Das Frühlingsjäckchen

Ähem, ja. Also irgendwann im frühen Frühjahr, als ich noch in Elternzeit und etwas leichtsinnig war, verkündete ich vollmundig, ein Frühlingsjäckchen stricken zu wollen. Mit nur ca 4 Monaten Verspätung ist es nun fertig. Da aber ja jetzt auch schon der Herbst da ist, passt das ja dann jetzt auch irgendwie wieder und etwa ein halbes Jahr Fertigungsdauer ist für mich auch gar nicht so unnormal.

Hier ist es nun, mein Ganzjahresjäckchen.
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Immerhin muss ich es jetzt sehr ausführlich dokumentieren, denn ich strickte teils nach Anleitung, teils nach Schlampenmethode und notierte (bis auf die Ärmel, ich Schaf) brav, was ich tat. Dann hatten unfertiges Jäckchen, Notizen und Wolle im Fahrradkorb ein unschönes Zusammentreffen mit einer sehr reifen Kiwi. So mussten Jäckchen und Wolle vor der Zeit gewaschen werden, und die Notizen sind nun in einem Zustand, in dem ich sie nicht mehr allzu gern aufbewahren möchte. Daher jetzt unten die Deluxe-Dokumentation für komplette Reproduktion. (Wobei man die Abkürzungen englischer Strickanleitungen kenne sollte und ein bisschen mitdenken muss, was die Anpassung des Musters bei Zu- und Abnahmen anbelangt)
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Als Anleitung diente mir der Peacock-Cardigan (frei bei ravelry), allerdings habe ich eine komplett andere Form gestrickt und eigentlich nur Maschenzahl und Muster aus der Anleitung entnommen.
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Die Form habe ich, nach der Schlampenmethode, von meinem geliebten Punktjäckchen übernommen. Ich habe beide Vorderteile und das Rückenteil gemeinsam gestrickt, so konnte ich fortlaufend die Passform kontrollieren, außerdem habe ich sonst immer das Problem, dass ich das zweite Vorderteil nie beende.
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Ich bin leider sehr unzufrieden mit den Puffärmeln. Der Vorbild-Cardi hat Puffärmel und so habe ich diesem auch welche verpasst. Ich habe die Ärmel mittels verkürzten Reihen angestrickt, das klappt für mich am besten. Um die Puffärmel zu machen habe ich dabei in der oberen Hälfte statt nach dem Muster 2 aufnehmen 1 überspringen Maschen aufzunehmen, aus jeder Reihe eine Masche aufgenommen. Das Ergebnis ist ein Puffärmel. Leider ist es mir nun aus der dicken Wolle zu viel Ärmel. Ich schätze ich werde die Ärmel nochmal ribbeln und glatte längere Ärmel arbeiten. Hmpf.

Ansonsten bin ich aber sehr angetan. Passt gut, das Muster ist Zucker, die Wolle ein Traum, schön warm hält es auch. Dass es das ganze Jahr gebraucht wird, konnte es in diesem herbstlichen August schon unter Beweis stellen. Ich trage es hier übrigens über meinem neuen, noch unverbloggten Anna Dress, das auch ziemlich gut ist.

Gestrickt habe ich aus Drops Merino extra fine, weil ich eher lose stricke mit kleinerer Nadel als angegeben. Die Knöpfe sind vin Nadel und Faden in Winterberg, ein wunderbares Geschäft, dem ich noch einen gesonderten Post widmen muss.
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Hier nun die Details für mein Jäckchen in Gr. 38

Anschlag: 152 Maschen
Bündchen mit Nadelstärke 3: 2 rechts verschränkt 2 links bis zu einer Höhe von 12 cm.

Dann Wechsel auf Nadelstärke 3,5 und Beginn des Pfauenschwanz-Musters. Zunächst Maschenmarkierer für die „Seitennähte“ setzen und 4 Vorbereitungsreihen glatt rechts stricken:

Reihe 1: k40 pm k72 pm k40
R2: p all
R3: k all
R4: p all

R5: k10 m1 k10 m1 k10 m1 k10 sm k10 m1 k10 m1 k10 m1 k10 m1 k10 m1 k10 m1 k12 sm k10 m1 k10 m1 k10 m1 k10
R6: p all
++Mustersatz++
Fan stitch rows:
R7: k7 k2 *make fan k6* repeat until 10 sts before marker k10 sm k10 k2 *make fan k6* repeat until 7 sts before marker k7 sm k10 k2 *make fan k6* repeat until 7 sts remain k7
R8: p7 *p2tog p1 p2tog p1 p2tog p5* repeat until 9 sts before marker p9 sm p12 *p2tog p1 p2tog p1 p2tog p5* repeat until 6 sts before marker p6 sm p12 *p2tog p1 p2tog p1 p2tog p5* repeat until 6 sts remain p6.

R9-12: 4 Reihen glatt rechts stricken

Fan stitch rows:
R13: k2, k3 *make fan k6* rep until 4 sts bef marker k4 sm k3, k4 *mfan k6* until 7 sts bef marker k7 sm k7 *mfan k6* until 2 sts remain k2
R14: vom Prinzip wie R8

R15: (increase row) k until 2 sts before marker, m1, k2 sm k2 m1 k until 2 sts bef marker m1 k2 sm k2 m1 k until end
R16: p
R17: k
R18: p
+++ Mustersatz zuende

Es folgen 2 weitere Mustersätze mit jeweils increase rows nach den Fan Stitch rows.

Danach:
Fan Stitch rows
In der Rückreihe das Gestrick an den Seitennähten teilen und auf 3 Nadeln (2 Vorderteile, 1 Rückenteil) verteilen.

Nun werden die Teile einzeln weiter gestrickt.

Linkes Vorderteil:
(Beginnt mit einer Rechtsreihe)
k1 ssk k to end
BO 5 sts p to end
k1 ssk k to end
BO 2 sts p to end
k1 ssk Fan stitch pattern, Hinreihe
BO 2 sts Fan stitch pattern, Rückreihe
[k1 ssk k to end
p1 p2tog p to end]
Repeat [ ]
k1 ssk *make fan k6* repeat ** once make fan k4
p2 p2tog *p2tog p1 p2tog p1 p2tog p5* repeat ** once, p2tog p1 p2tog p1 p2tog p1
Repeat [ ] 2 times
k1 ssk k2 make fan k6 make fan k6
p2 p2tog p2 p2tog p1 p2tog p1 p2tog p5 p2tog p1 p2tog p1 p2tog p3
Repeat [ ] 2 times
k1 ssk k4 make fan k9
p9 p2tog p1 p2tog p1 p2tog p5
*k1 ssk k to end
p all*
Repeat * * 1 time
k1 ssk work fan stitch row
work 2nd fan stitch row -> 16 Maschen = Schulterbreite
* k all
p all*
Repeat * * 2 times

Schulterschräge
k until 4 sts remain, wenden
p
k until 8 sts remain, wenden
p
k until 12 sts remain, wenden
p

Place on holder

Beim linken Vorderteil werden die Abnahmen für Hals- und Armausschnitt jeweils beide in der Rechtsreihe durchgeführt, d.h. man beginnt die erste Rechtsreihe von der Armlochseite wie folgt:
BO 5 sts k to 3 sts before end k2tog k1
p all
BO 5 sts k to 3sts before end k2tog k1
p all
Im folgenden seitenverkehrt zum rechten Vorderteil weitermachen.

Das Rückteil hat jeweils Abkettungen für das Armloch zu Beginn jeder Reihe, danach werden die Abnahmen jeweils am Anfang und am Ende der Rechtsreihe gestrickt, und zwar am anfang der Reihe als ssk und am Ende als k2tog.

Nun wird wiederum wie bei den Vorderteilen hochgestrickt allerdings wird 2 Reihen vor der Schulterschräge wie folgt gearbeitet:

k16, BO sts until 16 remain, k16
Dann wird zurück p gearbeitet und dann folgt die Schulterschrägung.
Es sind nun jeweils am Vorder-und Rückteil 16 Maschen Schulterbreite, diese kann man entweder direkt zusammenstricken oder per Maschenstich vernähen.

Für die Puffärmel habe ich etwa 4 Finger breit rechts und links der Schulternaht Maschen aufgenommen und zwar jede Reihe eine (für normale Ärmel nach dem Muster 2 aufnehmen 1 überspringen Maschen aufnehmen) .

Die Ärmel werden glatt rechts gestrickt, da sonst wegen des Arbeitens von oben nach unten die Pfauenschwänze Kopf stünden.

Also die erste Reihe rechts abstricken, wenden, die zweite Reihelinks stricken und am Ende eine Masche aus dem Armloch aufnehmen.

In der Rechtsreihe einmalig 8 Maschen gleichmäßig verteilt aufnehmen, am Ende eine Masche aus dem Armloch aufnehmen.

Weiter fortfahren, am Ende jeder Reihe eine weitere Masche aufnehmen.

Wenn man an die untere Schräge des Armlochs kommt, auf der Oberseite des Ärmels beginnen jeweils in der Rechtsreihe zwei Maschen abzunehmen, am besten etwas versetzt zur Schulternaht.

Die letzten 4 Fingerbreit (also 2 rechts und links der Seitennaht) Maschen werden wiederum gemeinsam aufgenommen und abgestrickt.

Nun die Mehrweite des Puffärmels abnehmen. Und zwar in jeder zweiten Reihe 5 Maschen im oberen Ärmelbereich regelmäßig verteilt, bis man noch 70 Maschen hat.

Ab dann wird jede 4. Reihe eine Masche an der Unterseite und eine an der Oberseite des Ärmels abgenommen, bis 56 Maschen verbleiben.

Bis Ellbogenlänge weiterstricken. Ein 4 cm breites Bündchen arbeiten, abketten.

Für die Blende rund um Maschen aufnehmen nach dem Prinzip 2 aufnehmen, 1 überspringen. 4 Reihen im Bündchenmuster stricken. Auf der einen Seite 5 Knopflöcher arbeiten. Weitere 5 Reihen im Bündchenmusterarbeiten, abketten.

Das war’s. Puh.

Ein Gedanke zu “Das Frühlingsjäckchen

  1. Lucy schreibt:

    Ja, die Ärmel sehen ein bißchen nach Trachtenjacke aus – nicht schlecht, aber ich habe eine gewisse Dirndl-Assoziation. Aber die Jacke ist Klasse geworden, tolle Passform! Mit dem längeren Bündchen wirkt das Muster auch viel besser als mit diesem Mini-Bündchen vom Originalmodell.

Danke für deinen Kommentar! Ich freue mich sehr darüber!

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