Me made Mittwoch: Aquarellrock

Heute zeige ich einen neuen Rock. Röcke sind für mich meist schnelle Erfolgerlebnisse. Ich weiß recht gut, welche Schnittform mir gut steht, was ich im Alltag auch trage und habe haufenweise rockgroße Stoffstücke im Vorrat. Außerdem näht sich so ein Rock eben doch relativ easy, wenn man erstmal ein wenig Erfahrung hat. Von diesem Rock hier hatte ich schon länger eine feste Vision, eigentlich, seit ich den Stoff zusammen mit seinem Bruder (in blau) bei alfatex gekauft habe. Ein ausgestellter Rock, wenig Schnickschnack, damit das Muster wirken kann.
image

Ich habe wiederum den Schnitt von meinem Wahlsonntagsrock genommen, der sich im Alltag sehr bewährt hat. Diesmal aber das vordere Schnittteil im Bruch zugeschnitten, damit ich keine Teilungsnaht im Muster habe. Der Stoff ist ein fester Stretchköper, Jeans-artig. Durch den Stretch sitzt der Rock fast etwas zu weit, trotz Einlage in der Passe. Ich habe den Rock mit dem restlichen Futter meines Robsom Coat gefüttert und deshalb die Nähte in lila gemacht. So kann ich das schwarz-graue Winteroutfit mit etwas lila aufpeppen.
image

Die Details:
image

Schnitt: Knipmode 1/2013 – Lederrock
Änderungen: Eingriffstaschen hinzukonstruiert, vorderes Teil im Bruch zugeschnitten
Stoff: Stretchköper von alfatex, 6,90/m, Verbrauch: 80cm, Futter: Polyesterjaquard von ebay
Werde ich den Schnitt nochmal nähen? Ja bestimmt.

imageMeike zeigt heute im MMM-Blog ein Kleid, dass mir auch schon vor zwei Jahren sehr gut an ihr gefiel und dass nun neu gestylt erst recht glänzt. Ich nähe ja derzeit auch nicht viel, da kommen die alten Schätze fast zwangsläufig hervor.

Wochenblicke KW 4/14

image

image

Die Woche begann am Sonntag mit Sonne. Das war toll und hat uns bewogen, spontan unseren Pflaumenbaum zu beschneiden. Ob wir das gut gemacht haben wird sich dann im Sommer zeigen. Es gab aber auch noch Besuch, Kaffee und Kuchen. Wunderbar. Der Rest der Woche war zum Ausgleich wettertechnisch eher Einheitsgrau mit Sprühregen und ohne. Hier zum Beispiel nebliger Spaziergang. Einer von 5.

image

Dafür gab es haufenweise andere Lichblicke. Zum Beispiel am Montag ein wirklich nettes ausgedehntes Mittagessen mit der Krabbelgruppe. Im erstaunlich kinderfreundlichen, weil leeren, Vapiano.

image

Und am Dienstag babyfrei und ein Ausflug zu L. mit Nähen. Genäht habe ich Elisalex. Bzw. hauptsächlich habe ich getrennt. Und auf die letzten Meter noch so einiges verbockt. So dass ich mich die restliche Nähzeit diese Woche sehr über mich selbst geärgert hab und dabei vor lauter Ärger meinen normalen Nähfuß verlegt. Tagelanges suchen hat ihn nicht zutage befördert, dafür ist es jetzt im Nähzimmer sehr viel ordentlicher.
image
Elisalex schmort noch vor sich hin, der Saum will nochmal genäht und ein bisschen was noch zurechtgebogen werden, aber einen Rock hab ich fertig genäht. Der Saum war seit einigen Wochen der letzte noch fällige Schritt.
image

Ich habe sogar auch gestrickt. Langsam, aber immerhin. 1/4 eines Minipullunders. Das ist noch kein Grund in stürmische Begeisterung auszubrechen, aber doch zumindest ein Anfang.

image

Eine große Freude, immer wieder, Teil der wundrvollen #nähnerd-Community zu sein. So kann ich nun – dank Katharina – ein Jackett aus der Knip in Angriff nehmen, die ich nicht besitze. Toll das.

Der Minimensch hat seinen vierten Zahn gekriegt, wenn das so Knall auf Fall weitergeht wird er mit einem Jahr schon lang alle Zähne haben, allerdings muss er sich dann wohl auch selbst wickeln und füttern, da wir vielleicht bis dahin unsere im-Stehen-und-Sitzen-Schlafen-Fähigkeiten optimiert haben werden. Naja, er kann zumindest schonmal aus einem einzigen Stück Brot genug Krümel generiern, um die ganze Küche damit zu bedecken, ich denke also, das mit dem Essen wird ein leichtes.

Ich habe versucht, mir eine Meinung zu Gabriels Energiewende zu bilden, fand aber die Berichterstattung dazu dürftig und teilweise tendenziös. Dieser Artikel zum Beispiel ist eher unkritisch, auch wenn er vorgibt, kritisch zu sein. Was irgendwie völlig außen vor bleibt ist, dass Gabriel die Großverschmutzerrabatte unangetastet lässt und statt Subventionen zu staffeln oder abzuschaffen, die Mengen drosselt. Das ist bevormundende Regulierung vom feinsten, gepaart mit reichlich Großindustriekuscheln. Zudem sieht er Kohle als unverzichtbar, anstatt Netzausbau und Speicherkapazitäten zu fördern. Warum schreibt das keiner deutlich?

Ein interessanter Artikel über die moralische Verpflichtung zum Veganismus. Erschreckend konsequent und einleuchtend. (Via @Buddenbohm)

Und ein interessantes Essay zur Zuwanderung aus Osteuropa. Ein Thema zu dem ich aus erschreckend vielen Mündern und Federn/Tastaturen viel erschreckend simplifizierendes, ausländerfeindliches, undifferenziertes, falsches, uninformiertes und gefährliches höre und lese. Die Thematik ist gesellschaftlich brisant, taugt prima zum populustischen agitieren und panikmachen. Dabei wird vergessen, dass das Problem 1. 100% hausgemacht ist, durch zu schnelle EU-Erweiterung zum falschen Zeitpunkt unter völliger Ignoranz gegenüber massiven Einkommensunterschieden. 2. Durch rechtzeitiges politisches handeln hätte vermieden werden können. Und 3. durch organisierte Kriminalität massiv verschärft wird, also durch entsprechende Polizeiarbeit, inkl. vernünftiger Ausstattung und internationaler Kooperation bekämpft werden müsste. Aber die Schwerpunktsetzung unserer Polizeiarbeit scheint ja seit Jahren nicht da, wo sie notwendig wäre.

Des Minimenschen neue Kleider: Herbst/Winterkollektion

Ich versteh ja, offengestanden, den Hype um die Zwergenverpackung nicht. Wir hatten hier insg. 4mal die Kuschelhose aus Zwergenverpackung2, weil mir das vor der Geburt irgendwie wie „die Schnitte für Babies schlechthin“ vorkam und alle 4 Hosen passten dem Minimensch eigentlich zu keinem Zeitpunkt richtig. Erstmal fallen die Dinger riesig aus, die Hose in 62/68 passt auch jetzt noch, wo 74 schon knapp wird. Dann ist das Bündchen recht weit, der Rest der Hose aber schmal und die Beine irgendwie lang. Nee. Hier haben andere Hosen Konjunktur. Allen voran diese:

image

Meine Adaption des Schnittes von „Tiny Harem Pants“ von hier. Ich nähe die Hosen meist gedoppelt, eine Lage Nicki oder Sweat, die andere Lage Jersey, und mit recht langen Bündchen zum mitwachsen. Oben: außen Waldtiere-Jersey innen Nicki, Bündchen aus einem alten Shirt von mir, Gr. 74. Unten: außen Nicki, innen ein altes Shirt vom Papa, Bündchenwarereste, auch Gr. 74.

Der Schnitt ist im Original-Tutorial Größe 50. Ich habe ihn jeweils basierend auf anderen Hosen oder Stramplern vergrößert, beider 4. Vergrößerung treffe ich es jetzt auch schon Freihand. In größeren Größen habe ich das Hinterteil etwas größer als das Vorderteil zugeschnitten, damit genug Platz für die Windel ist. Jetzt ab Gr. 80 werde ich eine Teilungsnaht ins Hinterteil einbauen. Und weil ich mir die Mühe gemacht habe, den Schnitt mitwachsen zu lassen, kann ich ihn euch jetzt als kleines Tutorial zum Download anbieten. Baby-Haremshose-Tutorial. (Klick auf den Link öffnet ein pdf. Ich hoffe, das funktioniert …)
image

Außerdem auch schon lang im Programm und ein Favorit:
image

Meisjesbroek aus der Knippie 4/12. Als Download hier verfügbar. Warum es sich um eine Hose für Meisjes, also Mädchen, handelt, erschließt sich mir nicht. Ich halte geschlechtsspezifische Schnitte für Babies aber eh für Unsinn (oder wie man hier sagen wùde: „Killefitt“). Den Schnitt mag ich vor allem, weil er für Webstoffe ist und trotzdem auch dem Krabbelkind noch genug Bewegungsfreiheit bietet. Ich habe oft statt Gummizügen in Bund und Beinbündchen Jerseybündchen angebracht, ich finde das sitzt besser und kann länger mitwachsen. Oben Sternencord von Stoff und Stil außen, gefüttert mit Nicki, Bündchenware vom Stoffmarkt, Gr. 68. Unten in Gr. 74 ist die erste, die ich genau wie der Schnitt vorsieht genäht hab. Aus blauem Cord unbekannter Herkunft, ungefüttert, Belege aus Vichykaro-Rest. Ich vergesse JEDES MAL, die Passe hinten im Bruch zuzuschneiden. Ist halt so…
image

Und jetzt neu zu den Favoriten hinzugekommen
image

Die Strampelhose von Klimperklein. Super Schnitt das. Auch für Webstoffe geeignet und durchdacht konstruiert, die Gradierung der Größen ist gut. Die Hose näht sich richtig spaßig. Ich musste die Träger länger und die Beine etwas kürzer machen, aber sonst perfekt.
image

Hier zwei Upcycling-Varianten aus alten Männerjeans, Vorder- und Rückenteil passen noch gerade so auf je ein Bein. Die Knie mit Krabbelpatches aus Lederresten. Eigentlich finde ich, dass Taschen an Babyklamotten ausschließlich Dreck einsammeln und somit wenig nützlich sind. Hier habe ich trotzdem mal eine aufgenäht, da die Hose ja durchs wiederverwerten vorne eine Teilungsnaht hat und ich das Bild etwas vereinheitlichen wollte. Eine 100%-Empfehlung für diesen Schnitt.

Edit: Link zur Knippiehose eingefügt.

Freitags mit Rentnern 2.0

Heute Einkaufstag mit Ausflug ins Rentnerreservat. Dank 2 Grad und Nieselregen mit dem Auto. Kaum geparkt und dabei den Minimensch in den Mei Tai zu verfrachten, da durfte ich bereits mit anhören, wie die Seniorin, die mitsamt ihres Göttergatten dem Auto neben mir entstieg (Frauenparkplatz natürlich. Aber die Hackordnung auf dem Parkplatz ist wie im Bus. Rentner zuerst, egal was dran steht. Soll der Rollifahrer doch einfach woanders parken.) den selbigen über folgende Tatsachen belehrte : (missbilligenden Tonfall bitte hinzudenken) „Also früher, da packten wir die Babys ja in den Kinderwagen. Da konnten die liegen und schlafen. Heute (deutet zu mir, natürlich nicht unauffällig, mehr so dicker roter Pfeil) packen die Frauen die armen Kinder in solche Dinger. Da sind die dann ganz eingequetscht und ruinieren sich den Rücken.“ Ich atme derweil still für mich langsam ein und aus. Binde den Minimensch fest, ziehe ihm seine Mütze auf. Da folgt Teil 2. „Und dann kam da eine dicke Decke drauf. Und eine Überdecke. Dann mussten die armen kleinen auch nicht frieren. Das da, das holt sich ja noch den Tod.“ Unnötig zu erwähnen, dass der Minimensch zu seinem Leidwesen in mehreren Lagen Kleidung steckte und zudem unter einem Fleececover (danke, Miriam <3) – ich atmete noch einmal, stapfte forschen Schrittes los und war gewarnt. Mal wieder Tag des unverschämten Rentners. Alles klar. Dann auf in den Kampf.

Im Drogeriemarkt erstmal mehrere im Weg stehende und sich gegenseitig Produkte vorlesende ("Guck mal hier Renate, das ist doch dieses Oil of Olaz" – warum machen die das? Um zu zeigen, dass sie noch lesen können?) Omas durch vehementes "Entschuldigung" gefolgt von freundlichem Rempeln mit dem Einkaufswagen aus dem Weg bugsiert und so die Einkaufsgeschwindigkeit direkt mal verdoppelt. Übrigens gammeln immer besonders viele Kaffeklatsch haltende Rentnerclubs direkt vor den Gängen mit Windeln und Babygläschen rum, wo ja eh schon durch Kinderwagen eher wenig Platz ist. Muss auch irgendeine Form von unbekannter Regel sein. In Richtung Kasse einen kleinen Slalom um dorthin strebende rüstige Mitsiebziger gemacht und mich durch zwei geschickte Ausfallschritte noch vor die Dame mit den "nur 2 Teilen" in die Schlange gequetscht und als sie zu einem "Darf ich …" ansetzte einen derart vernichtenden Blick aufgesetzt, dass sie sofort brav wieder in der Schlange einscherte. HARHAR.

Im nachfolgenden Supermarkt mit großer Freude nur ungesundes Zeug und einen Würfel Hefe in den Wagen gepackt und lässig alle missbilligenden Blicke zwischen meinem Chips-Schoki-Sekt-Einkauf, dem Mei Tai und mir an mir abperlen lassen. An der Kasse dann wagte es eine Dame mit lila-grauem Haar mit den Worten : "Ach was ein freundliches Kind, ein Junge oder ein Mädchen?" die Hand nach des Minimenschen Hand auszustrecken. Da hatte sie aber nicht mit mir gerechnet. Mit anfassen kann ich ja gar nicht. Vierteldrehung vollführt und freundlich ihre Frage mit "Das geht sie gar nichts an!" beantwortet. Das Gesicht war Belohnung genug. Gnihihi.

So, noch wer frech werden? Ich bin grad gut in Stimmung.

Me made Mittwoch: Onion 2036

Heute zeige ich mein Outfit vom Montag. Ich habe die Fotos nach einem dreistündigen Mittagessen mit der Krabbelgruppe gemacht und nach 3 Stunden mit Kind auf dem Schoß ist das Kleid alles andere als knitterfrei. Auch ist bekanntlich der Monat des schlechten Fotolichts. Also heute mal schlechte Fotos. Dafür ein schönes Kleid.
image

Dieses Kleid gehört zu den ersten, die ich mir selbst genäht habe und es war sicher das erste mit dänischer Anleitung, bei dem ich mich also auf meine damals noch bescheidenen Nähkenntnisse verlassen musste. Heute würde ich vielleicht ein paar Sachen anders machen, aber im großen und ganzen trage ich das Kleid sehr gern und freue mich, dass es mir nun wieder passt.
image

Das Kleid nach dem Schnitt Onion 2036 ist aus dunkelblau-lilanem Wollfischgrat von Alfatex und der Stoff ist wirklich super. Das Kleid ist nun schon 2 Winter in Benutzung gewesen und ist immernoch in top-Zustand. Das Kleid ist ungefüttert, ich trage darunter ein seidenes Unterkleid, das reicht völlig um bei 2 Grad warm zu bleiben, denn der Stoff ist echt warm.
image

Änderungen: Seitliche Brustabnäher unter die Brust verlegt und als Falte aufgehen lassen, Ärmel mit Bündchen versehen, Seitennahttaschen statt aufgesetzter Taschen. Heute würde ich das ganze einen Hauch länger machen, möglicherweise hatte ich aber nicht mehr Stoff und deshalb ist es so kurz.

Und jetzt reihe ich mich beim MMM ein und schmachte Mellenis tolles Lemmingkleid an.

Stoffe, Stoffe, Stoffe, Pläne, Pläne, Pläne

Wie schon bei den Wochenblicken erzählt,? hatte ich am Freitag Baby-frei und war in der Zeit unter anderem ausgiebigst bei Alfatex, wo reichlich Stoffe reduziert waren. Das war auch gut so, denn ich hatte mir vorher fest vorgenommen, große Stücke zu kaufen. Also nicht nur groß im Sinne von größer als 1m, was sonst meine Definition von groß ist, sondern so richtig GROSS, so 4m. Der helle Wahnsinn.

Und nach mehr als einstündiger intensiver Entscheidungsfindung, inkl. (virtueller) Beratung durch die #nähnerds auf Twitter und das fachkundige Personal vor Ort, bin ich mit dieser Beute nach Hause gegangen:
image

Insgesamt 19 Meter Stoff. Wow!

Von oben nach unten:

1,5 m Viscosejersey in Petrol. Daraus soll ein Shirt nach dem kostenlosen Schnitt von Deer&Doe werden. Nicht dass ich keinen einfarbigen Jersey im Lager hätte. Aber er ist so schön weich, und so schön petrol. Und 6,90€ – der musste mit.

Darunter 2mal Futter aus Acetat. Einmal eisblau mit Webpunkten, einmal rot. Je 2,5 m.
Dann folgt darunter:
image

2m Viscosegabardine in schönstem Lila, superweich und hübsch. Wird ein Kleid, welches weiß ich noch nicht. Kostete 3,90 €/m

Gefolgt von:
image

2,5m Baumwoll-Rips mit Elasthan in Nachtblau. Der gehört zum eisblauen Punktefutter und gemeinsam sollen sie ein Jackett werden. Das Probeprobejackett quasi. Sollte es gut werden würde es zu einer Reihe Kleidern und Röcken passen, die ich bereits besitze und damit ein gutes Fürjedentagjackett sein. Wenn nicht is auch nicht schlimm, denn auch dieser Stoff kostete nur 3,90€/m. Das Futter war somit teurer als der Oberstoff, es kostete 6€/m.

Jetzt kommt das erste wirklich große Stück:
image

4m Stretchflanell aus Baumwolle/Wolle/Elasthan (so stand es drauf, eine unpräzise Angabe gemessen an Alfatexstandard) in anthrazit mit hellgrauem und (kaum sichtbarem und auf dem Foto vollkommen verschwundenem) bordeauxrot-metallischem sehr dezentem Karo. Dazu rotes Futter, muss jawohl. Das wird das Probekostüm. Denn. 3,90€/m für diesen wirklich schicken hochwertigen Stoff.

So, und jetzt das Schätzchen des Einkaufs:
image

4m Gabardine aus 100% Wolle in hellem aubergine. Um diesen Stoff schlich ich schon bei meinem letzten Einkauf herum, da war er auf 10 Euro reduziert und ich erwog ein 2m-Stück für ein Kleid zu kaufen. Jetzt kostete er nur noch 6,90€ . Da konnte ich ihn UNMÖGLICH dort zurücklassen. Das geht doch nicht. Er wäre enttäuscht gewesen, hatte ich ihn doch bereits zum 2. Mal zum ‚Auswahlstapel‘ gelegt. Man kennt das vom Schulsport, wer immer als letzter noch da steht kriegt irgendwann einen Knacks. Das kann ich nicht verantworten. Und weil ich mich brav durchgerungen und auch davon ein Riesenstück gekauft habe, gabs zur Belohnung reizende und haargenau passende Knöpfe. Träumchen.

19 Meter Stoff also. Ich muss das Lager umsortieren. Aber im Bereich Winterstoffe gab es tatsächlich nur noch 3 Stücke von ansehnlicher Größe in meinem Regal. Ich bin also mit mir im Reinen.

Wer übrigens mal in die Verlegenheit kommt Alfatex Bochum einen Besuch abzustatten, der möge mir 1. Bescheid geben und 2. Empfehle ich folgende Strategie: Zuerst einmal nur gucken, was es gibt. Insbesondere auf den Rabatttischen aber auch im Futterregal und bei den Wollstoffen. Auch hier im Regal finden sich oft noch Schnäppchen. Die Wühltische sind meist nach Preis (3,90, 5,90, 6,90, 10 €) und grob nach Farbe, aber nur sehr rudimentär nach Material sortiert. Meine Baumwollstoffe kuschelten z.B. mit einigen Ballen eines ekeligen Materials aus 100% Poly namens Sport-Jersey. Immer gibt es unglaublich viel Schund, Schlimme schlimme Muster auf schlimmen Polymateralien. Aber mitten dazwischen hervorragende Wollkammgarne, Leinen, hochwertige Viscosestoffe und Baumwollstretch. Die Preisspanne reicht von 1,99 bis 25 Euro per Meter und es gibt wirklich auch Stoffe, die mit 25 Euro günstig sind. Gerade im Bereich Wolle/Seide ist Alfatex gut sortiert und liegt preislich günstig. Man sollte Zeit haben, genau hinzugucken. Dann fang ich an, mir einen Stapel auf dem Schneidetisch zu bauen. Ich setze mir vorher ein Budget und entscheide dann unter den Stoffen meines Stapels, welche ich nehme, bis mein Budget ausgeschöpft ist. Ich könnte immer viel mehr mitnehmen, aber habe mich auch schon oft hinreißen lassen, Stoffe von minderer Qualität mit dazu zu nehmen. Und es immer bereut.

Wochenblicke KW3/2014

Hier die ersten Wochenblicke

Diese Woche war ereignisreich in positivem Sinne.

Am Sonntag begann sie mit schönem Sonnenwetter, so dass endlich mal wieder ein ausgedehnter Spaziergang auf dem Plan stand. Auch der Rest der Woche war meist sonnig, wie schön.
image

Das machte Lust, sich Gedanken über den Garten zu machen und einen ersten groben Bepflanzungs- und Zeitplan anzufertigen. Es wirkt ja draußen schon recht frühlingshaft, hoffen wir, dass der Winter nicht im April oder so noch um die Ecke kommt und mitspielen will.
image

Dann erwachte der Minimensch eines Tages aus dem Mittagsschlaf und spielte auf einmal vollkommen selbstverständlich im sitzen.
image

Da musste ich ihm erstmal eine richtige Latzhose für große Krabbelkinder nähen.
image

Am Freitag hatte ich Baby-frei, denn Herr Siebenhundertsachen und der Minimensch proben den Ernstfall. Solang ich aber ja noch gar nicht arbeite, nutze ich diese Zeit für nette kleine Exkursionen. Zum Beispiel zu Alfatex. Ich habe fette Beute gemacht. 18.5m Stoff. Und ich bin über meinen Schatten gesprungen und hab richtig große Stücke gekauft. Schließlich plane ich Kostüme. Ja, richtig. Mehrere.
image

Seit Samstag haben wir, nach nur 2,5 Jahren in dieser Wohnung, endlich richtiges Licht im Wohnzimmer. Bisher beleuchteten wir es eher spärlich mittels einiger Lichterketten und einer Diskokugel. Jetzt gibt es richtiges echtes Bämms-helles Licht. Die Lorbeeren gebühren dem Liebsten, der die Spots montiert und per Fernbedienung schaltbar gemacht hat. Ich plane meiner Freude heute abend in Form einer ausgedehnten Abpausorgie Ausdruck zu verleihen.

Und dann las ich das ein oder andere Nachrichtenstückchen. Am Wochenende kurze Freude über den 32-Stunden-Vorschlag von Manuela Schwesig und das Elterngeld plus von Andrea Nahles, gefolgt von der Erkenntnis, dass die Union das eh nicht unterstützen wird. Ist ja nicht für Rentner, Bauern, Waffenlobby, Pharmakonzerne. Schade. Wär ja schön gewesen. Interessant auch die Argumentation der Wirtschaftsverbände, dass das ja vollkommen unnötig ist, weil Eltern könnten ja auch jetzt schon Teilzeit arbeiten, wenn sie wollen. Ja klar, jeder kann wenn er will Karriereoptionen und Gehalt aufgeben so viel er will.

Zwei interessante Artikel, die Afrika betreffen, einmal die unter Fachleuten schon länger bekannte Strategie der Industrieländer, alles, was irgendwie geht als Entwicklungshilfe zu deklarieren, damit trotz Krise und Konsolidierung die Versprechen der Aufstockung eingehalten werden können. Und dann der Vorstoß, Erste Hilfe-Kurse in Afrika verpflichtend für Führerscheinbesitzer zu machen, um die Anzahl der Verkehrstoten einzudämmen. Ich bin hier nicht ganz überzeugt, denn oft ist nach dem Unfall nichts mehr zu retten, nichtzuletzt weil es kaum Kontrolle des Zustands der Fahrzeuge, gerade der Lastwagen und Busse, gibt.

Und dann noch die Lachnummer der Woche: Dr. Petit Andreas Scheuer, der versucht überzeugend zu versichern, dass er aus purem wissenschaftlichen Interesse heraus in Tschechien ein sog. Kleines Doktorat gemacht hat, mit einer Arbeit in deutscher Sprache, über ein recht deutsches, um nicht zu sagen bayrisches Thema, ohne Tschechisch zu können. Für wie bekloppt hält der uns? Am interessantesten finde ich an der Sache allerdings, dass man einen Titel in manchen Bundesländern tragen darf und in anderen nicht… Föderalismusirrsinn die 5643245787544ste.