Stoffwechsel – Finale der Herzen

Zum Stoffwechsel-Finale am ersten Advent hatten einige der Teilnehmerinnen ihren Stoff noch nicht so ganz fertig verarbeitet. Nun, wo die stressige Adventszeit vorbei, die Feiertage hinter uns sind und das Jahr recht stramm aufs Ende zugeht, wäre es doch ganz gut, diese Schulden noch schnell abzutragen und das Jahr mit einem Finale der Herzen zu schließen. Wer schon in Partylaune oder vielleicht im Urlaub oder in Blogabstinenz ist, hat aber dennoch eine ganze Woche Zeit zum verlinken, nämlich bis zum 6.Januar 2015. Also Vorhang auf, Kamelle und Prosit – hier kommen die fertigen Kleider der Nachzüglerinnen. Und ich bin sicher, sie sind alle toll!

P.S.: schon gesehen? Chrissy organisiert dieses Jahr die Wahl zum Nähnerdwort des Jahres und meine Wortschöpfung Zuschnitttetris ist auch nominiert. Bis heute 12 Uhr könnt ihr noch Vorschläge einreichen und danach geht es ans Abstimmen.

Wintermantel – endlich fertig

Auf den aller allerletzten Drücker kommt mein Wintermantelpost. Der Mantel ist seit einer Woche fertig, ich habe ihn jeden Tag getragen und auch schon am Montag Fotos gemacht. Leider fehlte mir dann entschieden die Zeit, einen ordentlichen Beitrag dazu zu verfassen.

Hier ist er erstmal:
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Wie man sieht, fehlt noch der Gürtel. Den habe ich schon zugeschnitten, als ich den Mantel das erste Mal trug und einen ’normalen‘ Gürtel darüber, hab ich mir aber überlegt, dass ich lieber einen Gürtel mit Schnalle dazu hätte anstatt einen geknoteten, wie vorgesehen. Eine erste Suche nach einer passenden Schnalle war aber nicht erfolgreich. Alle zu klein. Mein Gürtel wird 7cm breit, da finden sich nicht viele Schnallen. Solang trage ich den Mantel so wie hier mit farbigem Gürtel oder auch ganz ohne Gürtel. Das geht auch hervorragend, denn er sitzt gut. Es gibt eine leichte Falte vorn an der Schulter, die wäre wohl weniger ausgeprägt, hätte ich nicht vergessen, die schon zurecht gelegten Schulterpolster auch einzunähen. Außerdem fällt die vordere Kante komisch, weil ich eine Kurve reingenäht hab. Das trenne ich noch mal auf und begradige das.
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Ansonsten bin ich mit dem Endergebnis sehr zufrieden. Ich finde das weite Rockteil super, auch wenn es durch die Wattierung jetzt so wirkt, als hätte der Mantel ein Petticoat, das ist eigentlich cool. Er ist auch wundervoll warm. Bei den derzeitigen Temperaturen von um 5 Grad fast noch etwas zu warm. Da macht auch die Winddichtigkeit viel aus, denke ich.
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Am Anfang, als ich den Schnitt gerade ausgesucht hatte, war ich nicht sicher, ob ich diesen kleinen Stehkragen praktisch finden würde. Er ist aber sehr gut. Wenn es ganz warm sein soll, wickel ich den Schal außen rum. Aber mit einem normalen Schal/Halstuch und offenem Kragen geht es auch ganz gut und es weht nicht rein.
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Ich bin sehr erleichtert, dass er fertig und gut ist, denn das nähen war wirklich nicht schön. Da ich den Außenmantel anprobieren und ggf auch trennen können wollte, habe ich Windstopper und Thinsulate nicht als eine Lage mit dem Außenstoff, sondern als eine Lage mit dem Flutschfutter verarbeitet. Das war maximal ätzend, denn das verrutschte dauernd und ist insgesamt auch recht krumpelig geworden. Beim nächsten Mal würde ich das anders machen. Von innen bin ich mit dem Mantel deshalb auch nur so semi zufrieden. Aber gut, ich musste auch wirklich kämpfen, denn neben meiner Nähmaschine steht recht nah schon die Overlock und Platz um das Riesenmantelgerät mit seinem voluminösen Innenleben gescheit zu rangieren ist da einfach nicht. Entsprechend bin ich ganz froh, dass überhaupt alles zusammen hängt und hält. Und wärmt. Und gefällt.
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Ich habe für den Mantel schon sehr viel Lob bekommen und bin in der Tat auch selbst sehr angetan. Allerdings brauche ich jetzt auch erstmal eine ausgedehnte Mantelpause. Irgendwann im Sommer setz ich mich dann vielleicht mal an eine Jacke. Vorher gibt es nix mehr mit Funktionsfütterung oder so. Nee, da brauch ich jetzt erstmal viele Kleider, Röcke und evtl. ein Kostüm als Erholung.
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So, und jetzt noch ein großer Dank an Chrissy und Frau Dreikah, die uns alle zusammengebracht, organisiert, angetrieben und bei der Stange gehalten haben. Und ein herzlicher Gruß an alle, die genauso kämpfen mussten wie ich.
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Und Detailbilder:
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Me made Mittwoch: Halb-Kostüm

Heute war mein letzter Einsatz im Zweitjob im Rheinland. Da ich dafür unmenschlich früh aufstehen muss, war mir sehr nach warm und kuschelig, Jogginganzug oder so. Da aber Prüfung war und ich dummerweise die Prüferin, habe ich mich dann doch für ein etwas förmlicheres Outfit entschieden.
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Der Rock ist genäht nach dem gleichen Schnittmuster wie mein Wahlsonntagsrock. Allerdings aus einem dicken Köperstoff mit Elasthan. Er sitzt deshalb schlechter, denn er rutscht, ist aber sehr bequem. Dazu trage ich einen gekauften Rolli und ein sehr geliebtes Kaufjackett. Dieses Jackett hat mir gezeigt, dass es auch Jacketts gibt, die mir stehen. Und mein geheimer Plan ist, eine verbesserte Kopie davon in mehreren Farben zu nähen. Denn leider ist weder der Grauton noch der Satinkragen so richtig brilliant zu kombinieren. Zu diesem Rock (und auch zum Wohlsonntagsrock) geht es aber gut.

Die beiden Röcke nach diesem Schnitt gehören zu den Alltime-Favorites in meinem Kleiderschrank. Obwohl mir diese leichte A-Linie gar nicht soooo sehr gut gefällt. Aber sie sitzen gut, kombinieren sich gut und sind beide dank außergewöhnlichem Stoff besonders.
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Heute Nachmittag habe ich das Jackett gegen einen Wollpulli und eine Kochschürze getauscht und war auch zum Plätzchenbacken passend angezogen.

In der Hand halte ich übrigens meinen Wintermantel, der fertig, warm und flauschig ist, den ich auch schon fotografiert aber noch nicht verbloggt habe. Kommt! Hier ein erster Eindruck:
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Frau Crafteln zeigt heute das erste Ergebnis ihrer Suche nach der Hosenweisheit. Da ziehe ich tief den Hut, das würde ich mir nicht zutrauen. Mit FrauCrafteln hab ich heute auch die Autofahrt verbracht, zumindest als Podcast – Habt ihr bestimmt alle schon gehört, oder?

Schnitt Rock: Knipmode Januar 2013
Änderungen: Eingriffstaschen von einem anderen Rock dazu konstruiert, vorderes Rockteil im Bruch statt mit Teilungsnaht, gefüttert
Schnitt Mantel: Butterick 5966, Änderungen: mit Thinsulate und Windstopper-Zwischenlage gefüttert.

Chai-Sirup

Als ich gestern auf Twitter verkündete, ich würde heute Chai-Sirup machen, wurden direkt Rezeptforderungen laut. Dem komme ich gern nach, denn Chai-Sirup ist ein simples und schönes Mitbringsel und ein wunderbarer Zusatz für Kaffee, Kakao und Milch im Winter. Ich koche meist 1-2 mal im Jahr welchen auf Vorrat und verschenke ihn dann an den halben Bekanntenkreis.
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Für 1,2l fertigen Sirup braucht man:

1 EL Gewürznelken

2 Zimtstangen

1 EL Kardamom ganz

10cm Ingwer

Schale von 1 Bio-Orange

1 getrocknete Chili

600g Rohrzucker

1l Wasser

Zunächst gibt man die leicht zerbröselte Zimtstangen, die Nelken, die Chili und den Kardamom in einen Topf und röstet sie an, bis sie duften. Dann gießt man 1l Wasser dazu, gibt den geschälten und in Scheiben geschnittenen Ingwer und die Orangenschale dazu und kocht das ganze auf. Dann lässt man es 1 Std auf kleinster Stufe köcheln.

Nach 1 Std. abseien, es sollte dann etwa 800ml Gewürzessenz sein. Diese kommt zurück in den Topf und wird mit 600g Zucker vermischt. Aufkochen und nochmal 15 Min köcheln lassen.

Dann sofort heiß in – möglichst dunkle – Flaschen füllen. Ich nehme gern die kleinen Flaschen der teuren Gesundheitssäfte. Der Sirup hält so mindestens ein halbes Jahr, wenn er offen ist, muss er aber innerhalb von ca. 1 Woche aufgebraucht werden. Ich mische ihn großzügig in alle Heißgetränke, die ich trinke, also in Schwarztee, Milchkaffee, Kakao und heiße Milch. Er macht sich auch sehr gut in heißem Apfelsaft (noch besser mit einem Schuss Amaretto, höhö).

Me made Mittwoch: müde

Die Drehumdiebolzeningenieurin schrieb letzte Woche sehr treffend und persönlich, dass es Tage gibt, an denen man die Kleidung als Rüstung braucht. So ein Tag ist heute. Mein Körper hat, nachdem ich schon deutlich zu spät ins Bett gegangen bin, beschlossen, dass Schlaf nach 4 Uhr überbewertet ist, entsprechend bin ich heute deutlich unter Betriebstemperatur. An solchen Tage wünsche ich mir Kleidung, die hübsch genug ist, dass sie mir zusammen mit Schminke den Eindruck zu vermitteln im Stande ist, ich sei wach(er), zeitgleich sollte sie aber so kuschelig, warm und weich wie mein Bett sein.
Eine gute Rüstung für mich ist petrol, die Farbe steht mir sehr und mindert damit schonmal den Leiche-Gesamteindruck etwas. Wichtig ist außerdem ein kuscheliger Schal und ein weiter Rock. Da habe ich heute morgen zielsicher zum Lotti-Gedächtnisrock, petrolfarbiger Strickjacke und einem schönen Schal mit Punkten gegriffen, den ich zum Geburtstag bekommen hab. Bequem, nicht zu auffällig, Wolle und weich. Eine gute Rüstung an einem lausigen, müden Tag.
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Wir hatten heute erstmals ein kleines bisschen Schnee und sehr eisigen Wind, da musste dann auch die Woll-Bermesenzer noch unter den Unterrock. Brr.
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Claudia zeigt auf dem MMM-Blog heute eine gefütterte Luxus-Hose, das wär auch eine gute Rüstung.