Stoffwechsel: Die große Abschlusspräsentation

Heute zeigen wir, endlich, was aus unseren Stoffen geworden ist und enthüllen, wer hinter den tollen Stoffen steckte. Ich freu mich schon wie verrückt.

Ich weiß nicht, wie es euch ging, aber trotz recht großzügigen Zeitplans, bekannten Schnittes und früh eingetroffenen Stoffes wurde es bei mir ganz schön knapp. Fertig wurde mein Kleid Donnerstagabend, Freitagmorgen drehte es eine Runde im Kurzwaschgang und am Abend führte ich es, frisch von der Leine, zu einem Sommerfest aus, sah darin das wenig schöne aber doch packende Viertelfinale. Jubelte für Mats Hummels. Und schoss danach im schwindenden Abendlicht unseres Wohnzimmers noch schnell verknitterte Fotos.  Ziemliche Punktlandung also. Neben mangelnder Nähzeit, Ablenkung durch hoch brisante Fußballbegegnungen und dem Schmetterlingskleid, dass den Nähfluss blockierte, war daran sicher auch großer Respekt schuld. Die Tatsache, dass der Stoff eben einmalig und besonders ist, weil eine andere ihn sorgfältig ausgesucht hat, führte bei mir zu einer gewissen Anschnitthemmung, die ich sonst auch bei teuren Stoffen nicht hab und zu relativ akribischer Verarbeitung (also für meine Nähschlampenverhältnisse).
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Aber nun zum Kleid: Genäht habe ich eine weitere Variante von New Look 6069, einem Schnitt, den nicht nur ich sehr als Sommerkleid schätze, sondern z.B. auch Eben Julia, Frau Knopf und Melleni/talentfreischön. Der Schnitt war als Modell 33-35 im Meine Nähmode-Heft 2/2012 und ich nähte quasi direkt nach erscheinen schon zwei Varianten mit Punkten davon, die ich gern und viel trage. Gerade weil ich den Schnitt kenne und sehr mag, schon länger den Wunsch nach einer weiteren Variante verspürte, erschien er mir gut für das Stoffwechsel-Kleid geeignet. Ich wollte es nicht mit einem neuen Schnitt versauen und sichergehen, dass ich das fertige Kleid auch gern tragen würde. Ich bin eigentlich keine große Seriennäherin, zu neugierig bin ich, neues auszuprobieren. Aber manche Schnitte bewähren sich einfach. In meinem Fall neben NL 6069, der Rock Simplicity 2451, das Kleid Simplicity 7275, die beiden Knip-JerseyJurks aus 3/2012 und 12/2011 und der Kniprock aus der 1/2013.
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Nun ist es ja schon 2 Jahre her, dass ich den Schnitt zuletzt nähte. Ich hatte damals ein FBA am Oberteil vorgenommen und mir leider nur recht kryptische Notizen auf der Klarsichthülle gemacht, was ich sonst noch geändert hatte. Ich glaubte also, ich hätte Routine mit dem Schnitt, in Wirklichkeit musste ich aber einiges doch nochmal an Hand der vorhandenen Kleider, der Blogbeiträge und der kryptischen Notizen rekonstruieren. Dabei unterlief mir ein Fehler, aber dazu später  mehr.
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Es war eine Wonne, den schönen Baumwollstoff zuzuschneiden und zu vernähen, nach dem Krampf mit den Schmetterlingen. Er verrutschte nicht, behielt brav alle Markierungen und löste sich nicht beim anschauen direkt auf. Traumhaft. Ich hatte außerdem dicke genug, um den Rock etwas weiter auszustellen und eine Handbreit zu verlängern und habe noch ein Stück über, aus dem ich mit etwas Zuschnitttetris vielleicht noch eine kurzärmelige Bluse gequetscht bekomme. Vor dem Zuschnitt habe ich die Oberteil-Teile mit meinem Grundschnitt abgeglichen, für hinten habe ich daraufhin einfach direkt das Grundschnitt-Teil zugeschnitten und am vorderen die Armlöcher angepasst und die Brust-Taillendiskrepanz etwas erhöht. Aus meinem Notizen schloss ich, dass ich das vordere Oberteil um weitere 2cm verlängern sollte und schnitt dies entsprechend zu (ihr ahnt es schon, oder?).
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Das nähen ging in der Tat sehr flüssig, da zeigte sich dann doch die Routine. Einzig die Hinzunahme von Paspeln verkomplizierte es etwas. Und natürlich meine sonst ungekannte Akribie im Umgang mit Markierungen. Bei der ersten Anprobe des Oberteils wurde dann aber schnell klar, dass ich das Schnittteil wohl bereits verlängert hatte und somit nun 2cm zu viel unter der Brust herumbeulten. Schön. Also Naht mitsamt Paspel wieder getrennt, Oberteil gekürzt, neu genäht. Ich hatte mir außerdem überlegt, mal den etwas längeren Ärmel zu nehmen, denn mit den kleinen Ärmelchen meines roten Kleides war ich nie recht glücklich. Aber herrjeminee. Wie unglaublich schlimm sahen diese Puffärmel aus. Sehr seltsam unproportional und fürchterlich altbacken. Also Ärmel wieder raus und andere zugeschnitten – die vom Schmetterlingskleid, die sind nämlich super. (Obwohl ich unbedingt auch mal Tulpenärmel wie Lotti ausprobieren möchte). Neben diesen unnötigen Umwegen vermurkste ich auch noch den Reißverschluss, ist mir ewig nicht passiert, aber gut. Schlussendlich ist das Kleid fertig und gefällt mir überragend gut. Ich bin sicher, es wird viel getragen. (und ich nähe ihm auch noch Knöpfe auf und ein Label ein – das hab ich nämlich im Eifer des Gefechts vergessen. ) Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich die Länge mag. Meine anderes beiden NL6069 enden, so wie der Schnitt vorsieht, knapp über dem Knie. Das fand ich immer etwas kurz. Nun finde ich dieses aber vielleicht doch zu lang. Was meint ihr?
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Und hier nun erstmal ein riesiges Danke an meine Stoffaussucherin Frau Crafteln. Ich habe mich sehr über den Stoff gefreut, er passt toll zu mir und dein Brief war richtig super! Danke auch für deine Umsicht Paspeln, Knöpfe, Spitze und Reißverschluss gleich dazu zu packen, dadurch ist das Kleid nun wirklich toll geworden! Ich wusste, dass das Paket von ihr ist, obwohl ich extra meinen Mann den Zettel habe ziehen und sie benachrichtigen lassen. Ich erkannte Schrift und Adresse auf dem Paket noch bevor ich den Inhalt in Augenschein genommen hatte. Ich bin da etwas spleenig mit Schriften und Frau Crafteln zeigte ja Notizen vom Konstruktionsunterricht in ihrem Blog- daher. Hat jemand auf sie als Absenderin getippt?

Zeit auch, die ganze Aktion noch einmal Revue passieren zu lassen. Kinder, hat das ein Spaß gemacht. Zwar war es etwas aufwändig, das ganze zu organisieren, aber das war es 20890183126398 Mal wert. Es ist so schön zu sehen, wie viel Spannung und Spaß für alle darin steckte den Stoff auszusuchen, mitzuraten wer wen bewichtelt hatte und den empfangenen Stoff zu etwas besonderem werden zu lassen. Ich finde es sehr schön zu sehen, wieviel Gedanken und Sorgfalt in die Stoffwahl gesteckt wurde, wie toll alle Stoffe zu ihren Empfängerinnen passten, wie genau auch auf individuelle Belange und Wünsche eingegangen wurde, wie mitgefiebert, beraten und Anteil genommen wurde. Einfach großartig diese Nähnerdcommunity, toll dass ich da dazu gehöre! Ich hoffe, es hat euch anderen auch nur in etwa genauso viel Spaß gemacht, wie mir, und ihr seid nicht auf die letzten Meter im Stress versunken!

Und nun: Bühne frei! Defiliert mit euren neuen Kleidern hierhin und verratet uns auch, auf wen ihr als Absenderin eures Stoffes tippt. Möge das Bewundern und wilde Rumraten beginnen! Und bitte vergesst nicht, euch eurer Empfängerin im Kommentar zu erkennen zu geben – wir sind doch nun alle gespannt wie die Flitzebogen, oder etwa nicht?

Das Linkup ist eine Woche geöffnet. Bitte stresst euch nicht mit der Fertigstellung, zeigt zur Not auch unfertiges, Hauptsache, wir sehen oder erahnen, was aus unseren Stoffen wurde!