Freitags mit Müttern I

Eine Sache, die ja zwangsläufig mit den Kindern mitkommt, ist der Kontakt mit anderen Eltern. Manchmal gewünscht, manchmal ertragen, manchmal verflucht und immer irgendwie komisch. Das kann man sich nicht aussuchen und die wenigsten werden vor dem Kinderkriegen da ausreichend drauf vorbereitet sein. Gut, einen ersten Eindruck erhält man im Geburtsvorbereitungskurs, aber da kann man es sich ja auch schon nicht mehr anders überlegen. Nun steht man also da, hat ein frisch geschlüpftes Kind und schwupps gehört man zur Spezies Eltern. Das hat zweierlei Konsequenz. Einerseits hat man fortan ein Verständigungs- und Koordinationsproblem mit allen Nicht-Eltern. „Wir können uns ja dann spontan mittags treffen, wir melden uns …“ „Also mittags vor dem Mittagsschlaf oder nach dem Mittagsschlaf?“ Und andererseits kann man gruppendynamischen Erfahrungen mit anderen Eltern beinahe nicht aus dem Weg gehen.
Es beginnt, wie gesagt, im Geburtsvorbereitungskurs, wo man seine Würde schonmal mit den Schuhen ablegt und dann außer dem Klischee-haften Hecheln, Gebärpositionen und Säuglingspflege eben auch peinliche Gymnastikeinlagen einlegt und sich austauscht über Anzahl der Toilettengänge in der Nacht, Schmerzen im Rücken und sonst noch wo, geeignete Windeleimer und andere Erquicklichkeiten. Aber das ist erst der Anfang. Denn ist das Kind erst da, stellt man schnell fest, dass Eltern, wann immer sie aufeinander treffen ihr erwachsenes Ich draußen lassen und nur noch und ausschließlich über Verdauung, Essgewohnheiten und Schlafgewohnheiten des Nachwuchses reden. Und man trifft eben Eltern. Rückbildung, Pekip, Stillcafe, Krabbelgruppe, Babyschwimmen. Alles voller Eltern. Genauer Mütter. Und das ist NICHT angenehm. Mütter sind nicht nett. Mütter sind im besten Fall nervig, im schlimmsten Fall missgünstig.* Also nicht einzelne Mütter, sondern Müttergruppen. Müttergruppen sind verstörend. Also womöglich nur für mich. Wer weiß. Ich denke, ich bin maternophob? Oder materantropisch? Wie heißt Abneigung gegen Mütteransammlungen in schlau?

Zum Beispiel PEKIP. Ich erkenne die Idee an, dass so motorische Spielchen mit nacktem Kind irgendwie gut für die Entwicklung sind. Aber müssen da diese anderen Mütter sein? Und muss unbedingt gesungen werden? Als wären 8 Kinder mit rasselndem Spielzeug und ihre Mütter nicht schon ohrenbetäubend genug. Und dann dieses vergleichen „Guck mal Kevin, die Chantal kann schon ganz toll nach dem Nervspielzeug greifen.“ „Also die Madeleine ist da ganz wie ich, ich habe auch gleich laufen gelernt.“ Und am schlimmsten ist, dass alle Leute im Babygruppenkontext ständig von Mäusen sprechen. „Eure Mäuse machen dies…“ „Deine Maus macht ja schon das…“ „Schläft die Maus auch durch?“ KIND!!!! ES HANDELT SICH HIER UM KINDER!!! Mäuse übertragen Krankheiten und sehen auch nur minimal possierlich aus. Kinder verdammt.

Ich traf es zudem auch noch so, dass ich offenbar die einzige Frau mit Anspruch an Eigenständigkeit und Unabhängigkeit bin. Da kommen schnell die Stereotypen um sämtliche Ecken. Männer die das Geld und den Schuhdreck nach Hause bringen, Frauen die vorkochen, waschen und tüddelige kleine Klamotten nähen und Eulenloops tragen. („Du nähst deine Kleider selbst? Ich nähe ja auch total gern, erst gestern habe ich hier dieses niedliche Taschentuchtäschchen gemacht.“) Geteilte Betreuung? Väter die Windeln wechseln? Arbeiten gehen, wenn das Kind 9 Monate ist? Da treffen Welten aufeinander, sag ich euch. Aber es wurde immer nett gesungen dazu.

Also PEKIP haben wir dann abgehakt.

Aber es gibt noch eine Steigerung. Schlimmer als ein Raum voll Mütter ist ein Raum voll Mütter plus eine Tupperberaterin plus ganz viele Tupperschüsseln. Das ist wie ein Ausflug in die 50er. Nur mit Smartphones. Tupperware lebt offenbar von der stillen Mehrheit der Frauen da draußen, die sich gern in der einfachen Welt der 1-Verdiener-1-Hausfrau-Familie einigeln. Zumindest ist das Marketing entsprechend. „Mit diesem praktischen Plastikdings können Sie blitzschnell in der Mikrowelle ein Omelette zaubern, wenn Ihr Mann abends nach Hause kommt und was warmes zu essen braucht.“ Ich hab nicht mal ne Mikrowelle, was soll ich nur tun? Den armen Mann verhungern lassen? Und was, wenn ich abends nach Hause komme und was warmes essen möchte, dürfen auch Omelettes für Frauen darin zubereitet werden? „Diese Snackbox ist von der Größe so, dass da auch das ganze Mittagessen für einen Mann reinpasst. Da können Sie ihm auch noch einen Kuchen dazupacken.“ Aber was tun, wenn der Mann sein Mittagessen selbst einpackt, darf er eigenmächtig Kuchen einpacken? Fragen über Fragen… Die Welt in Tupperland scheint entschieden einfacher als in meiner Filterbubble. Alle Aufgaben klar verteilt und mit der passenden Plastikschüssel bestückt. Wenn ich eine Cocktailparty gebe – kein Problem es gibt da ja auch diese Plastikschüsseln, die fast nicht wie Plastik aussehen. Wenn ich das Essen für die nächsten Tage schonmal vorkochen will – diese ultrapraktischen Einfrierboxen sind gleich zur Hand. Und gegen das größte Ärgernis im Leben der braven Hausfrau – der Camembert stinkt den Kühlschrank voll – gibt es auch die kaum überteuerte Käseglocke mit Hightechmembran. Natürlich gibt es auch Plastikdinger für den Sonntagskuchen und die passenden Putztücher. Einfach toll. Schwuppdiwupp sind ALLE Sorgen vergessen. Denn wen interessiert berufliches Fortkommen, Altersarmut oder Kitaplatz, wenn sie ein Set mit farblich sortierten Frischeboxen hat. Eben.

Also Tupper hätten wir dann auch durch.

What comes next? Stay tuned.

*Natürlich gilt das nicht für alle Mütter. Ich weiß auch, dass es vollkommen nette zuvorkommende Rentner gibt. Bitte sehen Sie über diese Generalisierung hinweg. Wir nennen dies Stilmittel.

Veggieblogtag 4/2014: Möhrenauflauf

Das heutige Rezept ist das Ergebnis einer Freestyle-Resteverwertung, aber es verdient ganz klar die Adelung als echtes Rezept. Ich habe die Mengenangaben nur grob schätzen können, ist aber wohl auch nicht so schlimm.
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Für 2:

4-6 Möhren
1 Dose Tomaten in Stücken
1/2 Chili
1 kleine Zwiebel
50ml Sahne
1 Handvoll Sojaschnetzel extra fein (oder andere leicht weich werdende, sättigende Flocken wie z.B. zarte Haferflocken oder auch Couscous)
3-4 EL Semmelbrösel
1 EL Butter
Muskat, Paprika edelsüß, Zimt, Salz, Pfeffer, Zucker

Die Zwiebel fein würfeln, die eine Hälfte beiseitestellen, die andere Hälfte zusammen mit der gehackten Chili in einem Topf in Olivenöl anschwitzen. 1 TL Zucker, eine gute Prise Salz und die Tomaten zugeben, auf mittlerer Flamme ca 15 Minuten köcheln lassen.

In der Zeit die Möhren putzen und in Scheiben schneiden. Mit den restlichen Zwiebelwürfeln in einem Topf in Butterschmalz andünsten, 1 TL Zucker, eine Prise Zimt, ordentlich geriebenen Muskat und einen Schluck Wasser zugeben und mit geschlossenem Deckel garen lassen.

Wenn die Tomaten weich sind, die Sahne zur Soße geben und mit Salz, Pfeffer, Paprika abschmecken.

Möhren, Tomatensoße und Sojaschnetzel/… mischen und in eine Auflaufform geben.

Aus Butter, Semmelbröseln, Salz, Pfeffer und Muskat eine Krustenmasse herstellen. Diese auf dem Auflauf verteilen.

Im Backofen bei 200 Grad in ca. 10-15 Minuten überbacken.

Me made Mittwoch: Disputationsrock meets Schnupfenkind

Heute negativ Rekord bei der Fotoqualität: Fotos in der Dämmerung, nach 3 Std Vorlesung und insg. 3 Std Autofahrt und mit ultra anhänglichem weil krankem Kind auf dem Arm.
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Ich finde ja, eine der größten Herausforderungen am Arbeiten mit kleinem Kind ist, dass die Klamotten sauber bleiben, bis man das Haus verlässt. Besonders bei dem Rock, den ich gestern trug, ist mir das dann doch recht wichtig, denn ich habe ihn für einen besonderen Anlass – meine Disputation – genäht und er ist aus sehr edlem Stoff – Wollgabardine – weswegen ich ihn nach Möglichkeit selten wasche. Ich habe den Rock daher erst 5 Minuten vor Verlassen des Hauses angezogen (ich sollte mir auch mal einen mondänen Morgenmantel nähen) und die Fotos erst am Abend gemacht – mit mäßigem Erfolg.
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Zum Glück habe ich den Rock schon hier und hier in besser gezeigt. Zum Schnitt brauche ich auch nicht mehr viele Worte verlieren. Simplicity 2451 ist mein Lieblingsrockschnitt und dies ist wohl die gelungenste Variante der schmalen Version, die ich besitze. Ich trage diesen Rock sehr gern wenn ich etwas schicker sein will, er ist sehr bequem.
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Und was tragen andere Damen heute so ins Büro oder sonstwohin? Lucy lädt uns zum mittwöchlichen Defilee.

Wochenblicke KW 8/2014

Hier geht es gerade müde zu. Zahn Nr. 5 ist heavily in the making und kündigt sich mit schlafarmen Nächten und einem ausgewachsenen Schnupfen an. Da bleibt das ein oder andere auf der To-Do-Liste hängen, weil müde eben. Außerdem waren wir viel unterwegs und hatten Besuch.
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Trotzdem habe ich genäht, denn ich hatte L. zum Nähtreffen hier. Allerdings war das bei mir nur 3 Stunden lang Teile meines Jacketts overlocken, denn der Stoff löst sich schneller auf, als man gucken kann. Werde wohl auch noch alle Kanten mit Einlage bebügeln müssen. Örgs.

Ein wenig habe ich auch am Jäckchen gestrickt, habe nun das Muster begonnen, muss allerdings mal auf die Suche nach Maschenmarkierern gehen, um mir die „Seitennähte“ zu markieren. Einen Teil strickte ich auch tagsüber, der Minimensch war begeistert und hat mir -ähmja- den Faden angegeben…
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Zwar war ich nicht viel im Garten in der letzten Woche – immer wenn es gut gepasst hätte, regnete es, aber dafür ist mein Saatgut eingetroffen. Ich habe bei Bingenheimer Saatgut bestellt und werde für die Empfehlung nicht bezahlt. Ich wollte Bio-Saatgut undfreue mich, wenn ich gleichzeitig die Kultur, Nachzucht und Vermarktung alter Sorten unterstützen kann. Und selbst mit lustigen Sorten experimentieren.

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Achja, dann war ich noch auf einer Tupperparty, das war gruselig. Sehr sehr gruselig. Aber davon mal wann anders mehr, denn es ist ja auch schon wieder Montag…

Leseempfehlungen diese Woche: Ein Artikel in der FAS zur Homophobie. Lesenswerte Artikel verstecken sich ja in FAS und FAZ immer gern im Feuilleton, so auch hier. Und Achtung: Don’t read the comments!!!

Ein absolut beeindruckendes Fotoprojekt „Under the red dress“ und eine mutige Frau, die ihren vom Krebs gezeichneten Körper zeigt. (Englisch)

Und der Reisebericht eines alleinerziehenden Vaters mit seiner 4-jährigen Tochter in Israel.

Veggieblogtag 3/2014

Huch, schon Freitag. Das Arbeiten klaut mir einen Wochentag scheint mir. Weil ich aber das heutige Rezept verbloggen muss, bevor ich es vergesse, hier Nachholveggietag.

Gebratene Nudeln mit Sweet-Chili-Sauce
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Ich bin der asiatischen Küche gegenüber weitgehend ignorant. Zwar kann ich Sushi von Frühlingsrollen unterscheiden und gehe auch ganz gern thailändisch essen, aber ansonsten ist meine Sozialisation in diesem Bereich stark vom „China“-Imbiss und dem obligatorischen Hühnchen knusprig mit süß-saurer Soße geprägt. Und auch wenn ich weiß, dass diese Gerichte mit chinesischer Küche etwa so viel zu tun haben, wie Solarium mit Südsee, habe ich mich bisher nie bemüßigt gefühlt, mich da einzuarbeiten. Im Gegensatz zu arabischer, indischer oder italienischer Küche. Also dilettiere ich eben so vor mich hin und lasse euch heute mal daran teilhaben.

Für 2-3:

250g Mie-Nudeln
2 rote Chillis
4cm Ingwer
1 Bund Frühlingszwiebeln
1 Möhre
100 g Zuckerschoten
1/2 Paprika
2 Handvoll Brechbohnen TK
Sojasoße normal und süß (ersatzweise Zucker)
Tomatenmark
Asiengewürzmischung
Etwas Zitronensaft
2 Eier

1,5 der 2 Chillies mit Kernen grob schneiden, die Hälfte des Ingwers würfeln. In einem kleinen Topf in 1 EL neutralem Öl kurz anschwitzen. 2 EL Tomatenmark und 2 EL süße sowie 2 EL salzige Sojasoße zugeben. Mit 300 ml Wasser auffüllen, kurz aufkochen und dann auf kleiner Flamme 20-30 Minuten köcheln lassen.

Die Nudeln nach Packungsangabe in Salzwasser kochen.

Das Gemüse waschen und in mundgerechte Stücke schneiden, die verbliebenen Stücke von Ingwer und Chili fein hacken.

Alles gemeinsam im Wok oder Pfanne in Öl scharf anbraten. Mit asiatischer Würzmischung und salziger Sojasoße würzen, etwas Wasser zugeben und das Gemüse bissfestgaren, das Wasser sollte dabei weitgehend verdampfen.

Die abgegossenen Nudeln zugeben, anbraten. Mit Salz und Sojasoße sowie einem Spritzer abschmecken.

Die Eier verquirlen und darüber geben und gut durchrühren.

Während die Eier stocken die Soße probieren. Wenn sie schon sehr scharf ist, die Chili- und Ingwerstücke rausfischen und danach mit Sojasoße und etwas Zucker abschmecken. Wenn die Soße noch schärfer sein dürfte, den Pürierstab reinhalten und die Chili und Ingwerstücke fein pürieren. Dann auch abschmecken.

Habt ihr die gestrigen Beiträge von Lotti und Melleni zum Veggieblogtag gesehen? Noch wer dabei?

Me made Mittwoch: In honour of Frau Dr. Kirsche

Heute zeige ich euch mein neustes Kleid. Es heißt, aus gutem Grund, das „Frau-Kirsche-Memoriam-Kleid“ und ich liebe es. Seht selbst:
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Warum es nach der wunderbaren Frau Kirsche benannt ist? Sie entdeckte den Schnitt. Nie nie nie hätte ich das Kleid nach diesem Bild in der Knip als nähenswert befunden. Man sieht ja nix davon. Aber Frau Kirsche machte es zu ihrem Weihnachtskleid 2011. Damals gefiel es mir schon gut, aber ich war noch sehr neu im Kleiderbusiness, hatte viele Pläne und vergaß es wieder. Zum Glück hat Frau Kirsche eine gewisse Beharrungsfähigkeit. Sie zeigte verschiedene Versionen dieses Kleides immer mal wieder beim MMM und ich fand jede der Versionen sehr schön. Allerdings dachte ich, ich besäße das Knipheft (9/2011) gar nicht. Also hatte ich in meinem Hinterkopf zwar den Plan mich mal umzuschauen, ob ich es leihen kann, aber dann doch immer auch novh andere Projekte. Vor kurzem hab ich aber meine Nähzeitschriften durchsortiert und festestellt, dass ich das Heft doch besitze (und im Sommer bereits den Herzchenrock daraus nähte – ja ich weiß … ) und da war das ganze auf einmal hohe Priorität. Stoff fand sich auch. Ein grauer fester Baumwollstoff mit feiner Stickerei von alfatex, dazu pinke Baumwolle für Schrägband und Paspeln. Ich hatte 2m von dem Stoff, 2,30 waren als Bedarf angegeben. Hossa, das war sehr sehr knapp beim Zuschnitt. Und klappte auch nur, weil ich keine Belege brauchte, mein Kleid ist komplett gefüttert. Ich habe einen kleinen Futterfetisch. Ich finde das Tragegefühl eines gefütterten Kleides sehr viel toller. Besonders, wenn das Futter so toll pink ist.
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Der Stoff ist wunderschön. Ich hatte ihn bisher nicht angeschnitten, weil ich ihn farblich etwas trist fand. Aber durch die Paspel ist keine Spur mehr von Tristesse. Ganz im Gegenteil hat die Farbkombi sehr viel Charme, finde ich. Ich müsste nur jetzt noch einen pinken Schal haben…
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Zu nähen war das Kleid super, alles passte gut zusammen, die Anleitung brauchte ich quasi nicht. Ich habe den Rock nicht gekräuselt sondern in Falten gelegt, das gefällt mir sehr viel besser. Ansonsten nur ein paar Figuränderungen: Die Rückenabnäher nach oben hin verlängert, das mache ich fast immer, weil ich immer im Bereich der Schulterblätter deutlich zu viel Stoff hab. Den Ausschnitt etwas weiter, die Schultern schmaler gemacht, die Taille etwa 1cm tiefer gesetzt.
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Leider waren das nicht alle Änderungen, die notwendig gewesen wären. Das Oberteil sitzt nicht gut. Der Brustumfang ist zwar exakt mein Brustumfang, aber die Weite ist nicht, wo sie hingehört. Das Oberteil ist eigentlich zu breit, das sieht man am Rücken, am Ärmelansatz und am deutlichsten über der Brust. Und das obwohl ich an der Ärmelnaht schon deutlich was weggenommen hab.
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Was ist falsch? Ich hätte gemäß meines Rückens und meines Oberbrustumfangs eine, vielleicht sogar 2 Größen kleiner nehmen sollen und dann ein FBA machen. Theoretisch weiß ich das. Praktisch wusste ich nicht recht, wie ich das mit der Rundung am unteren Rand des Oberteils und den schrägen Abnähern hätte machen sollen.
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Dass es dennoch nötig gewesen wäre zeigte sich am zweiten Tragetag, dem Sonntag. Da ist mir nämlich direkt mal hinten das Rückenteil direkt neben der Ärmelnaht gerissen. Ich habe also jetzt Gelegenheit zumindest das hintere Armloch nochmal zu korrigieren.
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Ich mag das Kleid trotz seiner Passformmängel sehr. Es ist bequem, schick, geht mit und ohne Gerät gut und passt zum derzeitigen Wetter nahezu perfekt.

Also danke an unsere heutige Gastgeberin Frau Kirsche, für die Entdeckung dieses Schnittes.

Wochenblicke KW 7/2014

Bevor die Wochenblicke unter den Tisch fallen, hier die husch-husch Lightversion mit wenig Fotos und Links.

Die Woche war aufregend ud herausfordernd denn sie war mein seichter Einstieg ins Arbeitsleben. Ich verfüge ja über einen Haupt- und einen Nebenjob und in letzterem ging es, einen Tag pro Woche nun schon wieder los. Wobei ich in der ersten Woche wegen einer Verlegung gleich mal dir doppelte Dosis hatte. Dienstag, Freitag und heute schon wieder. Da war ich dann doch recht ausgelastet mit vorbereiten, lehren, vorbereiten, lehren. Es hat alles gut geklappt, vorlesen ist anscheinend wie Fahrradfahren und man ist schwuppdiewupp nach den ersten 3 Sätzen schon wieder angekommen. Wobei der deutliche Schlafmangel dann doch am Ende einer 3-Stunden-Vorlesung recht deutlich spürbar ist und ich dir anschließende lange und gut gefüllte Autofahrt nicht unbedingt bräuchte. Der Minimensch und Herr Siebenhundertsachen vergnügten sich derweil in Haus und Garten, ein klein wenig wehmütig war ich beim erstem Wegfahren dann schon. So schnell war die Elternzeit dann doch schon wieder um. Schwupps.
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Zwischen den Vorlesungen war die Woche eher unwirtlich. Der Garten hat uns nicht sehr oft gesehen. Aber ein bisschen schon, denn es gilt Pflanzen zu befreien. Bisher waren alle Beete von einem halbmeterhohen Kaninchenzaun eingefasst. Da wir das ziemlich unästhetisch finden und auch keine schlimmen Kaninchenfeinde sind, gilt es mit dem Seitenschneider dem Gezäune auf den Leib zu rücken und für luftige Freiheit zu sorgen.

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Der Minimensch steht nicht nur inzwischen megastolz an jedem Gegenstand der auch nur entfernt als Stütze dienen kann, sondern frühstückt nun auch Brot. Auch wieder so ein sentimentaler Moment, wenn das Kind auf einmal im Hochsitz hockt und Brot mampft. Aber toll. Und es ist auch ziemlich geschmacksexperimentierfreudig und mag zum Beispiel gern Senf uns Radieschensprossen.

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Ein neues Kleid wurde fertig und gleich das ganze Wochenende getragen…
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… zum Beispiel zu einem Einweihungsfrühstück zu dem wir natürlich Salz und Brot mitbrachten.

Und da ab Donnerstag mein Nähzimmer seinem Zweitjob als Gästezimmer nachkommen muss, wird diese Woche auch gestrickt werden. Ernsthaft.

Links sind derzeit zeitlich nicht drin. Ich pack das dann nächste Woche zusammen. Nur einer, der ist so toll, den gibt’s jetzt schon:

Eine Bildergalerie mit Familien und ihrem Wochenbedarf an Essen rund um den Globus. Ich war enorm beeindruckt.

Frühlingsjäckchen-Knitalong: 1. Zwischenbericht

Heute geht es um Materialwahl, Maschenprobe und endgültige Entscheidung für ein Jäckchen.

Ich habe mich für meinen Favoriten, den Peacock Cardigan entschieden. Die Idee, Peggy Sue mit dem Peacock Muster zu stricken, ist zwar eigentlich gut, weil die Form von Peggy Sue mir am besten gefällt. Leider geht das nicht, weil Peggy Sue von oben gestrickt wird, da würden die Pfauenschwänze kopfstehen.

Also werde ich den Peacock stricken, allerdings die Maße beständig mit meinem Kaufjäckchen abgleichen, um so eine gute Passform zu erreichen. Damit das gut geht stricke ich den Hauptteil am Stück bis unter die Arme. Das kommt mir auch insofern entgegen, weil ich sonst dazu neige, aufzugeben, wenn nur noch ein Vorderteil fehlt, oder dumme Denkfehler einzubauen sodass am Ende die beiden Vorderteile nicht zusammen passen.

Ich habe bereits eine Maschenprobe gemacht und dabei auch direkt selbst herausgefunden, wo der Fehler in der Anleitung liegt. Eigentlich besteht das Muster aus 2 Reihen gefolgt von 6 Reihen glatt rechts, in der Anleitung folgt bereits nach 2 Reihen glatt rechts wieder das Muster. An das Muster selbst musste ich mich etwas gewöhnen, man muss da ein bisschen mit der Spannung der durchgezogenen Schlaufen experimentieren. Jetzt hab ich’s aber gut raus. Die Maschenprobe entsprach erstaunlich gut der Anleitung. Ich stricke (grundsätzlich) eine halbe Nadelstärke unter der auf dem Garn und in der Anleitung angegebenen. Also stricke ich in diesem Fall das Bündchen mit Stärke 3,0 und den Rest mit 3,5. Damit erzielte ich eine annähernd perfekte Maschenprobe.
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Ich habe dennoch eine kleinere Größe gewählt, als meinem Brustumfang entspricht. Der Peacock-Cardigan wird in der Anleitung mit 1-3 inch positive ease gestrickt. Ich möchte jedoch ein eng anliegendes Jäckchen. Außerdem ging meine Maschenprobe beim waschen auch noch etwas auseinander. Ich stricke daher nun mit 1,5 inch negative ease. Damit passt das Bündchen bisher auch sehr gut auf mein Vorbildkaufjäckchen, ich bin also noch guter Dinge.
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Ich werde ggf. Zunahmen für die Brust einbauen, das sehe ich aber, wenn ich soweit bin ja auch am Abgleich mit dem Passformvorbild.

Weitere Änderungen, die ich schon fest plane: verlängertes Bündchen, durchgehende Knopfleiste, längere Ärmel.

Ich habe nun bisher ca. das halbe Bündchen fertig und werte das erstmal als Erfolg. Zwei bis drei Reihen schaffe ich jeden Tag, manchmal auch mehr, das ist zwar kein schnelles Tempo, aber die Nadelstärke ist dick genug, dass eine Reihe schon als Fortschritt sichtbar wird.

Ich habe heute schon ein paar recht vielversprechende weit fortgeschrittene Jäckchen, aber zum Glück auch manches Bündchen gesehen. Und zwar hier auf dem MMM-Blog.

Veggieblogtag 2/2014: Kartoffelgratin mit Feldsalat

Heute reichlich spät… das Leben, das stark anhängliche (WIE KANNST DU MICH AUCH NUR EINE MINUTE AUF DEN BODEN SETZEN WOLLEN??? KLO? WER BRAUCHT DAS??? ICH MUSS AUF DEN ARM SOFORT!!!!) Kindelein sowie meine immer äußerst zeitoptimierte Veranstaltungsvorbereitung ließen mir heute keine Blogzeit. Aber nun:

Ziegenkäse-Kartoffelgratin und Feldsalat mit Rotweinzwiebeln

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Ein wuuuundervolles Winter-Soulfood.

Für 3:

750g Mehlig kochende Kartoffeln
100ml Sahne
75g Schmand
150ml Gemüsebrühe
50g geriebener Hartkäse
1kleiner Ziegencamembert
Muskat, Salz, Pfeffer

1 Paket Feldsalat
1 große Zwiebel
2 TL Zucker
100ml Rotwein
3 EL Balsamico
3 EL Olivenöl
Salz

Mandeln oder Nüsse nach Geschmack

Ofen auf 180 Grad vorheizen

Kartoffeln schälen, in feine Scheiben hobeln und hübsch gleichmäßig in eine Auflaufform schichten. Nach jeder Schicht mit Pfeffer, Salz und Muskat würzen.

Die Sahne mit Schmand und Brühe verrühren und über die Kartoffeln geben. Den Hartkäse darüberstreuen, den Camembert in Scheiben darauf verteilen.

In den Ofen damit für 40-45 Minuten.

Derweil die Zwiebel fein würfeln und mit dem Zucker in einem Stich Butter bei mittlerer Hitze leicht karamelisieren. Mit dem Rotwein ablöschen und auf kleiner Flamme offen 10 Minuten köcheln und dabei einreduzieren lassen.

Vom Herd nehmen und abkühlen lassen.

Genug Zeit, den Feldsalat sehr sehr gründlich zu waschen.

Den abgekühlten Zwiebel-Rotweinsud mit Balsamico und Öl verrühren, leicht salzen und über den Feldsalat geben.

Dazu passem angeröstete Mandelblättchen, Pinienkerne oder Walnüsse gut.

Me made Mittwoch: Frau Dozentin

Gestern hatte ich meine erste Vorlesung in einmal quer durch NRW und habe hoffentlich erfolgreich wertvolles Wissen an zuvor ahnungslose kleine Studis vermittelt. Dazu trug ich ein bewährtes „Frau-Dozentin-im-Winter-Outfit“.
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Das Kleid war eines der ersten „richtigen“ Kleider, das ich mir genäht habe, im Januar 2012. Also ein richtiges Kleid meint : mit Abnähern, das auf Figur sitzen muss und so – nicht nur ein Hängerchen aus Baumwolle mit Gummizug in der Taille. Ich habe dieses Kleid sehr ausführlich optimiert und erstmals ein FBA gemacht. Deshalb hat das Oberteil vorne eine Teilungsnaht, die aber nur sehr aus der Nähe zu erkennen ist.
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Der Schnitt ist Simplicity 7275 in der schlanken Variante, von der es weniger Varianten im Netz zu sehen gibt. Zu unrecht, wie ich finde. Ich habe den Schnitt zweimal genäht und trage beide Kleider gern insb. wenn ich etwas formeller gekleidet sein muss.
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Das Kleid hat zahlreiche Schwächen, was wenig verwunderlich ist, gegeben meiner beschränkten Näherfahrung damals. Zum Beispiel habe ich das Futter komplett am Saum mit dem Kleid verstürzt. Was dazu führt, dass das Futter nach dem hinsetzen oftmals den Außenstoff hochzieht, so dass er Falten wirft. Das sieht man hier gut in der Ansicht von hinten. Ich werde das vielleicht einfach mal auftrennen, denn der tolle Stoff lohnt allemal ein bisschen Arbeit und das Kleid ist auch sehr bequem, wenn auch relativ warm.
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Ich musste allerdings mal wieder feststellen, dass ich wirklich mal die Oberteilproduktion angehen müsste. Ich finde die Bluse eigentlich zu schick zum drunterziehen für eine „normale“ Vorlesung, außerdem ist sie mir etwas knapp, musste aber feststellen, dass meine farblich passenden Langarmshirts einen nicht passenden Ausschnitt haben. Das ließe sich bei einem selbst genähten Shirt leicht anpassen, allein mir fehlt die Muße, mich damit zu beschäftigen.

Dennoch, ich mag das Kleid und es ist eine gute Wahl für eine lange Vorlesung mit langer Autofahrt rundrum.
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Die Details:

Schnitt: Simplicity 7275 (leider vergriffen), Variante A
Größe: Hinten 10, vorne 12
Stoff: Wolle vom Stoffmarkt, 8 Eur/Coupon – Futter unbekannter Herkunft,
Verbrauch : 1,50m
Änderungen: Komplett gefüttert statt nur Oberteil, Futter mit Oberkleid auch am Saum verstürzt (nicht nachmachen!), FBA
Empfehlenswert? JA.

Und was tragen andere Damen landauf landab so ins Büro oder wohin auch immer sie heute so gehen? Auf dem MMM-Blog sind die selbstgemachten Outfits zu bewundern. Beim Anblick von Catherines Kostüm war ich schon begeistert und freue mich, dass ich mih gestern durchgerungen habe, mein erstes Jackett zuzuschneiden.