Freitags mit Müttern I

Eine Sache, die ja zwangsläufig mit den Kindern mitkommt, ist der Kontakt mit anderen Eltern. Manchmal gewünscht, manchmal ertragen, manchmal verflucht und immer irgendwie komisch. Das kann man sich nicht aussuchen und die wenigsten werden vor dem Kinderkriegen da ausreichend drauf vorbereitet sein. Gut, einen ersten Eindruck erhält man im Geburtsvorbereitungskurs, aber da kann man es sich ja auch schon nicht mehr anders überlegen. Nun steht man also da, hat ein frisch geschlüpftes Kind und schwupps gehört man zur Spezies Eltern. Das hat zweierlei Konsequenz. Einerseits hat man fortan ein Verständigungs- und Koordinationsproblem mit allen Nicht-Eltern. „Wir können uns ja dann spontan mittags treffen, wir melden uns …“ „Also mittags vor dem Mittagsschlaf oder nach dem Mittagsschlaf?“ Und andererseits kann man gruppendynamischen Erfahrungen mit anderen Eltern beinahe nicht aus dem Weg gehen.
Es beginnt, wie gesagt, im Geburtsvorbereitungskurs, wo man seine Würde schonmal mit den Schuhen ablegt und dann außer dem Klischee-haften Hecheln, Gebärpositionen und Säuglingspflege eben auch peinliche Gymnastikeinlagen einlegt und sich austauscht über Anzahl der Toilettengänge in der Nacht, Schmerzen im Rücken und sonst noch wo, geeignete Windeleimer und andere Erquicklichkeiten. Aber das ist erst der Anfang. Denn ist das Kind erst da, stellt man schnell fest, dass Eltern, wann immer sie aufeinander treffen ihr erwachsenes Ich draußen lassen und nur noch und ausschließlich über Verdauung, Essgewohnheiten und Schlafgewohnheiten des Nachwuchses reden. Und man trifft eben Eltern. Rückbildung, Pekip, Stillcafe, Krabbelgruppe, Babyschwimmen. Alles voller Eltern. Genauer Mütter. Und das ist NICHT angenehm. Mütter sind nicht nett. Mütter sind im besten Fall nervig, im schlimmsten Fall missgünstig.* Also nicht einzelne Mütter, sondern Müttergruppen. Müttergruppen sind verstörend. Also womöglich nur für mich. Wer weiß. Ich denke, ich bin maternophob? Oder materantropisch? Wie heißt Abneigung gegen Mütteransammlungen in schlau?

Zum Beispiel PEKIP. Ich erkenne die Idee an, dass so motorische Spielchen mit nacktem Kind irgendwie gut für die Entwicklung sind. Aber müssen da diese anderen Mütter sein? Und muss unbedingt gesungen werden? Als wären 8 Kinder mit rasselndem Spielzeug und ihre Mütter nicht schon ohrenbetäubend genug. Und dann dieses vergleichen „Guck mal Kevin, die Chantal kann schon ganz toll nach dem Nervspielzeug greifen.“ „Also die Madeleine ist da ganz wie ich, ich habe auch gleich laufen gelernt.“ Und am schlimmsten ist, dass alle Leute im Babygruppenkontext ständig von Mäusen sprechen. „Eure Mäuse machen dies…“ „Deine Maus macht ja schon das…“ „Schläft die Maus auch durch?“ KIND!!!! ES HANDELT SICH HIER UM KINDER!!! Mäuse übertragen Krankheiten und sehen auch nur minimal possierlich aus. Kinder verdammt.

Ich traf es zudem auch noch so, dass ich offenbar die einzige Frau mit Anspruch an Eigenständigkeit und Unabhängigkeit bin. Da kommen schnell die Stereotypen um sämtliche Ecken. Männer die das Geld und den Schuhdreck nach Hause bringen, Frauen die vorkochen, waschen und tüddelige kleine Klamotten nähen und Eulenloops tragen. („Du nähst deine Kleider selbst? Ich nähe ja auch total gern, erst gestern habe ich hier dieses niedliche Taschentuchtäschchen gemacht.“) Geteilte Betreuung? Väter die Windeln wechseln? Arbeiten gehen, wenn das Kind 9 Monate ist? Da treffen Welten aufeinander, sag ich euch. Aber es wurde immer nett gesungen dazu.

Also PEKIP haben wir dann abgehakt.

Aber es gibt noch eine Steigerung. Schlimmer als ein Raum voll Mütter ist ein Raum voll Mütter plus eine Tupperberaterin plus ganz viele Tupperschüsseln. Das ist wie ein Ausflug in die 50er. Nur mit Smartphones. Tupperware lebt offenbar von der stillen Mehrheit der Frauen da draußen, die sich gern in der einfachen Welt der 1-Verdiener-1-Hausfrau-Familie einigeln. Zumindest ist das Marketing entsprechend. „Mit diesem praktischen Plastikdings können Sie blitzschnell in der Mikrowelle ein Omelette zaubern, wenn Ihr Mann abends nach Hause kommt und was warmes zu essen braucht.“ Ich hab nicht mal ne Mikrowelle, was soll ich nur tun? Den armen Mann verhungern lassen? Und was, wenn ich abends nach Hause komme und was warmes essen möchte, dürfen auch Omelettes für Frauen darin zubereitet werden? „Diese Snackbox ist von der Größe so, dass da auch das ganze Mittagessen für einen Mann reinpasst. Da können Sie ihm auch noch einen Kuchen dazupacken.“ Aber was tun, wenn der Mann sein Mittagessen selbst einpackt, darf er eigenmächtig Kuchen einpacken? Fragen über Fragen… Die Welt in Tupperland scheint entschieden einfacher als in meiner Filterbubble. Alle Aufgaben klar verteilt und mit der passenden Plastikschüssel bestückt. Wenn ich eine Cocktailparty gebe – kein Problem es gibt da ja auch diese Plastikschüsseln, die fast nicht wie Plastik aussehen. Wenn ich das Essen für die nächsten Tage schonmal vorkochen will – diese ultrapraktischen Einfrierboxen sind gleich zur Hand. Und gegen das größte Ärgernis im Leben der braven Hausfrau – der Camembert stinkt den Kühlschrank voll – gibt es auch die kaum überteuerte Käseglocke mit Hightechmembran. Natürlich gibt es auch Plastikdinger für den Sonntagskuchen und die passenden Putztücher. Einfach toll. Schwuppdiwupp sind ALLE Sorgen vergessen. Denn wen interessiert berufliches Fortkommen, Altersarmut oder Kitaplatz, wenn sie ein Set mit farblich sortierten Frischeboxen hat. Eben.

Also Tupper hätten wir dann auch durch.

What comes next? Stay tuned.

*Natürlich gilt das nicht für alle Mütter. Ich weiß auch, dass es vollkommen nette zuvorkommende Rentner gibt. Bitte sehen Sie über diese Generalisierung hinweg. Wir nennen dies Stilmittel.

18 Gedanken zu “Freitags mit Müttern I

  1. Cloud schreibt:

    Du meine Güte!
    Diese Tuppergeschichte ist ja richtig schlimm (und das, obwohl wir zu den Verdiener/Nichtverdiener-Haushalten gehören, also quasi Zielgruppe sind. Aber meinem Mann das Essen einpacken wie den KiGa-Kindern?).

    Und was die Mütter angeht: Habe in der Beckenbodengruppe zwei ganz nette kennengelernt und gehört: „Warum trifft man Mütter wie Euch nicht auf dem Spielplatz? Da sind alle voll schrecklich!“
    Und irgendwie stimmt das auch. Merkwürdig, oder?

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende! Cloud.

  2. selberschön schreibt:

    liebe siebenhundertsachen
    lese sonst mit großem Vergnügen die manchmal klugen und witzigen Sachen aus ihrer Feder! Aber heute? Auf Krawall gebürstet? ja,diese Mütter gab und gibt es ! habe selbst in großem Kollegenkreis in ca.5 Fambildungsstätten gearbeitet (kein PEKiP,da halte ich nix von) und meine Erafhrung ist ,dass die meisten Mütter diese Kurse für sich brauchen.Um mit anderen in ähnlicher Situation zu sprechen,zu lachen.sich aufzuregen und sich Trost zu holen und ihn zu geben.Meine Erfahrung was berufliche Möglichkeiten der Frauen betrifft: nehme ich 100 Frauen mit Kind/Kindern,sehe ich mindestens 90 unterschiedliche Bedingungen.Was Ausbildung,Partnerschaft ,finanzielle Situation und familiäres Umfeld angeht!Wenn ich da in einer priviligierten Lage bin- da sollte ich mich vor solch arroganten Aussagen hüten!Warum halten Frauen nicht zusammen- akzeptieren wertschätzend die unterschiedlichen Bedingungen? „unter den Kleidern sind wir alle Schwestern“ oder sollten es doch sein!
    Ich rege mich grad wirklich über ihren Artikel auf!
    Grüße,selberschön (verh.- Mutter von 3 Töchtern( studiert und promoviert),1 Sohn,1 Enkelbaby und selbst viele Jahre als Kursleiterin, Fortbildungsreferentin und Pädagogin in einem MutterKindHaus tätig)- dies nur damit klar ist ,dass ich schon eine gewisse Bandbreite von sehr unterschiedlichen Lebensmodellen und Möglichkeiten gut kenne.

  3. selberschön schreibt:

    …und noch was: wir werden grade alle dazu angehalten unterschiedliche Lebensmodelle und Möglichkeiten wohlwollend und wertschätzend anzuschauen (sexuelle Vielfalt)- warum kann das nicht auch für unterschiedliche Lebensmodelle bei Elternpaaren gelten? Also 1 Verdiener(in) mit einer/einem der Zuhause bleibt und sich Kinderbetreuung und Haushalt widmet? wenn ich anerkenne das sexuelle Vorlieben angeboren sind- sind vielleicht auch intellektuelle Fähigkeiten angeboren,d.h. nicht jede/er hat die Begabung zu einem Studium? Ist eher praktisch begabt?Verdient darum erheblich weniger (das ist eine echte Ungerechtigkeit) und geht darum zunächst nicht in den Beruf zurück?- Warum ist häufig ein Hausmann „toll und fortschrittlich“ und die Frau „ein Heimchem am Herd“,die demnächst verdummen muss?
    Da gibt es noch viel zu tun was Toleranz und Akzeptanz angeht- vielleicht sollte das auch mal mit in den Lehrplan aufgenommen werden!
    immer noch aufgebracht,Grüße,selberschön

    • siebenhundertsachen schreibt:

      Liebe selberschön,
      Ich lasse üblicherweise Kommentare zu den satirisch-überspitzten Freitags-Posts unkommentiert stehen. Allerdings möchte ich hier dann doch in aller Deutlichkeit sagen: Es handelt sich hier 1. Um einen ironischen Text. 2. Geht es keinesfalls darum, Lebensmodelle oder Hausfrauen zu kritisieren. Der Text behandelt zwei Aspekte: 1. Die Eigendynamik von Müttergruppen. Denn auch wenn jede Mutter bei Mutter-Kind-Gruppen den Austausch mit anderen Müttern sucht, so gerät das Ganze eben schnell zu einem Vergleich, Wettstreit, einer Beurteilung ausartet. Am schlimmsten übrigens, wenn sich mal ein junger Vater dahin verirrt. Und ich muss ehrlich sagen, ich finde es schon entwürdigend, wie man in solchen Kursen oft nur „Die Mutter von…“ ist. 2. Wende ich mich vehement gegen den Lebensentwurf, den Tupper da offenbar vermarktet und sollte es Paare geben, die diesen leben, dann auch dagegen. Ich finde es vollkommen legitim, wenn eine sich entscheidet Hausfrau zu werden. Ich kann das sogar gut verstehen, gerade bei mehr als einem Kind. Was ich hingegen in vielerlei Hinsicht fragwürdig finde, ist eine „Sich finanzieren/versorgen lassen“-Haltung. Das ist aus gesellschftlicher Sicht schlecht, es ist ein schlechtes Role-Model für Töchter wie Söhne, es ist dem Mann gegenüber unfair und es ist oft auch ein Weg in finanzielle Not, sei es nach Scheidung oder im Alter. Natürlich ist es in manchen Berufen hövhst ungünstig in den Beruf zurückzukehren. Aber das heißt nicht, dass eine sich auf eine „mein Mann regelt das „echte Leben“ und ich den Haushalt, für den Rest bin ich zu dumm“-Position zurückziehen sollte. Und genau dieses Rollenklischee bedient Tupper und habe ich auch durchaus schon einige viele Male von Müttern bestätigt gehört. Und das ist einfach ein Unding, das zementiert angebliche Geschlechterunterschiede, die es nicht gibt.

      • selberschön schreibt:

        liebe siebenhundertsachen
        mit dem Tupperdings bin ich Ihrer Meinung,keine Frage.Und was die Kurse angeht- anfangs war es mir ganz wichtig die Frauen als Frauen anzusprechen(nicht nur auf ihr Muttersein zu reduzieren) und in Vorstellungsrunden immer auch den Beruf (ob aktuell ausgeübt oder nicht) zu erfragen.Bis ich erlebte,dass in der Runde gerade die Frau,die das Schlusswort hatte, sagte „ich glaube,ich bin hier falsch.ich bin nur einfache Verkäuferin.“ Alle anderen Frauen kamen aus akademischen Berufen. Danach habe ich nach dem „gemeinsamen Nenner“ gesucht und den Schwerpunkt dort gesetzt „Neue Mutter “ zu sein. Die Rolle des schmarotzerhaften Versorgenlassens ist mir allerdings nie begegnet und ich habe die Frauen oft 1,5 Jahre begleitet und doch gute Einblicke erhalten.Zu Tupper nur noch (war vor 30 Jahren einmal und nie wieder dort) :ich habe von jungen Frauen gehört,dass sie sich köstlich dabei über diese uralten Klischees amüsiert haben und das ist vermutlich auch der beste Weg unaufgeregt damit umzugehen.Grüße,selberschön

      • Jasmin schreibt:

        Ich möchte nur mal kurz was zu diesen PEKIP Kursen sagen: Ich wundere mich schon seit Jahren, warum dort alle hin rennen. Ich habe 3 Kinder und mein Ältester ist 13. Sie haben es alle ohne Pekip überlebt:-)
        Und ja: Ich habe im Laufe der Zeit Mütter kennengelernt, da war das erste Treffen schon zu viel. Ich konnte über diesen Artikel wirklich schmunzeln, das sie sich das überhaupt angetan haben*g* Vielleicht leben wir jetzt in einer Zeit(endlich) wo auch mal was ausgesprochen wird, was alle denken.

  4. frifris schreibt:

    Du stehst erst ganz am Anfang dieser ganzen Systeme. Mit den Jahren lernt man, leben und leben lassen ist ganz eindeutig die allerbeste Strategie. Warte ab, spätestens wenn dein Kind 1 1/2 ist, wird über die die Nase gerümpft, die noch nicht wieder arbeiten.
    Die Frauen, die keine echte Wahl haben (weil der Mann einfach so viel besser verdient, z.B. oder sie nicht so leicht wieder auf ihre alte Stelle/Position kommen, usw. usw. – das altbekannte Gesellschaftsproblem) müssen sich so eben auch ihre Situation oft schönreden und sie legitimieren.

    Oh, als Elter lernt man so unendlich viele Gruppendynamiken neu kennen, gut dass man schon halbwegs gereift und gefestigt ist, seelisch.

    Tupperware ist allerdings instrumentalisierte Frauenverdummung. Aber warte ab, und geh mal zu einem Thermomixabend, oder wie wär’s mit einem Elternkreis für Homöopathie bei Kindern? Also falls du noch mehr Freitagslästereien schreiben willst.

    Musst ja nicht in Pekip oder irgendeine andere Frühförderung. Die Kita lässt sich halt nicht vermeiden 😉 Aber bis dahin bist du kann komplett elternerfahren.
    Irgendwann lässt sich das vermeiden, und man trifft nur noch die richtig netten Eltern häufiger. Ehrlich wahr.

  5. drachenmaedchen schreibt:

    Hihi… ich habe mich letztens schon verwundert gefragt, wie um alles in der Welt du auf einer Tupperparty gelandet bist.
    Pekip hier ist müttermäßig ganz in Ordnung und zeigt kaum die von dir beschriebenen Züge – das Problem ist eher die unsensible Leitung…

  6. Sylvia schreibt:

    Sehr lustig, ich empfehle eine Mutter Kind Kur, danach ist Pekip wieder schön. Mir hat sich ja noch nie erschlossen , warum Frauen dafür verantwortlich sind, dass Männer ausreichend Nahrung zu sich nehmen.
    Viele Grüße
    Sylvia

  7. lotti katzkowski schreibt:

    Hihi, ich habe herzlich gelacht. so schön! Ich grusele mich ja auch ohne Kinder schon oft vor Eltern, aber ich fürchte, das hängt ja auch ganz oft davon ab, ob die jeweiligen Menschen sonst noch was haben im Leben, über das sie sich identifizieren können. Und im ersten Jahr finde ich es auch völlig legitim, wenn junge Eltern nur über´s Kind reden. Immerhin ist es ein neuer krasser Lebensmittelpunkt und ich finde das auch hochspannend.
    Dass Vergleiche mit anderen Kindern schlimm sind, ist auch glaub ich mittlerweile wissenschaftlich bewiesen.
    Und vor Tupper gruselt es mich spätestens seitdem ich neulich diesen Beitrag über die Tupper-Sekte gesehen habe, wo dann von Verkäuferinnen und Bezirksleitern gesprochen wurde. Da könnte ich ausrasten. Bei schlecht bezahlten Jobs wird ja gern mal das generische Femininum verwendet. (Friseurinnen, oder schlimmer Frisösen, Putzfrauen, Krankenschwestern…)
    (Und man kann es nicht allen recht machen. Ich liebe deine bissigen, sarkastischen Texte.)
    Liebste Grüße

  8. Manu schreibt:

    Liebe siebenhunderstsachen,
    Ich lese gerne deinen Blog und muss oft auch über deine scharfzüngigen Ansichten schmunzeln. Allerdings ärgere ich mich gerade über diesen Eintrag. Ich selber beschäftige mich gerade mit den verschiedenen Lebensentwürfen einer Familie, da wir unser erstes Kind erwarten. Beruflich bin ich in der Schulsozialarbeit und familientherapeutisch tätig. Meine Kritik schließt sich dem von selberschön an, ich kann in dem Text nicht erkennen, dass es um die mangelnden Möglichkeiten geht, selbstbestimmt als Eltern (in vielfältigen Kombinationen) den Lebensentwurf zu wählen der zu ihnen passt. Gegen zementierte Rollenbilder wehre ich mich auch, aber auch mir ist das Modell der „schmarotzenden“ dummen Hausfrau noch nicht begegnet, zumal mir nicht klar ist inwieweit Familie und Haushalt nicht das „reale“ Leben sein sollen. Auch jemand der/die zuhause bleibt leistet seinen/ihren Beitrag zum Funktionieren einer Familie, ist dies weniger wert als Lohnarbeit? Ich denke nicht dass du das sagen willst, jedoch wirkt es ganz subjektiv auf mich so. Du beschreibt den Wettstreit und das sich gegenseitige Messen, die Reduzierung der eigenen Identität auf das Mutterdasein. Hier liegt nunmal der kleinste gemeinsame Nenner in solchen Gruppen, ich denke es geht auch um die eigene Erwartung an solche Gruppen. Zuletzt ist sich vergleichen und messen auch eine Lösung mit eigener Unsicherheit umzugehen (ob er der beste ist sei dahingestellt). Und oft erlebe ich gerade im akademischen Umfeld wenig Wertschätzung für verschiedene Lebensentwürfe, oder warum ist für alle klar, dass ich nach einem Jahr wieder in den Beruf einsteige- bevor ich mir und mein Partner darüber klar sind?
    Viele Grüße Manu

  9. mrs.columbo schreibt:

    ich muss gestehen, wir (mutter-kind-symbiose) haben anfangs gaanz schlecht abgeschnitten. wir konnten nicht mit 9 monaten gehen, wir waren kein musisches wunderkind und unsere schullaufbahn gestaltete sich auch nur mäßig. aber jetzt trumpft mein kind groß auf und ich erzähle jedem mit stolzgeschwellter brust, dass sie schon ihr fh-studium fertig hat, ihre wohnung (im gegensatz zu den meisten alterskolleg/innen) selbst finanziert und so weiter. und ich hab mich aus der symbiose befreit!
    mein zweites outing betrifft tupperparties: ich liebe sie. und das, obwohl ich keinen mann zum bekochen habe, auch keine mikrowelle besitze und plastik eigentlich verabscheue …
    und zum dritten: ich kann durchaus ironie von gehässigkeit unterscheiden und deshalb hab ich bei deinem post breit gegrinst und mir dich in den verschiedenen situationen vorgestellt.
    liebe grüße – ich mag deine freitagsposts!

    susi

  10. Bele schreibt:

    Ich habe meinen Kindern diese ganze Frühforderung frevelhafterweise vorenthalten (die Geburtsvorbereitung war echt genug…), aber begeistert Rückbildungsgymnastik gemacht. Und dabei im Geburtshaus großartige Frauen/Familien kennengelernt, die zu einem stabilen Netzwerk für die ersten Lebensjahre der Kinder zusammengewachsen sind. Gerade, wenn eventuell unterstützende eigene Familien irgendwo anders leben, kann das immens helfen. Und man muss ja auch zugeben, dass die Themen, die stilldementen, übermüdeten Hirnen entspringen, nicht für jeden Kreis tauglich sind 😉

    Ich war nur als Jugendliche einmal auf einer Tupperpatry. Dabei hat ein ökologisch engagierter Nachbar die überforderte Tupperberaterin (und meine Mutter als Gastgeberin) mit seinen Kommentaren zu den krebserregenden Eigenschaften und überhaupt Erdöl und so um den gemütlichen Abend gebracht. Ich fand das damals ganz unterhaltend…

Danke für deinen Kommentar! Ich freue mich sehr darüber!

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