Weihnachtskleid-Sew-Along: Finale 2013

Tatsächlich habe ich es geschafft und mein Weihnachtskleid ist schon seit Donnerstag fertig. Dieses Jahr war das nähen eine echte Herausforderung, weil ich immer nur am Abend hier und da 30 Minuten daran gearbeitet habe, aber auch, weil ich ein stillgeeignetes Kleid nähen wollte, das trotzdem weihnachtlich, gefüttert und nicht aus Jersey ist. Ich hatte noch nie vorher ein Wickelkleid aus Webstoff genäht und musste das Oberteil auch recht umfangreich anpassen. Außerdem musste ich mir ein Futter ausdenken, da der Schnitt für ein Sommerkleid ist, mein Oberstoff aber leicht kratzig. Aber genug der Vorrede, hier erstmal das Kleid. Tadaaaa.

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Im Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Zwar sieht man der Paspel aus der Nähe etwas an, dass ich sie 3mal heraustrennen musste, bis das Taillenband gerade eingenäht und die Paspel annähernd überall gleich breit war, aber das kann ich verschmerzen.

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Ich habe das Oberteil gefüttert, nicht jedoch die Ärmel, Oberstoff und Futter sind an der Schulternaht als eine Lage verarbeitet. Das Futter des Oberteils habe ich im schrägen Fadenlauf zugeschnitten, weil der Oberstoff stretchig ist. Entlang der Ausschnittkante habe ich einen Streifen Einlage aufgebügelt und den Ausschnitt mit Schrägband eingefasst.

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Das Rockfutter endet etwa eine Handbreit nach innen versetzt, damit es nicht rausblitzt, wobei ich im Nachhinein gedacht habe, ich hätte auch nur die innere Rockbahn füttern brauchen.

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Ich habe den Rock gut 10cm gekürzt. Hätte ich mir das vorher klar gemacht, hätte ich den Rock vielleicht mit schrägem Karoverlauf zugeschnitten, was in der ursprünglichen Länge nicht passte.

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Gesäumt habe ich den Rock mit Schrägband als Saumband, wie hier erklärt, die Ärmelsäume sind mit Schrägband eingefasst.

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Passender Schmuck ist hier reichlich vorrätig, gehört doch Petrol zu den Säulen meines Kleiderschranks. Wenn der Minimensch an Heiligabend im Bett sein wird, werde ich diese Kette und diese Ohrringe anlegen, die ich letztes Jahr von Freundin L. zu Geburtstag und Weihnachten bekam. Passen perfekt, oder?

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Ein paar der Weihnachtskleider habe ich mir schon angeguckt und freue mich sehr darauf hier alle Festkleider zu bestaunen. Danke liebe Katharina für die Organisation des diesjährigen Sewalongs. Das hast du ganz ganz toll gemacht!
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Details:

Schnitt: New Look 6674
Größe 12 mit FBA
Stoff: Woll-Stretch-Mischgewebe von Alfatex. Preis 5,90/m
Satin-Schrägband von ebay, Futter von Alfatex, Einlage aus dem Fundus
Änderungen: Ausschnittlinie leicht verkürzt, Oberteil verlängert, Taillenband verbreitert, Kleid komplett gefüttert, Schrägband-Abschlüsse, Lange Puffärmel von einem anderen Schnitt aus der „Meine Nähmode“ eingesetzt, Rocklänge 10cm gekürzt
Bin ich zufrieden? Ja.

Weihnachtspost #1: (keine) Deko

Ich muss jetzt mal schnell noch alle Weihnachtsdinge verbloggen, die noch in den Blogplänen schlummern, sonst ist nachher Weihnachten vorbei.

Ich bin ohnehin nicht so die Riesendekorateurin. Früher, als ich noch in Blumen machte und später in Geschenkverpackungen, da sah es in meiner Wohnung immer sehr weihnachtlich-festlich aus. Das habe ich mangels Zeit und Priorität schon in den letzten Jahren stark reduziert. Dieses Jahr sind dann noch einige bisher etablierte Dekoelemente wie auf dem Boden stehende Windlichter mit Christbaumkugeln, der Krabbelkindprävention zum Opfer gefallen. So ist es hier eher unfestlich. Einen Adventskranz gibt es, auf einem höheren Regal, wo das Kind nicht rankommt.
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Und Transparentpapiersterne. Damit habe ich schon letztes Jahr begonnen und ich finde sie sehr schön. Katharina zeigte ihre (die sehr viel komplexer sind als meine) schon vor einiger Zeit. Hier nun meine:

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Diese 3 stammen alle aus diesem Buch. Das Buch kann ich nicht so ganz empfehlen. Es enthält letztlich nur einige wenige Elemente, die zu insgesamt 6 Sternen kombiniert werden können und sich z.T. sehr ähneln. Alle sind aus Rechtecken im Seitenverhältnis 1:2 oder 1:3. Die Auswahl an Büchern zum Thema war zumindest in den 3 hiesigen Bastelgeschäften aber auch stark begrenzt – es gab genau eins und das war sehr teuer, so dass ich dieses von meiner Mutter geliehen habe.
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Dieser Stern ist nach einer Anleitung von Handmade Kultur und ich finde ihn für einen achtzackigen Stern sehr hübsch. Er wird aus Quadraten gefaltet, verbraucht also – im Verhältnis – recht viel Papier.
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Diesen „Waldorfstern“ habe ich mir bei Katharina abgeguckt. Ich finde den vollen Farbkreis, so wie in der Anleitung, schon recht *räusper* anthroposophisch, habe daher mit halben Farbkreisen experimentiert und finde das sehr schön. Dieser Stern ist aus Fünfecken und es bedarf etwas mehr Zeit zum zuschneiden der Elemente, dafür faltet er sich total simpel und macht echt was her. Meine Fünfecke haben eine Kantenlänge von 9cm, ich habe aber auch mit 6cm experimentiert, das wird auch sehr schön. Wer, wie ich, das letzte Fünfeck in der Mittelstufe konstruiert hat: ein gleichseitiges Fünfeck hat Innenwinkel von 108 Grad. Ich musste das kurz googlen, shame on me.

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Auf der Fensterbank habe ich zwei – gekaufte – Lichttüten in die ich je durch einen der unteren Sterne auf der Rückseite eine 10er Lichterkette gepfriemelt hab.

Und wenn mich irgendwann am Wochenende noch ganz dicke die Dekorierlaune trifft, verstreu ich vielleicht noch ein paar Filzsterne auf freien Flächen. Wobei: Welche freien Flächen eigentlich?

Veggieblogtag #40: Weihnachtsspecial

In unserer Familie sind wir nun schon seit vielen Jahren an Weihnachten in teil-vegetarischer Besetzung. Ein Weihnachtsessen ganz ohne Fleisch ist für viele nicht recht vorstellbar. Die einfachste und auch eigentlich von den meisten akzeptierte Lösung ist natürlich Raclette. Gabs bei uns viele Jahre lang, bis irgendwann durch Silvester-mitfeiernde Anverwandtschaft Raclette zum Silvesteressen erkoren wurde (da gabs bei uns Kartoffelsalat und Heringssalat). Nun mag zwar mancher 2 mal Raclette in 8 Tagen super finden, dennoch ist es schön auch noch andere Ideen in der Hinterhand zu haben.

Wir teilen dieses Jahr die Verantwortung für die einzelnen Gänge auf. Meine Schwester macht Vorspeise und Zwischengang, meine Mutter den Fleischesser-Hauptgang und die Nachspeise, ich den vegetarischen Hauptgang. Vorspeise und Zwischengang sowie Nachtisch sind für alle vegetarisch, beim Hauptgang essen auch alle die gleichen Beilagen. So lassen sich alle verschiedenen Wünsche verbinden.

Es gibt also im Hause Siebenhundertsachenparentalgeneration folgendes Menü an Heiligabend:

Vorspeise: Raclette-Taler mit karamelisierten Birnen und einem kleinen Salatbett

Zwischengang: Gratinierte Rotwein-Feigen mit Ziegenfrischkäse

Hauptgang: Soja-Pfeffer-Geschnetzeltes (bzw. Rindergeschnetzeltes) mit Rotkohl, Pfifferlingen, Apfelmus und Schupfnudeln (alternativ gingen auch Klöße, Semmelknödel oder Spätzle)

Dessert wurde mir bisher noch nicht mitgeteilt.

Der vegetarische Hauptgang geht so:

Für 4:
250g Sojaschnetzel grob
1 Zwiebel
1 Zehe Knoblauch
2 EL Tomatenmark
1 TL grüner Pfeffer ganz
1 Becher Sahne
Soßenbinder dunkel (muss nicht dunkel sein, is aber hübscher)
Sojasoße, Pfeffer, Salz, Zucker, Gemüsebrühe,Senf

Min. 1 Std vor dem eigentlichen kochen die Sojaschnetzel in eine Schüssel geben. Die Zwiebel hacken und dazu geben, den Knoblauch darüber pressen. Mit Gemüsebrühe gut bedecken, ggf. nochmals auffüllen, falls die Schnetzel sehr schnell alles aufsaugen.

Eine Pfanne mit 1 EL Butterschmalz aufstellen.

Die Schnetzel mitsamt Marinade in die Pfanne geben und bei ca 2/3 Flamme erst die Flüssigkeit verkochen lassen, dann anbraten, dass sie Farbe haben. GEDULD!!!

Dann das Tomatenmark dazu, kurz mitbraten, mit 250 ml Gemüsebrühe ablöschen. Die Pfefferkörner, 2 EL Sojasoße, 1 TL Zucker, reichlich Pfeffer, 1 TL Senf zugeben. Zugedeckt 10 Minuten köcheln lassen.

Die Sahne zugeben und das ganze mit Salz, Sojasoße und Pfeffer abschmecken. Dann mit dem Soßenbinder leicht anbinden.

Kann problemlos vorgekocht und aufgewärmt, nicht aber eingefroren werden. Beim aufwärmen ggf. nochmal etwas Brühe angießen.

Wer mag und nicht mit einem Pilzverächter verheiratet ist, kann auch noch ein paar Champignons mitbraten.

Als Beilagen gibt es bei uns mit Rotkohl, Apfelmus und Schupfnudeln Klassiker. Im normalen Leben essen wir das ganze auch oft mit Reis und anderem Gemüse oder mit Spätzle.

Auch eine vegane Variante mit Rapsöl und Soja cuisine funktioniert gut.

Hat noch jemand festliche Gerichte in petto?

Ich habe schon vor 2 Jahren mal ein ganzes Menü gezeigt. Hier.

Weihnachtskleid-Sew Along Teil 5

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Eigentlich müsste ich nur noch säumen. Ich habe in der vergangenen Woche doch tatsächlich geschafft Kleid und Futterkleid fertigzustellen und miteinander zu verstürzen. Außerdem habe ich die Ärmel eingesetzt und sie passen wunderbar, obwohl sie ja gar nicht zu dem Schnitt gehören. Ich habe einen Puffärmel von einem anderen Simplicity-Kleid aus der „Meine Nähmode“ genommen und durch die Kräuselung war die Armkugel flexibel anzupassen. Ich musste lediglich die Schultern etwas verschmälern. Ich kann sogar die Arme heben, alles super. Durch den schrägen Fadenlauf sind die Ärmel außerdem sehr bequem, leider einen Hauch zu kurz, selbst ungesäumt.
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Also theoretisch nur noch Saum.

Aber: das verdammte Taillenband ist immernoch schief, genauer es ist unterschiedlich breit und hat sich beim nähen verzogen. Ich habe es bereits zweimal getrennt und langsam lösen sich Stoff und vor allem das nur 12mm breite Band der Paspel auf. Aber ich werde das trotzdem nochmal trennen und im Notfall die Paspel ersetzen. Es ärgert mich einfach zu sehr, wenn ein ansonsten sehr gut gelungenes, bequemes und gut sitzendes Kleid einen so gut sichtbaren Fehler hat. Das kommt davon wenn man müde von durchwachten Nächten und erkältet immer nur halbe Stunden daran arbeitet, es schleichen sich Ungenauigkeiten ein. Also nochmal. Ich habe extra den Beleg noch nicht an das Taillenband gesteppt, weil ich wusste, das würde mir keine Ruhe lassen.

Bis nächste Woche also nochmal die Taille korrigieren, die Länge festlegen, säumen, das Bindeband annähen und die Kante des Futterrocks mit Spitze versehen.

Das ist zu schaffen und glücklicherweise halten geheime Hormonkräfte die Erkältung trotz ganz massiven Schlafmangels (Entwicklungsschub ist ein Arschloch!!!) irgendwie im Zaum.

Viele schöne Kleider in fast allen Fertigstellungsstufen gibt es hier zu sehen.

Freitags mit Rentnern

Dieses Blog enthielt, bevor ich in die selig-machende Einsamkeit der Elternzeit entschwand, ja gern mal einen ordentlichen Anteil „Skurril-Nerviges aus dem Alltag“. Zum Beispiel fuhr ich eine Zeit lang beruflich-bedingt freitags mit der Bahn durch halb NRW um fern meiner eigentlichen Wirkungsstätte noch ein paar weitere kleine Studentinnen zu höherem Wissen zu führen. Öffentliche Verkehrsmittel meide ich derzeit. Aber dafür habe ich, gerade jetzt in der Adventszeit sehr lohnend, wenn ein gepflegter Aufreger gesucht wird, das Einkaufszentrum als neue Content-Stätte gefunden. Ich habe das nächstgelegene Einkaufszentrum vor meiner Elternzeit eigentlich noch nie wirklich betreten. Ich durchquerte täglich zweimal die Essener Innenstadt- mehr Shopping war normalerweise nicht notwendig. Offenbar war ich in dieser Entscheidung von einem unterbewussten Wissen getrieben, das mir sagte: DU DARFST DAS EINKAUFSZENTRUM NICHT BETRETEN. DAS EINKAUFSZENTRUM IST EINE NO-GO-AREA für dich. Denn ich habe nun festgestellt: Man darf nur ins Einkaufszentrum rein, wenn man entweder a) über 65 ist oder b) einen Kinderwagen mitführt oder c) unter 16 ist und die Schule schwänzt. Wobei dies auch schon die Hackordnung der Einkaufszentrumsmenschen darstellt. Wenn man zu Kategorie b) zählt, sollte man außerdem noch seine Mutter und/oder seinen arbeitslosen Lebenspartner, mindestens ein weiteres Kind, haufenweise – am besten bröselnde – Süßigkeiten und ständig eine brennende Zigarette mit sich führen. Verfügt man nicht über diese schmückenden Accessoires, so wie ich, ist man nur geduldet und kann keinesfalls auf Akzeptanz in den Reihen der Einkaufszentrumsmenschen hoffen. Das ist verständlich und zeigt sich etwa in folgenden Situationen:

Mutter mit Baby im Kinderwagen – ich – steht an der Kasse des Drogeriemarktes. Am Kinderwagen hängt eine Tasche mit üblichem Baby-bedingtem Wocheneinkauf, also Brei, Gläschen, Windeln, Wattestäbchen uswusf. Rentner, männlich, geht an der Frau vorbei und stellt sich VOR IHR direkt an der Kasse hin und reicht der Kassiererin seine Waren. Mutter – hat Hackordnung noch nicht verstanden – guckt ungläubig, setzt fragenden Blick auf und sagt etwas wie „Entschuldigung … ???!!!“ Daraufhin der Rentner: „Bis sie das alles auf das Band geladen haben und dann noch mit dem Baby, da bin ich ja schon hier raus.“ Ähm ja, bitte geben Sie Ihre Rente an die rechtmäßige Eigentümerin zurück! Kassiererin scheint dies allerdings einsichtig zu finden, kassiert den Mann brav. Ich lade derweil meine Waren aufs Band, da nähert sich ein Rentner-Paar. Sie: „Bei der Dame dauert es noch, geh mal vor.“ Er, geht an mir vorbei, sagt dabei  – nicht entschuldigend: „Sie brauchen ja sicher noch etwas Zeit, bis sie alles aufs Band gelegt haben, da gehen wir schnell vor, nicht wahr?“. NEIN, NICHT WAHR!!! Kassiererin kassiert auch diese Menschen stoisch. Ich sage: „Entschuldigung, ich bin dran und ich habe hier ein Kind, das ich gern noch vor Einbruch der Nacht wieder nach Hause bringen würde.“ Kassiererin: „…“ Rentnerin: „Aber sie waren ja eh noch nicht so weit.“ Ich: „Das kann Ihnen aber herzlich egal sein.“ 16-jähriger Schulschwänzer hinter mir bietet an, mir beim beladen des Bandes zu helfen.

Szenenwechsel: Parkplatz. Ich, ausnahmsweise mit dem Auto, weil schlimmer schlimmer Regen, habe einen Parkplatz recht nah am Eingang ausgemacht. Hinter mir aber eine längere Autoschlange, die zur Ausfahrt möchte. Ich setze also den Blinker gen Parkplatz, halte aber am Rand an, um erst die Schlange vorbeizulassen. Zwei, drei Autos fahren vorbei, viertes Auto, ein Pseudo-Geländewagen, fährt, ohne zu blinken, in meine Parklücke. Am Steuer ein Rentner. Ich: Huuuuuuuuuuuuup. Rentner gestikuliert unwillig zu mir rüber. Ich erwarte, dass er nun seinen Irrtum erkennen und wieder rausfahren wird. Aber … Tür auf, Rentner raus, Tür zu, blinke blinke. Forschen Schrittes gen Eingang. Ich: Sprachlos.

Szenenwechsel: Lotto-/Post-Geschäft. Erneut mit Kinderwagen und nach längerem Spaziergang. Wir dürfen uns glücklich schätzen, in der Nähe ein Wasserschutzgebiet mit Seen, einem Wäldchen und hübschen Spazierwegen zu haben. Kind schlummert, ich stehe an der Postschlange mit Weihnachtspäckchen auf dem Arm. Rentnerin beguckt Kind und Kinderwagen und spricht: „Damit hätten Sie hier gar nicht reinkommen dürfen.“ Ich: „Bitte?“ Rentnerin: „Auf welchem Feld waren Sie denn damit, der ist ja völlig dreckig.“ Ich: „Und?“ Rentnerin: „Sie fahren hier den Schlamm spazieren. Das geht so nicht, das müssen Sie saubermachen.  Sie sind hier in der Post und nicht im Wald.“ Ich: „Das sehe ich.“ Renterin: „Na eben, sag ich doch.“ Ich, zur Postfrau: „Einmal als Päckchen bitte.“

 

7 Sachen am 8.12.2013

Ich weiß ja, dass heute Mittwoch ist. Und normalerweise zeige ich Mittwochs Fotos von Kleidern und nicht von Sachen, die ich mit meinen Händen gemacht habe. Zwar trage ich heute ein hübshes Kleid, selbstgemacht ist es auch, aber ich habe vergessen, es vor dem Mittagsbrei zu fotografieren ich habe es schon zweimal hier gezeigt. Die Fotos von Sonntag, die ih zwar gemacht, aber noch nicht zu bloggen geschafft habe, hingegen nicht. Hier also mal wieder ein Sonntagsblick auf 7 Sachen, die ich mit meinen Händen gemacht hab:

1. Haufenweise Orangen geschält und zu Frühstückssaft verarbeitet. So’n Entsafter ist einfach ein toll dekadentes Ding.
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2. Die Samstag beim NähBackkränzchen gebackenen Kekse in Dosen sortiert.
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3. Spritzgebäck mit Schokocreme gefüllt.
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4. Den Keksteller geplündert.
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5. Handschuhe angezogen und zu einem Abendspaziergangschlaf aufgebrochen.
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6. Ein Fünfeck konstruiert und dabei gedacht, ich sollte mal wieder Mathenachhilfe geben, damit meine Routine mit dem Geodreieck zurückkommt.
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7. Während Jack Taylor vom Festplattenrekorder auf unseren Bildschirm kam und Kate Nulan fast das Leben aushauchte 10 Sterne gefaltet.
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Weihnachtskleid Teil 3 und 4

Letzte Woche musste ich den Sonntagstermin schwänzen weil ich Geburtstag feiern musste. Ich besitze jetzt neben anderen tollen Sachen Elisalex und Anna von By Hand London. Da lauern schon die nächsten Projekte.

Dass ich verhindert war, hat aber dazu geführt, dass eine Lieferung Schrägband inzwischen eingetroffen ist, die essentiell für mein Kopf-Weihnachtskleid geworden war und so kann ich heute zwar wenig fertiges aber wenigstens hübsches zeigen.

Ich habe, nachdem ich das Probeoberteil fertig angepasst und auf den Schnitt übertragen hatte tatsächlich zugeschnitten. Den Oberstoff am vorletzten Sonntag beim sehr tollen Tatort mit Wotan Wilke Möhrig und der ehemaligen Conny Mey als Kommissarin Brandner. Hachz. Das Futter am Montag. Ich habe mich für geraden Musterverlauf beim Oberteil, schrägen Verlauf beim Taillenband und den Ärmeln entschieden. Beim Rock ist der gerade Lauf an der vorderen Mitte.

Allen Anpassungen am Probeoberteil zum Trotz musste ich dennoch trennen, denn durch den Stretchanteil in meinem Wollstoff saßen die Abnäher dann doch nicht, wo sie sollten.
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Viel grösseres Kopfzerbrechen bereitete mir aber das Futter. Ich will mein Kleid ganz unbedingt füttern. Zum Einen ist der Wollstoff leicht kratzig und ich finde ihn auf der Haut nicht angenehm genug, zum Anderen mag ich einfach gefütterte Kleider. Ein Kleid ohne Futter finde ich im Herbst und Winter nicht vollständig. Nun hat mein Schnitt kein Futter vorgesehen, sondern Belege. Diese sollen mit Einlage verstärkt werden, was gerade bei der langen schrägen Kante auch sehr sinnvoll erscheint. Der Stoff ist deutlich stretchig, aber ich hatte Sorge, mit Stretchfutter könnte dir Ausschnittkante leiern und dann beulen. Ich habe mich, da das Oberteil auch ohne Elasthan gut sitzt, entschieden, ein nicht-elastisches Futter zu nehmen, dieses aber im schrägen Fadenlauf zuzuschneiden. Die Ausschnittkante des Futters habe ich mit einem Streifen Einlage bebügelt. Zudem habe ich mir überlegt, dass es praktisch und festlich zugleich sein könnte, den Ausschnitt mit Schrägband zu versehen. Also schnell Satinschrägband in tatsächlich exakt passendem Petrolton geordert und mir bei eintreffen einen Ast gefreut:
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Perfekt, oder?

Ich habe also mittlerweile ein komplett gefüttertes Oberteil mit versäubertem Ausschnitt:
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Vielversprechend, wie ich finde. Außerdem habe ich das Taillenband zusammengenäht und mit den Bindebändern verstürzt sowie den Rock (ein ca. 2/3-Teller) zusammengenäht. Natürlich hatte ich hier schisshasig deutlich zu großzügig zugeschnitten und hätte bequem in den Rock ohne binden gepasst, mit nur einem der Vorderteile. Das mach ich auch irgendwie ständig.
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Man sieht, ich plane den Kantenabschluss des vorderen Rockteils auch mit Schrägband zu versehen. Außerdem will ich das Band auch ober- und unterhalb des Taillenbandes als Fakepaspel nutzen. Zu viel Band?

Ich denke darüber nach, den Rock nur als Fake-Wickelteil zu arbeiten und nur das Oberteil inkl Taillenband wirklich zu wickeln, mein Vorstellungsvermögen reicht aber nicht aus, um zu sehen, ob das realisierbar ist, ich werde es also heften und ausprobieren. Hätte den Vorteil, dass ich den Futterrock ohne Überlappung arbeiten könnte. Alternativ füttere ich nur das innen liegende Rockteil und das drübergewickelte nicht.

Ich hoffe, in der nächsten Woche etwas mehr Nähzeit zu finden, denn meine Feieroktav endet nach dem heutigen Kaffeeklatsch. Katharina begrüßt uns mit fast fertigem Karokleid. Karo ist einfach toll und total weihnachtlich!

Der Robson Coat Teil 3

Gezeigt habe ich den fertigen Robson Coat ja schon beim MMM. Ich schulde aber hier noch Details zur Fertigstellung und Detailfotos. Ich habe mich sehr über die vielen vielen netten Kommentare gefreut, die ich zu dem Mantel bekommen habe. Umso mehr möchte ich noch weitere Details liefern. Leider hat es gedauert, bis ich die entsprechende Zeit hatte, um Fotos zu machen.

Nach dem letzten Post fehlte ja noch das Futter und den äußeren Mantel zu verbinden, außerdem Gürtelschlaufen, Gürtel, Saum und haufenweise Topstitching. Fast wäre mir der Fehler unterlaufen, den Mantel bereits mit dem Futter zu verstürzen BEVOR ich die Gürtelschlaufen angenäht hatte. Puh, es ist mir praktisch vorm ersten Stich an der Belegkante aufgefallen. Die Gürtelschlaufen sind übrigens maximal ätzend zu nähen, hier hatte ich, wie bei allen fiesen kleinen Teilen, mit der Dicke meines Stoffes zu kämpfen und so ganz 100% exakt sind sie nicht geworden. Das gleiche gilt für die Schulter-Zier-Epauletten und die Ärmellaschen. Das wenden dieser kleinen Teile hat fast genauso viel Zeit in Anspruch genommen, wie das ganze Topstitching.
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Das Futter mit dem Mantel zu verstürzen war nicht so schwierig, da es ja an den Belegen hing und ich mich weitgehend an die Anleitung für das Annähen der Belege halten konnte. Am Saum habe ich einfach das Futter im Saum, der sichtbar von außen abgesteppt wird, mitgefasst, ebenso an den Ärmelsäumen.
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Die Ärmel hatte ich übrigens vergessen nachzumessen und sie waren in der Originallänge recht knapp. Daher habe ich hier einen Beleg angenäht und diesen dann umgeschlagen als Saum, so habe ich die Ärmel um 3 cm verlängern können und jetzt sind sie genau richtig.

Nach dem Verstürzen von Futter und Außenmantel wird noch einmal rum um den ganzen Mantel abgesteppt. Ich bin sehr begeistert, dass meine Maschine anstandslos die vielen Stofflagen gemeistert hat, selbst an den Stellen wo 6 Lagen Stoff plus Einlage aufeinander treffen. Auch das nähen der Knopflöcher durch den dicken Stoff plus Einlage war überhaupt kein Problem. Das Markieren der insg. 8 Knopflöcher und dazugehörigen Knöpfe war allerdings mehr als mühsam und nur mit Hilfe von Herrn Siebenhundertsachen zu bewerkstelligen.
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Meine Außenknöpfe sind aus Metall, ich finde das passt sehr gut zum Damast. Ich habe sie von ebay und praktischerweise gab es zwei Größen. Angegeben sind für alle Knöpfe 20mm. Ich habe  die Frontknöpfe und Ärmelknöpfe in 23mm gewählt, die auf den Epauletten und hinten am Rücken dafür nur in 15mm. Die Innenknöpfe der Front sind aus meinem Bestand, ebenfalls 23mm aber schön flach und hübsch türkis. Das passt zu meinem Label und zum schicken lila Futter.
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Zusammenfassend sei festgehalten: Der Mantel näht sich auch für Mantelneulinge wie mich gut. Die Anleitung ist weitestgehend durchdacht und sehr gut zu verstehen, vor allem weil sie gut bebildert ist. An einem Punkt würde ich allerdings jedem raten von der Anleitung abzuweichen: Die Anleitung sieht vor, dass alle Nähte immer direkt mit Schrägband versäubert und von außen (wenn gewünscht doppelt) abgesteppt werden. Das macht wenig Sinn, denn man kann den Mantel erst nach den ersten 6 langen Nähten anprobieren. Falls man dann was ändern muss (wie ich), darf man einige viele Meter Topstitching und Schrägband trennen – unschön und zu vermeiden, wenn man erst nach der Anprobe versäubert und absteppt.

Der Mantelkorpus an sich ist recht schnell zusammengesetzt. Zeit kosten vor allem die vielen Details wie Schulterklappen, Epauletten, Ärmellaschen usw. Aber diese Details machen das Design des Mantels aus und deshalb lohnt es sich, hier Zeit zu investieren. Ich bin allerdings froh, dass ich die diversen Klappen, die gedoppelt werden, mit Baumwolle gedoppelt habe. Denn insg. ist der Schnitt ganz klar für leichte bis mittelschwere Stoffe wie Twill o.ä. gemacht und mein Stoff ist grenzwertig dick. Das habe ich auch an der Passform gemerkt. Wenn man sich die Model-Fotos bei Sewaholic anguckt, sieht man, dass der Mantel recht weit geschnitten ist und sehr durch den Gürtel in Form gebracht wird. Das sieht bei steiferen Stoffen tendenziell doof aus. Ich habe deshalb über der Brust und im Rücken einiges an Weite rausgenommen und hätte noch mehr rausnehmen können. Dank Prinzessnähten ist das kein Problem, wenn man sie noch nicht versäubert hat.
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Das Füttern war unproblematischer als vermutet und ich finde Futter erhöht den Tragekomfort ganz enorm. Außerdem spart man sich die Schrägband-Fleißarbeit. Ich habe die Nähte des Außenmantels mit der Zickzackschere versäubert und beidseitig abgesteppt, den Futtermantel hab ich komplett mit der Overlock genäht.

Der Mantel trägt sich sehr toll. Der Stoff ist super, knittert nicht, ist schön dicht und nicht schmutzanfällig. Ihn in Form zu bügeln war etwas mühsam, aber seine Knitterunanfälligkeit ist ideal.

Zusammenfassung:

Schnitt: Sewaholic Robson Coat
Größe 10 Schultern und Taille, 12 Brustbereich
Stoff: Dekorationsdamast, 60% Baumwolle, 40% Polyester mit Jaquard-Brokatmuster, via stoffkontor.eu. Futter: Jaquard-Taftfutter via ebay. Knöpfe und Einlage ebenfalls via ebay. Gesamtkosten: etwa 50 Euro Ich bin mit einem Meter weniger Stoff ausgekommen, als in der Anleitung angegeben, vom Futter habe ich 2m gebraucht.
Änderungen: komplett gefüttert, Ärmel 3cm verlängert, kein Schrägband, oberen Rücken und über der Brust deutlich enger gemacht; Taschen, Dopplungen von Taschenklappen und Schulterklappen aus Baumwoll-Fahnentuch, 3mm größere Knöpfe, 5mm kleinere für die Epauletten.

Me made Mittwoch: Strickrock

Heute hatte ich nur Luft für genau drei Fotos – die ihr unten findet und dann ging es ab auf den Markt in der einzigen Regenpause des Tages.

Ich trage heute einen Wollrock aus Strickstoff. Bzw. einen Rock aus einem Strickstoff, der evtl. Spuren von Wolle enthält. Er ist das Ergebnis eines beherzten Upcyclings, das ich Anfang des Jahres, also gegen Ende des unendlichen Winters machte. Der Rock war zunächst ein Kleid. Dieses hatte ich mir ursprünglich als bequemes molliges Winterteil im November beim Nähkränzchen genäht. Leider war das Kleid irgendwie doof. Sein Ausschnitt leierte, seine Ärmel hatten eine komische Länge und komische Bündchen. Ich änderte daran herum, nähte Spitzengummi an den Ausschnitt, säumte die Ärmel neu, … und es blieb einfach doof. Der Stoff enthält viel Poly, jedesmal standen mir beim Anziehen die Haare zu Berge. Uswusf. Schließlich wollte und wollte es kein Frühling werden, ich war inzwischen deutlich schwanger und konnte meine 2 Umstandsröcke nicht mehr sehen. Da griff ich zur Schere, schnitt das vermurkste Oberteil ab und entsorgte es und nähte an das A-Linie-Rockteil einfach einen breiten Jerseybund. Schwanger trug ich den Rock unter dem Bauch, nun sitzt er brav auf Taille und wärmt die Nieren. Als Rock stört mich die miese Qualität des Stoffes deutlich weniger, darunter trage ich einen Flutschunterrock.
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Die lila Strumpfhose in 60den und toller Qualität ist von HEMA. Wer hier im Westen oder in den Niederlanden mal eine Filiale erblickt sollte sie besuchen und Strumpfhosen erwerben, ich kenne keine besseren.
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Lila und petrol sind seit Jahren meine Lieblingsfarben. Dass sich in meinem Kleiderschrank auch blaue und rote Kleidungsstücke befinden ist allein auf meine Vernunft und das mangelnde Angebot an Kleidung und Stoff in lila und petrol zurückzuführen. Kombiniert trage ich sie vor allem gern, seit meine Schwester mir vor einigen Jahren diesen Schal aus Australien mitbrachte, den ich wirklich inniglich liebe. Seit dem vergangenen Wochenende habe ich, auch von meiner Schwester, eine petrolfarbene sehr warme Mütze, die eigentlich sehr gut zum Rock passt, auch wenn die Fotos anderes behaupten. Ein Strickprojekt weniger und trotzdem warm am Kopf, Geburtstag haben ist super.
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Und jetzt reihe ich mich noch schnell beim MMM ein mit meinem völlig alltäglichen Outfit.