Von der Mühe, die Balance zu finden

Hier in in diesem Blog läuft gerade nicht allzu viel. Das liegt nicht unbedingt daran, dass ich nichts zu schreiben hätte. Es liegt sicher zum Teil daran, dass wir in den letzten 2 Wochen schlaftechnisch hier klar ganz weit vom Optimum weg sind. Entwicklungsschub juchee. Wir glauben, hoffen, beten, dass es nur eine Phase ist und diese, lieber früher als später vorbei geht.

Aber, es liegt auch daran, dass ich meine Zeitaufteilung gerade nicht im Griff habe. Also nicht, dass ich generell keine Zeit hätte. Aber ich teile sie derzeit zu ungunsten dieses Blogs und der dahinter stehenden Tätigkeiten auf. Will sagen: es gibt immer immer immer etwas was gerade Vorrang hat. Es will immer noch eine Waschmaschine gewaschen, der Staubsauger geschwungen, ein Spaziergang gemacht oder eine Überweisung erledigt werden. Und dann noch die Weihnachtsgeschenke. Da fangen wir mal lieber gar nicht von an.

So komme ich nicht umhin etwas traurig auf meine lange Liste von Bastel-, Strick- und Nähprojekten, aber auch die gedanklich bereits fertig geschriebenen Blogposts, Briefe und Mails, die zu lesenden Bücher und die zu schauenden Filme zu sehen und mich zu fragen, was da gerade schief läuft. Denn es wäre vollkommen ok, wenn dieses Blog und meine Hobbies derzeit ruhen würden, weil sie mir nicht wichtig sind. Aber sie ruhen einfach so – nicht vollständig aber doch fast – ganz ohne dass ich hierzu eine bewusste Entscheidung getroffen hätte oder auch nur eine genaue Ursache festmachen könnte. Ich denke nichtmal, dass eine zwingende Notwendigkeit besteht. Es hat sich einfach durch viele viele kleine alltägliche Entscheidungen jeden Tag aufs neue so ergeben, dass ich nicht gebastelt, gestrickt und gelesen, gebloggt und gemailt habe, wenn überhaupt dann vielleicht genäht. Es besteht das Gefühl, bei mir (aber ja offenbar auch bei anderen), sich die Zeit für Hobby erst „erarbeiten“ zu müssen. Wenn ich also an einem normalen Tag einen gut gelaunten und friedlich auf der Decke spielenden Minimensch habe, dann rattert im Kopf sofort die Maschinerie, was man da mal schnell erledigen könnte. „Ah gut, dann räum ich erstmal die Spülmaschine aus.“ „Oh, Kind immernoch friedlich. Dann bereite ich schonmal das Essen vor.“ „Wo das Kind gerade so brav schläft, kann ich doch mal schnell den Müll und das Altpapier runterbringen, drei Maschinen Wäsche waschen und die angefallene wegbügeln.“ Nach den Haushaltstätigkeiten kommt auf der internen Abarbeitungsskala dann das „für andere Dinge machen“ – Weihnachtsgeschenke basteln, Sachen für den Minimensch nähen, über den Text von XY lesen, diese und jene Mail sichten und beantworten. Wenn das alles erledigt sein sollte – dann spätestens ist der Minimensch nicht mehr friedlich und möchte lieber Aufmerksamkeit haben, herumgetragen, getröstet, gewickelt, gefüttert oder in den Schlaf gesungen werden. Auch die Zeit am Abend, für die ich mir schon länger ein „Haushaltsverbot“ auferlegt habe, möchte ich nur ungern immer aufs nähen verwenden (selbst dann wäre es ja aber meist nicht mehr als eine Stunde) – denn ich sitze auch gern mit dem Gatten auf der Couch und unterhalte mich, schaue fern oder eben auch nicht. Es ist dabei keinesfalls so, dass ich nicht gern mit dem Kind spiele oder mit dem Mann rede. Ich frage mich nur ein wenig, woher dieser „Erledigungsautomatismus“ kommt und was ich dagegen tun kann bzw. sollte. Mir scheint nicht, dass ich damit allein bin. Im Gegenteil entspringen diese Gedanken vermutlich einem tief in uns allen verwurzelten Rollen- und Gesellschaftsbild, das da sagt: Wer zuhause rumhängt, der hat sich noch lang nicht zu amüsieren, sondern sollte dann auch bitteschön sein Leben schön geregelt, ordentlich und sauber halten. Montags beziehen wir die Betten, Freitags gehen wir einkaufen, Sonntags gibt es Frühstücksei und die Sonntagszeitung. Ich denke nicht, dass unsere Großmütter und Mütter das groß hinterfragt hätten, das ist einfach so. Punkt. Ich bin dabei vermutlich alles andere als eine Mustererledigerin. Ich hatte und habe meinen Haushalt eigentlich nie im Griff, sondern halte maximal das Chaos knapp an der Schwelle auf. Und dann sind natürlich die Ergebnisse all dieser Erledigungen von höchst transitorischer Natur. Schwuppdiwupp am nächsten Tag, wenn nicht gar nach wenigen Stunden ist alles wieder beim alten. Überall liegt und steht Chaos rum, die Spülmaschine will auch schon wieder ausgeräumt, die nächste Wäsche aufgehängt und der Boden gewischt werden. Perfide dieser Haushalt.

Für mich kommt dann auch immer der Gedanke „andere schaffen das doch auch – noch dazu besser – und die haben mehr als ein Kind, gehen dazu noch arbeiten, sind gar womöglich allein erziehend. Da muss ICH das doch auf jeden Fall hinkriegen.“ Und wenn, wie derzeit, der Minimensch nachts unruhig und tags garnicht schläft, dann halten mich derlei Gedanken auch gern mal vom kleinen Nickerchen in der einzigen halben Stunde Tagschlaf ab – denn was da alles erledigt werden kann. Das geht auf keine Kuhhaut, was man da alles reinquetschen können möchte in so eine halbe Stunde Mittagsschlaf.

Nun werde ich ja bald wieder schrittweise beginnen zu arbeiten und ertappte mich hier und da bei dem Gedanken, wie es dann erst werden soll mit mir und den Hobbys, wenn ich doch jetzt schon keine Zeit dafür „finde“. Und spätestens an diesem Punkt wurde mir klar, dass hier ein Wandel in Gedanken und Taten dringend erforderlich ist. Studien zur Zeitaufteilung von Paaren mit Kindern haben, sowohl anhand von Stunden-Tagebüchern, als auch anhand von externen Erhebungen und Fragebögen, vielfach herausgefunden*, dass Berufstätigkeit der Mutter nicht – wie vielfach ja unterstellt wird – hauptsächlich zulasten der Kinder-Betreuungszeit geht, sondern dass, wenn die Frau eine (Teilzeit-)Beschäftigung aufnimmt bei zeitgleicher Vollzeitbeschäftigung des Mannes, in erster Linie der Zeitaufwand für Haushaltstätigkeit und für Freizeitaktivitäten der Frau zurückgeht. Die Zeit, die das Paar, gemeinsam mit innerhäuslicher Betreuung von dritter Seite (Aupair, Nanny, Verwandte), für die Kinder aufwendet bleibt annähernd gleich und wird weiterhin, auch bei Vollzeittätigkeit der Frau, überwiegend durch die Frau übernommen, wobei die Zeit, die der Mann mit den Kindern verbringt latent natürlich schon zunimmt. Die Zeit, die der Mann für Hobbies aufwendet ändert sich nicht, die die Frau aufwendet schon. Zugespitzt gesagt: Familien mit zwei berufstätigen Erwachsenen leben in unordentlicheren Wohnungen und berufstätige Frauen gehen in geringerem Maße ihren Hobbies nach, als nicht-berufstätige, aber auch als ihre Männer. Ich war immer, wenn ich dies mal wieder in einem Vortrag hörte,  recht erschreckt und hoffte stark, dass dies auf mich nicht zutreffen würde. Als ich nun so meine Gedanken und Handlungen reflektierte stellte ich fest, dass ich – ohne äußeren Zwang – einfach in diese Stereotypen hineinplumse. Absolut erschreckend und dringend abzuändern.

Ich habe für mich zunächst mal versucht, diese „ich muss mir meine Zeit verdienen“-Gedanken zu killen. Stattdessen setze ich mir ein festes Limit, wieviel und auch welche Zeit ich bereit bin an einem Tag für Haushalt aufzubringen. Und wenn das Haushaltszeitfenster um ist, auch wenn ich in der Zeit zu nix gekommen bin, weil müde, Minimensch anhänglich, zuviel Paketboten im Anmarsch oder wasauchimmer, dann ist das eben so, dann bleibt eben was liegen. Natürlich muss manches gemacht werden, Wäsche, Spülmaschine, saugen. Aber eben vielleicht nicht unbedingt heute, oder eben vielleicht nicht alles gleichzeitig. Interessanterweise habe ich bisher nicht den Eindruck, dass es wesentlich chaotischer oder unordentlicher geworden wäre. Eine feste Deadline schafft eben auch mehr Effizienz, sogar wenn es nur ums Wäscheaufhängen geht. Eine der Mütter aus dem Geburtsvorbereitungskurs, die ich netterweise noch regelmäßig treffe, sagte es vor kurzem sehr treffend: „Ich bin Mutter und nicht Hausfrau, und was ich gerade mache ist Elternzeit und nicht Haushaltszeit.“ Yes!

Viel schwerer fällt mir noch, die Zeit zwischen „basteln für andere“ und „meine Zeit“ aufzuteilen. Gerade jetzt möchte ich halt auch gern selbstgebastelte Karten verschicken, selbstgemachte Geschenke fabrizieren, dem Minimensch schöne warme Klamotten machen, Plätzchen backen, die Wohnung adventlich aufhübschen undsoweiterundsofort. Das macht mir ja auch alles Spaß. Und es hat, anders als Haushaltstätigkeiten, vorzeigbare und dauerhafte Ergebnisse, was schonmal ein Gewinn ist. Aber irgendwo ist auch da die Grenze. Und wenn ich, wie diese Woche, eigentlich abends zu müde bin, um noch IRGENDWAS zu machen, dann möchte ich eben dann doch, wenn ich mich aufraffe, auch mal was am Weihnachtskleid machen. Oder was lesen. Oder was bloggen. Hier steht meine Balancefindung noch aus.

Trotz allem, es ist sehr wichtig, das ganze schonmal reflektiert betrachtet zu haben und sich mal kurz zu fragen: „Ähm, was tue ich hier eigentlich?“. Denn hier sind wir es doch oft selbst, die uns im Wege stehen – und zwar keinesfalls nur Mütter, vermutlich nichtmal nur Frauen. Wir selbst und über Generationen angesammelte Denkmuster und Handlungsautomatismen, die eigentlich nicht mehr in die Zeit und Lebensrealität moderner Frauen und moderner Paare passen, weil sie sich eben am Leitbild „Mann, der arbeitet + Hausfrau“ oder zumindest „Haupterwerber + Nebenerwerberin“ orientieren. Und weil sie außerdem auch eine Funktionieren-Müssen-Maxime unterstellen, die uns, Kapitalismus sei Dank, seit Jahrzehnten einimpft, dass wir unsere Lebensrealität vor allem der Erwerbsrealität unterzuordnen haben. Dieses unbedingte Funktionierenmüssen, die Fixierung auf eine 40-Stunden-Lohnarbeitswoche und weit darüberhinaus, die Nicht-Wertschätzung von Nicht-Lohnarbeit – all das wird heute zum Glück vielfach hinterfragt. Und jeder und jede von uns sollte das auch immer mal wieder bei sich selbst tun, finde ich.

*ich gebe hier wieder, was ich auf Konferenzen und Kolloquien aus dem mir nicht besonders geläufigen Gebiet der Familienökonomik aufgeschnappt habe. Ich kann daher nicht aus dem FF Quellen anführen, die dies belegen oder widerlegen, bin aber bei Interesse gern bereit dies von meinen hierin bewanderten Kollegen zu erfragen.

27 Gedanken zu “Von der Mühe, die Balance zu finden

  1. katarina34 schreibt:

    Chapeau! Stehende Ovationen. Danke! Es ist immer wieder erstaunlich, wie sehr wir geprägt sich druch das, was ich mit dem Begriff der „gesellschaftlichen DNA“ zu umschreiben versuche. Es scheint mehr als Prägung zu sein, so tief wie es in uns sitzt – daher die Anleihe an der Genetik. Bliebe die Frage: wie können wir die DNA neu schreiben? Reflecktion ist der erste und der wichtigste Schritt, aber was kommt danach? Bloggen finde ich hilfreich – öffentlich werden, infrage stellen, sprechen, neue Wege suchen und finden und hoffen, dass unsere Kindergeneration eine andere gesellscahftliche DNA mit auf den Weg bekommen wird.

  2. DreiPunkteWerk schreibt:

    Ich (Hausfrau, 3 Kinder) habe neulich noch ein erstauntes „Ach, Sie arbeiten gar nicht?!“ gehört. Meine Antwort: „Nicht für Geld!“ Ich war so stolz auf mich – pariert ohne Aufregen. Wir definieren „uns“ leider sehr stark über die Arbeit, die bezahlte natürlich. Arme Gesellschaft. Sterben wir halt aus. Wr könnten noch ewig sinnieren.
    LG,
    Kathrin

  3. Ly schreibt:

    Liebe Frau Siebenhundertsachen

    Ich habe deinen Beitrag gelesen, von A – Z. Ich habe viel Verständnis für dich und deine Situation!

    Ich kann nur hoffen, dass dein Partner deinen Eintrag auch liest!

    Ich erinnere mich an das erste Jahr mit unserem Sohn: seither weiss ich, das ist ein Vollzeitjob!
    Und dies, obwohl ich sehr viel Unterstützung erfahren durfte von meinem Mann.

    Wie Du schreibst, frau ist nie „fertig“ mit der Betreuung eines Babies und Hausarbeit etc.!
    Warum also des Minimenschen TagesSchlaf nicht als kleine Zeit-Inseln „für dich und deins“
    fest einbauen wie andere Termine und das konsequent einhalten?
    Und dein Partner übernimmt abends etwas von dem, was zuviel ist in deinem „Pflichtenheft“?

    Ich vermute, dass „Mini“ danach auch nachts wieder besser schlafen kann, denn er spürt
    vielleicht dein Unbehagen?

    Ich wünsche dir so sehr Entlastung, auch von deinen Ansprüchen an dich selbst!

    Liebe Grüsse, Ly.

    • siebenhundertsachen schreibt:

      Ich möchte unbedingt darauf hinweisen, dass ich sehr viel Entlastung durch meinen Partner erfahre. Keinesfalls ist es so, dass wir bewusst eine „traditionelle Aufgabenverteilung“ gewählt haben. Im Gegenteil. Es ist eher so, dass ich da reinfalle, ohne dass das notwendig oder erwartet wäre. Das ist ja das eigentlich erschreckende.

      • frifris schreibt:

        In diese Falle fällt leider eigentlich fast jede, die ich kenne (mich eingeschlossen), ständig steht man – zumindest „gefühlt“ (auch seinem eigenen Selbstwertgefühl gegenüber, von der Gesellschaft mal ganz abgesehen) unter Rechtfertigungszwang. Es ist auch wirklich schwer deutlich zu machen, dass mit Kind die Haushaltsarbeit regelrecht explodiert. Keiner, der keine Kinder hat, kann das verstehen. Wie auch?
        Vielleicht ist es ja auch so, dass der Druck sogar manchmal größer ist, wenn man vorher eine halbwegs verantwortungsvollen/herausfordernden/anerkannten Beruf ausgeübt hat – denn plötzlich fällt diese Bestätigung weg und man arbeitet ja trotzdem die ganze Zeit. Also muss frau/mann dass dann eben auch 200%ig erledigen, dann wird die Bestätigung sich schon einstellen (haha, dass das nicht funktioniert, merkt man leider erst zu spät).

        Die Erkenntnis der Situation ist schon mal ein Teil des Weges. Vielleicht schaffst du es ja doch, in der Schlafenszeit Pause zu machen. Wann denn sonst? Deine einzige Chance, Schlaf und Ruhe nachzuholen.
        (Und das war jetzt der ungefragte Tipp, den ich mir eigentlich verkneifen wollte und es doch nicht kann.)

        Zum Trost: andere schaffen das auch nicht besser. Von außen sieht so vieles anders aus.

        Grüße, frifris

  4. Julia schreibt:

    Schön analysiert. Ich kann hier nur ganz banal aus meiner Erfahrung berichten: Das erste Babyjahr ist sauanstrengend: man muss isch völlig umorganisieren und durch die stärkere Fixierungs ans Haus wird der zu erledigende Haushalt auch viel stärker wahr genommen. Gleichzeitig muss man sich auch erst daran gewöhnen, dass man selbst nicht mehr an erster Stelle steht, dass das Fremdbestimmt-sein zunimmt. Mutter und Kind machen enorme Erfahrungen im ersten Jahr, dadurch ergeben sich einfach auch Veränderungen – eine ganz andere Lebenssituation. So wie davor wird es nie wieder, ist auch gut, aber anstrengend, aber mit der Zeit leichter, denn so schnell wie im ersten Jahr, entwickelt sich es später nicht mehr.
    Viele Grüße
    Julia

  5. Lotti Katzkowski schreibt:

    Ich kann nicht wirklich mitreden, aber ein wenig kenne ich das von mir, dass ich ein schlechtes Gewissen bekomme, wenn ich Zuhause war und den ganzen Tag keinen Haushalt gemacht habe.
    Ich kann mir gut vorstellen, dass es schwierig ist, Zeit für sich zu haben, wenn alle an einem zerren. Mir fehlt oft die Zeit zum Nähen, weil allein schon mein Freund die Zeit abends mit mir verbringen will. Wobei ich zugeben muss, dass ich gänzlich unorganisiert bin und viel zu viel Zeit mit dem Zeitfresser Internet verbringe. Wenn ich mir hier ein Limit setzen würde, würde ich wahrscheinlich viel mehr schaffen.
    LG

  6. mrs.columbo schreibt:

    wahrscheinlich würde diese ganze misere etwas leichter zu ertragen, wenn der beruf „hausfrau“ etwas mehr wertschätzung in unserer gesellschaft erhielte. denn dass sich mit einem baby auch die arbeit im haushalt vermehrt, ist klar. „ich bin mutter und nicht hausfrau“? doch, natürlich und das ist viel arbeit. und ein kind ist kein 40-std-job, sondern beschäftigt einen halt vor allem am anfang rund um die uhr. vielleicht hilft es dir aber, deinen alltag ganz kritisch nach nicht ganz so wichtigen arbeiten zu durchforsten – bügeln tu ich z.b. schon lange nicht mehr (hab aber auch keine hemden zu bügeln!) bzw nur zu besonderen anlässen. ich erinnere mich, dass ich das im ersten babyjahr eingeführt habe! schmutzige fenster stören bei einem krabbelkind weniger als schmutzige fußböden, … ich hatte auch das große glück, eine familie zu haben, die mir meine tochter gerne mal abgenommen hat, was den großen vorteil hatte, das sie von anfang an gerne bei anderen leuten war und eigentlich nie gefremdelt hatte – und jetzt ein sehr inniges verhältnis zu ihren großeltern und ihrer tante hat. falls du deine familie nicht in der nähe hast, such dir möglichst viele nette leute, die dein kind mal für ein, zwei stunden übernehmen, das schafft dir freiraum und macht dein kind zu einem geselligen menschen.
    und wenn dein minimensch bald nicht mehr so viel auf seiner decke liegt, sondern fleißig durch die gegend krabbelt und dann läuft, wird er auch wieder mehr schlaf brauchen!
    und noch etwas: betrachte, das, was du leistest selbst mit wertschätzung, niemand schupft kind und haushalt mit links und wenn das welche (z.b. in ihren blogs) behaupten, dann stimmt es mit großer wahrscheinlichkeit nicht! nichts zieht einen selbst so runter wie seine eigene leistung gering zu schätzen!

    lieben gruß und du leistest großartige arbeit, merk dir das!

    susi

  7. Fairyknits schreibt:

    Für mich liest sich das ehrlich gesagt nach Jammern auf hohem Niveau. Mein Kleiner war ein Schreibaby und schläft auch jetzt noch nur mit Körperkontakt. Nachts ist er mindestens jede Stunde wach und von 2 bis 3 Uhr in der Regel so richtig mit „Bespaße mich“. Tagsüber kann ich ihn kaum 5 Minuten aus den Augen lassen. Den Haushalt schmeißt deshalb mein Mann. Mir bleibt die Freude mit meinem Baby und die Zeit mit dem Tablet im Internet, während er schläft. Bei dem Wort Hobbies muss ich inzwischen überlegen, wie man das nochmal schreibt. Ich bin ja schon froh am Wochenende mal das Essen kochen zu dürfen. -Daher mein Tipp: Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen. ^_~

    • frifris schreibt:

      Ich bin jetzt nicht siebenhundertsachen, aber ehrlich gesagt, finde ich es schade , wenn jemand auf so einen Post hin Antworten bekommt wie „guck mal, mir geht’s aber noch schlechter“. Es geht IMMER jemandem schlechter.
      Mir hilft das nur selten weiter, denn meine gefühlte stressige Situation wird dadurch ja nicht besser. Außerdem geht es hier meiner Meinung nach durchaus um ein gesellschaftliches Problem, nicht um eine einzelne „Leistungsschwäche“ (das war ja genau der Punkt).

    • Fairyknits schreibt:

      Bitte entschuldigt, wenn das jetzt so arg negativ rüberkam. So war es nicht gemeint. Mir war nur vor allem die alleinstehende Supermama aus dem Beitrag im Kopf hängen geblieben, in deren Schatten sie sich unwohl fühlt. Daher wollte ich auch das andere Extrem erwähnen. Und warum soll sich Frau Siebenhundertsachen nicht auch einfach mal entspannt zurücklehnen und lächeln, dass sie es viel besser hinbekommt, als andere, anstatt sich von der Supermama den Mittagsschlaf klauen zu lassen?

      Einen schönen Beitrag von einer dreifachen Mutter zum Thema Nähzeit und Baby hatte ich mal hier gelesen http://www.ikatbag.com/2013/07/from-tubs-of-yesteryear.html. Vor allem die letzten Sätze fand ich sehr schön.

    • siebenhundertsachen schreibt:

      Ich wollte eigentlich gar nicht jammern. Ih weiß, dass ich es mit meinem Kind sehr unkompliziert getroffen habe. Es geht vielmehr darum, mein eigenes Verhalten zu hinterfragen. Es gibt eben unabdingliches, allem voran die Bedürfnisse des Kindes, essen, schlafen, … und eben vieles, was einem als unabdinglich vorkommt, dass es aber gar nicht ist

  8. schurrmurr schreibt:

    Hallo, so eine Blockade ist meist jahreszeitbedingt.Ich stelle das auch jedes Jahr vor Weihnachten fest, dass es so besinnlich eben nicht ist mit all den vorstellungen, die wir verwirklichen wollen. Im neuen Jahr haben wir dann wieder mehr Tatkraft, warum das immer wieder so ist, kann ich leider auch nicht entschlüsseln.
    Und bei kleinen Kindern ist man meistens etwas gehandicapt, kann mich auch daran erinnert, dass ich jedesmal schweißgebadet war, bis alle ihre Mützen aufhatten und wir das Haus verlassen konnten.
    Viele Grüße
    schurrmurr

  9. Dodosbeads schreibt:

    Liebe Siebenhundertsachen , tröstet es oder schockiert es , wenn ich Dir sage , dass ich das vor ca 25 Jahren genauso als Problem erlebt habe ? Irgendwie ist man im ersten Babyjahr ständig dabei zu rödeln , ist geschafft wie Hulle , die Wohnung bleibt hintenan und frau hat zusätzlich das schlechte Gewissen , dass es weder zuhaus noch an der Optik der eigenen Person so hübsch aussieht wie in der Werbung , im Internet oder vermeintlich bei anderen Frauen. Dabei hatte ich zu der Zeit weder super ausgeprägte Hobbies , noch gab es Internet . Ich denke Dein Ansatz ist sehr gut , dass frau sich freimachen muss von den im Hinterkopf geisternden Ideen , dass das doch alles perfekt hinzukriegen sein muss – es ist nicht hinzukriegen . Das Leben ist zu dieser Zeit einfach völlig umgekrempelt – zuerst haut es einen um und man fällt in genau die Fallle , die Du beschreibst , dann kommen die Gedanken das zu ändern , das ist gut , denn dann beginnt frau zu sortieren , was denn nun von Wichtigkeit ist , und mit Glück kriegt man diese neue Situation irgendwie gewuppt . Perfekt ist mit Kindern nie nichts – interessanterweise holt einen diese Maxime, funktionieren zu müssen dann noch einmal sehr viel später ein : In meinem Fall , die Kinder sind aus dem Haus , man könnte denken , dann kann man sich alle Zeit der Welt nehmen für Hobbies etc . und dann kommt schleichend wieder genau derselbe Mechanismus , dass man denkt , das geht so nicht , ich muss doch was tun ( arbeiten , Haushalt gut erledigen ) , und erst dann „darf “ ich machen was mir Spass macht . Dieser ( Du würdest sagen gesellschaftspolitische ) Stachel sitzt tief , und ich bin mittlerweile nicht mehr ganz sicher , ob das nur gesellschaftspolitisch / kapitalistischen Ursprungs ist …
    LG Dodo
    Ps : Versuche trotzdem die Zeit mit dem Minimenschen zu geniessen , Ihr werdet einander nie wieer so nahe sein

    • siebenhundertsachen schreibt:

      Eigentlich genieße ich die Zeit mit dem Minimensch wirklich im vollen Zügen, da würde ich gar nicht dran rütteln wollen. Aber die Zeit, in der er eigentlich auch mit sich sehr zfrieden ist, die könnte ich optimaler aufteilen,

  10. Melleni schreibt:

    Ich las neulich den Satz: Werdende Eltern gehen als modernes, aufgeklärtes und sich die Arbeit teilendes Paar in den Kreißsaal rein und kommen als 50er Jahre-Paar wieder raus. Inwiefern die Paare vor dem ersten Kind wirklich durch die Bank eine „moderne“ Arbeitsteilung praktizieren – angeblich bedienen ja 94 % der Männer nicht die Waschmaschine (kreisch) – bleibt mal dahingestellt. Aber mit der Geburt des ersten Kindes kommt es oft zum individuellen Rollback. Offenbar ist 1 Jahr so eine kritische Phase: Wenn frau 1 Jahr oder länger allein beim Kind bleibt, schleifen sich traditionelle Arbeitsmuster ein, die sich in der Folge verstärken und aus denen man nur schwer wieder rauskommt. So weit so schlecht.
    Bei mir ist es ja gerade so: Ich arbeite (sehr gerne) deutlich mehr als ich eigentlich gut finde. Mein Mann kümmert sich zu 80 % um die alltäglichen Dinge der Kinder. Jeder macht im Haushalt das, was ihm liegt und/oder ihm auffällt oder auf den Keks geht. Mein Mann ist ein bisschen ordentlicher als ich. Insgesamt ist es bei uns moderat-chaotisch. Es gibt Familien, bei denen es deutlich „schlimmer“ aussieht als bei uns, aber eben auch solche, bei denen es viel besser aussieht als bei uns. Hier herrscht eine Grundsauberkeit aber von richtiger Ordnung sind wir weit entfernt. Ich sehe mich dafür aber nicht verantwortlich oder verantwortlicher als mein Mann.
    Wir haben seit Jahren jemanden, den wir dafür bezahlen, einen akzeptablen Standard im Haus zu gewährleisten. Sprich: einmal pro Woche kommt jemand zum Putzen. Es gibt sicherlich X gute Gründe, das nicht zu machen. Ich halte eine „Putzfrau“ – die man ja auch über eine Agentur offiziell bezahlen kann – aber für eine ganz wesentliche Voraussetzung für Entspannung an der Haushaltsfront. Ich habe manchmal ein schlechtes Gewissen weil ich denke: Mist, wie dekadent ist das denn, unsere Kinder wissen nicht, dass man das Klo regelmäßig putzen muss, sie haben uns das praktisch noch nicht machen gesehen. Aber wenn ich mitkriege welches Streitpotential in diesen Haushaltsdingen mitunter liegt, nehme ich diesen Punkt relativ entspannt in Kauf.
    Für eine halbwegs akzeptable Adventsdeko haben wir heute verabredet, dass wir morgen wirklich aufräumen müssen. Und dann ist es wie bei Euch: Nach nicht allzu langer Zeit bilden sich wieder diese merkwürdigen Wäscheberge auf der Waschmaschine und die Zeitungsstapel und die Knäuel mit den Ladekabeln liegen rum. Und ich hab noch keine Kekse gebacken. Und die Idee, Freundin Y und Freund X selbstgenähte Taschen zu schenken habe ich auch begraben. Und…
    Ich denke auch manchmal: Mensch, warum kriegen wir das nicht hin, dass es bei uns so aufgeräumt ist wie bei anderen? Ich denke es ist so banal wie vieles: Manchen liegt das mehr als anderen. Die haben das entweder „von Natur aus“ im Griff oder ein gutes System – oder sehr viel Streß bzw. keine Zeit für anderes. Ich mache mir an der Stelle einfach keinen Streß. Es ist wie es ist, fertig.
    Ich könnte mir sogar vorstellen, dass es, sobald Du wieder arbeitest, besser läuft, weil Du Dich nicht mehr verantwortlich fühlst, der Tag wieder anders (besser?) strukturiert ist, Du einen anderen Fokus bekommst und Du dieses latent schlechte Gewissen nicht hast, dass Du was leisten musst.
    Und dann setzt Du vielleicht auch wieder entsprechende Prioritäten beim Nähen und bloggen? Ich hab, ehrlich gesagt, für die Kinder immer nur sehr wenig genäht und für andere noch weniger. Im Moment fällt bei mir das bloggen auch ziemlich hinten rüber. Vor etlichen Monaten schon wollte ich einen Post schreiben zur Familienpolitik und den Veggietag schwänze ich öfter als dass ich etwas veröffentliche. So ist es im Moment. Ich kann es nicht ändern. Nachdem ich jetzt zwei Wochen krank war und am Montag halbfit wieder arbeiten gehen werde hab ich mich eben bei dem Gedanken ertappt: Ich weiß gar nicht ob ich den geplanten Mantel und das Weihnachtskleid vor Weihnachten schaffe. Ich weiß es einfach nicht. Aber ich muss haushalten mit meiner Energie.
    Liebe Grüße und gute Nacht!
    Melleni

    • siebenhundertsachen schreibt:

      Ja, ich denke zum Teil ist Ordnung halten sicher auch Veranlagung oder die Unordnung stört manche mehr als andere. Eine Putzfrau steht hier auch auf der Wunschliste, ist aber finanziell schwierig.
      Danke für deine ausführlichen Gedanken. Ich freue mich immer sehr, wenn ich einen deiner Blogposts lese.

      • Melleni schreibt:

        :)))
        Wenn Ihr mit dem Gedanken spielt, dann versucht es irgendwie. Vielleicht von den (Groß-) Eltern zu Weihnachten (teil-)subventionieren lassen? Auch wenn jemand nur alle zwei Wochen kommt, ist das schon eine echte Hilfe.
        Liebe Grüße!

  11. Katharina aka dickespaulinchen schreibt:

    Ich finde mich zur Zeit hier auch viel wieder und frage mich, warum es fast überall soweit kommt. Mittlerweile arbeite ich wieder 100%, aber es gibt Dinge, die mache nachwievor nur ich, bzw. ich muss es zumindest ansprechen daß es gemacht werden muss, sonst passiert garnichts, das frustriert mich von Zeit zu Zeit.
    Gerade fiel mir z.B. auf dass wenn ich keine Plätzchen backen würde, Adventskalender, -kranz basteln würde, Deko organisieren usw., das Mindestmass an Weihnachten halt, es gäbe das alles hier im Haus schlichtweg nicht. Und das ärgert mich gerade, es wird nämlich einfach davon ausgegangen, daß ich es mache, kein Wort dazu, kein Bemerken.
    Die andere, normale Hausarbeit wird, finde ich, mit dem Älterwerden der Kinder nicht weniger. Die Wohnungen werden größer, die Arbeit mehr, die Klamotten dreckiger…
    Plötzlich müssten ganze Keller ausgemistet werden, nur wann? Ich merke, daß mich das irgendwie auch blockiert, ich schiebe es ganz weit weg… Wahrscheinlich muss ich mal einen Plan machen (MIT Mann!!).
    Um zum Blog zu kommen, vielleicht sollte man sich von diesem Vollständigkeitsanspruch verabschieden, es muss nicht ALLES gebloggt werden und wenn zwei Wochen kein neuer Post erscheint verabschiedet sich auch keiner von Deinen Lesern! Ich lese ab und an Entschuldigungen für zu wenig Bloggen und hatte bei den Blogs nie bemerkt, daß es weniger geworden war. Es ist doch ok, daß es mal mauere Phasen gibt, Blogs sind ja keine Zeitschrift mit wöchentlichem Erscheinungsdruck. Bei mir wären auch noch einzwei Sachen, die ich eigentlich in einem Post zeigen wollte, aber ob ich das jetzt oder wann anders mache, weiss ich nicht und habe beschlossen, daß ich mich jetzt nicht selber unter Druck setze! Vielleicht erwischt mich irgendwann noch die Musse für das ein oder andere, dann kommt es noch, ansonsten bleibt es halt ungebloggt.
    LG, Katharina

  12. Paulines Nähkästchen schreibt:

    Uff, mein Mann (modern, musste mir zu Beginn des ersten Mutterschutzes unsere Waschmaschine erklären…) macht wirklich viel…. Nein, genauer gesagt – er machte iel. Und heute kam der Moment, in dem ihm das selbst auffiel: Er kochte. Und meinte danach zu mir, dass er lange nicht mehr für so viele Menschen gekocht hat. Ich: Für so viele oder überhaupt? er: Stimmt, überhaupt….
    Nun. ich habe Elternzeit Nummer zwei. Das Dilemma ist groß. Die Zeiteinteilung trotz genauer Planung unzufriedenstellend. Ich würde gern zum Sport (Aber nicht erst um 8, wenn die Kinder sclafen und ich schon bei der Einstimmung einschlafen würde), Musik mache/hören, Basteln/Malen/Schreiben/Nähen… Im Moment ein Traum.
    Aber ich kann dich hoffentlich etwas trösten: Die Ungerechtheit der Zeiteinteilung wird immer mehr bewusst, wenn die Nächte schlecht sind… Und in absehbarer Zeitkommt auch der Moment, in dem dein Kind allein spielt und du im Nachbarraum sitzen kannst (Wochenende!?) oder einfach einen freien Tag genießt und dein Kind in der Kita ist (wobei du dann der Diskussion begesgnest, wie du es wagen kannst, dein Kind abzustellen, um frei zu machen…).

    Liebe Grüße,
    Pauline

  13. Catherine schreibt:

    Das erste Jahr mit dem ersten Baby war für mich die größte Zeitenwende meines Lebens. Ich war gleichzeitig unterfordert (bisschen gelangweilt von der hauptsächlichen Babygesellschaft und genervt von den anderen Muttis, die sich demonstrativ gar nicht gelangweilt haben) und überfordert mit all der Orga, dem ständigen präsent sein, dem immer sofort reagieren müssen. Das hatte mit meinem Entzücken und meiner Liebe zum Baby nicht viel zu tun, sondern mit mir und der radikalen Veränderung in meinem Leben und in meinen Gefühlen. Dabei bin ich sogar ab dem 3. Lebensmonat wieder 2 Tage die Woche ins Büro gegangen. Beim zweiten Kind hat mein Mann die volle Elternzeit gemacht und ich bin nach vier Monaten wieder ins Büro gegangen, das hat mir ganz gut gefallen. Nach Hause kommen und mein Baby bekuscheln und das Abholen, Einkaufen und Aufräumen hat schon jemand erledigt, das war sehr schön und wäre auch meine bevorzugte Rollenverteilung, falls es eines Tages doch zu einer Nr.3 kommen würde. Aber ob wir uns das so rum gerade leisten könnten?
    Ich bin sehr gerne Mutter, aber ich bin auch extrem oft abgehetzt und fertig. Früh aufstehen, alle zurechtklopfen, witterungsgemäß anziehen, versorgen, wegbringen, arbeiten, zwei Kinder an zwei Orten abholen, einkaufen, kochen, vorlesen, aufräumen – selbst wenn man das als Paar teilt, ist das echt ein Knochenjob. Und derweil erlebe ich, wie die kinderlosen Kollegen und Kolleginnen an mir vorbeiziehen und ich weiß, ich kann beim besten Willen unter den gegebenen Umständen diese Schippe Engagement nicht noch drauflegen, es geht einfach nicht. Ich kann nicht noch einen Abend oder noch ein Wochenende auf Sitzungen verbringen, nur um mich zu zeigen und gesehen zu werden, da zu sein, Kontakte zu machen. Ich hab das Gefühl, insgesamt leiste ich eigentlich viel mehr, ich bekomme aber weniger Geld und die Hälfte meiner Arbeit ist unsichtbar, weil „privat“. Und im Urlaub erhole ich mich auch nicht ansatzweise so gut wie die anderen, die romantisch im Winter für drei Wochen in den Süden abdüsen, leichte Kleidung und schöne Bücher im Gepäck und ich sitzt hier und hab trotz Ferien ja immer noch eine ordentliche Prise Alltagswahnsinn. Es nervt doch total, dass das alles als Privatvergnügen derjenigen Verrückten angesehen wird, die sich halt Kinder angeschafft haben. Das ist eine gesellschaftliche Entwicklung, die es Eltern, insbesondere aber Müttern so schwer macht, egal wie sie sich entscheiden, ob Zuhause oder im Job: Kinder haben ist dein Privatproblem in der Leistungsgesellschaft.
    Was mein Hobby (oder besser, Hobbys, das Bloggen ist ja auch eins) angeht, ich nutze Zeitfenster ganz strategisch, ob ich gerade Lust dazu habe oder nicht. Denn wenn ich mich vor allem abends erst mal aufgerafft habe, tut es mir eigentlich immer sehr gut.

    Ui, langer Text, ist aber auch ein wichtiges Thema! Danke für dein Post!

  14. effi schreibt:

    Ach, sieh mal an, ich stolpere erst nach drei Tagen über Deinen Post. Die Gründe dafür? S.o. …
    Es wird sicher wieder besser, wenn unsere Kleine in die Kita geht. Im Moment bin ich froh, wenn der Alltag halbwegs funktioniert. Heute habe ich eine Kiste mit geplanten Nähprojekten in den Keller geräumt, weil mich diese (zeitlich) unumsetzbaren Pläne derzeit nur frustieren.
    Ich kann aber nicht behaupten, dass mein Mann viel weniger machen würde als ich. Kleine Kinder sind halt ein 24h-Job und es liegt immer Arbeit herum…
    Und wenn die Babys dann noch schlecht drauf sind und der Schlafmangel zuschlägt, liegen die Nerven blank. Ich weiß noch, dass ich, als meine erstes Kind klein war, mal geheult habe, weil ich es über den ganzen Tag nicht geschafft habe, die Spülmaschine auszuräumen. Von Körperpflege und restlicher Hausarbeit oder gar Hobbies mal ganz zu schweigen… Bei Nummer 2 bin ich etwas organisierter, würde aber trotzdem oft gerne mit den Kindern ins Bett gehen, wenn es nicht zu frustrierend wäre, noch nichts für sich vom Tag gehabt zu haben.
    Irgendwann wird’s wieder…
    Alles Gute,
    effi

    • siebenhundertsachen schreibt:

      Mein Mann macht auch nicht weniger. Im Gegenteil, er schneidet sih bei 100%-Stelle trotzdem Betreuungszeiten raus, damit ich demnächst wieder einen Nachmittag vorlesen gehen kann. Ich finde auch dass das mehr an Arbeit und Orgabedarf etc krass ist. Umso schlimmer allerdings, wenn man sich dann damit auch noch selbst unter Druck setzt.

  15. kleinodia schreibt:

    Ein bisschen spät, aber da Thema ist mir trotzdem wichtig.
    Bei uns ist’s ähnlich. Mein Liebster macht wirklich alles und hat jetzt aktuell fünf Monate Elternzeit und ich gehe wieder arbeiten. Aber nur halbtags, denn jetzt merken wir erst mal wieviel Arbeit so ein Haushalt mit Kind und ein paar bekloppten Katzen doch ist.
    Was man früher mal eben so erledigt hat, geht jetzt nicht mehr so simpel nebenher.
    Was bei uns wirklich hilft ist eine Putzfrau.
    EInmal die Woche macht sie gründlich sauber und wir müssen nur aufräumen und den Status Quo halbwegs halten.
    Und manche Sachen mache ich auch nicht mehr oder erleichtere sie mir. Ich bügel bspw. nix mehr außer beim Nähen. Alles, was wirklich knittert, kommt nach dem Leinentrockenen für 10 Minuten in den Trockner und wird danach aufgehängt. Wird auch glatt und ich glaube die Energiedifferenz zwischen 10 Minuten Trockner und 2 Std. Bügeln ist so groß nicht.
    Dann noch Wochen-Essensplan, gründlich ausmisten und damit weniger aufräumen müssen und eine gute Grundstruktur im Zuhause und es wird ein bisschen besser.

    Das hilft schon mal ein bisschen.
    Und trotzdem gibt es diese Nervtage. Bei uns kommt grad eine Mörderzahn und damit fällt das selbstgemachte Geburtstagsgeschenk für liebe Nichte einfach aus,weil ich schlicht zu müde bin.

    LG und Langmut mit dir selbst

    kleinodia

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