Me made Mittwoch: Wahlsonntagsrock

Heute zeige ich, ganz ausnahmsweise, nicht mein Mittwochsoutfit – also keine PEKIP-Beurteilung heute – sondern mein Outfit von Sonntag. So ging ich zur Wahl – farblich auf Wechsel eingeschworen…
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Am Samstag verließ der Liebste sein selbstgewähltes Krankheitsexil im Nähzimmer und keine 10 Minuten später saß ich an der Nähmaschine, um mir doch noch meinen Wahlsonntagsrock zu nähen. Und er wurde pünktlich Sonntag mittag fertig. Um nicht als falsche Koalitionsaussage rumzulaufen kam schwarzes Oberteil und Strümpfe natürlich nicht in Frage. So kam dazu neutrales Grau und der Liebste musste mich in grün begleiten. Zwar hat die Farbtherapie das Wahlergebnis leider auch nicht heilen können, aber der Rock ist trotzdem toll. Hier mal eine genauere Sicht auf den schicken Bund. (& meine tollen roten Schuhe)
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Das Schnittmuster ist aus der Knip, irgendwann 2013, ich müsste das Heft suchen, und dort in Leder gezeigt. Ich frage mich ja manchmal, was die Nähzeitschriftsmacher reitet, Schnitte aus völlig kapriziösen Stoffen wie Leder/Spitze/Seidenbouclé zu zeigen und nicht wenigstens auch nochmal aus einem einigermaßen normalen Stoff. Ich hab den Schnitt eigentlich ohne große Hochgefühle ausgesucht, einfach weil ich ein paar Röcke brauche und nicht immer nur ein und denselben Schnitt nehmen wollte. Ich war sogar eher skeptisch, denn im Grunde mag ich entweder echt weit ausgestellte oder eingestellte Röcke, mit Mitteldingröcken, insb. Rømø werde ich üblicherweise nicht warm. Jetzt denke ich, dass ich vielleicht einfach keine Röcke mag, die vorn und hinten nur ein A-Form-Schnitteil mit Abnähern haben und Bahnenröcke einfach eher mein Ding sind. Denn ich finde dieser hier sitzt – ganz ohne anpassen – perfekt. GroßesvSerienproduktionspotenzial.
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Der Stoff mag regelmässigen LeserInnen bekannt vorkommen. Er ist ein Geschwisterchen meines Mantelstoffs, genauer gesagt der deutlich ältere Bruder. Ich habe diesen Stoff vor 2 Jahren für Kissen in rot und pink gekauft. Jeweils einen halben Meter, nicht ahnend, dass er, da Vorhangstoff, 2,8m breit liegt. So war noch genug für einen Rock übrig, aber der hat dann doch lang gebraucht… Gleichzeitig konnte ich beim Kauf des Mantelstoffs die Qualität beurteilen und wusste genau, was mich erwartet. Ich habe übrigens beim Rock die glänzende Seite außen verwendet, anders als beim Mantel. Ich habe beim Zuschnitt überhaupt nicht auf das Muster geachtet, es passt trotzdem wie von Zauberhand vorn perfekt.
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Besonders freue ich mich über das Futter des Rocks (hier eine Innenansicht). Es handelt sich hier um ein Reststück Seidencrepe mit reizendem Muster, irgendwann aus einer Restekiste gezogen, das aber zu wenig für irgendwas war, nur 80cm bei 110cm Breite… nun hat es endlich seine Bestimmung gefunden. Kombiniert mit schwarzer Baumwolle für inneren Bund und Taschenbeutel.

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Die Taschen waren im Schnitt nicht vorgesehen. Aber es gab in der gleichen Knip einen Kellerfaltenrock aus den gleichen Schnitteilen, der aufgesetzte Taschen hat. Auf Basis dieser Taschen habe ich hier die innenliegenden Taschen konstruiert.

Und nun geht mein schöner roter Rock und reiht sich beim MMM ein – mal gucken, was da noch so zu sehen ist.

Extra für Frau von Welt hier noch 2 Bilder von dem gekauften Sweat-Blazer, den ich darüber trug. Leider nicht gut zu sehen. Er ist teilweise mit Baumwolle gefüttert – im Prinzip das gesamte Rückenteil, das verhindert ausleiern, denke ich.

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