Weihnachtskleid-Sew-Along Teil2

Heute geht es weiter mit dem Weihnachtskleidnähen und davon berichten. Ich habe schon einige recht strebsame Beiträge gelesen und kann nicht leugnen, ich wäre gern auch schon weiter. Aber nunja. Fangen wir von vorn an. Wir erinnern uns, es gab mehrere Schnittkandidaten, die alle aus dem karierten schönen Wollstoff erstehen wollen. Ich war zunächst sehr uneins mit mir, was ich denn da tue. Zwei Kleider nähen, gar scheitern, ein Probekleid, all das kommt zeitlich für mich nicht in Frage. Ich habe Zeit und Energie für genau ein Weihnachtskleid und brauche auch nur eins. Also grübelte ich, während ich viele lange (fast) gerade Nähte an der neuen Krabbeldecke Spielzeugablagestation des Minimenschen nähte und kam, dank meditativer Tätigkeit, zu einem pragmatischen Entschluss mit dem ich nun total im Reinen bin. Zen-mäßige Zufriedenheit stellte sich ein – zunächst.

Es ist nämlich so, dass 2 meiner 3 Wunschschnitte Hemdblusenkleider sind, eins gar mit Teilungsnähten. Und dass mein Stoff kariert ist. Finde den Fehler. Genau: Was für eine grandios dumme Idee. Es muss zwangsläufig irgendwo doof aussehen, wenn man ein Hemdblusenkleid versucht aus auffällig kariertem Stoff zu nähen. Das geht gar nicht anders. Und was wäre schlimmer als versetztes Karo in der vorderen Mitte??? Außerdem habe ich beim Ausgehputzkittel festgestellt, dass mir gekräuselte Röcke nicht behagen. Ich hätte also noch eine andere Rockform basteln müssen, was vielleicht noch mehr Karoprobleme nach sich gezogen hätte. Kurzum. Das lass ich mal. Cami darf demnächst aus einem unkompliziert einfachen Stoff entstehen und von mir aus auch in der Tonne landen, aber erst im neuen Jahr. Mit dem Putzkittel bin ich noch nicht durch, aber da werde ich auch eher eine Frühlingsvariante anstreben. Es wird folglich New Look 6674 – das Wickelkleid.

Ein genauerer Blick auf die Schnittdetails während des Abpausens (nach dem ersten Schock, wegen 3 Schnittbögen und 17 Schnittteilen) hat mich noch in dieser Auswahl bestätigt. Der Rock ist ein 2/3-Teller, das kommt mir sehr entgegen. Das Oberteil hat 2 Brustabnäher, auch das gut, denn damit habe ich schon viel Erfahrung. Natürlich bräuchte ich wie immer einen Mix aus 3 Größen, aber das kenne ich ja schon.

Bildquelle: sewing.patternreview.com/patterns/14017

Ich nähe Variante A, aber mit dem Rock von C, also dem längeren und weiteren Rock. Ich möchte allerdings ganz gern 3/4-Ärmel annähen. Ich habe den Schnitt kopiert und ein Probeoberteil aus einer alten Gardine zugeschnitten. Dann habe ich das Probeoberteil genäht, anprobiert, getrennt, geändert, genäht, anprobiert, getrennt, geändert, … Das Problem ist – wie immer – die Kombi aus schmalen Schultern, recht großer Brust und normaler Taille. Das führt zu Enge um die Brust bei gleichzeitig klaffendem Ausschnitt. Dies sieht man evtl. hier auf diesem katastrophal schlechten und  bis zur Unkenntlichkeit aufgehellten Foto. Entschuldigt die Qualität – Novemberlicht + Spiegel an falschen Stellen in der Wohnung + unkenntlich matschigrüner Stoff + Handyfoto = unbrauchbar!

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Ich habe also die Abnäher verschoben und ein Stück der Ausschnittkante weggeklappt. Das ging nicht, machte eine Beule, wo sich die Abnäher fast treffen. Also Abnäher zurück, nur Ausschnittkante korrigiert – ging auch nicht – Brustpunkt verschoben. Hmpf. Heute habe ich dann versucht die Ausschnittlinie anstatt durch wegfalten durch verschieben der Mehrweite zur unteren Kante und zur Schulter zu korrigieren, das ist besser. Nun musste ich allerdings den Brustpunkt erheblich verschieben. Im Ergebnis sieht das ganze nun so aus, wie das vorne liegende Teil zeigt. Die Ausschnittkante liegt glatt an, der Brustpunkt stimmt, die Schulternaht musste ich leicht begradigen.

image Hier sieht man die Unterschiede. Das untenliegende Schnittteil mit schwarzen Markierungen ist der ursprüngliche Schnitt, das oben liegende, mit grünen Markierungen ist das angepasste Oberteil. image

Ungelöst ist für mich bei diesem wie jedem Schnitt ohne rückwärtigen Reißverschluss, wie ich die Stoffbeule auf Höhe meiner Schulterblätter wegkriege. Ich brauche die Weite am Ausschnitt und auch im Taillenbereich, aber dazwischen ist zuviel… ich habe die Abnäher nach oben verlängert. Das macht es besser aber nicht perfekt. Außerdem habe ich keine langen Ärmel aus Webstoff, die gut passen, da muss ich mir noch was überlegen. Am besten wäre wohl, die Ärmel von einem anderen  New-Look-Schnitt zu nehmen. Aber ich habe keinen da, der passt. Und schließlich natürlich die Frage: welche Teile schneide ich mit schrägem, welche mit geradem Karoverlauf zu?

Heute abend beim Tatort werde ich das Zuschneiden erledigen – unter Protest des Herrn Siebenhundertsachen, der Foliengeraschel beim Tatort gar nicht gern mag – besonders nicht, wenn es ein potenziell guter Tatort ist…

Die wirklich zahlreichen anderen Weihnachtskleidnäher_innen versammeln sich heute wieder auf dem Me-Made-Mittwoch-Blog. Was für eine ambitionierte und inspirierende Runde. Danke liebe Katharina für die Organisation und sorgfältige Planung des Sewalongs.

4 Gedanken zu “Weihnachtskleid-Sew-Along Teil2

  1. Frau Herbst schreibt:

    Ein schönes Kleid, die Ärmel gefallen mir gut bei deiner Variante. Da hast du ja ein ganz schönes Stück Arbeit hinter dir, mit diesen vielen Anpassungen. Wünsch dir weiter ein gutes Gelingen.
    LG

  2. Ingeborg schreibt:

    Die viele änderungen haben sich gelohnt,das Oberteil sieht jetzt gut aus, bin gespannt wie weit du nächste Woche bist!
    HG,Ingeborg

  3. kleiderschmiede schreibt:

    Ich würde das Oberteil im geraden Karoverlauf schneiden, der Rock wird als Teller eh im schrägen Fadenlauf zwangsläufig enden. Nur solltest Du beim Oberteil wirklich darauf achten, dass das Karo passt, das sieht gleich viel besser aus!

  4. dickespaulinchen aka Katharina schreibt:

    Du könntest auch versuchen, die schräge ausschnittkante beim Nähen der Belege oder was auch immer da dran kommt ein wenig einzuhalten, das könnte das klaffen mindern. Die schräge Schnittkante neigt ja zum dehnen, evt. ist es leicht eingehalten schon ein besseres Ergebnis.
    Viel Erfolg!
    LG, Katharina

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