Stoffwichteln – Wer hat Lust?

Seit dem Bloggerinnentreffen in Bielefeld lässt mich eine Idee nicht mehr los: ein nähnerdiges Stoffwichteln.

Inzwischen sind ja die nähnerds sehr gut vernetzt und es geschieht gar nicht so selten, dass Stoffpakete quer durch die Republik reisen und eine Bloggerin für eine andere einkaufen geht. Am Tisch in Bielefeld kamen wir über verworrene Gesprächswege auf Nähchallenges, thematisch vorgegebenes Nähen, Kettentauschpakete für Bastelutensilien und swaps zu sprechen und sponnen daraus die Idee eines Stoffwichtelns, also dass eine Bloggerin für eine andere einen Stoff aussucht, den diese dann verarbeitet. Das ganze hat mich nicht mehr losgelassen und ich habe die vergangene Woche darüber nachgegrübelt, wie sich das realisieren ließe. Denn fest steht: ich fände es enorm spannend zu sehen, was jemand, der mich mit hoher Wahrscheinlichkeit nur vom Blog kennt für mich aussuchen würde und wie mich dann ein solcher Stoff inspirieren könnte und langsam in meinem Kopf zu einem Kleidungsstück würde. Genauso spannend stelle ich mir vor, einen Stoff auszusuchen, mich in die andere Bloggerin hineinzuversetzen und zu versuchen, möglichst ihren Geschmack zu treffen.

Es gibt ja viele Tauschaktionen in der Blogosphäre, wie etwa Adventskalenderwichteln, Postkartenaktionen, „Post aus meiner Küche“ und natürlich auch die bei Quilterinnen beliebten Bees. Aus Amerika kenne ich auch z.B. das Tauschen von selbst gedruckten Stoffen. Und, noch viel krasser als was ich hier vorschlage: Die sew bossy initiative, bei der nicht nur ein Stoff sondern auch noch Schnitt und Zubehör vorgegeben werden.  Da müsste doch auch ein Stoffwichteln machbar sein, oder?

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Stoffproben in einem Handelskontor in Genf

Meine Idee sieht etwa wie folgt aus: Ich würde das ganze auf Kleidungsstoffe begrenzen wollen und auch Stoffe mit sehr spezieller Verwendung, wie Mantelstoffe, Walk oder Brautsatin ausschließen. Schließlich soll aus dem Stoff zeitnah ein Kleidungsstück entstehen können, das die Stoffempfängerin auch gern trägt.

Es gäbe zunächst eine Anmelderunde, bei der jede, die mitmachen möchte eine Art Nähsteckbrief ausfüllt, in dem sie angibt, was sie prinzipiell gern näht und verarbeitet, welche Materialien sie kategorisch ausschließen würde. Das ist vor allem wichtig, damit auch Teilnehmerinnen mitmachen können, die nicht seit 5 Jahren Kleidung verbloggen und deren Stil daher vielleicht nicht ganz so evident ist. Ich würde dennoch eine Mindestanzahl an verbloggten Kleidungsstücken fordern, vielleicht 10? Dieser Steckbrief würde dann verlinkt und wäre die verbindliche Anmeldung.

Ich würde dann, unter Aufbringung sämtlichen Zufalls dessen ich fähig bin, die Bloggerinnen matchen und jeder Teilnehmerin ihre Stoffempfängerin mitteilen. Natürlich nicht umgekehrt, denn wir wollen ja nicht Bestellungen aufgeben, sondern uns überraschen lassen, oder? Daher sollten die Spielregeln beinhalten, dass man sich seiner Stoffempfängerin erst mit Versand des Stoffpakets zu erkennen geben darf. Sollte es irgendwelche Rückfragen zum Steckbrief geben, würde ich die als Mittlerin weitergeben.

Dann müssen natürlich noch die Rahmenbedingungen abgeklärt sein. Also, es sollte Kleidungsstoff sein und die Menge sollte auch ausreichend sein, um daraus ein Kleidungsstück zu nähen. Ich würde aber keine feste Menge vorgeben, da ja der Stil der Empfängerin sehr den Stoffverbrauch beeinflusst. Es macht keinen Sinn, jemandem, die nur Tellerröcke trägt, ein 80cm-Stück zu schicken. Umgekehrt mag jemand, die gern kleine schmale Kleider trägt von 5m Stoff auch etwas überfordert sein. Stattdessen halte ich eine Budgetobergrenze für sinnvoll. Das finanzielle Risiko sollte überschaubar bleiben. Wer dann denkt er möchte 3m verschicken, der muss vielleicht zu einem günstigeren Stoff greifen.  Umgekehrt kann man aber vielleicht auch jemandem mit nur einem Meter eines etwas edleren Stoffes eine Riesenfreude machen. Ich hab zunächst gedacht, wir könnten uns einigen, dass wir mindestens 1m maximal 3m verschicken und dass die Gesamtkosten 25 Euro nicht übersteigen dürfen. Aber vielleicht habt ihr andere Vorschläge. Wenn aber eine einen perfekten Stoff auf dem Flohmarkt für 2 Euro ergattert, fände ich das auch ok, es geht ja nicht nur um den pekuniären Wert des Stoffes sondern um den Wert für die Empfängerin, das wäre zumindest meine Meinung. Also, was sagt ihr zu diesem Punkt? Bitte diskutiert lebhaft!

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Antike Stoffproben in einem Handelskontor in Genf

Es bräuchte außerdem einen Zeitrahmen. Vielleicht 1 Monat für das Besorgen des Stoffes? Oder ist das zu lang? Und danach 1 Monat um daraus ein Kleidungsstück zu fertigen? Oder länger?

Ich würde sagen, nach einem Monat sollten die Stoffe bei der Empfängerin sein, diese sollte dann ihren Stoff und ihre Ideen dazu posten. Vielleicht ergeben sich dann noch spontane Nachtausche, wie beim schrottwichteln?

Und dann würden wir uns noch ein drittes Mal verabreden, um zu zeigen, was aus unserem Stoff geworden ist.

So jetzt ihr! Brainstormt mit mir, sagt was euch zusagt und was nicht? Hättet ihr Interesse? Ich binde eine Umfrage ein, um erstmal abschätzen zu können, mit wievielen Teilnehmerinnen zu rechnen wäre, ihr könnt mehrere Antworten anklicken. Was ihr da eingebt ist erstmal noch völlig unverbindlich! Bitte erläutert in den Kommentaren, was ihr denkt, was ihr anders haben wollen würdet.