Herbst-Jacken-Sewalong 2014-1

Dreikah und Chrissy (zwei tolle Blogs, die ich erst seit relativ kurzer Zeit lese und dank Twitter gefunden hab, btw) veranstalten gemeinsam einen Sewalong für Herbst- und Winterjacken und -mäntel. Das finde ich ziemlich gut, denn ich hatte mir für dieses vorgenommen, mir erstmals einen echten richtigen Wintermantel zu nähen, da kommt mir Gesellschaft sehr gelegen. Danke schon mal an die beiden für ihren Einsatz, ihre Mühe und die gut durchdachte Aktion.

Das Problem ist, dass ich bis mindestens zum 20. Oktober auf keinen Fall Zeit für ein so komplexes Projekt habe, ich werde also wohl die nächsten Sonntags skippen und dann spät hinzu kommen und eine Aufholjagd starten müssen. Aber ich habe mich immerhin schon vorbereitet und Stoff und Schnitt liegen hier schon bereit.

Was brauche ich?
Ich habe jetzt Jahre mit 2 Mänteln aus Wollstoff ohne Futter (beide grau), 1 Mantel mit Wattierung (braun) und einer Jacke aus Wollstoff mit Wattierung (grau) verbracht. Der wattierte Mantel hat keine Kapuze und gefiel mir auch sonst schon lang nicht mehr, zusätzlich war er der einzige, der mir noch weit in der Schwangerschaft passte (damals im unendlichen Winter 12/13) und er war jetzt nach der Schwangerschaft wirklich durch. Damit ich mich nicht aus Bequemlichkeit noch einen Winter mit ihm arrangiere (fluchend und schnatternd) hab ich ihn dieses Frühjahr weggeworfen. Die Wollmäntel sind beide toll, aber untailliert und ab ca 5 Grad zu kalt. Die Jacke ist auch nicht mehr ganz taufrisch und hat eine Länge, die über Kleidern und Röcken extrem unpraktisch ist.

Ich brauche also einen Mantel, der tailliert, wattiert und zu meiner gesamten Garderobe kompatibel ist (denn mehr als einen werde ich dieses Jahr nicht nähen).

Es bot sich daher (leider) wieder grau als Farbe an. Braun passt zu zu wenigen meiner Kleider, schwarz passt nicht zu braun und manchem blau, blau nicht zu schwarz, rot und lila, die ich sofort nähme, nicht uneingeschränkt zu braun und blau. Tja. Also grau. Da wollte ich dann aber wenigstens einen Stoff mit schönem Muster und Struktur. Und nicht zu teuer, ist ja mein erster gefütterter Mantel. Hab ich gefunden. Baumwollflanell, zeige ich nächstes Treffen.

Ich habe auch schon Thinsulate als Wärmeschicht bestellt. Unsicher bin ich, welches Futter ich verwende. Toll wäre ein petrolfarbener Satin. Aber vernünftig wäre wahrscheinlich ein Windstopper-Futter, oder?

Der Schnitt ist nach dem 1. September-Sale mit einer Großbestellung aus Amerika gekommen:
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Da ich beim Robson sehr gute Erfahrung mit dem Anpassen über die Prinzessnähte gemacht hab, habe ich hier auch wieder einen Schnitt mit Prinzessnähten gewählt. Ich werde die Version mit Kragen nähen, weil ich es dann doch etwas gewagt fände, auch noch eine Kapuze drankonstruieren zu wollen. Was mich etwas abschreckt ist, dass ich ein kleines Buttericktrauma habe. Butterick behauptet laut Maßtabelle stets, ich läge zwischen 14 und 16. Wenn ich dann, voll gewagt, 14 zuschneide, stecke ich in einem Sack. Meist nehme ich zwischen 4 und 8 cm weg. Danach hat der Schnitt meist nur noch entfernt mit sich selbst Ähnlichkeit. Ich werde keine Zeit für Nesselproben haben. Das Risiko ist also groß…

Aber egal, das wird schon. Jetzt erstmal gucken, wer sich schon alles versammelt und mitnähen will.

Trägerrock 2

Kennt ihr das? Kaum nimmt man sich ein ganz tolles  Projekt vor, schon kommt was dazwischen. So geschehen bei mir diese Woche. Da verkünde ich, dass ich total bald einen Trägerrock nähe, stifte die halbe Welt an, und schwupps: regnet es Arbeit auf mich und ich werde krank und der Minimensch schläft mittags zu wenig und ich verbringe alle meine Abende am Schreibtisch statt an der Nähmaschine. Mist.

Allerdings habe ich gestern abend – wenig erfreut – festgestellt, dass ich mir weniger Klausuren eingepackt hatte als gedacht und so hatte ich spontan noch eine halbe Stunde Freizeit. Die habe ich genutzt, um mir einen halben Teller zu zeichnen der etwa 2 cm unter der Taille sitzt. Normalerweise nutze ich einen Tellerrockschnitt, der eine Handbreit unter der Taille sitzt, da ich einen Formbund annähe. Ich nutze diese Anleitung, die 1a funktioniert.
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Als Bund verwende ich immer, eigentlich für alle Röcke, den geschwungenen Bund von Simplicity 2451. Diesen habe ich auch hier als Basis genommen, allerdings habe ich die untere Rundung an die obere angeglichen und ihm oben und unten 1cm mehr gegönnt. Ich hatte ihn auch bereits um 2cm im Umfang reduziert, aber ihr werdet sehen, dass das nicht genug war.
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Heute mittag konnte ich, während der Minimensch schlief, zuschneiden und mit dem nähen beginnen. Mein Proberock-Stoff ist ein schwerer Baumwoll-Chevron von alfatex, der reduziert war. Der Stoff wirft zwar beständig mit Fädchen um sich und ist – mal  wieder – blau (das ist dann mein 4. blauer Rock, ich bin ein wenig deppert beim Stoffkauf, scheint mir) aber er ist tolle Qualität und hat einen schönen schweren Fall.

Da ich, wie üblich, nur 1m50 gekauft habe, ging es nicht, den schrägen Fadenlauf genau in die vordere Mitte zu platzieren. Das finde ich bei halben Tellern üblicherweise am schönsten. Allerdings ist es hier beim Proberock noch nicht ganz so entscheidend. Beim karierten Stoffwechselstoff werde ich da allerdings am Musterverlauf etwas basteln müssen. Ich hatte allerdings ein sehr reichliches Stück für die Träger übrig, ich hätte also vielleicht doch auch genau den schrägen Fadenlauf nehmen können.

Nun. Ich habe die Träger 3,5cm breit gemacht, also dafür Stoffstreifen von 9cm inkl Nahtzugabe in 120cm Länge zugeschnitten (das war viel zu lang). Die Bundteile habe ich mit sehr steifer Einlage verstärkt, eigentlich hatte ich an Miederstäbchen gedacht, habe aber keine da. Ich bin allerdings nicht sicher, ob das gut ist, evtl. werde ich mich nach Probetragen entscheiden, die nochmal rauszufummeln und durch normale Einlage zu ersetzen, derzeit ist es schon sehr steif.

Hier nun mein Stand nach dem Mittagsschlaf:
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Wie man sieht, war ich in der Messung meiner Taille zu pessimistisch und habe nun nach der Anprobe insg. an den Seiten des Rockes ja 2cm und am Bund vorn 3 und hinten 4 cm weggenommen. Eine Nahttasche rechts habe ich auch eingesetzt. Ansonsten scheint es aber aufzugehen, die Höhe finde ich richtig, die Trägerbreite auch. Ich finde allerdings es gehört dringend eine Bluse darunter, mit Shirt ist es mir zu schürzig irgendwie. Die Träger im Rücken zu kreuzen ist wichtig, damit sie nicht ständig runterrutschen.
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Nun fehlen noch Reißverschluss, linke Naht, Beleg und Saum. Das werde ich wohl hoffentlich in einem kleinen Zeitfenster diese Woche, wenn ich für arbeiten schon zu müde bin, noch schaffen. Denn bis jetzt gefällt er mir sehr.

Me made Mittwoch: afrikanischer Spätsommer

Endlich wieder Me made Mittwoch. Mit tollen neuen Crewmitgliedern. Da trifft es sich gut, dass ich einen neuen Fotoplatz im Büro (weil wir erst aus und dann wieder einziehen mussten und dadurch die Möbel umstellen konnten) und ein absolut tolles neues Kleid habe.

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Dieses Kleid ist ein weiteres Teil meiner Urlaubsproduktion im August. Schon im Gedanken an den Herbst packte ich mir neben Material für zwei Röcke und ein Sommerkleid auch Stoff, Futter und Schnitt für ein halbärmeliges Kleid ein. Ganz fertig gestellt habe ich es, obwohl ich den Schnitt schon mal genäht habe, erst diese Woche. Genau passend zum Spätsommer.

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Den  Stoff hüte und streichle ich schon länger. Er wurde mir 2012 von Kollege J. aus Namibia mitgebracht und bei solchen Einzigartigkeiten habe ich immer eine gewisse Anschnitthemmung. Hier ein Detailbild.

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Toll oder? Kleine Rauten und minikleine Punkte, die sich zu Kreisen zusammenfinden. Es handelt sich um ein Waxprint, das Material ist mir unklar, mit Poly vermute ich. Auf jeden Fall leicht und bügelfrei. Ich plante ewig ein Hemdblusenkleid daraus, hatte aber keinen richtig richtig guten Schnitt. Eher spontan fiel mir beim Packen des Materials für den Urlaub das Kirschenkleid ein. Und das wurde es dann.

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Der Schnitt ist aus der Knipmode 9/2011 & unter Nähnerds als „das Kirschenkleid“ bekannt, weil Juli gar zahlreiche enorm schöne Varianten davon hat. Ich habe bereits eine dickere Variante in grau-pink, wusste aber, dass ich den Schnitt noch anpassen muss aber nicht mehr wie, und hab eine zweite Version daher rausgeschoben. Auch meine diesmal gemachten Änderungen sind noch nicht der Weisheit letzter Schluss. Dennoch liebe ich dieses Kleid. Sehr sehr.

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Ich denke, ein großer Teil meiner Änderungen würde sich erübrigen, wenn ich das ganze nochmal eine Größe kleiner abpauste und ein FBA (full bust adjustment) machte. Denn folgendes habe ich geändert:
– Taille 4 cm enger gemacht
– die Abnäher im Vorderteil 1cm verbreitert
– Rückenteil an den Seiten je 1 cm und an den Annähern 1cm enger gemacht
– Schultern 2 cm schmaler
– Statt der Ärmel des Schnittes, die Puffärmel meines Weihnachtskleides genommen und im schrägen Fadenlauf zugeschnitten.
– den Ausschnitt tiefer gesetzt.

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Ich trage es hier mit meinem „Petticoat light“, wenn es kälter wird, werde ich es mit roter Strumpfhose und grauen  Stiefeln kombinieren.

Juli tanzt heute im MMM-Blog vor und trägt ein sehr sehr schönes Hemdblusenkleid, das ich sofort auch anziehen würde. An dieser Stelle: Ein herzliches Willkommen, den neuen Vortänzerinnen und der immernoch ungebrochene Dank an die gesamte Crew, dass ihr das ganze jeden Mittwoch mit Herzblut und Engagement auf die Beine stellt!

Trägerrock-Mini-Sewalong

Es ist ja nicht so, als hätte ich nix zu tun. Und schon drölfzig Projekte und ein Dutzend Ideen. Und Wintermantel und Stoffwechsel und Klausurphase. Eben. Da kann man ja noch was neues anfangen. Seht ihr alle ein. Oder?

Es ist nämlich so, dass am Freitag überraschend schon mein Stoffwechsel-Stoff hier eintrudelte. Ich kann ihn natürlich noch nicht zeigen. Aber er ist toll. Richtig richtig toll. Und er sprach sofort zu mir. Er will nämlich ein Trägerrock werden. Und ich so: „Moment … What?“ Wo kam die Idee her? Wer hat das erlaubt? Da hab ich gar keinen Schnitt für…

Ein paar Stunden Pinterest-Recherche später hatte sich der recht dringliche Wunsch nach einem Trägerrock oder besser gleich mehreren verfestigt. Also im Sinne von „Ich kann unmöglich länger ohne einen Trägerrock leben!“. Ihr kennt das. Insbesondere hat es mir dieses Modell angetan. (Kein Bild hier, da ich sicher bin, das verstieße gegen Urheberrecht) Ich tat meinen dringlichen Wunsch nebst Inspirationspin bei Twitter kund und schwupps … Hatte ich sowohl Lotti als auch Muriel infiziert. Tja. Im Herzen sind wir alle Lemminge, nicht wahr.

Da ich aber immernoch keinen passenden Schnitt finden konnte, kam die Idee auf, den Schnitt gemeinsam zu basteln. Und damit wären wir beim Kern der Sache. Es ist nämlich dann nun offiziell, wir nähen uns einen Trägerrock. Und zwar ca. nächste Woche. Ich habe bei einem kleinen Kaufrausch bei Alfatex am letzten Samstag bereits Stoff für zwei (ähem) Probeteile gekauft. Tragbare natürlich. Nesselproben mache ich nicht. Die sitzen eh nie genauso wie das Endmodell später (so zumindest meine Ausrede für Nähschlampen). Und werde, sobald ich dem Minimensch 2-3 Hosen genäht habe, ca am kommenden Wochenende einen Versuch wagen. Muriel arbeitet schon etwas vor und kann uns dann gleich mal vorwarnen, wo mögliche Fallen liegen.

Mein Plan wäre in etwa wie folgt: Ich nähe einen halben Teller, der auf Taille sitzt, oben dran einen breiten Bund, Träger dran, fertig. Ich muss dafür meinen Tellerrockschnitt und meinen Standardbund etwas anpassen. Ggf. sollte man Stäbchen in den Bund einarbeiten, oder? Ach und Taschen müssen rein. Geht nicht ohne.

So, und falls eine von euch jetzt plötzlich auch sehr dringend einen Trägerrock braucht, könnt ihr gern mitmachen. Es gibt keinen Zeitplan und kein Linktool, es geht einfach darum, nicht allein zu basteln. Meldet euch per Kommentar und berichtet, was ihr plant, ich verlinke euch dann einfach hier im Beitrag. Und ich berichte dann am Sonntag von meinem Fortschritt.

Das war der Juni/Juli/August

Ja also das mit den Wochen Zweiwochen Monats Quartalsrückblicken übe ich dann nächstes Jahr weiter… Hier also nun der Sommer im Ultraschnelldurchlauf.

Ich war und bin weitgehend von Arbeit und Minimensch absorbiert, was auch damit zu tun hat, dass der Mann gerade mehr als viel zu tun hat. Da kamen Garten, nähen und bloggen streckenweise zu kurz. Wobei auch nicht so sehr, wie es hier scheinen mag. Denn zumindest hatten wir im Juni und Juli zwei sehr nette Babysitterinnen, die das Arbeiten erheblich einfacher gemacht haben und im August Urlaub.

Der Garten hat sich weitgehend selbst aus dem Geschehen katapultiert. Zuerst wurde er recht übel vom Sturm gebeutelt, sah danach mehr nach Baustelle aus, als uns gefiel und wurde dann dank anhaltend nassem Wetter quasi vollständig von Schnecken verspeist. Zum Glück sind der Minimensch und ich hart im Nehmen und waren trotzdem da, wann immer es nicht aus Eimern schüttete.
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Geerntet haben wir aber leider wenig. Der Salat und die Radieschen wurden Opfer der Schnecken, die Tomaten und Erdbeeren blieben grün und faulten schließlich weg, die Kartoffeln faulten in der nassen Erde, die Pflaumen wehte der Sturm vom Baum.
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Zwischendurch blühte es auch tatsächlich einige Wochen mal sehr schön, bevor vollkommen vor der Zeit schon zahlreich die Blätter fielen. Wurde nur in unserem Garten schon im Juli alles braun?

Gut gingen Himbeeren, Johannisbeeren, Zucchini, Bohnen und Erbsen. Auch Pastinaken und rote Bete sehen bislang vielversprechend aus. Auch das Kräuterbeet gedeiht gut, ebenso mein neues Sukkulentenbeet, auf das bin ich geradezu stolz.
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Der Minimensch erstaunt uns jeden Tag und ist jetzt echt schon so verdammt groß und glaubt er kann alles alles selbst. Das ist, man kann es nicht leugnen, auch sehr anstrengend. Im Juni und Juli waren zuerst lange Zeit Bücher das tollste. Tierbücher. Da konnte er hundertmal zuhören. Besonders seit er von seinem Patenonkel eine Kiste mit Holztieren bekommen hat. Und malen. Da waren gerade die Babysitterinnen ganz viel mit beschäftigt, da wurde gern mal den halben Vormittag gemalt. Das Babysitting klappt richtig gut. Der Minimensch hat beide schnell ins Herz geschlossen und war immer ganz aus dem Häuschen, sie zu sehen. Und ich sehr froh über ungestörte Arbeitszeit. Ende Juli machte sich allerdings auf Minimensch-Seite eine gewisse Unzufriedenheit breit. Eckzähne und der dringende Wunsch , endlich laufen zu können, sorgten für rumpelstilzige Tage zu einer Zeit, als das hier so gar nicht rein passte. Zum Glück kam dann doch irgendwann der Urlaub.
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Er läuft nun seit Anfang August, hat schon alle Zähne bis auf 4 Stück und ist ein wahrer Sausewind. Am liebsten wäre er rund um die Uhr draußen. Oder würde Dinge sortieren. Sachen von a nach b tragen tut er mit allergrößter Leidenschaft. Stolzer kann kein Mensch sein, als der Minimensch, wenn er beim Tischdecken helfen, oder den Einkauf ausräumen darf. Da muss man ihn dann wieder mit sehr großer Dringlichkeit lieben. Geht gar nicht anders. Im Urlaub haben wir endlich geschafft, was schon kaum noch für möglich gehalten wurde. Der Minimensch schläft nun mittags in seinem Bett ein. Je nach Laune friedlich oder zornig, aber so gut wie immer ohne auf den Arm zu müssen. Das ist sehr schön, denn so kann ich in seiner Einschlafzeit ein Power-Nap einlegen. Und er schläft in seinem Zimmer. Fast immer sogar durch. Allein abends noch im Schlafzimmer das Licht an machen zu können, ist ein Riesengewinn an Lebensqualität.
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Ich war, trotz Stress, den es reichlich gab auch durchaus kreativ. Ich nähte ein Schmetterlingskleid, ein Stoffwechselkleid, einen Punkterock nebst Shirt und Petticoat, eine Mütze, eine Hose und Lederpuschen für den Minimensch, zwei Röcke und zwei Kleider im Urlaub. Erstaunlich viel eigentlich, wenn ich bedenke, wie spärlich mir meine Nähzeit vorkam.
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Denn ich arbeitete doch auch viel. Manchmal weit mehr als meine halbe Stelle impliziert, wenn Klausuren dran sind z.B. Glücklicherweise macht mir das arbeiten sehr viel Spaß. Selbst am Abend. Selbst wenn es stressig ist. Allerdings hoffe ich, dass ich es schaffe in den meisten Wochen wieder 2 Büro-Tage zu haben. Weil mehr als 2 Stunden am Stück arbeiten eben oft sinnvoller ist, weil mir die Abendarbeit in gehäufter Form an die Substanz geht und auch, weil mir Büro, Kollegen, Sozialkontakte fehlen, wenn ich nur so für mich am Schreibtisch sitze. Trotzdem habe ich über mich gelernt, dass ich auch kurze Zeitfenster sehr effektiv zu nutzen weiß, dass ich auch zuhause gut arbeiten kann, ohne mich abzulenken. Eine gute Erkenntnis.

Und ein bisschen was an Links habe ich auch gesammelt:
Eine neue Variante vom Geschäft mit den Altkleidern. Jetzt spielen auch Modeketten mit.

Ein interessanter Artikel über „echte“ und „falsche“ ebooks.

Bildungspolitik 1: Ein Streitgespräch über die Zukunft des Ausbildungssystems. Ich finde es im.übrigen skandalös, dass wir unsere Berufsbildung entwerten, sie ist der einzige Bildungsbereich, wo es doch eigentlich rund läuft.

Ein interessanter Artikel über Noteninflation. Das kommt an unseren Unis auch so, ihr Lieben, wir sind da auf nem guten Weg.

Bildungspolitik 2: Die nicht ganz neue Forderung nach mehr Anwendungsbezug im Studium, die in meinen Augen genau der falsche Weg ist. Hier gilt ausnahmsweise: lesenswerte Kommentare

Mariska-Skirt: Skeptische Annäherung

Als ich die ersten Bilder vom Mariska-Skirt bei Santa Lucia Patterns sah, war ich zunächst Feuer und Flamme. Es war Sommer, sonnig und ich wollte sofort so einen Rock haben. Der Schnitt landete auf meiner Wunschliste und tatsächlich bekam ich ihn noch kurz vor unserem Urlaub geschenkt. So stand fest, dass der Mariska Skirt eins meiner 4 Urlaubsprojekte sein würde (außerdem ein Kirschenkleid, das Anna Dress und der Schmetterlings-Tea-Dress-Rock).
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Der Stoffverbrauch wird für Größe M mit 2,80 m angegeben, schon recht erheblich für einen Rock. Solche Mengen finden sich natürlich nicht in meinem Vorrat und ich wollte aber auch für den ersten Versuch eher günstigen Stoff nehmen, so fiel die Wahl auf einen grauen Baumwollstoff mit Pünktchen von Stoffkontor.eu. Beim Zuschnitt merkte ich allerdings, dass ich auch mit meiner Standardmenge von 2m bequem ausgekommen wäre, ich habe 1,9m gebraucht, ohne irgendwo zu tricksen.
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Die Aufmachung und Verpackung des Schnittes ist toll. Sehr schön dickes Schnittpapier, ein hübscher Umschlag, ein süsses kleines Heftchen. Der Schnitt selbst scheint sauber konstruiert und näht sich flott. Die Anleitung allerdings … nunja. Wäre ich darauf angewiesen gewesen, wäre ich bestimmt verzweifelt. Es geht schon damit los, dass die Anleitung drölfzig Zuschneidepläne enthält, die noch mit in die Nähanleitung hineinreichen und eher der Verwirrung als der Orientierung dienen. Dann enthalten die Schnittteile jeweils oben und unten 1cm Nahtzugabe, an den Seitennähten aber 2cm. Das ganze wird im Heft damit begründet, dass es Stoff spart. Naja. In erster Linie kostet es Markierzeit und Nerven. Überhaupt werden in der Anleitung einfache Sachen zu ausführlich erklärt, schwierige dagegen kaum. Und am unsinnigsten: Laut Anleitung wird zunächst der Bund an den Rock, dann der Bundbeleg daran genäht, dann der Futterrock eingenäht und dann der Beleg unsichtbar von Hand innen angenäht. Komplizierter geht es nicht. In meinen Augen wurde hier schlicht versucht, die Anleitung so zu schreiben als würden ungefütterter und gefütterter Rock gleich verarbeitet. Dummfug.
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Der Schnitt selbst ist aber gut. Alles passt gut zusammen und sitzt auf Anhieb gut. Das einzige, was bei mir irgendwie merkwürdig war, war dass der hintere Bund länger als der vordere ist. Eigentlich müsste das andersrum sein, denn der vordere Bund soll als Lasche über den hinteren greifen und mit einer Rockschließe verschlossen werden. Nun, bei mir kommt die Lasche nun halt von hinten. Und ich habe ihr Knopflöcher statt einer Schließe verpasst.
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Der Rock sitzt prinzipiell gut. Ob ich ihn allerdings mag ist mir noch unklar. Ich fremdele mit der folkloristischen Gesamterscheinung etwas. Ich war kurz versucht, es auf die Spitze zu treiben und ihn noch mit Pompon-Borte oder sowas zu versehen. Ich habe die Rüsche ca 1 Handbreit gekürzt, denn knöchellang fand ich ihn wirklich sehr zu cowgirlesk. Auch so bin ich ganz froh, keine Cowboystiefel zu besitzen, die mich in Versuchung führen könnten. Ich trage ihn jetzt mal ein paar mal und warte ab, ob wir uns noch annähern.
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Die Bluse, die ich dazu trage ist übrigens meine einzige wirkliche Lieblingsbluse. Sie ist bald 10 Jahre alt, vom Klamottenschweden, aus sehr elastischem Stoff. Mit Biesen, einem kleinen Stehkragen, Puffärmeln und interessant geführten, sehr gut sitzenden Annähern. Ich würde so gern sehr viele davon haben. Aber welcher Schnitt ??? Hat jemand eine Idee?