Zurückschauen

2013 war für mich eines der aufregendsten und umwälzenden Jahre meines Lebens. Beim Baumschmücken haben wir darüber sinniert, dass ich letztes Jahr Weihnachten noch gar nicht so sehr dolle schwanger war und nun krabbelt ein wundervoller Minimensch hier rum und vandalisiert die verpackten Geschenke. Eigentlich unfassbar. Dazwischen lagen komplizierte und nervöse letzte Schwangerschaftswochen, ein wundervoller Monat gemeinsame Elternzeit und sehr viel tolle Minimensch-Zeit. Aber natürlich auch anstrengende Wochen bis Monate mit Blähungen, Reflux, Zahnen, wenig Schlaf, viel Chaos, wenig Energie.

Aus einer eher anstregenden Zeit komme ich gerade. Seit bereits vor Weihnachten sind Herr Siebenhundertsachen und ich wechselnd krank. Ein fieses Erkältungsdings, das uns einfach nicht in Frieden lässt. Auch der Minimensch war zwischendurch arg verschnupft. Außerdem hat er sich genau diesen Moment ausgesucht, um endlich endlich mit den ersten beiden Zähnen rauszurücken, da hat er jetzt auch lang genug dran rumgearbeitet. Aber nunja. Wenig Schlaf blieb da nur. Und entsprechend hab ich jetzt auch noch mit Migräne-artigen Kopfschmerzen zu kämpfen. Deshalb gab es hier auch in letzter Zeit wenig zu lesen und einen Jahresrück- oder -ausblick konnte ich bisher auch noch nicht so recht erstellen.

Aber innehalten und zurückschauen möchte ich eigentlich schon gern, auch wenn das neue Jahr nun bald 10 Tage alt ist. Denn es gab ja nun doch einiges in 2013.

Angefangen hat es mit dem langen langen langen, praktisch unendlichen Winter. Meine wenigen Umstands-Winterkleider konnte ich im April, als endlich der Frühling kam, wirklich nicht mehr sehen. Genäht habe ich in dieser Zeit wenig für mich – denn ich wollte ja auch keine unendliche Reihe Winter-Umstandskleider nähen. Ein Highlight gab’s trotzdem: Das rote Jurk, das ich immernoch gern und viel trage. Mein Himmelfahrtskommando-Hochzeitsgast-Kleid wurde nicht mehr fertig und auch nicht gebraucht, denn als die Hochzeit stattfand, war ich schon zur Überwachung im Krankenhaus, und hängt daher bis heute auf der Puppe, weil ich nicht sicher bin, ob ich die Mehrweite für den Bauch wieder rausnehmen, oder es als Umstandskleid fertignähen und dann mal auf Verdacht in den Schrank hängen soll. Dafür habe ich so dies und das für den Minimensch genäht. Aber am allermeisten war diese Zeit von der Umgestaltung des MuFuZi geprägt, das schonmal einen Regal-Schrank bekam, damit es irgendwann bald ein Kinderzimmer werden kann. Derzeit ist es also nun das Näh-Gästezimmer auf Abruf. Aber bald wird der Nähtisch ins Arbeitszimmer umziehen müssen.

Und selbst im Mai hatte der Minimensch zunächst noch einige recht stürmisch-kalte Lebenswochen, wer hätte damit denn gerechnet. Also weder mit der Ankunft des Minimensch im Mai noch mit dem Regen-Sturm-10-Grad-Wetter, das ihn begrüßte. So waren wir insgesamt nicht ganz so gut ausgestattet, wie gedacht, denn die kleinsten selbstgenähten und gebraucht gekauften Klamotten waren alle noch viel zu groß und auch viel zu kalt. Mein Plan nur oder fast nur gebraucht zu kaufen, ging also gleich zu Beginn nicht auf. Aber seit der Minimensch Größe 50/56 hatte, haben wir uns weitgehend dran gehalten. Hosen hat er fast nur selbstgenähte, Bodies, Oberteile, Schlafanzüge sind alle gebraucht. Nur Schlafsäcke und Socken sowie natürlich geschenktes haben wir in neu. Und bisher fahren wir damit gut und sind sehr zufrieden. Auch der gebrauchte und strunzenbillige Kinderwagen tut brav seinen Dienst, besser als viele teure Markenteile, die wir in unserem Bekanntenkreis so betrachten können. Direkt in den ersten Lebenswochen des Minimensch habe ich seine Krabbeldecke fertig genäht, die ich vor der Geburt nicht mehr geschafft hatte. Die Wickeltasche war noch so grade fertig geworden. Beides fuhr dann mit uns in den Urlaub in unserer gemeinsamen Elternzeit. Auch die Nähmaschine durfte mit und meine ersten beiden Nähprojekte nach der Geburt des Minimensch: Der Herzchenrock und das lila Hemdblusenkleid. Beide trage ich gern, der Herzchenrock ist ein richtiger Liebling geworden, einfach weil er so praktisch ist.

Und dann kam der Sommer. Mit richtig heiß und so. Und zwei langen wallenden Sommerkleidern sowie dem Kauf eines Kleingartens. Fortan verbrachten der Minimensch und ich schonmal etwas Zeit im Garten mit der Spätsommerernte und der Planung fürs Frühjahr. Und mit abhängen.

Und im Herbst folgten Röcke. Der Jackie-O-Rock, der leider etwas steif ist, um richtig toll zu sein, und der Wahlsonntagsrock, den ich sehr sehr liebe. Ein weiteres Hemdblusenkleid. Und schließlich. Robson. Der Höhepunkt des Nähjahres. Der Minimensch bekam viele dünne Hosen und auch Oberteile, die ich nicht verbloggt habe und eine Zwergenmütze, auch unverbloggt sowie eine zweite Krabbeldecke für die Küche und dicke Hosen – auch unverbloggt. Man sieht, das Bloggen musste etwas in den Hintergrund treten. Denn während der Minimensch am Anfang friedlich 4 Stunden Mittagsschlaf machte und sich wie ein echtes Schlafkind hier einführte mit viel Schlaf am Tag und in der Nacht, hat er sich das inzwischen abgewöhnt. Tagschlaf ist für Loser. Für einen neugierigen kleinen Krabbelmensch reichen die Stunden des Tages kaum aus um alles zu erkunden, erklettern und entdecken. Da wird nur geschlafen, wenn man schon vor Müdigkeit tot umfällt und dann muss auch ein Power-Nap von 20 Minuten reichen. Tagnähzeit ade. Der kleine Sack Flöhe braucht alle Aufmerksamkeit. Aber dafür ist er ein toller kleiner Entdecker und spielt selbstvergessen auf der Decke – am liebsten natürlich mit allem, was er nicht haben soll: Mülltonne, Glaslampe, Schallplatten, Altpapier, you name it. Wofür wir den Berg Spielsachen haben, hat sich mir bisher nicht erschlossen, denn Spielzeug kann nicht punkten, wenn auch nur ein Berg Faltwäsche oder ein Karton in der Nähe ist.

Und dann der Winter, so man ihn so nennen will. Also die nassere und windigere Fortsetzung des Herbstes. Die Adventszeit  verging hier weitgehend unbegangen. Weihnachten mit Minimensch war aber super. Bis die Erkältungsbazillen ihren zweiten Anlauf nahmen und uns ins Bett verfrachteten. Und so klang das Jahr recht ereignislos mit inhalieren und Tee trinken aus. Auf die letzten Wochen hat der Minimensch sowohl krabbeln gelernt, als auch die Zähne gekriegt. Ersteres zu unserer großen Freude, denn es macht einfach enorm Spaß, das Kind wie ein junges Fohlen durch die Wohnung hoppeln und dabei begeisterte Juchzlaute machen zu sehen. Sitzen wär jetzt noch schön, dann wären die Mahlzeiten wieder etwas nörgelfreier zu überwinden, nehme ich an.

Zu kurz gekommen sind vor allem lesen, stricken und ein wenig auch das Kommentieren auf anderen Blogs. Immerhin zwischen den Jahren habe ich mal wieder ein Buch gelesen. Stricken hingegen bleibt im Bereich der Planungen stecken. Leider eigentlich. Aber der Minimensch ist mit Wollknäulen schlimmer als kleine Katzen. Und DAS will schon was heißen. Zum Thema kommentieren habe ich so einige Gedanken angesammelt, die ich gern nochmal in einem gesonderten Blogpost niederschreiben möchte. Bald. Irgendwann. Wenn Zeit ist.

2013 war auch das Jahr des Veggieblogtags. Der pausiert ja derzeit, aber immerhin an fast 40 Donnerstagen habe ich vegetarisches gebloggt und gesammelt. Ich nutze das Rezeptarchiv hier im Blog inzwischen als mein persönliches Best-of-Kochbuch. Allein dafür hat es sich schon gelohnt.

Was das neue Jahr bereit hält, erzähle ich ein andernmal. Dieser Rückblick muss fürs erste genügen. Für viele #nähnerds beginnt das Jahr mit der anNÄHerung. Für mich leider nicht, aber ich wünsche allen, die nach Bielefeld fahren viel Spaß, hoffe auf spannende Berichte und auf ein baldiges Bloggerinnentreffen, das sich nicht mit Migräne, Zahnkind UND krankem Mann überschneidet.