2 Zwiebeln
2 Zehen Knoblauch
2 Kartoffeln
200g Tofu(hack)
1 Handvoll Brechbohnen TK
1/2 Glas Mais
Salz, Pfeffer, Paprika edelsüß, Zucker, Chilipulver, Sojasoße

Am Morgen oder Vortag die trockenen Bohnen mit der doppeltenMenge Wasser übergießen und einweichen lassen.

Ggf. Tofu bröseln und mit Sojasoße marinieren, entfällt wenn Tofuhack verwendet wird (ich nehme das von Berief , gibt es bei Edeka und Kaufland und finde ich am besten).

Zwiebeln grob würfeln, Knoblauch hacken.

In einem Topf Olivenöl erhitzen. Darin Zwiebeln, Knoblauch und Tofu anbraten. Das Tomatenmark kurz mitbraten, dann mit den Dosentomaten und 3 Tassen Wasser ablöschen. Die eingeweichten und abgegossenen Bohnen dazu. Salzen.

Das Gemüse putzen und in mundgerechte Würfel schneiden. Die Chili in feine Streifen schneiden. Beides mit in den Topf geben und das ganze kochen lassen, bis die Bohnen weich sind (dauert ca. 1 Std.) Kurz vor Ende die Brechbohnen und den Mais zugeben.

Abschmecken und mit Brot servieren.

Me made Mittwoch: Jackie-O.

Die Sommerkleidersaison ist vorbei und da Unterkleider wenig stillgeeignet sind, heißt das für mich: Rockzeit. Heute bin ich wieder total PEKIP-typisch und Boden-Sitz-kompatibel gewandet in meinem ersten Herbstrock dieses Jahr.
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Der Schnitt ist aus der Mai(?)-Knip, die verschiedene Strecken mit Fashionikonen hatte. Aus dieser Knip könnte ich noch viel nähen, z.B. das Maxima-Kleid, das Katharina schon schön umgesetzt hat. Der Jackie-O.-Rock hat mich direkt beim ersten durchblättern angelacht. Neben Simplicity 2451 sind Tulpenröcke meine zweit-liebste Form. Dieser hier ähnelt stark meinem Disputationsrock, ist aber noch etwas besonderer in der Schnittführung.
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Den Stoff habe ich in einer absoluten Hauruckaktion im SummerSale bei alfatex gekauft. Herr Siebenhundertsachen wartete mit dem wenige Wochen alten Minimensch im Auto, während ich in 20 Minuten 5 verschiedene Stoffe zusammenraffte. Darunter ein Meter von diesem wundervoll gemusterten Stretchköper, der etwa so dick wie Jeans ist und daher nur für schlanke Röcke geeignet. Auch für diesen Rock ist er fast etwas zu dick, aber ich wollte sie einfach vereinen, weil sie mir beide so ausnehmend gut gefallen.
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Der Stoff sieht aus wie ein modernes Aquarell, finde ich, und er enthält 2/3 meiner Lieblingsfarben (blau und türkis) passt also zu mindestens der Hälfte meiner Oberteile.

Genäht war der Rock recht fix. Ich habe die Zier-Taschenklappen weggelassen, weil ich das Muster nicht unterbrechen wollte, sonst keine Änderungen. Der Schnitt kommt ohne Abnäher aus, außer Falten und Taschen ist nichts kompliziertes daran. Größe 38, für meine Hüfte eine eher kleine Größe, sitzt gut nachdem ich die Falten etwas tiefer gemacht habe als angegeben – also der Rock fällt groß aus. Der innere Bund ist aus Resten eines anderen Projektes – das hab ich mir von Wiebke abgeguckt. Auf Einlage konnte ich, durch den dicken Oberstoff, verzichten.
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Ich werde den Schnitt sicher nochmal nähen. Eigentlich ist die Tulpenform unpraktisch, beult beim Laufen, sitzt, gerade aus festem Stoff oft etwas schief. Aber dieser hier geht gut, weil er einen rückwärtigen Schlitz und einen Stretchanteil hat. Selbst beim Pekip blieb er glatt und an Ort und Stelle. Ich werde ihn beim nächsten Mal sogar noch etwas weiter einstellen – eine Änderung die ich bei dieser Rockform meist mache, hier aber erst nicht nötig fand.

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Da es beim Pekip heiß, draußen aber widerlich kalt ist, musste es Lagenlook sein und ich trage drüber meinen ebenfalls neuen Cardigan. Ich besitze einen Jerseycardi, den ich vor Urzeiten auf einem französischen Markt für 8 Euro gekauft habe und der ca. die Hälfte des Jahres an mir dran ist. Es wurde schon lang Zeit, etwas ähnliches in anderen Farben zu nähen und hier ist Nr. 1 der vielen weiteren die folgen werden. Der Schnitt ist aus der Juli(?)-Knip und eigentlich für Webware gedacht, geht aber super aus diesem dünnen Waffelpiketjersey, den ich schon ewig rumfliegen hatte. Die Taschen habe ich bei dem dünnen Jersey weggelassen und das Ding fällt riesig aus. Habe sicher 2 Größen verkleinert, das ging aber dank Prinzessnähten gut. Der Schnitt hat ggü. dem französischen Original den Vorteil, dass man ihn auch geschlossen tragen kann. Ich finde kurze Strickjacken zu Rock und Kleid eigentlich schöner, brauche aber immer auch so lange Cardigans, damit es mir im Winter nicht unters Oberteil zieht. Dieser hier hat vorn Zipfel, ist aber hinten gerade geschnitten und ich kann ihn mir auch gut aus Wolle vorstellen.

Jetzt werde ich versuchen, mich beim MMM zu verlinken, wo Frau Kirsche sich noch in Baumwolle aus dem Haus traut. Nee sowas. Brr. Ich hab mir gerade noch Wollsocken und einen Schal übergezogen. Herbst und ich sind dieses Jahr keine Freunde!