Frühlings-Jäckchen-Knitalong – Tatsächlich!!

Ein Knitalong? Frau Siebenhundertsachen? Ist die übergeschnappt? Die strickt doch überhaupt nur ein Teil pro Jahr fertig. Wie soll das gehen?!

Tja…

Es ist so, dass ich in der Tat die langsamste Strickerin der Welt bin. Ich kann mir nicht erklären, warum, aber selbst als ich noch täglich im Bus strickte, wurde eigentlich nie was fertig. Zumindest nichts was grösser als Socken ist. Seit ich den Minimensch hab, ist es nur noch schlimmer geworden, denn ich nutze die Abende oft zum nähen, zuschneiden oder kopieren und tagsüber ging es bislang nicht. Ich habe aber festgestellt, dass des Minimenschen Interesse an Wollknäulen zurückgegangen ist und auf jeden Fall weiter hinter dem an Tablets, Smartphones, Laptops und Marmeladenbrot liegt. Also strickte ich in den letzten Wochen wieder etwas häufiger und bekam Lust mal wieder zu versuchen, was für mich zu stricken. Hier liegen zwar noch ein Pullover und zwei Lace-Versuche, aber … nunja … nein. Der Pullover ist nur noch glatt rechts, das nervt kolossal und Lace und ich, das geht einfach nicht. Also was neues.

Und als ich dann am Mittwoch las, es gäbe einen Knitalong, da dachte ich, „warum eigentlich nicht?“ Bei Sew-Alongs war ich bisher meist motiviert und diszipliniert bei der Stange und habe auch mal durchgehalten, wenn ich allein vielleicht aufgegeben hätte. Vielleichtgeht die Rechnung also auch beim stricken auf? Ich lasse es auf einen Versuch ankommen.

Wie mein ideales Jäckchen geschnitten sein sollte, weiß ich genau, denn ich habe bereits ein ideales (Kauf-)Jäckchen.

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Ich zeigte es hier schonmal. Also ein Halb-Arm-Jäckchen mit breitem Bündchen, das in der Taille endet. Das tolle kleine Jäckchen ist durch sein Muster allerdings kein optimaler Kombipartner in meiner Garderobe, die, gerade im Sommer, viel gemustertes enthält.

Damit wären wir beim zweiten Punkt: das Jäckchen sollte vom Muster her schlicht genug sein, dass es über gemusterte Kleider und Röcke gut getragen werden kann. Damit fallen für mich LaceJäckchen raus. Das finde ich zu unruhig. Außerdem war ich von meinen bisherigen Lace-Versuchen hochgradig frustriert. Dieses Stricken von dünnem Garn mit dicker Nadel bekommt mir nicht. Ih habe auch immer den Eindruck, das Gestrick werde überhaupt nie größer. Aber glatt rechts ausschließlich sollte es auch nicht sein, denn ein wenig Muster braucht es, damit ich mich nicht zu Tode langweile.

Außerdem will ich ein Garn aus dem Vorrat verwenden. Ich habe Berge von Wolle und wenig Lust, neue zu kaufen. Am liebsten, will ich diese hier verwenden:

Denn dieses Drops Merino extra fein habe ich bereits im Gedanken an ein Frühjahrsjäckchen gekauft. Außerdem ist 3,5 meine Wohlfühlnadelstärke.

Ich habe also mal kurz ravelry durchsucht und zuerst liebäugelte ich längere Zeit mit „Peggy Sue“, das hab ich schon ewig in meiner Ravelry-Liste hocken.

(c) Linda Wilgus via ravelry.com: http://www.ravelry.com/patterns/library/peggy-sue

Von der Form her wäre es perfekt und sicher auch schnell gestrickt, weil in einem Stück, viel glatt rechts und Zöpfe kann ich gut. Aber irgendwie finde ich die Zöpfe in der Taille nicht ganz optimal platziert und Zöpfe sind auch, Dodo schrieb das treffend, irgendwie unfrühlingshaft.

Ich dachte dann noch über diese Jacke nach, nur kürzer und mit breitem Bund:

Allerdings nunja, Lace…. ich schrieb es oben. Aber sonst ist die sehr schön, finde ich.

Dann erwog ich diese hier:

Die hab ich beim Knitalong auch schon bei anderen gesehen. Aber Zöpfe. Also nicht frühlingshaft genug. Und die Haltung des Modells schreckt mich ab…

Schließlich liebäugelte mit „Ruby Tuesday“, auch schon ewig in meinen Favorites bei ravelry, befand aber dass das zuviel glatt rechts ist.

(c) Ewa Durasiewcz via ravelry.com: http://www.ravelry.com/patterns/library/ruby-tuesday

Und landete schließlich beim Peacock Cardigan.

(c) Sarah Hoadley, via ravelry.com: http://www.ravelry.com/patterns/library/little-peacock

Hier stimmt die Form nicht ganz, aber ich würde einfach das Bündchen verlängern und ggf etwas schlanker arbeiten und evtl. Puffärmel versuchen. Das Muster finde ich absolut reizend.

Genau richtig vom Grad an Abwechslung und von der „Löchrigkeit“. Der große Nachteil ist, dass es relativ wenige ravelry-Projekte von dieser Jacke gibt. Das ist oft ein schlechtes Zeichen. Und die Anleitung scheint einen dicken Fehler zu enthalten. Ich habe allerdings bereits Lösungshinweise gefunden. Ich denke, ich werde mal eine Probe stricken und gucken, ob ich das Muster zusammengereimt krieg. Dann würde ich das Ganze am Stück stricken bis unter die Arme und mit einer richtigen Knopfleiste statt nur einem Knopf – da gibt es jeweils schon Umsetzungsbeispiele auf ravelry.com. Ich denk, das könnte ich hinkriegen.

Leider muss die Probe noch ein paar Tage warten. Mir sind letzte Woche gleich mehrere sauteure Holz-Stricknadeln gebrochen und ich warte noch auf Nachschub in den benötigten Stärken.

Liebe Strickerinnen, möchte eine von euch einen Teil meiner Metallstricknadeln erben? Dann schaut bitte mal hier vorbei, ich habe aussortiert. (Liebe Meike, ich hoffe, das ist ok – ich verschenke ja und vielleicht zu aller Nutzen?)

Die Pläne der Mitstrickerinnen finden sich im MMM-Blog und Meike begrüßt uns dort als Gastgeberin. Miette scheint hoch im Kurs zu stehn – das kann ich gut verstehen, das ist eine tolle Jacke – mir allerdings für eine Frühlingsjacke fast zu warm, zumindest aus Wollgarn, so wie ich sie strickte.

11 Gedanken zu “Frühlings-Jäckchen-Knitalong – Tatsächlich!!

  1. Aphroditas schreibt:

    Also zum Thema langsamste Strickerin der Welt … da gehör ich auch ganz weit vorne dazu. Bei mir geht auch nix weiter. Und ich habe mir auch schon ein Jäckchen angesehen. Mir persönlich gefällt das rosa-Jäckchen am Besten von Deiner Auswahl, wahrscheinlich auch deshalb weil mir die anderen – für mich – zu kurz sind. Mir ist im hinteren unteren Rücken immer kalt, deshalb muss es bei mir eher länger statt kürzer sein. Ich hab mir den Peacock Eyes Cardigan angesehen: http://www.ravelry.com/patterns/library/peacock-eyes-cardigan. Ob ich das Lochmuster aber auch schaffe, weiß ich nicht.

  2. Maj schreibt:

    Langsamste Strickerin der Welt? Wenn es um Kleidung geht, könnte ich diesen Titel für mich beanspruchen… 😉
    Peggy Sue hab ich auch in meiner Library. Doch diese Zöpfe haben es echt in sich. Als Alternative würde ich das Kaffeebohnenmuster stricken, aber auf gar keinen Fall diese original Verzopfungen.
    Little Peacock finde ich zauberhaft!

  3. drachenmaedchen schreibt:

    Peacock habe ich auch in die (mehr oder weniger) enge Auswahl genommen, muss aber noch rechnen, ob das vorgesehene Garn ausreicht.
    Ruby Tuesday finde ich aber auch sehr schön! Glatt rechts hat natürlich den Vorteil, dass man sich nach Unterbrechung einfacher wieder reinfindet – aber ich suche auch noch das ideale Muster, bei dem mich die Drachentochter trotzdem mal unterbrechen kann.
    Lg vom drachenmaedchen

  4. Martina schreibt:

    Nr. 4 und 5 sehen bestimmt gut zu gemusterten Sommerkleidern aus. Falls Ruby dir zu viel meditatives Glattrechtsgestricke ist, könnte man den Lochmustersatz von der Schulterpasse ja vielleicht wiederholen?
    LG, Martina

  5. beswingtes Fräulein schreibt:

    Ich finde ja Peggy Sue sehr schön – wieso ersetzt Du Zöpfe nicht durch Bündchen und packst dann das Peacockmuster drüber? So könntest Du dem Fehler aus dem Weg gehen und hast trotzdem das hübsche Muster 😉

  6. Lottie Kamel schreibt:

    Alles sehr schöne Vorschläge – der Peacock Cardigan (genau in dieser Farbe) ist aber eine gute Wahl! Mit einer richtigen Knopfleiste sicher wunderschön – so gefällt es mir besser als nur mit einem Knopf oben, das gibt eine unvorteilhafte Silhouette (zumindest bei mir!), sobald man dazu etwas weitere Kleidung kombiniert. Dein Originaljäcken ist aber auch wunderschön, schade ist Punkte-stricken so aufwändig.

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