Veggieblogtag #40: Weihnachtsspecial

In unserer Familie sind wir nun schon seit vielen Jahren an Weihnachten in teil-vegetarischer Besetzung. Ein Weihnachtsessen ganz ohne Fleisch ist für viele nicht recht vorstellbar. Die einfachste und auch eigentlich von den meisten akzeptierte Lösung ist natürlich Raclette. Gabs bei uns viele Jahre lang, bis irgendwann durch Silvester-mitfeiernde Anverwandtschaft Raclette zum Silvesteressen erkoren wurde (da gabs bei uns Kartoffelsalat und Heringssalat). Nun mag zwar mancher 2 mal Raclette in 8 Tagen super finden, dennoch ist es schön auch noch andere Ideen in der Hinterhand zu haben.

Wir teilen dieses Jahr die Verantwortung für die einzelnen Gänge auf. Meine Schwester macht Vorspeise und Zwischengang, meine Mutter den Fleischesser-Hauptgang und die Nachspeise, ich den vegetarischen Hauptgang. Vorspeise und Zwischengang sowie Nachtisch sind für alle vegetarisch, beim Hauptgang essen auch alle die gleichen Beilagen. So lassen sich alle verschiedenen Wünsche verbinden.

Es gibt also im Hause Siebenhundertsachenparentalgeneration folgendes Menü an Heiligabend:

Vorspeise: Raclette-Taler mit karamelisierten Birnen und einem kleinen Salatbett

Zwischengang: Gratinierte Rotwein-Feigen mit Ziegenfrischkäse

Hauptgang: Soja-Pfeffer-Geschnetzeltes (bzw. Rindergeschnetzeltes) mit Rotkohl, Pfifferlingen, Apfelmus und Schupfnudeln (alternativ gingen auch Klöße, Semmelknödel oder Spätzle)

Dessert wurde mir bisher noch nicht mitgeteilt.

Der vegetarische Hauptgang geht so:

Für 4:
250g Sojaschnetzel grob
1 Zwiebel
1 Zehe Knoblauch
2 EL Tomatenmark
1 TL grüner Pfeffer ganz
1 Becher Sahne
Soßenbinder dunkel (muss nicht dunkel sein, is aber hübscher)
Sojasoße, Pfeffer, Salz, Zucker, Gemüsebrühe,Senf

Min. 1 Std vor dem eigentlichen kochen die Sojaschnetzel in eine Schüssel geben. Die Zwiebel hacken und dazu geben, den Knoblauch darüber pressen. Mit Gemüsebrühe gut bedecken, ggf. nochmals auffüllen, falls die Schnetzel sehr schnell alles aufsaugen.

Eine Pfanne mit 1 EL Butterschmalz aufstellen.

Die Schnetzel mitsamt Marinade in die Pfanne geben und bei ca 2/3 Flamme erst die Flüssigkeit verkochen lassen, dann anbraten, dass sie Farbe haben. GEDULD!!!

Dann das Tomatenmark dazu, kurz mitbraten, mit 250 ml Gemüsebrühe ablöschen. Die Pfefferkörner, 2 EL Sojasoße, 1 TL Zucker, reichlich Pfeffer, 1 TL Senf zugeben. Zugedeckt 10 Minuten köcheln lassen.

Die Sahne zugeben und das ganze mit Salz, Sojasoße und Pfeffer abschmecken. Dann mit dem Soßenbinder leicht anbinden.

Kann problemlos vorgekocht und aufgewärmt, nicht aber eingefroren werden. Beim aufwärmen ggf. nochmal etwas Brühe angießen.

Wer mag und nicht mit einem Pilzverächter verheiratet ist, kann auch noch ein paar Champignons mitbraten.

Als Beilagen gibt es bei uns mit Rotkohl, Apfelmus und Schupfnudeln Klassiker. Im normalen Leben essen wir das ganze auch oft mit Reis und anderem Gemüse oder mit Spätzle.

Auch eine vegane Variante mit Rapsöl und Soja cuisine funktioniert gut.

Hat noch jemand festliche Gerichte in petto?

Ich habe schon vor 2 Jahren mal ein ganzes Menü gezeigt. Hier.