Herbst-Stoffwechsel: Mein Steckbrief

Was nähst du im Herbst/Winter am liebsten für dich?

Ich trage gerade im Herbst gern Röcke. Sie sind flexibler als Kleider, man kann sie mit Lagenlook auch an Übergangswetter anpassen. Ich nahe aber natürlich lieber Kleider, sie sind eher eine Herausforderung. Leider habe ich bisher noch keinen wirklich gut sitzenden Schnitt für ein Kleid mir Ärmeln, deshalb werden es dann meist ärmellose Kleider mit Shirt drunter.

Und wenn wir kurz mal vor allem an Oberteile und Röcke denken, was würdest du da gern nähen? Hast du schon etwas vor Augen? Oder nähst du lieber Hosen oder nur Kleider?
Ich habe vor ein Bleistiftrock-Experiment zu wagen, aus stretchigem Wollstoff am liebsten. Aber weil ich nicht sicher bin, wie gut ein Bleistiftrock in mein Leben passt, werde ich sicher auch herbstliche Teller und A-Linien-Bahnen-Röcke nähen. Blusen wären dazu nett, aber nach wie vor habe ich da noch keinen tollen Schnitt gefunden. Und natürlich will ich auch langärmelige Kleider nähen. Aber auch da ist schnitt technisch noch Luft nach oben bei mir. Elisalex, das Butterick-Lemmingkleid, das Frau-Kirsche-Kleid, alles noch halb gar irgendwie.

Die Glaubensfrage: Webstoff oder Jersey? Oder doch beides?
Webstoff. Jersey ist bei mir immer nur ein Zugeständnis an Praktikabilität. In Webstoff fühle ich mich deutlich mehr angezogen. Allerdings trage ich natürlich Shirts. Und habe bisher auch noch kein gutes Oberteil aus Webstoff zustande gebracht. Alte Hasen beim Stoffwechsel sind schon mit dem Fachbegriff vertraut: Schlimme Oberteilschwäche.

Welches Material vernähst du am liebsten (z.B. Viskose, Baumwolle, Wolle, …) – gegen was hast du eine (starke) Abneigung?

Ich habe einen Hang zu Mischgewebe, das kann gut und schlecht enden. Da ich äußerst ungern bügele, finde ich Baumwoll-Viskose oder Woll-Viskose-Mischungen grandios, weil sie meist ohne knittern auskommen und von der Leine direkt wieder angezogen werden können. Aber die meisten Mischgewebe enthalten eben auch Polytierchen. Und da hab ich dann auch schon viel Mist vernäht, der nicht lang hielt und ständig raschelte. Ab einem Kunstanteil von etwa 30% wird es mir zu raschelig und ich sehe vom Kauf ab. Leider ist ja nicht jeder Stoff gut ausgezeichnet. Ich habe hier mit Alfatex da auch höhere Maßstäbe entwickelt, weil Wollstoffe dort wirklich gut zu bekommen sind. Im Winter trage ich gern Wollstoffe aber auch dickere Baumwoll/Viskose/Kunstfaser-Mischungen. Kaum Erfahrung hab ich bisher mit Crepe. Insgesamt bevorzuge ich Stoffe mit eher festem Griff und etwas Stand. Alles was weich und fließend ist, ist mir irgendwie zu undefiniert.
Ich habe eine recht gespaltene Beziehung zu Cord. Immer mal wieder kaufe ich welchen und nehme mir vor daraus einen Rock zu machen, aber so richtig dolle finde ich das dann immer nicht. Gleiches gilt für Jeans/Denim.
Gar nicht mag ich – auch das altbekannt – Panne-Samt. Bah. Wie Jersey nur in fies. Wofür soll das gut sein? So normaler Samt geht vielleicht sogar, hat aber doch eine deutliche 70er-Anmutung und oft auch viel zu viel Kunstfaser.

Was sind deine Lieblingsfarben, welche stehen dir gut? Welche gehen gar nicht?
Auch hier nix neues: Lieblingsfarben sind und bleiben petrol und lila. Im Winter trage ich auch gern Beerentöne und schon mal was rotes, das wärmt optisch direkt etwas. Türkis hingegen, das ich im Sommer abgöttisch liebe, ist mir im Winter zu knallig, ich mag im Winter auch kein weiß. Eine sichere Bank sind sämtliche Blautöne, die stehen mir eigentlich alle. Allerdings besitze ich, mangels Stoffauswahl in petrol auch schon sehr viel blaues. Ich bin Farbberatungs-technisch ein Winter-Typ, d.h. kalte klare Farben sind meins. Ich habe auch viel graues und schwarzes. Aber das sind für mich eher Vernunfts-Kleidungsstücke. Ich kann nicht sagen, dass ich mich je nach „schwarz“ fühle. Aber es kombiniert sich gut mit Farben und dann trage ich es eben auch gern und oft. Braun ist schwierig, da gibt es nur wenige Töne, die mich nicht sehr krank aussehen lassen. Für Pink muss ich in der Stimmung sein, das geht bei weitem nicht immer.
Gar nicht gehen gelb, orange, sand, khaki und warme Rottöne. Auch die allermeisten Grüntöne außer smaragd/jade sind eine Leichen-Lookalike-Garantie.

Welche Muster magst du? Groß oder klein? Blumen, Streifen, Punkte? Oder sind Muster vielleicht gar nicht so deins?

Zunächst mal: Ich mag Muster. Auch im Winter, der ja sehr viel weniger Muster-Vielfalt bietet, was Stoffe anbelangt, trage ich eigentlich nie vollkommen uni-farbene Kleidung. Natürlich gibt es im Winter nicht die Mustervielfalt, die Baumwoll- und Viskosefähnchen im Sommer bieten. Aber ich nehme, was ich finden kann. Karos, gern sowohl große als auch kleine. Pepita, Fischgrät, Tweed – mag ich alles gern. Nur Hahnentritt kann ich nicht so gut leiden. Punkte sind toll, Blumen hingegen dem Sommer vorbehalten. Aber Ornamente mag ich auch ganz gern. Allerdings mag ich Muster eher klein, so dass sie eher ein „Rauschen“ auf dem Stoff sind, oder einfach die Optik etwas brechen. Große Muster dürfen mal auf Röcke, da bin ich mutiger mit Muster. Kleider dürfen ruhig eine einfarbige Optik haben ohne einfarbig zu sein.

Gar nicht mag ich Kindermuster für mich, Tierprints gehen überhaupt gar nicht. Und solche großen graphischen 70er-Muster finde ich auch sehr schwierig.

Was sind die Kleidungsstücke, die dir (in letzter Zeit) in deinen Augen am besten gelungen sind? (Bitte mit Link oder Foto) Sind welche dabei, die du vor allem wegen ihres Stoffes magst?

In letzter Zeit habe ich natürlich vor allem Sommerkleider genäht. Aber z.B. mein Anna Dress zeigt ein Muster, dass ich von der Art sehr mag. Diesen Stoff habe ich schon in mehreren Farben vernäht.

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Auch ein absoluter Stoffliebling ist dieses Kleid, das allerdings noch ein paar Nachsitzstunden zur Passformkorrektur braucht. (daher noch unverbloggt)
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In Herbst-Winter-Kategorie ist mein letztjähriges Weihnachtskleid und mein Weihnachtskleid 2011 zu nennen. Beides Karo, beides geliebte Farben.

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Bei Röcken darf es auch mal groß gemustert sein, wie der Wahlsonntagsrockwpid-img_20140415_084410.jpg

und der Alle-Zeiten-Lieblingsrock. Toll fand ich auch diesen Umstandsrock aus sehr hübscher Shetland-Wolle. Ich freue mich außerdem auch jedes Jahr wieder, meine beiden Etuikleider zu tragen. Auch beide Karo.wpid-P1060246.jpg

Wieviel Stoff verbrauchst du ca. für einen Rock, ein Oberteil, ein Kleid? Welche Mindestmenge benötigst du für die Verarbeitung? Oder hast du sogar ein Maximalmaß für Stoff?
Ich bin enorm stoffknauserig und habe deshalb große Fertigkeiten im Zuschnitttetris entwickelt. Röcke quetsche ich meist aus einem Meter, maximal 1,50. Kleider gehen ab 1,50, 2m sind für mich eigentlich schon gut. Auf Verdacht kaufe ich eigentlich nie mehr als 2m, und mehr als 2,5 m habe ich noch nie für ein Kleid verbraucht.

Gibt es sonst noch etwas, das dich als Näh-/Stofftyp in deinen Augen ausmacht?

Ich denke, ich habe durchaus ein Herz für besondere Stoffe, aber fürchte sehr hochwertiges wie Seide, wertvolle Wolle, Leinen, edle Jaquard-Stoffe wären an mich verschwendet. Ich nähe nicht sehr sehr ordentlich und bei einem sehr teuren Stoff hätte ich wohl zu viel Respekt, um etwas gewagtes draus zu machen und würde mich ärgern etwas zu alltägliches daraus zu nähen. Scheut euch nicht, mir einen Angebots-Stoff zu schicken (solang er nicht allzu viel Plastik enthält) aber denkt fünf mal nach bevor ihr was edles kauft. Ich kaufe selbst praktisch ausschließlich Stoffe im Angebot. Ein Stoff, der über 10 Euro/m gekostet hat, den gibt es bei mir praktisch nicht.

 

Mehr zur Aktion und die anderen Steckbriefe der fellow Mit-Stoffwechslerinnen finden sich in diesem Post. Kinder, wie ich mich freue.

Herbst-Stoffwechsel: Los geht’s

Im Frühjahr tauschten wir erstmals geheime Stoffpakete aus, in der ganzen Republik suchten Bloggerinnen Stoff für völlig Unbekannte aus, es wurde gerätselt, gewartet und am Ende fiebrig vernäht. Der Stoffwechsel war geboren. Und weil es uns unglaublich viel Spaß gemacht hat, gibt es jetzt eine Wiederholung im herbstlichen Gewand. Das ist nochmal eine ganz neue Herausforderung, der wir da entgegen blicken.
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Bevor jetzt alle wild Mails schreiben, dass sie auch mitmachen wollen, muss ich direkt einen kleinen Dämpfer verpassen: damit die Gruppe überschaubar und für uns zu managen bleibt, haben wir, Lotti Katzkowski , die mir dieses Mal bei der Organisation zur Seite steht , und ich, die Stoffwechslerinnen um Einladungen gebeten. Mitmachen kann also nur, wer beim letzten Mal dabei war, oder wer eine Einladung bekommen hat. Außerdem gilt weiterhin die Regel, dass man mindestens 10 für sich selbst genähte und verbloggte Kleidungsstücke vorzuweisen haben muss.

Nun nochmal: worum geht es hier?

Am wichtigsten: Es geht darum, sich auf das Abenteuer einzulassen, eine andere Bloggerin mit Stoff zu beschenken und selbst von einer – meist bislang unbekannten – Bloggerin mit Stoff beschenkt zu werden. Es sollte selbstverständlich sein, dass es dabei vor allem den Geschmack und Stil der zu beschenkenden Bloggerin im Blick zu haben gilt. Im Gegensatz zu “sew bossy” wollen wir niemandem diktieren, was sie nähen soll, sondern einen Vorschlag in Form eines Stoffs machen, den wir als bestmöglich passend für die Empfängerin einschätzen. Möglicherweise hätte diese sich den Stoff nicht selbst ausgesucht, im Idealfall ist sie aber nach der ersten Überraschung inspiriert und kann trotzdem etwas damit anfangen.

Es ist gleichermaßen ein Abenteuer auszusuchen und Stoff zu empfangen, finden wir, und hoffen, wir können uns auf diesen Spaß einlassen ohne dass womöglich jemand nur Stoff nimmt ohne welchen zu versenden, jemand minderwertigen oder sicher nicht passenden Stoff verschickt oder solchen, der sich nicht für (Erwachsenen-)Kleidung eignet.

Diesmal sind wir auf der Suche nach Herbst- und Winterstoffen. Da diese etwas teurer sind, haben wir das Budget auf 25 Euro erhöht. Außerdem gestalten wir die Menge flexibler als letztes Mal. Jede Bloggerin sollte in ihrem Steckbrief klar sagen, wieviel Stoff sie mindestens braucht. Außerdem hoffen wir aber, dass vielleicht im Herbst die eine oder andere auch mal einen Rock näht, der weniger Stoffverbrauch hat. Unterschiede in der verschickten Menge können über den Preis oder über Beigaben in Form von Kurzwaren und Futter ausgeglichen werden.

Auch der Zeitplan trägt der Tatsache Rechnung, dass Winterkleidung oft etwas komplizierter ist. Wir haben sowohl den Besorgungszeitraum als auch den Nähzeitraum gegenüber dem letzten Mal verlängert. Es gibt nun jeweils sechs Wochen Zeit.

Veröffentlichung der Nähsteckbriefe und Auslosung am Wochenende 30./31.8. Die Wichtel werden von uns spätestens am 1.9. mitgeteilt.

Besorgungszeit bis 16.10., Stoffvorstellung am So, 19.10. (Das Linktool bleibt 1 Woche geöffnet)
Jede Bloggerin zeigt ihren Stoff und berichtet, was sie für Pläne damit hat. Dabei versuchen wir das Geheimnis der Absenderin noch zu wahren, es darf also wild spekuliert werden.

Abschlusspräsentation der Kleidungsstücke am 1. Advent, also 30.11. Nun sehen wir, was aus unseren Stoffen geworden ist. Sind es Lieblingsstücke, gibt es Zweckehen? Wie fühlen wir uns in fremdes Tuch gewandet? Und wer steckt hinter unserem Stoffschätzchen. Wir lüften das Geheimnis.

Wir, Lotti und ich, freuen uns schon total auf diese neue Runde Stoffwechsel mit alten und neuen Teilnehmerinnen und was kann die Herbstnähsaison schöner einläuten, als das Ausfüllen des Nähsteckbriefs? Also los! Her mit euren Steckbriefen! Am besten mit Fotos und Links! Wir sind gespannt, was ihr schreibt und was eure Stoffsucherinnen als Aufgabe erwartet. Und ihr? Schon hibbelig?

Bitte denkt daran, auf die Aktion zurückzuverweisen und den Post und nicht die Startseite eures Blogs zu verlinken. Links von Nicht-Teilnehmerinnen löschen wir kommentarlos. Wer den Steckbrief als Anregung für seine Herbstnähplanung verwenden will, darf das aber gern tun. Das Bild oben dürft ihr, Teilnehmerinnen, gern in eure Blogs mitnehmen.

Bunt sind schon die Wälder, gelb die Stoppelfelder

Zwar ist der im Titel dieses Posts besungene Herbst noch nicht ganz da, noch sehe ich mehrheitlich grünes Laub an den Bäumen und hoffe noch auf ein paar Tage Spätsommer, aber dennoch ist es Zeit, sich gedanklichmit dem Herbst auseinander zu setzen. Zumindest in der Nähplanung.

Noch stelle ich zwar ein paar Baumwollfähnchen fertig, ich trage Baumwolle auch noch relativ lang in den Herbst hinein. Aber danach soll es an die Herbstausstattung gehen. Und ich habe Pläne, aller begrenzten Nähzeit zum Trotz.

Zunächst die Kategorie Brot und Butter:

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Oben 2 mal Wolle, darunter 2 mal dickere Baumwolle

Ich werde definitiv ein paar Röcke und Oberteile nähen. Jetzt wo ich einen Shirtschnitt habe, steht dem nichts im Wege. Eine Reihe Jerseys in uni und gepunktet liegen bereit, zu Shirts verarbeitet zu werden. Außerdem will ich mich an einem Jäckchen aus Jersey versuchen, der Schnitt war in der Knip und ein Probeteil ist zugeschnitten. Als Röcke plane ich sowohl ein paar weitere halbe Teller aus kleineren Stoffstücken, die eh noch da sind, als auch mal ein Bleistiftrockexperiment. Ich scheute bisher davor zurück, fand das stehe mir nicht und unpraktisch zum Fahrradfahren sind sie auch. Aber nun will ich’s wissen. Hat jemand einen Schnittvorschlag? Am liebstem knackeng, knielang mit Diorfalte oder Schlitz.

Für’s Nähnerdherz:

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Georgette in lila, Popeline in rot und braun

Röcke sind nur bedingt eine Herausforderung, daher wird es auch Kleider geben. Interessanterweise habe ich dafür bisher nur einfarbigen Stoff rausgelegt. How very strange. Auf jeden Fall nahe ich das letztjährige Lemmingkleid von Butterick, das mich insofern in Angst versetzt, als ich mit Butterick bisher immer bruchgelandet bin. Ich bin ein Simplicity-Girl. Leider. Und ja, ich bin enorm schnell in der Adaption von Lemmingschnitten. Vielleicht näh ich nächsten Sommer mal Tiramisu?
Auch schon lang auf meiner Liste steht Simplicity 2403, das ich mir aber erst noch leihen muss. Dafür hab ich den braunen Stoff in Kombi mit petrol geplant.
Und dann plane ich auch Elisalex noch eine Chance zu geben. Ich will einfach, dass ich ein passendes Elisalex hab. Ich hätte da diesen hübschen roten Stoff liegen, der wär da gut.

Extravaganzen:

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Oben Probe, unten "in echt jetzt"

Weiter auf der Agenda steht ein Kostüm. Den Jackettschnitt habe ich ja schon getestet und für gut befunden, jetzt also als Ensemble. Stoff liegt bereit. Für ein Probekostüm in dunkelgrau mit sehr dezentem rotem Metallicfaden-Karo und ein wirklich definitives. Lila, Baby. Sieht leider auf dem Foto aus wie braun, ist aber Wolle in sehr schönem Aubergine-Ton in echt. Mag nur keine Fotos von sich.

Notwendig aber eher mit Furcht betrachtet: ein Wintermantel. Mein wattierter Mantel hat nach der Schwangerschaft den Dienst quittiert, die dünnen Wollmäntel reichen nicht und werden auch nicht besser. Es soll also ein richtig echter Wintermantel werden, mit Futter und Klimamembran. Und weitem Rockteil und viel Eleganz. Ein Winter-Kumpel für den Robson, der ihm in Sachen Eleganz das Wasser reichen aber besser wärmen kann. Ohje. Stoff bräuchte ich noch. Was mit dezenter Struktur fänd ich schön. In blau, grau oder im Notfall schwarz.

Untendrunter:
Dringend benötige ich ein bis zwei flutschige Unterröcke aus elastischem Flutschzeugs. Außerdem möchte ich gern ein dunkles Petticoat und einen Tüllteller a la Catherine.

Klingt nach viel Arbeit. Aber zum Glück ist der Herbst ja meist in unseren Breiten gefühlt 6 Monate lang und außer handwerken am heimischen Herd gibt es fast nix zu tun. Oder so ähnlich.

Anna Dress 1/n

Noch ein neues Kleid. Ein bisschen davon war schon unter dem Frühlingsjäckchen zu sehen:

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Das Anna Dress von By Hand London. Wie auch bei Elisalex gibt es viele Fans dieses Schnittes, aber auch viele, die an ihm verzweifelt sind. Ich bin ganz klar Fan. Ich konnte das Kleid in Größe 10 zuschneiden. Das war schon ungewohnt. Und dann passte es auf Anhieb wie angegossen. Toll. Ich habe lediglich das Oberteil um Fingerbreit verlängert. Das mache ich so gut wie immer. Und das war’s. Wobei man klar sagen muss: ich trage BHs mit D-Cup und habe sehr schmale Schultern und ein breites Becken. Wenn mir ein Schnitt ohne Änderungen passt, ist das eher seltsam.
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Der Schnitt ist nicht ganz billig, aber auch wirklich liebevoll verpackt und designt, das Booklet ist gut geschrieben, die Anleitung einwandfrei. Ich bin sehr zufrieden.

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Die zugesteppten Falten sind eine hübsche Abwechslung zu Abnähern, die angeschnittenen Ärmel sind wirklich nett und gut zu verarbeiten.
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Nicht zufrieden bin ich mit meiner Stoffwahl. Der Stoff ist eim Quilting Cotton von Buttinette und ich liebe das Muster wirklich sehr. Leider knittert er wirklich extrem, so dass das Kleid praktisch 5 Minuten nach dem Bügeln schon wieder ungebügelt aussieht. Da es aber auch nur der tragbare Versuch war, sehe ich darüber hinweg und schneide einfach noch eins zu. Dann werde ich allerdings das Rockteil durch einen halben Teller ersetzen, denn diese vielen Bahnen erscheinen mir überflüssig. Außerdem werde ich das Oberteil füttern, denke ich.
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Aber sonst? Perfekt.

Von der mühsamen Wahrung der Scheinanonymität

Wie ja im Allgemeinen nicht zu übersehen ist, blogge ich, ohne mein Gesicht zu zeigen. Auch mit der Nennung meines Vornamens bin ich zurückhaltend, wenn auch inkonsequent. Das hat verschiedene Gründe, die ich z.T. schon hier einmal in Worte fasste. Es gibt sicher weitere, über das berufliche hinausgehende. Ich bin um die Privatsphäre meiner Familie bedacht, ich möchte entscheiden können, wem ich im beruflichen wie privaten Kontext wie viel von meinen nerdigen Hobbies offenbare. Auch: ich möchte nicht so gut und einfach als Datensatz zu Geld machbar sein. Und natürlich ist die Informationsasymmetrie zwischen mir und der weiten nicht begrenzten Masse von Menschen, die potenziell vollkommen anonym mein Blog lesen immens, was wenn man den Gedanken eine Zeit lang im Kopf von rechts nach links schiebt, ein wenig beängstigend sein kann. Ich habe deshalb auch sehr viel Verständnis für alle anderen, die sich bemühen eine gewisse Grenze zwischen Real Life und Blog einzuhalten, wo auch immer jede* persönlich diese Grenze zieht. Es ist in meinen Augen eine sehr persönliche Entscheidung, wieviel Gesicht, Wohnung, Namen, Umfeld, Stadt, Beruf, … eine Bloggerin preisgeben möchte und das gehört einfach akzeptiert. Jede wird gute Gründe haben.

Das Problem bzw. eher die Schwierigkeit ist, sich der Wahrung der Privatsphäre bewusst zu bleiben, wenn die Anonymität selektiv schwindet. Wann immer ich Bloggerinnen persönlich getroffen habe, fiel es mir danach schwer, sie in ihren Blogs nicht mit ihren echten Namen anzusprechen. Nicht mit anderen im persönlichen Gespräch unbedacht den Klarnamen einer dritten fallen zu lassen. Wir Nähnerds unter uns sind eben doch eine eingeschworene kleine Gemeinschaft, ich kenne inzwischen eine ganze Reihe der nähnerds persönlich, zu anderen hatte ich zumindest schon sehr viel Mailkontakt, so dass es sich so anfühlt als kenne ich sie persönlich. Da liegt es nahe, dass eine hin und wieder vergisst, dass Blogs und Twitter öffentliche Räume sind. Dass neben den vielen bekannten virtuellen Freundinnen auch vollkommen fremde in unseren Wohnzimmern ein und aus gehen.

Besonders deutlich ist dies für mich im Rahmen der Aktion Stoffwechsel geworden. Die Stoffwechslerinnen wurden untereinander schnell zu einer eingeschworenen Gemeinschaft. Per Mail und auf Twitter wurde mitgefiebert und gerätselt, Pakete mit Spannung verfolgt, Pläne geschmiedet und Ratschläge ausgetauscht. Gerade ich, als Organisatorin, fühlte mich allen anderen ganz nah und verbunden. Und so ging es nicht nur mir so, dass mal ein Klarnamen in einen Kommentar oder Post rutschte. Das Vertraulichkeitsniveau war einfach höher als die Bloganonymität zulässt.

Letztlich liegt, zumindest für mich, ja im persönlichen Austausch, im Kontakt, in dieser Verbundenheit der Reiz beim Bloggen insbesondere beim nähbloggen. Die Highlights sind, wenn das rein virtuelle greifbar wird. Wenn auf einmal aus dem Internet ein Stoffpaket zu mir nach Hause kommt. Wenn eine Bloggerin, die ich nur nebulös kannte persönlich vor mir steht. Wenn aus einem virtuellen Nähkränzchen ein tatsächliches wird.

Und dennoch. All diese wundervollen Erfahrungen, der ganze viele Nähnerdflausch, sollte mich, uns, nicht den Respekt vor der persönlichen Privatsphäre-Grenze anderer Bloggerinnen verlieren lassen. Ich versuche, wieder bewusster darauf zu achten.

*Ich verwende das generische Femininum, Männer sind selbstverständlich mitgemeint.

Das Frühlingsjäckchen

Ähem, ja. Also irgendwann im frühen Frühjahr, als ich noch in Elternzeit und etwas leichtsinnig war, verkündete ich vollmundig, ein Frühlingsjäckchen stricken zu wollen. Mit nur ca 4 Monaten Verspätung ist es nun fertig. Da aber ja jetzt auch schon der Herbst da ist, passt das ja dann jetzt auch irgendwie wieder und etwa ein halbes Jahr Fertigungsdauer ist für mich auch gar nicht so unnormal.

Hier ist es nun, mein Ganzjahresjäckchen.
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Immerhin muss ich es jetzt sehr ausführlich dokumentieren, denn ich strickte teils nach Anleitung, teils nach Schlampenmethode und notierte (bis auf die Ärmel, ich Schaf) brav, was ich tat. Dann hatten unfertiges Jäckchen, Notizen und Wolle im Fahrradkorb ein unschönes Zusammentreffen mit einer sehr reifen Kiwi. So mussten Jäckchen und Wolle vor der Zeit gewaschen werden, und die Notizen sind nun in einem Zustand, in dem ich sie nicht mehr allzu gern aufbewahren möchte. Daher jetzt unten die Deluxe-Dokumentation für komplette Reproduktion. (Wobei man die Abkürzungen englischer Strickanleitungen kenne sollte und ein bisschen mitdenken muss, was die Anpassung des Musters bei Zu- und Abnahmen anbelangt)
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Als Anleitung diente mir der Peacock-Cardigan (frei bei ravelry), allerdings habe ich eine komplett andere Form gestrickt und eigentlich nur Maschenzahl und Muster aus der Anleitung entnommen.
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Die Form habe ich, nach der Schlampenmethode, von meinem geliebten Punktjäckchen übernommen. Ich habe beide Vorderteile und das Rückenteil gemeinsam gestrickt, so konnte ich fortlaufend die Passform kontrollieren, außerdem habe ich sonst immer das Problem, dass ich das zweite Vorderteil nie beende.
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Ich bin leider sehr unzufrieden mit den Puffärmeln. Der Vorbild-Cardi hat Puffärmel und so habe ich diesem auch welche verpasst. Ich habe die Ärmel mittels verkürzten Reihen angestrickt, das klappt für mich am besten. Um die Puffärmel zu machen habe ich dabei in der oberen Hälfte statt nach dem Muster 2 aufnehmen 1 überspringen Maschen aufzunehmen, aus jeder Reihe eine Masche aufgenommen. Das Ergebnis ist ein Puffärmel. Leider ist es mir nun aus der dicken Wolle zu viel Ärmel. Ich schätze ich werde die Ärmel nochmal ribbeln und glatte längere Ärmel arbeiten. Hmpf.

Ansonsten bin ich aber sehr angetan. Passt gut, das Muster ist Zucker, die Wolle ein Traum, schön warm hält es auch. Dass es das ganze Jahr gebraucht wird, konnte es in diesem herbstlichen August schon unter Beweis stellen. Ich trage es hier übrigens über meinem neuen, noch unverbloggten Anna Dress, das auch ziemlich gut ist.

Gestrickt habe ich aus Drops Merino extra fine, weil ich eher lose stricke mit kleinerer Nadel als angegeben. Die Knöpfe sind vin Nadel und Faden in Winterberg, ein wunderbares Geschäft, dem ich noch einen gesonderten Post widmen muss.
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Hier nun die Details für mein Jäckchen in Gr. 38

Anschlag: 152 Maschen
Bündchen mit Nadelstärke 3: 2 rechts verschränkt 2 links bis zu einer Höhe von 12 cm.

Dann Wechsel auf Nadelstärke 3,5 und Beginn des Pfauenschwanz-Musters. Zunächst Maschenmarkierer für die „Seitennähte“ setzen und 4 Vorbereitungsreihen glatt rechts stricken:

Reihe 1: k40 pm k72 pm k40
R2: p all
R3: k all
R4: p all

R5: k10 m1 k10 m1 k10 m1 k10 sm k10 m1 k10 m1 k10 m1 k10 m1 k10 m1 k10 m1 k12 sm k10 m1 k10 m1 k10 m1 k10
R6: p all
++Mustersatz++
Fan stitch rows:
R7: k7 k2 *make fan k6* repeat until 10 sts before marker k10 sm k10 k2 *make fan k6* repeat until 7 sts before marker k7 sm k10 k2 *make fan k6* repeat until 7 sts remain k7
R8: p7 *p2tog p1 p2tog p1 p2tog p5* repeat until 9 sts before marker p9 sm p12 *p2tog p1 p2tog p1 p2tog p5* repeat until 6 sts before marker p6 sm p12 *p2tog p1 p2tog p1 p2tog p5* repeat until 6 sts remain p6.

R9-12: 4 Reihen glatt rechts stricken

Fan stitch rows:
R13: k2, k3 *make fan k6* rep until 4 sts bef marker k4 sm k3, k4 *mfan k6* until 7 sts bef marker k7 sm k7 *mfan k6* until 2 sts remain k2
R14: vom Prinzip wie R8

R15: (increase row) k until 2 sts before marker, m1, k2 sm k2 m1 k until 2 sts bef marker m1 k2 sm k2 m1 k until end
R16: p
R17: k
R18: p
+++ Mustersatz zuende

Es folgen 2 weitere Mustersätze mit jeweils increase rows nach den Fan Stitch rows.

Danach:
Fan Stitch rows
In der Rückreihe das Gestrick an den Seitennähten teilen und auf 3 Nadeln (2 Vorderteile, 1 Rückenteil) verteilen.

Nun werden die Teile einzeln weiter gestrickt.

Linkes Vorderteil:
(Beginnt mit einer Rechtsreihe)
k1 ssk k to end
BO 5 sts p to end
k1 ssk k to end
BO 2 sts p to end
k1 ssk Fan stitch pattern, Hinreihe
BO 2 sts Fan stitch pattern, Rückreihe
[k1 ssk k to end
p1 p2tog p to end]
Repeat [ ]
k1 ssk *make fan k6* repeat ** once make fan k4
p2 p2tog *p2tog p1 p2tog p1 p2tog p5* repeat ** once, p2tog p1 p2tog p1 p2tog p1
Repeat [ ] 2 times
k1 ssk k2 make fan k6 make fan k6
p2 p2tog p2 p2tog p1 p2tog p1 p2tog p5 p2tog p1 p2tog p1 p2tog p3
Repeat [ ] 2 times
k1 ssk k4 make fan k9
p9 p2tog p1 p2tog p1 p2tog p5
*k1 ssk k to end
p all*
Repeat * * 1 time
k1 ssk work fan stitch row
work 2nd fan stitch row -> 16 Maschen = Schulterbreite
* k all
p all*
Repeat * * 2 times

Schulterschräge
k until 4 sts remain, wenden
p
k until 8 sts remain, wenden
p
k until 12 sts remain, wenden
p

Place on holder

Beim linken Vorderteil werden die Abnahmen für Hals- und Armausschnitt jeweils beide in der Rechtsreihe durchgeführt, d.h. man beginnt die erste Rechtsreihe von der Armlochseite wie folgt:
BO 5 sts k to 3 sts before end k2tog k1
p all
BO 5 sts k to 3sts before end k2tog k1
p all
Im folgenden seitenverkehrt zum rechten Vorderteil weitermachen.

Das Rückteil hat jeweils Abkettungen für das Armloch zu Beginn jeder Reihe, danach werden die Abnahmen jeweils am Anfang und am Ende der Rechtsreihe gestrickt, und zwar am anfang der Reihe als ssk und am Ende als k2tog.

Nun wird wiederum wie bei den Vorderteilen hochgestrickt allerdings wird 2 Reihen vor der Schulterschräge wie folgt gearbeitet:

k16, BO sts until 16 remain, k16
Dann wird zurück p gearbeitet und dann folgt die Schulterschrägung.
Es sind nun jeweils am Vorder-und Rückteil 16 Maschen Schulterbreite, diese kann man entweder direkt zusammenstricken oder per Maschenstich vernähen.

Für die Puffärmel habe ich etwa 4 Finger breit rechts und links der Schulternaht Maschen aufgenommen und zwar jede Reihe eine (für normale Ärmel nach dem Muster 2 aufnehmen 1 überspringen Maschen aufnehmen) .

Die Ärmel werden glatt rechts gestrickt, da sonst wegen des Arbeitens von oben nach unten die Pfauenschwänze Kopf stünden.

Also die erste Reihe rechts abstricken, wenden, die zweite Reihelinks stricken und am Ende eine Masche aus dem Armloch aufnehmen.

In der Rechtsreihe einmalig 8 Maschen gleichmäßig verteilt aufnehmen, am Ende eine Masche aus dem Armloch aufnehmen.

Weiter fortfahren, am Ende jeder Reihe eine weitere Masche aufnehmen.

Wenn man an die untere Schräge des Armlochs kommt, auf der Oberseite des Ärmels beginnen jeweils in der Rechtsreihe zwei Maschen abzunehmen, am besten etwas versetzt zur Schulternaht.

Die letzten 4 Fingerbreit (also 2 rechts und links der Seitennaht) Maschen werden wiederum gemeinsam aufgenommen und abgestrickt.

Nun die Mehrweite des Puffärmels abnehmen. Und zwar in jeder zweiten Reihe 5 Maschen im oberen Ärmelbereich regelmäßig verteilt, bis man noch 70 Maschen hat.

Ab dann wird jede 4. Reihe eine Masche an der Unterseite und eine an der Oberseite des Ärmels abgenommen, bis 56 Maschen verbleiben.

Bis Ellbogenlänge weiterstricken. Ein 4 cm breites Bündchen arbeiten, abketten.

Für die Blende rund um Maschen aufnehmen nach dem Prinzip 2 aufnehmen, 1 überspringen. 4 Reihen im Bündchenmuster stricken. Auf der einen Seite 5 Knopflöcher arbeiten. Weitere 5 Reihen im Bündchenmusterarbeiten, abketten.

Das war’s. Puh.

Ein Hauch von 50ies

Weil ich in letzter Zeit nicht viel Zeit zum bloggen hatte, hab ich einen kleinen Vorrat an nicht gezeigtem. So auch dieses Outfit, das aus ausschließlich selbst genähtem und recht neuem besteht:

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Der Rock ist schon vor Monaten in meinem Kopfkleiderschrank eingezogen, mit der Umsetzung hat es dann doch etwas gedauert, obwohl er echt schnell genäht war. Der gepunktete Stoff ist ein durchsichtiger Vollplastik-Gardinenstoff von sehr bescheidener Qualität. Ich sah ihn im Vorbeigehen im abgehalfterten Gardinenladen in unserem Stadtteil neben dem Marktplatz. Das Geschäft ist offenbar ein Traditionshaus, ich habe dort allerdings noch nie einen anderen Kunden angetroffen. Zum Verkauf stehen ausschließlich recht oma-esque Gardinen und eben auch Gardinenstoffe. Oft gibt es Reststücke im Angebot für 1,-Euro/m. So war es auch mit diesem. Auf der Rolle waren noch etwas über 2m, die wanderten für 2 Euro in meine Markttasche und wurden im Kopf sofort zu einem Tellerrock. Nun, da es erst anderes zu nähen gab, dauerte es dann wiederum, bis der Sommer fast vorbei war. Aber dann fasste ich mir ein Herz und stellte mich dem Plastikmonster.

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Der Schnitt ist selbst erstellt nach dieser Maßtabelle. Ich verwende stets den schönen breiten Bund von Simplicity 2451 bei selbst gezeichneten Röcken, so auch hier. Ich habe den Rock, da der Oberstoff ja transparent ist, komplett mit weißem Batist gedoppelt verarbeitet. Der Bund ist nur aus dem weißen Stoff, da der Gardinenstoff unter Belastung sofort an den Nähten reißt. Dadurch ist der Rock auch sicher nicht für die Ewigkeit gemacht, aber ich habe noch genug Stoff, um ihn einfach zu replizieren. Denn ich liebe ihn. Seit er fertig ist, wohne ich quasi darin. Gesäumt sind beide Stofflagen getrennt mit Overlock-Rollsaum.

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Das Oberteil ist auch selbst genäht und das ist eigentlich die Errungenschaft an diesem Ensemble, denn es ist das erste gut gelungene Shirt, das ich je genäht habe. Der Schnitt ist das Plantain-Top von Deer&Doe, das es als freien Download im Shop gibt. Ich habe die A-Linie reduziert und die Schulterbreite wesentlich reduziert, ansonsten ist der Schnitt sehr gelungen, finde ich. Ich habe ihn in Gr. 38 mit der Armlochpartie von Gr. 34 zugeschnitten und er passt so ohne weitere Änderungen hervorragend. Den Halsausschnitt habe ich offenkantig verarbeitet. Nachdem meine Kaufshirts nach mindestens 2,5 Jahren im Dauereinsatz nun nach und nach Auflösungserscheinungen entwickeln und ich nicht vorhabe, neue zu kaufen, wurde es dringend Zeit, dass ich an der Front einen guten Schnitt auftue. Ich bin mit diesem Shirt sehr zufrieden, das Material ist mitteldicker Baumwoll-Elastik-Jersey, dessen Quelle mir leider entfallen ist. Das ist ärgerlich, denn er ist perfekt für den Schnitt und trägt sich sehr angenehm.

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Und unterm Rock? Steckt noch ein Petticoat.

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Ich besaß schon länger einen eher günstigen Rockabilly-Petticoat aus ziemlich steifem kratzigen Tüll in einfacher Lage aber 3 Stufen. Der Saumumfang der unteren Stufe war 16 Meter, die darüber 8, die darüber 4. Das ist wirklich viel Tüll. Soviel, dass das Petticoat nur unter volle Teller passte und mir im Alltag deutlich zu bauschig war. Vor kurzem habe ich mir also ein Herz gefasst und einen operativen Eingriff vorgenommen.

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Ich habe den Bund von der oberen Stufe und die obere von der zweiten Stufe abgeschnitten und dann den Umfang wesentlich reduziert und die Stufen wieder zusammengesetzt. Nun hat die obere Stufe noch 1,5m, dir zweite 3,5m und die untere, die ich mit der zweiten zusammen gekürzt habe, 7 m. So ist das ganze erheblich weniger bauschig und macht sich sehr gut. Ich trage das Petticoat nun mit Begeisterung im Alltag und fantasiere schon von weiteren.

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Ein bisschen doof ist, dass der Tüll so kratzig ist, das ist beim sitzen auf Dauer mit nackten Beinen unangenehm. Ich hätte ja jetzt noch einige Meter in schmalen Bahnen, aber ich werde mir für einen weiteren in schwarz oder blau wohl trotzdem weicheren besorgen. Und dann hätte ich auch noch gern einen doppelten Tüll-Teller a la Catherine, dafür wäre dieses steife Zeug wohl gut, aber ich müsste mir erst aus den Bahnen eine Stoffbreite zusammenstückeln… Auch doof.

Insgesamt aber ein vollkommener Näherfolg, alle 3 Teile.

Mangold-Kartoffel-Pfanne

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Vor einigen Wochen hatten wir eine kleine Mangoldschwemme. Jede Woche war Mangold in der Gemüsekiste und mir fiel schon kau, was ein, was ich damit machen könnte, vor allem, das der Mann Mangold gegenüber eher kritisch eingestellt ist. Ich fragte also mal auf twitter nach weiteren Ideen und Lotti empfahl mir dieses Rezept.

Das schmeckte mir ganz gut, dem Mann immerhin akzeptabel und wurde von mir daher weiterentwickelt. Sein derzeitiger Entwicklungsstand ist nun dieser: Kartoffel-Mangold-Tomaten-Rahm-Gemüse mit Parmesan.

Für 2:

6-8 Stiele Mangold
1 große Zwiebel
4-5 Kartoffeln
2 Zehen Knoblauch
2 feste Tomaten (Roma, Fleisch, ..)
1 Schuss Schlagsahne oder Sojacreme
Olivenöl, Salz, Pfeffer, Parmesan

Eine Pfanne mit Olivenöl aufstellen.

Den Mangold waschen und weißes und grünes voneinander trennen. Die weißen Stiele fein würfeln, die Zwiebel würfeln, den Knoblauch hacken, die Kartoffeln in grobe Würfel schneiden, alles zusammen in die Pfanne geben und bei mittlerer Hitze leicht anbraten, oft wenden.

Die Blätter in Streifen schneiden. Nach ca 10 Minuten in die Pfanne dazu geben, mit Salz und Pfeffer würzen. EinenDeckel drauf und langsam gar ziehen lassen.

Die Tomaten fein würfeln, in die Pfanne geben, weiter köcheln.

Wenn die Kartoffeln gar sind, einen Schuss Sahne untermengen.

Mit Parmesan bestreut servieren.

Isst der Minimensch (noch) auch und der Mann immerhin mit nur wenig Protest.

Gedanken zur Weltstillwoche

Hui, es regnet Mutter-Content hier gerade. Ist aber Zufall. Ich dachte schon länger darüber nach, mal was über’s stillen zu schreiben, und jetzt kam halt die Weltstillwoche als Anlass des Weges.

Mit dem Stillen ist es so, wie mit fast allen anderen Dingen, die das Elternsein betreffen: Absolut jeder scheint dazu eine unverrückbare Meinung zu haben, diese auch ungefragt mitteilen zu wollen und das Spektrum der Meinung geht von reinweiß bis rabenschwarz. Außerdem haben alle recht und alle anderen sind Extremisten. Ich möchte daher gern mal was unpathetisch-undogmatisches beitragen. Diese ganze Dogmatisierung von Elternschaft geht mir nämlich furchtbar auf den Zeiger.

Ich hatte nie ernsthaft erwogen nicht zu stillen. Ich kannte nur gestillte Kinder, das Stillen wird gemeinhin von jedem mit dem man in der Schwangerschaft redet empfohlen, die WHO findet es auch gut. Ich will diese Diskussion hier auch gar nicht aufmachen, es erscheint mir einigermaßen medizinisch gesichert, dass Muttermilch die beste Nahrung für ein Baby ist, allerdings halte ich Flaschennahrung keinesfalls für Teufelszeug, wie man ja erheblich vielen einschlägigen Blogs und Websites entnehmen kann. Ich verurteile niemand, der sich gegen das Stillen entscheidet. Ganz im Gegenteil kann ich die Entscheidung durchaus nachvollziehen. Ich ging dennoch in der Schwangerschaft selbstverständlich davon aus zu stillen, hatte mir aber auch wenig Gedanken über wie lang und wie abstillen und andere praktische Erwägungen gemacht. Ich hatte natürlich viel gelesen, welche Erstschwangere tut das nicht? Und man liest viel darüber wie toll und besonders und erfüllend das stillen ist.

Nun, als der Minimensch zu früh und viel zu klein und leicht zur Welt kam, war von toller erfüllender Stillromantik zunächst mal wenig zu spüren. Er musste erstmal Flaschennahrung kriegen, da führte kein Weg dran vorbei und er war dann auch so schwach, dass das saugen ihn vollkommen ermüdete und ich um abpumpen nicht herum kam. Dabei waren die Kinderkrankenschwestern im Krankenhaus dermaßen unhilfreich, dass ich zu verzweifeln drohte. Puh was wurde da ein Druck aufgebaut, wie respekt- und lieblos mit den gerade entbundenen Frauen umgegangen. Als ich am dritten Tag zum ersten Mal eine Stillberaterin zu Gesicht bekam, war ich schon überzeugt, das Kind müsse verhungern. Diese Kombination aus 100% Druck und 0% Verständnis ist wirklich unerhört und leider kein Einzelfall.

Und das ist mir tatsächlich sehr wichtig: für sehr viele Frauen ist stillen am Anfang nicht so besonders toll, sondern ziemlich frustrierend, anstrengend und kräftezehrend. Die erste Woche musste ich den Minimensch Tag und Nacht alle 2 Stunden wecken, beim stillen wachhalten und danach noch abpumpen, weitere zwei Wochen lang alle 3 Stunden. Das ist kein bisschen erfüllend. Das ist Knochenarbeit. Es wurde schnell besser, wir hatten enormes Glück, der Minimensch legte an Gewicht und Kraft zu und sehr schnell fanden wir einen komfortablen 3-4 Stundenrhythmus mit längeren Pausen nachts. Aber wäre es noch eine Zeit lang so weiter gegangen, ich hätte sicher nicht weiter voll gestillt. Und ich kann jede Frau verstehen, die vielleicht auch schon nach wenigen Tagen keine Kraft mehr dafür hat. Keine Frau sollte dafür verurteilt werden oder sich schuldig fühlen müssen.

Ich habe, im Gegensatz zu anderen, das stillen bei weitem nicht immer als schön empfunden. Praktisch, ja, das schon. Man hat das Essen immer dabei, es hat die richtige Temperatur und Zusammensetzung. Gut für das Kind auf emotionaler und körperlicher Ebene, von mir aus. Auch pragmatisch angesichts der Milchunverträglichkeit des Minimensch und der entsprechend komplizierten Alternative hochhydrolysierter Apothekennahrung. Und es ist auch nicht so, dass ich nach den ersten stressigen Wochen das Stillen weiterhin immer als anstrengend empfunden hätte. Ich sehe nur auch keine besondere Erfüllung darin. Natürlich gibt es kuschelig-schöne Stillmomente, gerade am Abend oder am Morgen ist stillen gemütlich und ein sehr zweisamer Mutter-Kind-Moment. Im zweiten und dritten Monat konnten der Minimensch und ich das genießen. Aber relativ schnell, mit wachsender Wahrnehmung werden diese gemütlichen Stillmomente weniger. Der Minimensch war meist sehr viel mehr an der Umwelt als an der Nahrungsaufnahme interessiert (insbesondere in der Öffentlichkeit – ein Graus, da war an trinken quasi nicht zu denken!) und so fand ich das Stillen dann eben je nach Tagesform mal echt schön, meist einfach normal so wie alles andere was man halt so macht (anziehen, waschen, windeln, … ) aber eben auch mal genauso anstrengend, wie es jetzt anstrengend ist, wenn das Kind einen rumpelstilzchenesquen Tag hat und mit Besteck und Essen spielt, es durch die Gegend wirft, sich vom eigentlichen Essen ablenkt.

Ich habe gern fünfeinhalb Monate voll gestillt, das gehörte für mich dazu und war vollkommen in Ordnung so. Aber ich habe auch überhaupt kein Bedauern empfunden, als der Minimensch Brei zu essen begann. Ich habe nicht auf Teufel komm raus abgestillt, wir haben das schon so gemacht, wie es der Minimensch wollte. Ich hatte nach 10,5 Monaten den Eindruck, dass es für mich dran wäre, das dann noch verbliebene Einschlafstillen aufzugeben, um wieder abends unabhängig zu sein, es schien mir auch ok, da der Minimensch zunehmend auch gar nicht mehr dabei einschlief, sondern eh noch kuscheln wollte und tatsächlich ging es auch nach ein bis zwei missglückten Versuchen sehr schnell, dass der Minimensch mit gekuschelt werden genauso zufrieden war. Das Nachtstillen, das dann noch blieb, war am Ende oft ohnehin nur noch ein Kampf der sich gut und gern eine Dreiviertelstunde hinzog, so dass allen Parteien geholfen war, als wir auf ein Wasserfläschchen in der Nacht umstiegen, da war der Minimensch sehr viel schneller wieder eingeschlafen und ich auch. Ich war sehr froh von dem Gefühl befreit zu sein, dass der Minimensch von mir physisch abhängig ist. Es ist für mich enorm beruhigend, ihn prinzipiell versorgt zu wissen, auch wenn ich mich verspäte oder wenn mir etwas passieren sollte.

Ich tue mich eigentlich schwer damit, einen so persönlichen Einblick zu geben. Aber es ist mir wichtig, meine vollkommen unverklärte, pragmatische Sicht auf das Stillen zu schildern, denn ich bin sicher, ich bin damit eigentlich Teil der breiten Mehrheit der stillenden Mütter. Ich würde jede werdende Mutter ermutigen zu stillen, aus medizinischer Sicht ist es tatsächlich sehr gut für das Kind. Aber ich würde auch dazu raten, ohne Druck und feste Vorstellungen daran zu gehen. Ich finde es enorm schwierig, wenn eine Idealvorstellung propagiert wird à la „eine echte Mutter stillt mit großer Freude“ – ich finde, welches Ritual auch immer man sich als intimen Mutter-Kind-Moment aussucht, wichtig ist doch letztlich, sich Zeit zu nehmen, sich ganz dem Kind zu widmen, sich und dem Baby Ruhepausen zu gönnen. Und ich finde es normal und richtig, dass man es auch genießt, wenn diese enge Abhängigkeitsbeziehung sich immer mehr löst. Wann das für Mutter und Kind dran ist, kann ein Außenstehender sicher nicht beurteilen, ich finde aber zumindest bedenklich, sich am Stillen festzuhalten um ein Alleinstellungsmerkmal zu haben.

Und daher nehme ich die Weltstillwoche zum Anlass um deutlich zu sagen: Es gibt auch beim stillen nicht nur schwarz und weiß, nicht richtig und falsch, nicht nur Überglucke und Rabenmutter. Toleriert doch bitteschön alle Grauschattierungen und lasst jede dazu stehen, fühlen und handeln, wie sie eben kann und möchte.